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Lehrertests: Bis zu einem Drittel scheitern an Deutsch

11.07.2012 | 18:24 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Rektoren melden hohe Durchfallquote bei der Aufnahme. Außer der Unterrichtssprache werden etwa auch die Eignung und Neigung der Bewerber für den Lehrerberuf oder ihre physische Konstitution getestet

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Wien. Wer künftig Österreichs Volks-, Haupt-, Sonder- oder Berufsschüler unterrichten will, ist oft nicht gut genug in Deutsch. Das hat ein „Presse“-Rundruf nach den bisherigen Aufnahmeverfahren der Pädagogischen Hochschulen (PH) für das nächste Wintersemester ergeben. Demnach sind bis zu einem Drittel der Bewerber für die Ausbildung zum Lehrer an Pflicht-, Berufs- und berufsbildenden Schulen zu schwach.

An der PH Wien scheiterten beim ersten Testtermin Ende Juni 32 Prozent der knapp 460 Bewerber, und zwar ausschließlich oder großteils an Deutsch, wie Rektorin Dagmar Hackl erzählt. Außer der Unterrichtssprache werden etwa auch die Eignung und Neigung der Bewerber für den Lehrerberuf oder ihre physische Konstitution (für Sport) getestet. Doch während in diesen Bereichen kaum Probleme auftauchen, stellen die Deutschaufgaben offenbar hohe Hürden dar: Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Fehler markieren, Lückentexte auffüllen und ein Aufsatz sind typische Aufgaben, von denen man an der PH Wien 50 Prozent lösen muss, um studieren zu dürfen. Was viele nur knapp schaffen. Hackl bleibt trotz des drohenden Lehrermangels (siehe oben) bei den Anforderungen: „Die deutsche Sprache ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für den Lehrerberuf.“

So sieht das auch Rektor Erwin Rauscher von der PH Niederösterreich. Dort ist bei den ersten beiden Aufnahmeterminen im Mai und Ende Juni ein Viertel der insgesamt 500 Bewerber gescheitert – ebenfalls mit Deutsch als dem entscheidenden Stolperstein. Dennoch gibt Rauscher einem Teil derer, die durchgefallen sind, eine Chance: etwa, wenn Betroffene aus einem anderen Beruf „quereinsteigen“ oder nicht deutscher Muttersprache sind. Dann dürfen sie das Studium im Herbst als außerordentliche Studenten beginnen. Sie müssen die erforderlichen Deutschkenntnisse aber nach Förderkursen am Ende des ersten Semesters nachweisen. „Wir wollen eine heterogene Lehrergruppe. Das entspricht den unterschiedlichen Gruppen der Schüler.“

An der PH Salzburg sind zuletzt zehn Prozent der mehr als 100 Anwärter gescheitert – vor allem auch in Deutsch. Für die designierte Rektorin Elfriede Windischbauer ist aber „klar, dass ein Teil durchfällt“. Woran es vor allem liegt? Einer (mangelnden) Vorbereitung an den Schulen will kaum jemand Schuld geben. Eher schon den Bewerbern: „Manche kommen ohne jede Vorbereitung“, sagt Rauscher.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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22 Kommentare

Dennoch gibt Rauscher einem Teil derer, die durchgefallen sind, eine Chance: etwa, wenn Betroffene aus einem anderen Beruf „quereinsteigen“ oder nicht deutscher Muttersprache sind

Na, dann wird sich die Durchfallquote weiter steigern, wenn diese Lehrer dann der nächsten generation Deutsch in der VS beibringen....Gute Nacht.

Gast: helga34
12.07.2012 21:06
0 0

Gender

Gibts bei dem Test auch verschiedene Auswertung wie bei der Medizin- Aufnahmeprüfung an der Uni.
Nein - ist ja was ganz anderes.

Gleichbehandlung

Wenn Firmen für Stellenausschreibungen, die vom Bewerber gutes Deutsch fordern, von obskuren Gleichbehandlungsbehörden bestraft werden, braucht man sich über Ergebnisse wie im Artikel berichtet, nicht wundern. Die Botschaft wird in der Bevölkerung verstanden: Deutsch brauch ma eh nit!

es ist v.a. in wien der erklärte wunsch der politik,

auch lehrer mit nichtdeutscher muttersprache auf die kiddys loszulassen.

nur: deutsch ist halt immer noch unterrichtssprache!

wenn sich dann durchgefallene bewerber beschweren kommen, muss man sie nur fragen, ob sie in ihrem herkunftsland mit mangelnden sprachkenntnissen den lehrberuf ergreifen dürften!

Gast: 1. Parteiloser
12.07.2012 10:11
4 1

Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Die Bewerber haben allesamt Matura, also min. 12 Jahre Unterricht absolviert!

Es ist aber so, dass bei den Aufnahmeverfahren der Pädagogischen Hochschulen (Schnellsiedekurse für Lehrpersonen!?) bis 32% keine ausreichende Deutschkenntnisse haben.

Was passiert wirklich in den Schulen?

Wie kann es sein, dass 12 Jahre Unterricht so schwache Absolventen hervorbringt?

Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Dann schauen Sie einmal auf die BMUKK Seite und suchen nach den Beurteilungsrichtlinien für die Deutsch Matura. Wenn Sie das schaffen, verzeihe ich Ihnen Ihr ständiges teacher bashing.

Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Seien Sie doch froh, dass es auf der PH überhaupt solche Aufnahmeverfahren gibt. Für AHS-Lehrer, die an der Uni ausgebildet werden, gibt es so etwas nicht.

Andererseits frage ich mich ob es wirklich wichtig ist für einen Musik-, Biologie-, Geschichte-, u.ä. Lehrer die Beistrichsetzung perfekt zu beherrschen und ob diese wirklich in der neuen Rechtschreibung (dass-daß,...) sattelfest sein müssen (so sie schon älter sind und noch die "alte" Rechtschreibung in der Schule gelernt haben).

Aber ausnahmsweise gebe ich Ihnen Recht, dass jeder Lehrer ein solides Maß an Deutschkenntnissen haben sollte.

Mir ist auch nicht klar warum Quereinsteiger (abgesehen von alter vs. neuer Rechtschreibung) eine Sonderstellung gegenüber frischen Maturanten haben.

Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Das ist deswegen so, weil wegen mangelhafter RechtschreibungUnd/oder Grammatik lt. Weisungen von oben niemand mehr durchfallen darf. Alle Schularbeiten negativ? Na dann machen wir halt ein kleines Referat (es gibt ja das Internet) und schon ist alles im Lot.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
12.07.2012 16:52
1 0

Re: Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Können Sie mir helfen und Ihre Behauptungen etwas näher bringen?

Ich kenne kein Gesetz, welches eine positive Benotung bei ungenügenden Kenntnissen der Schüler vorsieht. Können Sie mir den § nennen?

Es sind mir keine Weisungen bekannt, welche als Grundlage einen Ausschluss von korrekten Benotungen der Fähigkeiten der Schüler haben. Können Sie mir diese Weisungen nennen, wenigstens einen Auszug davon ins Netz stellen?


Antworten Antworten Antworten Gast: spark
14.07.2012 05:12
0 0

Re: Re: Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

sie als allrounder wissen nicht, dass es mündliche weisungen gibt?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
15.07.2012 11:39
0 0

Re: Re: Re: Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Der beamtete Teil der Lehrpersonen ist auf die Verfassung vereidigt, also auf Österreich.

Sollte es mündliche Weisungen geben, welche dem geltenden Recht widersprechen, dann dürfen die Beamten diese auf keinen Fall ausüben!

Tatsächlich dürfen von allen öff. Bediensteten keine mündlichen Weisungen ausgeführt werden, welche dem geltenden Recht widersprechen. Diese würden sich damit zu Mittätern machen, also auch strafbar machen.

Sollte Weisungen erfolgen, welche dem Sinn der geltenden Rechtslage widersprechen, dann hat jeder öff. Bedienstete auch die Möglichkeit diese Weisungen schriftlich zu erhalten. Wenn diese Weisung dann schriftlich bestätigt wurde, dann sind alle Voraussetzungen zur rechtlichen Klarstellung auch gegeben.

Nur, die Lehrpersonen Österreichs können diese Pflicht genauso wenig erkennen, wie die Pflicht zur korrekten Feststellung zur Schulreife, die Pflicht zur korrekten Leistungsbeurteilung und den allgemeinen Pflichten gegenüber den Schülern, ja der ganze Gesellschaft.

Die Lehrpersonen Österreichs können nur erkennen, dass die Anderen Schuld sein müssen.

Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Re: Re: Re: Re: Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Gesetze können unterschiedlich ausgelegt werden, davon leben schließlich die Juristen.
Ich habe bereits Links gepostet, sie wurden entfernt, aber googeln sie z. Bsp. nach dem "Melker Arbeitspapier" der Germanisten NÖ.
Rechtschreibung und Grammatik kommen bei der Beurteilung erst unter ferner liefen. Noch Krasse die Bestimmunge in der Verordnung zur Zentralmatura aus Deutsch!
Ich unterrichte NICHT Deutsch!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
16.07.2012 09:08
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Danke für den Hinweis zur Arbeitsgemeinschaft der NÖ AHS Germanisten. Ich halte diese Gruppe für sehr bemüht und Grundlagen für brauchbar.

Die Arbeitsgemeinschaft ist aber sicher nicht Weisungsberechtigt, auch der LSR für NÖ hat diese Grundlage nur als Empfehlung genannt und keine Weisung erteilt.

Würden die Kriterien auch von den Lehrpersonen angewandt, dann könnte es niemals sein, dass 28% der 15/16jährigen nicht sinnerfassend Lesen könnten.

Es muss also in der Praxis Weisungen, bzw. Handlungen, geben, welche diese Grundlagen vollkommen außer Kraft gesetzt haben. Die notwendigen Fähigkeiten, um eine positive Beurteilung zu bekommen, die sind bei wesentlichen Teilen der Absolventen nicht vorhanden!

Liegt es vielleicht doch mehr am Verhandeln von Noten, an zu freundlichen Benotungen um eine niedrige Durchfallsquote zu haben als an Weisungen. Gibt es dazu Weisungen?

Ich selber, nach einer Menge an Interviews und Tests mit Bewerbern, bin überzeugt, dass das Problem mit schwachen Fähigkeiten von Absolventen umfangreich ist. So umfangreich, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Schulen und kaum einen Unterschied bei den Gegenständen gibt. Den Absolventen fehlen in weiten Bereichen die Grundfähigkeiten, auch die Fähigkeiten Situationen zu erfassen und einzuordnen. Für mich das Schlimmste sind aber die in weiten Bereichen gebrochenen jungen Menschen gewesen.

Gibt es Weisungen zu reduzierten Leistungsanforderungen?

Gast: Gast:Karl
12.07.2012 08:55
6 0

Unterrichtssprache Deutsch

Wenn bei der Matura in Deutsch für eine positive
Beurteilung "Ansätze zur Rechtschreibung" genügen sollen, darf man sich über die fehlende Studierfähigkeit nicht mehr wundern - wird halt der Level wieder heruntermanipuliert, sodass man viele "Akademiker" hat.

2 0

erfreulich

Immerhin werden die D-Kenntnisse jetzt überprüft.
Als ich meine Aufnahmeprüfung machte, war es wichtig eine Stange hochklettern zu können, einen Felgeaufschwung zu bewältigen, ein Lied vorzusingen und Töne nachzusingen => alles Dinge, die einen guten Lehrer ausmachen, oder?
Das psychologische Aufnahmegespräch über die Beweggründe warum jemand Lehrer werden möchte, wie er sich den Beruf vorstellt usw. fehlt leider noch immer.

Gast: 2Cent
12.07.2012 06:31
5 0

Ich bin verwundert.


Es reicht, wenn man 50% der Aufgaben löst? Ein angehender Lehrer muss die deutsche Sprache nur zur Hälfte beherrschen?

Was fragen die bei dem Aufnahmetest? Welche grammatikalischen Feinheiten werden von den Bewerbern erwartet? Und wie, bitte, sind die Bewerber zu einem Maturazeugnis gekommen?

Fragen über Fragen.

Antworten Gast: Aristokritos
12.07.2012 08:36
5 0

Re: Ich bin verwundert.

Ich bin überhaupt nicht verwundert: Durch eine über die Jahre völlig verkommene AHS wird nun geerntet, was die "Bildungsexperten" und ihre rot-schwarzen Helfershelfer gesät haben.

Antworten Antworten Gast: Insider1
21.07.2012 18:07
0 0

Re: Re: Ich bin verwundert.

Sie irren in einer Kleinigkeit - die Mehrzahl der Bewerberinnen (Männer, die den Beruf ergreifen wollen, gibt es bekannterweise kaum noch) kommen aus HLWs, HAKs, BAKIPs, mit einer Studienberechtigungsprüfung, bestenfalls aus einem BORG. Weiters - es kommt kaum jemand direkt nach der Matura, die Mehrzahl probiert div. Studien oder Berufe und kommt erst nach dem Scheitern.

Leute aus einer Langform AHS direkt nach der Matura sieht man kaum noch - die studieren andere Richtungen, die gesellschaftlich höhere Anerkennung genießen und finanziell besser abgegolten werden.

Gast: gast21_
11.07.2012 22:52
9 0

Was??!????! Unter den

aktuellen Bedingungen melden sich die berühmten "Besten" nicht mehr - so eine Überraschung.

geh

und ich dachte, nur die Besten werden aufgenommen. Aber leider melden die sich oft gar nicht erst, weil die Bezahlung mies ist, die Bedingungen mies sind und die Zukunftsprognosen mies sind.

Re: geh

was aber reizt trotzdem? Die "Arbeitszeit"!?

Antworten Antworten Gast: Dummschlumpf
12.07.2012 07:41
0 0

Re: Re: geh

vielleicht, aber sicher nicht Respekt und Anerkennung der Mitbürger

Schlagzeilen Bildung