Endlich! Check für Lehrer

17.12.2012 | 18:12 |  DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Wiens Stadtschulratschefin reagiert auf katastrophale Testergebnisse von Kindern.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Wienerin Susanne Brandsteidl sticht aus der bis in die letzte Untergliederung parteipolitisch eingefärbten Nomenklatur der Stadt- und Landesschulräte nicht alle Jahre durch Reformvorschläge heraus. Nach den katastrophalen Ergebnissen der Überprüfung der Mathematikkenntnisse der Wiener Schüler ist das anders. Sie verordnet verpflichtende Tests. Diesmal soll kein Direktor, kein Lehrer entscheiden dürfen, ob er an standardisierten Tests teilnehmen lässt. Wir sind sicher, dass es tausendundein Argumente gegen das Vorgehen gibt. Ja, ja, der zusätzliche Aufwand für die Lehrer. Ja, ja, die fehlende Rücksichtnahme auf Schwerpunkte, Lage, Größe etc. der Schule. Ja, ja, die Kinder lernen nicht für das Leben, sondern für den nächsten Test. Ist schon gut. Die Tests sind allein deshalb ein richtiger Schritt, weil die Ergebnisse nicht nur die Fähigkeiten der Schüler messen. Sondern auch jene der Lehrer. Endlich. Um im Schulsprech zu bleiben: Susanne Brandsteidl, setzen, Sehr gut!

Mehr zum Thema:


dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

32 Kommentare
 
12

Parteibonzen haben die österr. Schule kaputtgemacht !

Mein Schwager, ehemaliger Volks - und Hauptschullehrer hat dem Lehrberuf den Rücken gekehrt, als er gemerkt hat, daß bei Direktoren, Inspektoren und PI/Pädak Kursleiter ehemalige Lehrer-VERSAGER wiedererkannt hat.
Da gibt es einen Bezirksschulinspektor, der wurde seinerzeit als Lehrer von Schule zu Schule weitergereicht, weil die Eltern sich beschwert hatten, daß die Kinder bei diesem Lehrer nichts lernen, oft nicht da ist ( sondern bei Parteiveranstaltungen usw.. Viele gute, berufene Lehrer kennen x-Beispiele, daß es in der österreichischen Schule völlig unmögliches Parteibonzen-Personal gibt, vor allem in der Schulverwaltung, die jetzt die Regeln vorgeben.
In Finnland werden von 100 Bewerbern nur 20 Lehrer. In Österreich wurden seit es die PÄDAK gibt, über 80% Lehrer. Viele dieser durch Parteibuch gewordenen unfähigen Lehrer/Direktoren haben auch den Ruf der Lehrerschaft geschädigt.
Mein Schwager, geprüfter Volksschullehrer, als such geprüfter Hauptschullehrer in 4 Fächern ( Englisch, Physik/Chemie, Geographie und Informatik) denkt nicht daran, in die Schule zurückzukehren, solange das so ein Partei-Bonzenverein ist, wie er sagt.


Machen wir uns nichts vor:

Durch unkontrollierte Zuwanderung von orientalischen Analphabeten bildet sich in Wien zunehmend ein "'Bodensatz", der wie im alten Rom durch "Panem et Circenses" ausgehalten werden möchte..

Beispiel aus dem alten Rom: jeder Römer hatte das Recht auf täglich 2 Gratis-Laibe Brot. Aus besonderen Anlässen wurden diese "Spenden" von populistischen Cäsaren noch weit überboten!

Beim allgemeine Bla Bla Bla wollen wir wesentliche Dinge

nicht aus den Augen verlieren:

Überall haben die Gewerkschaften ein Mitspracherecht. Ganz besonders krass ist das trotz eines enormen Defizits bei den ÖBB.

Nur bei den Lehrern sollte das nicht gelten, weil ihre Vertretung großteils christilich sozial ist?

Die Krux liegt wohl darin, daß man mit der Dr. Klaudia Schmied eine sachfremde (und dazu nicht einmal erfolgreiche) Bankmanaagerin ohne Kinder und eigene Familie zum Bildungsministerin gemacht hat, wo sie sich überstürzt zur Realisierung ihrer dogmatischen Ziele in der Schulpolitik gemacht hat. Man hat sie sehr wohl darauf aufmerksam gemacht, daß die Voraussetzungen für die Umsetzung der Ganztags- u. Einheitsschule nicht vorliegen, weil es - trotz Geburtenrückgang - an Schulgebäuden, Personal etc. mangelt!!

4 0

Eine Bitte an die MitposterInnen

Nicht zu harsch mit dem armen Herrn Journalisten umgehen! Der "Artikel" könnte doch ganz knapp vor dem Ausflug zum Punschstand entstanden sein. Oder während. Argumente? Diskussion? Widerspruch? Ja, ja, ist schon gut!

so eine testung hat nichts mit den fähigkeiten der lehrer zu tun!

in einer hs in wien oder in einer vergleichbaren schule sind einfach keine besseren leistungen möglich als im letzten test!

Gefälligkeits- und Kuschelpädagogik

Tatsächlich bedarf es endlich wirksamer externer Instanzen, um einigermaßen Notenwahrheit herzustellen. Doch die pauschale, populäre und naive Kritik an "den Lehrern" als "Schuldige" geht ins Leere.

In der gegenwärtigen, in sich widersprüchlichen Konstellation (Lehrer - Fächer - Schule auf "freiem Markt", Optionenfreiheit, Personalunion Lehrender- Prüfender) ist Notenwahrheit Illusorisch. Der Druck auf "gute Noten" und Berechtigungsinflation ist omnipräsent.

"Fordernde" Lehrer, welche die Seriosität der ausgestellten Atteste und Erwartungen der Nachfolgeinstanzen (Arbeitgeber, weiterführende Schulen etc.) sicherzustellen versuchen, werden beim Einfordern von Kenntnissen weder von der Öffentlichkeit noch von den vorgesetzten, politisch-ideologisch verpflichteten Dienstbehördenvertretern oft fragwürdiger Kompetenz (keine Verallgemeinerung) unterstützt, mancherorts ganz im Gegenteil. Weitgehend gilt reines Berechtigungsdenken: Guter Lehrer = wer gute Noten gibt, niemandem Berechtigungen (Gymnasiumsbesuch, Matura etc.) verwehrt.

Lehrer, die mangels Schüler-Leistungen und -Kenntnissen positive Beurteilungen verwehren (müssen), sind exponiert, handeln sich Schwierigkeiten, zumindest erhebliche Mehrarbeit und stetigen Rechtfertigungszwang ein, gelten als Schädlinge der um Schüler Buhlenden Dienststellen: Jeder Schüler bedeutet "Werteinheiten" (Arbeitsplätze) und darf daher keineswegs an andere, oft geeignetere Ausbildungsstätten "verloren gehen" ... !


12 0

Wenig Ahnung = keine Ahnung

Als pensionierter HS- Lehrer in Oberösterreich kommt mir bei diesem Artikel die Galle hoch. Herr Neuwirth, besuchen Sie nicht einen Tag, sondern ein halbes Jahr eine Wiener Pflichtschule und arbeiten dort als Co mit. Dann werden Sie sehen, dass auch mit derartigen Tests wenig erreicht werden wird. Denn wenn SchülerInnen die gestellten Aufgaben nicht verstehen, weil für Fremdsprachige aber auch für Kinder mit sozialen Deffiziten wenig Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, kann der Vergleich nicht stimmen. Tests bringen nur etwas, wenn man Schulen mit ähnlichen sozialen Zusammensetzungen vergleicht. Es ist einfach nur billig, die Lehrer zu unfähigen, faulen Sündenböcken abzustempeln, die in der Wirtschaft nichts taugen würden.


2 5

Re: Wenig Ahnung = keine Ahnung

Na hoffentlich sind sie kein Lehrer, denn beim sinnerfassenden Lesen scheinen Sie Schwierigkeiten zu haben. In dem Artikel steht nichts, was auch nur irgendwie damit zu tun hätte, dass Lehrer unfähig und faul wären.

1 1

Re: Re: Wenig Ahnung = keine Ahnung

Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen dürften Sie haben, denn bereits in der ersten Zeile meines Postings steht, welchen Beruf ich hatte. Die Stelle:"Wir sind sicher, dass es tausendundein Argumente gegen das Vorgehen gibt. Ja, ja, der zusätzliche Aufwand für die Lehrer...... " impliziert, dass Lehrer faul sind.

Re: Lieber HS Lehrer


"SchülerInnen" gibt es laut Duden, österreichischem und oberösterreichischem Wörterbuch nicht.
und
"Deffizite" sind vermutlich nur ein Druckfehler.

Re: Re: Lieber HS Lehrer


nicht, dass ich mir hier selber antworten würde. Aber die Kommentare und die vielen Rot- und Grünstrichler zeugen von der Überzahl sich betroffen fühlender Lehrer in diesem Forum. Manche sogar mit reduziertem Grammatikverständnis.

3 0

Schule

Aus dem Text lässt sich eine gewisse Resignation erkennen. Diese habe ich mittlerweile auch. Ich kann nicht für oder über Wien sprechen sondern über Niederösterreich. Die Schuld wird wie eine heiße Kartoffel hin und her geschoben. Die Lehrer gegen die Politiker und gegen die Eltern und umgekehrt.

Das ist völlig unnötig und die Schüler bleiben somit auf der Strecke. Aus den Zeitungen kann man ablesen, dass Fachkräfte fehlen und das die Kenntnisse der Schüler zu wünschen übrig lassen.

Wenn man sich auf die Fakten konzentriert, fernab von Emotionen, muss man zugeben:

- Die Schule ist für die Eltern eine Belastung und keine Entlastung. Finanziell und zeitlich. Die Schulzeiten, Ferien sowie die schulautonomen Tage haben mit der Realität nichts zu tun.

- Es gibt bei jedem Versuch eine gewisse Autorität herzustellen einen Aufschrei. Der Umgang hat sich geändert und färbt natürlich auf unsere Nachkommen ab.

- Parteipolitik steht immer vor Sachpolitik.

- Es geht nie um die Kinder. Nie. Entweder geht es um die Beamten, das Geld, die Politik, die Partei usw.

- Das Niveau ist massiv gesunken. Der Umgang mit Migranten ist bis dato ungelöst.

- Durch die Ausbildungsplatzgarantie wurden Schulen wie zB HAS massiv entwertet.

- Stunden wurden gekürzt, der Samstag ersatzlos abgeschafft. Wann wird der Stoff gelehrt? Wann werden die Fächer unterrichtet?

Das ernüchternde an der Thematik ist, dass Kinder, die heute zB 13 sind, keine Änderung mehr bemerken werden. Die Mühlen mahlen langsam.

Check für Lehrerinnen!


Lehrer gibts ja so gut wie keine mehr. Ob vielleicht deshalb das Schulsystem und die Lernergebnisse so ausschauen wie sie ausschauen

Elterntest?

Aja, wieder mal sollens die Lehrer gewesen sein.

Es kann ja nicht sein, dass die Eltern ihre Kinder zu wenig fördern (etwa weil sie 60+ Stunden die Woche arbeiten, oder schlicht selbst dämlich sind). Nein, alle Verantwortung gehört bei der Schule abgegeben und am Abend (Ganztagsschule versteht sich) wieder abgeholt. Erziehung/usw. soll die Schule natürlich gleich "mit"erledigen, dass man selbst nach den ganzen Jahren ein vorgeformtes perfektes Kind als "Ergebnis" rausbekommt.

0 1

Re: Elterntest?

Lesen Sie den Artikel nocheinmal, wo darin "sollens die Lehrer gewesen sein"? Was spricht gegen eine Evaluierung der Lehrer? Ich weiß aus meinem eigenen Job, dass es nicht unbedingt immer angenehm ist, evaluiert zu werden, aber ohne Evaluierung ist eine Verbesserung höchst unwahrscheinlich - und diejenigen, die meinen, dass sie das nicht notwendig haben, sind diejenigen, für die es am dringendsten erforderlich ist.

Chauvinist!

Glauben sie dass diejenigen die mehr zu arbeiten haben, die Wahl haben?

Das ist im Übrigen ein klassisches Statement eines Lehrers der fern seines Halbtagsjob an der Schule die Realität nicht mehr fassen kann - Wahnsinn, so etwas darf unterrichten!

Re: Chauvinist!

Ich bin kein Lehrer, sondern Jurist und arbeite (besagte) 60+ Stunden...

Der Unterschied ist: Ich rege mich nicht über Lehrer auf.

10 1

Natürlich, die Lehrer sind schuld.

Wer soll lernen, die Lehrer oder die Schüler? Wie Ka_Sandra richtig schreibt, nützt der beste Lehrer nichts, wenn die lieben Kleinen nicht wollen.
Es gibt ja soooo viel wichtigere Dinge, da kommt das Lernen natürlich zu kurz.

letztenendes

ist das aber kein Test für einzelne Lehrer sondern ein Test für die Gesellschaft: wie wichtig ist Österreich Bildung, wie gut wird Lehrpersonal ausgebildet, wie sehr nehmen wir Migranten und Bildungsferne in die Pflicht, wieviel investieren wir in Schulen etc...

Aber das scheint den Horizont des Redakteurs dann doch zu übersteigen ;)

Ein Coiffeur..

.. meinte mal zu mir die Weltmeisterschaften im entsprechenden Fach wären früher teils sehr glücksabhängig gewesen. Mal erwischte man ein Model mit tollen Haaren, ein andermal eines mit dünnem Haar, dass sich viel schwerer stylen liess. Heute finden derartige Wettbewerbe nur mehr an Kunsthaar statt um derartige Verzerrungen zu vermeiden.

Die Bewertungen für Lehrer werden sicher auch viel aussagekräftiger wenn das aktuell recht unterschiedliche Basismaterial durch den Standardschüler mit AMA-Gütesiegel ersetzt wird. Bis dahin wird man daraus - neben einem Anteil der dem Lehrer zugerechnet werden kann - wohl meist in erster Linie den sozialen Background der Schüler zu sehen bekommen.

Gleichzeitig empfinde ich die Idee der Überprüfung der Lehrkräfte als interessant - nur, was soll dabei herauskommen? Am Ende wird das wohl nur wieder eine Farce bei der der Grossteil sehr gut abschneidet. Welche Massnahmen sollten Lehrer auch fürchten? Bei Lehrermangel der manche Schule vor ernste Probleme stellt da Pflichtfächer nur mehr schwer besetzt werden können - da wird eine Benotung des Lehrers sicher grossen Unterschied machen.

Nette Idee, aber wohl nicht sonderlich ausgereift.

Wenn ein Schüler

nicht kann und/oder nicht will,

ist der beste Lehrer machtlos.

Re: Wenn ein Schüler

10sur am werk

Re: Re: Wenn ein Schüler

fle bekommt keine kolumne

Re: Wenn ein Schüler

@ka_sandra
FLE kolumne ist storniert
er schreibt auch im "freizeit" magazin des kuriers...das war für nowak der anlass...der grund ist ein anderer.
allerdings hat das fle mit unterberger auch so gemacht

0 0

Re: Wenn ein Schüler

naja, auch dagegen gibt es ein zeitgeistiges (killer-)argument, denn die pädagog_inn_en sollen nicht nur lernbegleiter_innen sein, sondern überdies auch animieren und unterhalten (wie es die kinder aus dem club-urlaub im sommer gewohnt sind ;-))

dennoch nahm ich bereits manch negatives evaluierungsergebnis als bestätigung; wer sich zur geführten bergwanderung anmeldet hat nicht automatisch anspruch auf einen sherpa oder einen platz in der materialseilbahn ...

20 1

Wenn die Testungen als Check für Lehrer dienen sollen,


müssen wir diesen aber schon die Möglichkeit geben, Schüler abzulehnen. Niemandes Reputation soll unverschuldet ruiniert werden.

 
12

Schlagzeilen Bildung

AnmeldenAnmelden