Die Unis sind die Dummen

27.04.2012 | 19:12 |  RAINER NOWAK (Die Presse)

Wieder einmal beweisen SPÖ und ÖVP in der Bildung ihre Verantwortungslosigkeit.

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Während sich die Regierung am sonnigen Freitag in Seminar-Sekt-Laune gab, zeigte die Situation an den Unis einmal mehr, wie unverantwortlich die Truppe agiert. Da beschließt die Uni Wien respektive der Senat derselben, autonom ab Herbst wieder Uni-Gebühren einzuführen – nur für Langzeitstudenten und Studierenden aus Drittstaaten. Aufgefordert hat sie dazu der Wissenschaftsminister namens der ÖVP, gewarnt hat sie davor die zuständige Sprecherin der SPÖ. Nun klatschen die einen, die anderen schäumen. Damit nicht genug der unverantwortlichen Kindereien, beide Regierungsparteien verweisen auf Rechtsgutachten, die den jeweiligen Standpunkt erklären. Der Streit um Studiengebühren wird genauso dümmlich dogmatisch geführt wie jener um die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.

Sowohl in der SPÖ als auch in der ÖVP weiß man, dass der andere bei einem Thema recht hat, doch die SPÖ gibt ihr schlichtes Nein bei den Gebühren für die Studenten nicht auf, die ÖVP verweigert eine echte Schulreform. Denn angeblich wollen das die Tradition, die Funktionärsbasis und der -bauch so.

Logisch ist das nicht, intelligent auch nicht und sympathisch schon gar nicht. Aber an dieser Stelle sollten wir nicht ungerecht sein: Die beiden Parteien hatten Besseres zu tun, als sich um die Ausbildung und damit die Zukunft der Jungen zu kümmern. Sie mussten nach den jüngsten Skandalen ihre Finanzierung neu regeln. Und so etwas dauert.

 

rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2012)

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6 Kommentare
Gast: Blasmusik
29.04.2012 08:57
2

Traurige Jahresbilanz

Nach einem Jahr im Amt ist das eine traurige Bilanz für Minister Töchterle. Wie lange will er noch im Amt bleiben?

Antworten Gast: MusikfürBläser
02.05.2012 18:40
1

Re: Traurige Jahresbilanz

Wahrscheinlich bis ihm der Wähler den Marsch bläst.

Gast: LegendIn
28.04.2012 13:28
3

Der ungebildetste Regierungschef seit Jahrzehnten zieht eben seine Spur...

Mit der Faymann-SPÖ ist kein Staat zu machen!

Gast: so viele kluge menschen hier
28.04.2012 07:35
0

Warum gründen die Unis keine Bad-Bank ?

Für Bad- und andere Banken werden über Nacht Milliarden bereitgestellt, ohne einen Muckser. Die ÖBB bekommen langfristig 30 Milliarden für Tunnels mit zweifelhafter Sinnhaftigkeit.

Die Universitäten werden hingegen im Vergleich dazu mit finanziell ausgehungert und mit dem Zugeständnis von vergleichsweise Bagatell-Beträgen brüskiert. Dass sie sich diese Demütigungen brav gefallen lassen, spricht nicht gerade für die Zivilcourage der akademischen Führungskräfte. Naja - deren Gehälter sind auch nicht betroffen.

Wenn die Universitäten den Banken gehören würden, wäre die Bereitschaft von SPÖ und ÖVP zu finanzieller Unterstützung wohl schlagartig deutlich größer.

Ein Musterbeispiel für den inhaltlichen und moralischen Bankrott der großen Koalition.

...

ich finds problematisch, wenn man immer nur die kosten erhoeht, dann muessen die kinder immer komplizierter denken und ganz schwierige dinge lernen - dabei macht es gar keinen spass mehr und das ist nicht gut und die besten jungen migranten zb gehen gar nicht hin, die arbeiten dann. ich find es bloed. aber mir faellt auf der faymann stellt sich so wie die uni politik. mir waer lieber der faymann waer wie die uni wirklich ist und die uni waer wie der faymann vor ein paar tagen war so streichelweich - da koennte man etwas lernen... es sollte auch jeder durchkommen... diese andauernden noten und der stress sind nicht gesund...

Die ideologischen Scheuklappen ablegen?


Niemals! Da müssten sie doch über den eigenen Schatten springen!

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