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Schmied: „Lehrer-Gewerkschaft teils wie die Tea Party“

11.07.2012 | 18:25 |  RAINER NOWAK (Die Presse)

Bildungsministerin Claudia Schmied, im Interview, über ihren Kampf für die Neue Mittelschule, Standesdünkel der Lehrer und Rosen für Vizekanzler Michael Spindelegger.

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Die Presse: Man hört, Sie würden nicht noch eine Legislaturperiode Bildungsministerin bleiben wollen. Stimmt das?

Claudia Schmied: Das stimmt nicht. Ich würde gern bleiben, aber da liegen noch ein paar Entscheidungen dazwischen, die der Wähler, die der Partei, die des Regierungschefs. Aber wenn ich noch einmal gefragt werde, würde ich das wieder machen.

Die Bildungspolitik ist in diesem Land stets von parteipolitisch bis ideologisch geführten Debatten überlagert. Auch Ihnen ist die Entideologisierung nicht gelungen.

Bildungspolitik hat immer auch ideologische Wurzeln. Denn in der Bildung geht es um das Menschenbild, das man hat. Aber gerade in den vergangenen Monaten gab es Fortschritte: Wenn ich an die Initiativen der Wirtschaft oder der Industriellenvereinigung denke. Ich bin daher etwa auch Vizekanzler Michael Spindelegger dankbar: Die Einrichtung der Denker-Plattform „Unternehmen 2025“ zur Bildungsreform zeigt, dass dort Vorschläge und Konzepte möglich sind, die nicht der strengen Parteilinie entsprechen, zum Beispiel die Zustimmung zur Ganztagsschule. Das zeigt, dass sich dieser Bereich rasch ändert und dass es völlig neue Bündnispartner im Bildungsbereich gibt. Vor 20,30 Jahren war das nicht so. Parteipolitisch bricht gerade viel auf. Es geht um das Bohren dicker Bretter, aber es gibt Fortschritte. Die Zukunft wird die Ganztagsschule bringen, das steht fest.

Selektive Wahrnehmung ist in der Politik unvermeidlich. In der ÖVP wird für die Rettung des Gymnasiums mobilgemacht, da gibt es heftigen Widerstand gegen Ihre Neue Mittelschule.

Ob die Zukunft gemeinsame Schule für Zehn- bis 14-Jährige oder anders heißt, wird man sehen. Fakt ist, dass in Österreich Bildung nach wie vor vererbt wird. Sogar die Experten von Vizekanzler Spindelegger sagen ganz klar, dass in unserem System die wichtigste Entscheidung und Weggabelung für die gesamte Schullaufbahn zu früh fällt. Kinder mit neuneinhalb Jahren können da noch nicht wirklich mitentscheiden.

 

Ich kenne Ihre Argumente. Es gibt trotzdem breiten, ebenfalls auch parteiübergreifenden Widerstand gegen die Abschaffung des Gymnasiums. Sie kennen die Argumente, wonach Sie ...

...das Gymnasium aushungern wollen. Nein, das stimmt nicht. Wir bauen AHS-Standorte aus, wir investieren noch immer in die AHS-Unterstufe. Mein politisches Gesamtziel bleibt aber die gemeinsame Ganztagsschule für Zehn- bis 14-Jährige.

Es melden sich viel zu wenige Lehrer für den Wechsel in die Neue Mittelschule.

Das Erfreuliche ist die große Zustimmung der Eltern. Was die von Ihnen angesprochene Kooperation mit dem AHS-Bereich betrifft, ist das zum Teil leider anders. Wir haben aber enge Kooperationen mit berufsbildenden höheren Schulen, die das als Chance sehen: die Neue Mittelschule als Zubringer zu ihren Oberstufengymnasien. Beim AHS-Bereich haben Sie recht: Da melden sich zu wenige Lehrer. Ich glaube, dass das am Standesdünkel liegt. Ein kleiner AHS-Bereich ist so gewerkschaftlich organisiert – ich möchte das mit der Tea Party vergleichen – und einfach eine Widerstandsbewegung. Ich möchte die stärken, die für Innovationen bereit sind.

 

Sie sagen, Bildung wird vererbt – ist das nicht das Scheitern der Sozialdemokratie? Seit 1972 hat es in der Bildung immer wieder sozialdemokratische Führung gegeben. Was ist passiert?

Lange Zeit waren Bildungsgesetze auch Verfassungsgesetze. Bruno Kreisky hat zwar die Alleinregierung gehabt, aber nicht die Verfassungsmehrheit. Das wurde geändert. Wir können jetzt mit einfachgesetzlichen Maßnahmen Entscheidungen treffen, aber wir haben keine Alleinregierung mehr. Es spießt sich bis jetzt an den Mehrheiten, um den Durchbruch zu erringen.

Das heißt, es ist unmöglich.

Nein. Ich möchte noch einmal an neue Kooperationen erinnern – mit Wirtschaftskammer oder Industriellenvereinigung.

Sind das nicht teils Folkloreveranstaltungen: ein paar Sätze zu mehr Investition für den Bildungsbereich hier, eine Pressekonferenz zur Erinnerung an das Bildungsvolksbegehren da.

Nein, das ist wesentlich mehr, irgendwann muss das dicke Brett nachgeben.

 

Wer ist das dicke Brett? Fritz Neugebauer?

Ich glaube, es sind Gruppierungen innerhalb der ÖVP, innerhalb des ÖAAB-Bereiches.

 

Sie wissen schon, dass der ÖVP-Chef von dort kommt?

Ja. Umso erfreulicher ist es, dass er neue Zugänge in Auftrag gibt und zulässt.

Erwin Pröll hat angekündigt, einen neuen Anlauf zu nehmen, um die Verantwortung über die Lehrer in die Länder zu bekommen.

In dieser Sache haben wir andere Ansichten. Auch da fühle ich mich mehrfach unterstützt: ob vom Rechnungshof oder durch Expertenpapiere. Dass es in so einem kleinen Land wie Österreich eine klare Bundeskompetenz im Bildungsbereich gibt, ist eine Prinzipienfrage. Schauen Sie nach Deutschland! Dort wird man Ihnen das Leid klagen, wie schwierig es ist, wenn die Kompetenzen auf einzelne Bundesländer verteilt sind.

 

Wenn Kompetenzen in die Länder wandern, liegt aber auch die Verantwortung für das Geld dort.

Eine Verlagerung von der Bundeskompetenz zum Länderzentralismus kann nicht der Weg sein. Es muss wie bei Unternehmen sein: mehr Verantwortung für die Standorte. Mein Plan ist es, die Schulleiter zu stärken.

 

Schulleiter sind fast immer Lehrer, haben also kaum wirtschaftliche Kenntnis.

Es geht nicht um unternehmerische Tätigkeit, um Einnahmen zu erzielen, sondern um Personalverantwortung. Aber es stimmt, für Schulleiter brauchen wir Managementausbildungen. Damit beginnen wir im Herbst.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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36 Kommentare
 
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Eliten an der Spitze des BMUK

Die unmögliche Exbankerin der Kommunalkredit, die Milliarden Steuergelder versenkt hat - der Staatsanwalt ermittelt -, fuhrwerkt nun glück- , geist- und planlos im Bildungswesen. Wer gedacht hat, dass die "Strickliesl" Gehrer aus Tirol der absolute Tiefpunkt im BMUK Österreichs war, ist nun eines Besseren belehrt. Die Umbenennung von HS in NMS und sauteure "Standardtestungen" ohne jegliche Konsequenzen mit ganz eigenen statistischen Gewichtungen -"brenna tuats (Steuergeld) guat"- in der Auswertung der Schülerleistungen für ihr Lieblingsprojekt, waren ihre größten bisherigen "Erfolge", Gratulation!!

Gast: esmuasswosgschegn
12.07.2012 21:50
0 1

geht was wweiter?

Sie muss provozieren damit endlich SEIT MT was weitergeht!

Gast: Sarah Palin
12.07.2012 17:27
3 1

Teile des Ministeriums wie Tea-Party.

Die Tea Party verfährt nach dem Motto: Wenn man etwas oft genug wiederholt, bleibt immer irgendetwas bei den Menschen hängen. Mit Hilfe von Medien nährt die Tea Party eine ganze Reihe von Verschwörungstheorien, die meisten verbreiten offensichtliche Lügen über die Gewerkschaft.

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LOL

"Eine Verlagerung von der Bundeskompetenz zum Länderzentralismus"

Nichtschwimmer sind die besten Schwimmlehrer und

nur wer wirklich nie Schi gefahren ist, ist der beste Schilehrer.
Es geht halt nichts über Fachkräfte.

Danke für die klare Aussage.

"Bildungspolitik hat immer auch ideologische Wurzeln. Denn in der Bildung geht es um das Menschenbild, das man hat."
Es ist doch nett, wenn man von Politikern ausnahmsweise einmal nicht ang*logen wird.

Jahrelange Nichtausbildung, jahrelange Nichtpraxis

und jahrelange Nichterziehung von Kinder - aus diesem Holz sind nur Profis.

Antworten Gast: er zieh
12.07.2012 21:50
1 0

Re: Jahrelange Nichtausbildung, jahrelange Nichtpraxis

Erziehung ist Aufgabe der Eltern.

Ferienthema?

Jetzt, wo der Schulstress vorbei ist, die Lehrer ihren verdienten ausgiebigen Urlaub feiern, kann man das Thema endlich ausbreiten. Da aber in dieser Zeit die Lehrerschaft traditionell nicht werken kann, hüpfen Sie jetzt in diesen Diskussionsforen herum, wie das Kaninchen im Käfig wenn die schlange kommt.

Gast: lechtsrinks
12.07.2012 11:20
0 2

Gute Ideen umsetzen

Bilding ist nicht ideologisch, Bildung ist 'Grundnahrungsmittel' - und da ist es egal, ob eine gute Idee von links oder von rechts kommt, sie ist umzusetzen!

Ferienthema?


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Tea Party?

Und ich dachte, feiern in der Schule ist seit einigen Monaten verboten?

Gratulation Frau Schmied!

Der Bann ist gebrochen, Spindi kann nicht mehr zurück ohne das Gesicht und jede Reputation als Politiker zu verlieren!

Ich wünsche Ihnen, aber v.a. unseren Kinder endlich eine Reform zu einer zeitgemäßen Schule, die für unsere Schüler und damit für unsere Zukunft da ist.

Und nicht für die Privilegien verwöhnter Lehrer.

Gast: Deckard
12.07.2012 09:39
5 3

Absurditäten einer Nichtswisserin

Ist der guten Frau eigentlich die Rolle der Gewerkschaft - JEDER Gewerkschaft- klar? Diese besteht darin eine Schlechterstellung (vulgo "Reform") für die Arbeitnehmer zu bekämpfen.

Und das neue Lehrerdienstrecht ist ein regelrechter Anschlag auf Arbeitnehmerrechte- neben etwa 500 000,- Euro Verlust in punkto Lebensverdienst (1/3 mehr Unterricht, flachere Lohnkurve) gespickt mit Unlogik ala schlechtere Bezahlung für Unterstufe/NMS Klassen. Ist doch klar, dass niemand freiwillig Schüler mit teils großen Defiziten um weniger Geld nimmt!

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Re: Absurditäten einer Nichtswisserin

Wenn jede Gewerkschaft in der Privatwirtschaft so agieren würde, wären wir längst nicht mehr konkurrenzfähig. Da geht es um Arbeitssplätze und um die Verantwortung für den Betrieb. Niemand ist gedient, wenn die Firma pleite geht oder ins Ausland abwandert. Der Staat kann (noch) nicht pleite gehen, also glaubt man alles verhindern zu können. Die wildgewordene Lehrergewerkschaft ist 10mal schlimmer als jene von Post und Bahn. Im übrigen haben Lehrer durchaus neoliberale Ansichten wenn es nicht um ihren Arbeitsplatz geht.

Re: Absurditäten einer Nichtswisserin

Ohne der Scheuklappen kann man erkennen, dass längst eine Korrektur nach unten auch bei den LehrerInnen überständig ist. Die Lehrerschaft ist von Natur aus her schon gewohnt, das Werk anderer schlecht zu reden, um dann bessere Gegenleistung zu erhalten.Sei es bei den SchülerInnen oder bei der Bezahlung.

Antworten Antworten Gast: asterixdergallier
12.07.2012 22:03
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Re: Re: Absurditäten einer Nichtswisserin

"Ohne die Scheuklappen" wäre richtig!
Aber nun zum Thema:
Die Marktgesetze (geringes Angebot - Lehrermangel) werden das verhindern. Die Gehälter werden steigen MÜSSEN, außer die Eltern sind bereit, ihre Kinder selbst zu unterrichten (genaugenommen natürlich nicht in allen Fächern, sondern nur in den Mangelfächern Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Physik und Chemie).

Re: Re: Re: Absurditäten einer Nichtswisserin

beides richtig.
ohne DER scheuklappen-sichtweise ;-)
da sollte aber der" markt" (schulleitung) auch entsprechend reagieren, da die o.g. unterbesetzten hauptfächer sich aber von den geografie, turnen,etc...-fächern sich in der leistung der lehrer doch sehr unterscheiden (weniger tests, weniger -jahres-lernstoff, weniger vor- und nachbereitungen). doch die lehrergewerkschaft will eine macht mittels aller lehrerenden sein.
eine der möglichkeiten den lehrern den job attraktiver zu machen , ist den support innerhalb der schule zu stärken. gezieltes choaching der lehrenden, lehrmittel bereitstellung, mehr arbeitsflächen... die kleinen aufgaben, die der schulleitung wegtrationiert wurden, sollten in angriff genommen werden. die leistung der lehrerInnen sollte ohne gehaltssteigerungen somit verbessert werden.

Gast: triernpurg
12.07.2012 07:32
4 0

die schule ist für die lehrer..

...(und landes, bezirksschulräte etc) da.


ganztagsschule

hat sich denn schon jemand dieser experten ernsthaft gefragt, wie die ganztagsschule JEDEN TAG funktionieren soll, gut funktionieren soll? da braucht man frische luft und viel bewegung, kinder brauchen das wie das tägliche brot!!! ich kenne wenig wiener schulen, die so etwas anbieten können.

in jenen ländern, in denen die ganztagsschule wirklich gut funktioniert, sind die ganztagsschulen auch "anders". sie sind riesige gebäude mit genug platz und freiraum. neben den gebäuden sind noch fußballpätze, wiesen, etc. wie soll das bitte funktionieren, ein kind bis 5 in eine schule zu sperren, die so etwas nicht anbieten kann. die armen kinder, sie tun mir leid...

Re: ganztagsschule

Naja, es gibt ja jetzt auch schon Nachmittagsbetreuung in vielen Schulen. Das funktioniert so, dass die Hausübung gemeinsam erledigt wird, dass gelernt/geübt wird und es Freizeitbeschäftigungen gibt.

Dazu braucht man nicht unbedingt viel Platz, denn meist ist es so, dass die Betreuer mit den Kindern halt dann irgendwohin fahren (in den Tierpark, Betriebe besichtigen, Park, Schwimmbad...)

Alternativ gibt es Freizeitaktivitäten wie Theaterspielen, Musizieren, Chorsingen, Sport usw., bei denen die bestehenden Räumlichkeiten genützt werden.

Re: Re: ganztagsschule

"Naja, es gibt ja jetzt auch schon Nachmittagsbetreuung in vielen Schulen. Das funktioniert so, dass die Hausübung gemeinsam erledigt wird, dass gelernt/geübt wird und es Freizeitbeschäftigungen gibt."
ich weiß, wie nachmittagsbetreuung funktioniert, habe selbst stunden dort. aber aktive HÜ-betreuung kann das nicht genannt werden, wenn 25 schüler HÜ machen und 1 lehrer ihnen in allen fächern helfen soll! entschuldigung, aber das ist eine zumutung, denn so kann ich dem kind auch nicht individuell helfen, da von 25 kindern mindestens 10 wirkliche hilfe bei der einen oder anderen HÜ bräuchten.
viel platz braucht man als kind ist auch nicht, aber man hätte ihn doch gerne, oder?!
auch alternativen werden wirklich angeboten, aber die NB ist nichts für kinder, die gerne in absoluter ruhe ihre HÜ machen. sie können sich sicher vorstellen, dass manchmal unter 25 schülern der eine oder andere mit "leistungsverweigerungstendenzen" sitzt. sobald man also einem hilfesuchenden kind hilft, aktiviert sich dieser...die HÜ-betreuung ist wirklich eine nette idee, aber so wie sie mit den zur verfügung stehenden mitteln nur umgesetzt werden kann, wirkt sie wenig!

Re: Re: Re: ganztagsschule

Das mag jetzt die Situation in manchen Schulen sein - in unserer ist das nicht so. Und natürlich müssen solche Umstände beseitigt werden.

Glücklicherweise kann man sich ja die Schulen für seine Kinder aussuchen. Ich bin ja überhaupt dafür, dass man wählen kann zwischen Halbtags- und Ganztagsschule. Dann würden nämlich die Schulen mit den besten Angeboten auch am gefragtesten sein.

Re: Re: Re: Re: ganztagsschule

in manchen?! wenn ich mit ehemaligen studienkollegen rede...die meisten! wie sieht es denn an ihrer schule aus, ich meine dabei die HÜ-betreuung.

dass man wählen dürfen sollte, ob ganz- oder halbtagsschule, halte ich für sinnvoll...aber leider wird das, so wie es geplant ist, mit dem stundenplan nicht passen...

die schule für sein kind kann man sich aussuchen??? das stimmt aber nicht so ganz. da gibt es viele faktoren. wenn man "zu weit" weg wohnt, bekommt in wien beispielsweise schon keinen platz an einer wunschschule. im 22. müssen viele schüler in einen anderen schultyp wechseln usw. usf. am land und in den kleinstädten sieht das ganze natürlich etwas anders aus...zum glück. aber nicht jeder schafft es, dass das kind die "wunschschule" besucht...

Re: Re: ganztagsschule

Es gibt aber auch viele Kinder, die sehr darunter leiden, dass sie in der Nachmittagsbetreuung keine Rückzugsmöglichkeiten haben und die nicht den ganzen Tag mit so vielen Gleichaltrigen zusammengesperrt sein wollen.

Es ist bei uns in der Schule oft auch sehr schwer, Schüler/innen dazu zu motivieren sich in der Nachmittagsbetreuung auf Schularbeiten oder Tests vorzubereiten, weil sie sagen, dass sie dort nicht die nötige Ruhe haben. Es ist nun einmal nicht das Gleiche allein oder in einer sehr kleinen Gruppe zu lernen als in einem großen Klassenzimmer mit 15-20 anderen, von denen 3 oder 4 so laut und undiszipliniert sind, dass alle anderen am Arbeiten gehindert werden.

Re: Re: Re: ganztagsschule

Ja, das bestreite ich gar nicht. Es ist auch nicht für jedes Kind gut, schon mit 3 Jahren in den Kindergarten zu gehen.

Dafür gibt es ja Eltern - sie müssen entscheiden, was für ihr Kind das beste ist. Natürlich spielt auch die individuelle Familiensituation eine Rolle - wenn beide Eltern arbeiten müssen und niemand da ist, der das Kind betreuen kann, dann müssen halt solche Einrichtungen her.

Ich persönlich wäre ja für eine Wahlmöglichkeit.

 
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