11.02.2012 06:43 | Meine Presse Merkliste0

Herr "Feymann" und seine Lehrer

23.08.2010 | 19:03 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Ein paar Stunden länger in der Schule sitzen? Und das noch dazu in Zeiten der knappen Kassen? Aber nicht doch.

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Wäre man polemisch, dann könnte man anmerken, dass Lehrer, insbesondere Lehrervertreter, und hierbei im Speziellen die sozialdemokratischen, an ihrer Arbeitsstätte derart ausgelastet sind, dass sie nicht einmal zum Zeitunglesen kommen – nicht einmal in ihrer kargen Freizeit. „SP-Lehrer lehnen Feymann-Vorstoß zur Lehrerarbeitszeit ab!“, betitelte der Chef der Sozialdemokratischen Lehrer/innen Österreichs (SLÖ) gestern seine Aussendung. Im nachfolgenden Text folgt der „Feymann“ dann noch drei Mal.

Es gab zwar seinerzeit im Ständestaat den gefürchteten Heimwehrführer Emil Fey, aber dass ausgerechnet sozialdemokratische Lehrer auf diesen anspielen, wenn sie ihren Kanzler meinen, davon wird eher nicht auszugehen sein. Also wohl ein Schlampigkeitsfehler in der Aufregung. Kann ja passieren.

Das Argument der Lehrer, dass eine Verlängerung ihrer Arbeitszeit die Einstellung von Junglehrern behindere, hat etwas für sich. Das ist aber auch schon das einzige Argument, das sie für sich ins Treffen führen können. Wenn überall gespart wird, werden auch die Lehrer ihren Beitrag leisten müssen.

Die Erregung darüber lässt sich heute genauso wenig nachvollziehen wie 2009. Damals hat Bildungsministerin Claudia Schmied den Vorschlag gemacht, dass Lehrer länger arbeiten sollten. Nun hat es der Bundeskanzler getan. Werner Faymann. Mit zweimal a. (Bericht: Seite 2)


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2010)

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33 Kommentare
 
1 2
Gast: kritischer Lehrer
31.08.2010 09:08
0 0

online Abstimmung

... der link zur online Befragung wird inzwischen von der Lehrergewerkschaft per Email verteilt...;-)

Gast: euyonimus
25.08.2010 14:22
0 1

Burnout bei Lehrern

Vor ca. 10 Jahren besagten Studien, dass geschätzte 30 % der Lehrer im Burnout sind, heute beziffern Aussendungen diverser Fachleute die Burnoutrate bei Lehrern mit ca. 60 %.

Es gibt eine Realität: "Ausbrenner brennen andere aus"

Wie soll es mit unseren Kindern weitergehen, wenn so ein hoher Prozentsatz der Lehrer ausgebrannt ist? Hier geht es um die Ausbildung und Zukunft unserer Kinder. Sie brauchen hochmotivierte und engagierte Pädagogen, die motivieren und begeistern können, die auf individuelle Lern- oder Persönlichkeitsprobleme eingehen können. Wir brauchen keine ausgelaugten, nervösen, zynischen Pädagogen, die aus Überforderung Dienst nach Vorschrift machen, weil sie Zusätzliches nicht mehr schaffen können.

Meine Tochter hat und hatte viele hervorragende Pädagogen, gegen Ende des Schuljahres war diesen engagierten Lehrkräften die Belastung ins Gesicht geschrieben.

Von den Mitschülern meiner Tochter möchte kein einziger den Lehrberuf ergreifen. Sie sehen was sich in den Klassen abspielt und denken gar nicht daran, sich diesen Belastungen auszusetzen.

Es liegt in der Entscheidungskraft der politisch Verantwortlichen, Lehrer so zu entlasten und geignete Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Unterricht ohne jegliche Überforderung, dafür mit Begeisterung und Engagement durchgeführt werden kann.

Warum haben wohl alle politischen Entscheidungsträger ihre Kinder in Privat- oder sogenannten "guten" Schulen?

2 0

Feyman, Fayman, wer...?

Muss man den kennen?

teifl eini
24.08.2010 13:31
3 0

kein bashing aber die frage muss erlaubt sein

welcher berufsstand darf sich denn noch über 9 wochen sommerurlaub freuen, ganz zu schweigen von den anderen ferien?

ich weiß, kurse, vorbereitungen macht lehrer im sommer (bzw. sollte er/sie). aber hand aufs herz, gilt das auch für lehrer mit berufserfahrung von 10 jahren plus?

das zugegeben niedrige gehalt wird durch umrechnung auf die tatsächliche arbeitszeit ordentlich relativiert.

also ich finde den vorschlag jedenfalls diskussionwürdig.

UND NATÜRLICH müssen im gegenzug arbeitsbedingungen, infrastruktur verbessert und der bürokratische aufwand reduziert werden. die politik agiert diesbezüglich skandalös. daher ist der aufruhr der lehrerschaft völlig verständlich.

Gast: Lehrkraft
24.08.2010 12:30
0 0

Werter Herr Pink:

"Wenn überall gespart wird, werden auch die Lehrer ihren Beitrag leisten müssen."

Interessant. Was genau ist der Beitrag, den sie für die Sparmaßnahmen leisten?
Oder sind "alle" auch bei ihnen wieder mal die anderen?

Antworten Grufti1
03.09.2010 23:43
0 0

Re: Werter Herr Pink:

Wegen solcher Kommentare nimmt keiner die Ösis mehr ernst!

Gast: PAN1
24.08.2010 12:22
1 0

Damals hat Bildungsministerin Claudia Schmied den Vorschlag gemacht, dass Lehrer länger arbeiten sollten. Nun hat es der Bundeskanzler getan.

... Und der Pröll, dieses feige und kriecherische Würstel, hat schon "seine" Lehrer angerufen und den Vorschlag brav abgelehnt. Typisch ÖVP: Österr. Verein für Partikularinteressen.

Das ist schon sehr pikant!

Der Chef der sozialistischen Lehrerschaft und noch dazu seines Zeichens Bezirkschulinspektor, kann den Namen sienes großen Parteivorsitzenden und Bundeskanzler nicht richtig schreiben!!!

PISA läßt grüßen!

Bei solchen Lehrern braucht man sich um das Bildungssystem wirklich kein Kopfzerbrechen zu machen!

Antworten helfried
28.08.2010 07:05
0 3

Re: Das ist schon sehr pikant!

"... kann den Namen sienes(!) großen Parteivorsitzenden ..."
Sie wissen aber schon, dass sich manche Leute vertippen können?

Re: Re: Das ist schon sehr pikant!

Schon, schon! Entschuldigung vielmals!

Aber wenn man 3 x den selben Tippfehler in einer Aussendung macht, ist es eben kein Tippfehler mehr, sondern einfach siehe oben!!!!!

Überall wo der Kunde nix zu reden hat

spielen sich solche oder ähnlich Szenen ab:

Schule,
ORF,
Gesundheits"system",
ÖBB,
Wiener Linien,
etc…

aweiss
24.08.2010 10:27
5 2

MW1190

Was wäre, wenn Herr Faymann vorgeschlagen hätte, die Bundesbahner sollen 5 Stunden mehr pro Woche arbeiten? Die Reaktionen hätte ich gerne erlebt!

Wenn der Lehrerberuf so toll ist, warum finden wir dann so wenig Interessenten bei offenen Posten?

Ich bin seit mehr als 30 Jahren gerne Lehrer, würde aber jetzt niemand empfehlen, diesen Beruf zu ergreifen: ständig steigende Belastungen, Gehaltskürzungen und die ewigen Anpöbelungen durch Politik und Medien.


Martin_01
23.08.2010 23:06
4 1

"werden ihren Beitrag leisten müssen"


Haben sie schon.

Wenn man in Salami-Taktik scheibchenweise eine Berufsgruppe beschneidet oder beschneiden möchte, kann man das bestenfalls bei der ersten oder zweiten Scheibe sagen, aber nicht bei jeder.

Steininger
23.08.2010 22:37
1 4

Und prompt spricht sich Pröll dagegen aus!

Zwar mit Ö, doch ohne Anstand!

Antworten megadoc
24.08.2010 10:57
0 0

Ohne Anstand?

Als Nicht-Lehrer finde ich es unanständig, Lehrer ständig als Parasiten, Nichtstuer etc. darzustellen. Wie in jeder Berufssparte gibt es natürlich auch in der Sparte der Lehrer Negativbeispiele. Dies ist aber z. T. auch durch mangelnde Auslesekriterien (die vor kurzem erst bei den pädagogischen Hochschulen, leider aber noch nicht an den Universitäten eingeführten wurden) zu erklären. Allerdings gibt es solche Auslesekriterien auch bei vielen anderen Berufen nicht (keine bei Medizin, Politik, ÖBB, ...)

Gast: Gast 3
23.08.2010 20:22
2 2

Frage...

Lieber Herr Pink!
Wie lange sitzen sie eigentlich vor dem Computer , um einen derart nichtssagenden Kommentar zu fabrizieren? Würden Sie ein paar Stunden mehr für ihre Arbeit aufwenden (bei gleicher Bezahlung), käme vielleicht ein kluger, ausgewogener Kommentar heraus... Eine Verlängerung der Arbeitszeit wird wohl in erster Linie als Folge des sich schon jetzt abzeichnenden Lehrermangels (vor allem in der AHS in gewissen Fächern) notwendig sein. Doch dann soll man auch- nach den Gesetzen des Matktes- dafür bezahlen.Niemand käme darauf, fehlende Chemiker, EDV-Fachleute, Maschinenbauer etc dadurch zu "ersetzen", dass man deren Arbeitszeit per Gesetz um 2 Stunden pro Woche verlängert! Übelste Methode ist es aber, diese Arbeitszeitverlängerung bei Lehrern durch Lehrer-Bashing -unter Mithilfe der Medien- durch öffentlichen Druck erzwingen zu wollen. Man braucht nicht weit in die Geschichte zurückzugehen, um die braunen Stammväter dieser Methode zu finden.

paulus
23.08.2010 19:25
4 1

Liebe Lehrer samt dem ganzen familiären Umfeld,

boykottiert doch gleich bei den nächsten Wahlen alles was mit der SPÖ nur so zu tun hat.
Und lieber Herr Pink, woher haben Sie den Unsinn, dass überall gespart wird, lesen Sie keine Zeitungen (beispielsweise die Zeitungsinserate von Fr. Schmied, ...).

roger
23.08.2010 19:12
4 1

Lehrer sollen dreimal draufzahlen

Als Staatsbürger werden wir nach den Wahlen geschröpft wie alle anderen auch...OK. Als Beamte erwartet man von uns mindestens eine Nulllohnrunde, und als Lehrer sollen wir auch noch zwei Stunden länger unterrichten (das meint man in Wahrheit mit "ein paar Stunden länger in der Schule sitzen").

Herr Pink, warum sitzen Sie nicht einfach ein paar Stunden länger in der Redaktion... ums selbe Geld?


2 5

Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

mir kommen gleich die tränen. ich würde ihnen einmal raten in der privatwirtschaft zu arbeiten. selbst erlebt: wechsel des kollektivvertrages: zwei tage weniger urlaub, eine stunde pro woche mehr arbeiten (und das bei einem vollzeitjob!). das alles bei gleicher bezahlung. wie schlimm.

Antworten Antworten Gast: pensionär
24.08.2010 10:35
2 0

Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

Also ich habe in der Privatindustrie als Abteilungsleiter Verw. Gr. V gearbeitet - mit dem dreifachen Nettogehalt, das ich als Lehrer erhielt - für die notwendigen Nebenarbeiten, die ich als Lehrer für den Unterrichtsbetrieb tun musste, hatte ich eine Sekretärin. Für diese Bedingungen wären (z.B. HTL-) Lehrer sicher bereit, zwei Stunden zusätzlich zu leisten.
Es gibt anscheinend Leute, die glauben, dass sich Menschen, die sich mit ihren Minderprodukten der Erziehung beschäftigen müssen, wirklich ausnützbare Idealisten = Trottel sind.

Antworten Antworten Antworten roger
24.08.2010 13:58
0 0

Re: Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

Danke, dass Sie hier ein wenig die Relationen zurechtrücken. Die meisten Leute glauben ja wirklich, die Lehrer verwechseln Idealismus mit Idiotie.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: pensionär
26.08.2010 15:59
0 0

Re: Re: Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

In der Privatindustrie hatte ich auch keinen Chef, der über seine Mitarbeiter herzog, wie es die derzeitige Ministerin (unterstützt durch die Beamtenministerin) tut.
Nun - die Stutenbissigkeit ist wohl eine herausragende Eigenschaft geworden.

Antworten Antworten roger
23.08.2010 20:11
3 1

Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

Sicherlich gabs durch den Wechsel auch ein paar Vorteile, die Sie jetzt nicht erwähnt haben. Heulen's weiter.

1 3

Re: Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

ich kann ihnen eines versichern: es gab keine, das ist richtiges leben.

Antworten Antworten Antworten Antworten helfried
23.08.2010 21:04
2 1

Re: Re: Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

Ich bin auch der Meinung, dass es für alle unselbständig Erwerbstätigen schlechter werden soll, damit die "wirklichen Leistungsträger" mehr Rahm abschöpfen können;-)
Und dazu muss man einfach dafür sorgen, dass sich DIE UNTEN gegenseitig zerfleischen. Nur weiter so "kannbis3zählen".
Entweder können Sie wirklich nur bis 3 zählen, oder Sie sind einer der "wirklichen Leistungsträger", die in einem halben Tag den Gegenwert eines Mercedes abkassieren.

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Re: Re: Re: Re: Re: Lehrer sollen dreimal draufzahlen

erst lesen, dann denken, dann schreiben.

was sie mir unterstellen, ist in keiner meiner aussagen zu finden.

ich wollte einzig und allein ausdrücken, dass das, was die lehrergewerkschaft derzeit als "gott-sei-bei-uns aller bösartigen ausbeuter" anprangert in der privatwirtschaft gang und gäbe ist, ohne dass gleich massenweise zum aufstand geblasen wird.

und dass ich das gezetere um zwei stunden mehr anwesenheit in der schule (was ja nicht gleich zwei stunden mehr gesamtarbeitszeit bedeutet, sondern nur eine umschichtung) als ziemlich öd empfinde.

 
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