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Brandsteidl: Verpflichtende Lehrer-Fortbildung in Ferien

05.08.2012 | 10:34 |   (DiePresse.com)

Wiens SP-Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl will die Verpflichtung zu einer Woche Fortbildung in der Ferienzeit im Dienstrecht festschreiben.

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Die Wiener SP-Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl will die Lehrer zu einer Woche Fortbildung in der Ferienzeit verpflichten. Dies sollte im derzeit in Verhandlung befindlichen neuen Lehrerdienstrecht festgeschrieben werden und für alle Pädagogen gelten, sagte Brandsteidl zur Austria Presse Agentur (APA). Den Appell von SP-Unterrichtsministerin Claudia Schmied an die Lehrkräfte zur stärkeren Nutzung der Ferien für Weiterbildung könne sie nur voll und ganz unterstützen. Mit einer Verankerung im Dienstrecht "kommen wir aber weg vom 'Ich wünsche mir'".

Den Zeitpunkt dafür hält Brandsteidl jetzt für ideal: Ab Herbst 2013 trete nämlich ein neues Dienstrecht für die Lehrkräfte an Pädagogischen Hochschulen (PH) in Kraft, das für diese nicht mehr die Ferienregelung der Lehrer vorsieht, sondern nur mehr wie bei anderen Arbeitnehmern sechs Wochen Urlaub über das Jahr verteilt. Damit würde das Angebot im Sommer an den PH erhöht werden. Schon jetzt herrsche etwa an der PH Wien ab 21. August Vollbetrieb - allerdings finden dann die Kurse für Freizeitpädagogen und eine Woche später dann für "Neulehrer" statt.

"Auch inhaltlich spricht nichts dagegen"

Auch inhaltlich spreche generell nichts gegen Lehrer-Fortbildung in den Ferien: In Wien gebe es etwa ein neues Schulverwaltungsprogramm: "Das kann man den Lehrern ruhig in der unterrichtsfreien Zeit beibringen." Ausnahmen kann sich Brandsteidl für die schulinterne Fortbildung vorstellen, wo sinnvollerweise alle Lehrer an der Schule sein sollten. "Da kommen wir aber schnell in die Diskussion über die schulautonomen Tage, die ja eigentlich dafür gedacht waren."

Die künftige Ausbildung der Lehrer soll nach Ansicht Brandsteidls auf Masterniveau erfolgen. Künftige Lehrer sollten demnach im Regelfall bereits mit einem Master an die Schule kommen:"Wir werden über den Bologna-Prozess nicht hinwegkommen." Berufsbegleitende Master-Angebote wären zwar vielleicht in Wien durchaus möglich, einen im Unterricht stehenden Pädagogen aus dem ländlichen Raum aber nur schwer zumutbar. Sinnvoll wären berfufsbegleitende Angebote aber etwa für Allgemeinpädagogik-Absolventen, die Lehrer werden wollen.

Gemeinsame Ausbildung für pädagogische Berufe

Organisatorisch spricht sich Brandsteidl für eine gemeinsame Ausbildung für alle pädagogischen Berufe aus, die nicht nur Lehrer, sondern etwa auch Freizeitpädagogen und Geragogen (Pädagogen für ältere Menschen) umfasst. "In welchem Ressort das dann angesiedelt ist, müssen sich die beiden Minister ausmachen." Inhaltlich könne man die Stärken von PH und Unis fusionieren. "Es wäre sicher nicht sinnvoll, wenn beide Institutionen parallel fachliche bzw. pädagogische Dinge aufziehen."

Die PH habe ihre Stärken im schulpraktischen Bereich, die Unis seien im wissenschaftlichen Bereich eindeutig besser aufgestellt. "Aber eine Volksschulausbildung vollständig an die Uni auszulagern ist sinnlos, die haben etwa für die Leseerziehung auch nicht die Leute."

(APA)

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50 Kommentare
 
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Gast: HB4242
07.08.2012 20:42
1 0

Verpflichtende Lehrer-Fortbildung in Ferien ...

Natürlich nur bei entsprechend ordentlicher Bezahlung !

Nachtigall, ich hör dich ....

Antworten Gast: eeh
09.08.2012 14:32
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Re: Verpflichtende Lehrer-Fortbildung in Ferien ...

Haben sie eh.

Schaut gut aus

Ein Beitrag über ein Schulthema und kein Hetzbeitrag des 1. Parteilosen. Wäre schön, wenn die "Beiträge" dieses Users endlich herausgefiltert würden.

Re: Schaut gut aus

vor allem frag ich mich, warum er weit über 1000 Zeichen bei seinen "Beiträgen" verbrauchen darf

0 0

Rechenübung

Weil von den rund 13 unterrichtsfreien Wochen im Jahr etwa 5 Wochen Zeitausgleich für die über die nominelle Lehrverpflichtung hinausgehende Unterrichtsleistung sind, wird sich das ganz leicht ausgehen, wenn man eben die wöchentliche Unterrichtsleistung der Lehrkräfte um eine oder zwei Stunden reduziert.

Gast: eselsbank
07.08.2012 09:13
4 0

Fortbildung in den Ferien an der PH Wien

Fr. Brandsteidl ich muss sie leider enttäuschen, aber es gibt genau 3 Veranstaltungen ab 20.8. an der PH Wien, wobei eine disloziert ist. Die Freizeitpädagogen starten ab Oktober 2012 (nachzulesen auf der HP der PH Wien). Von vollem Betrieb kann man da nicht reden, aber das Institut Fortbildung wird/ wurde von einer ihrer ehemaligen Abteilungsleiterinnen geführt und da nimmt man es nicht so genau.

Gast: Junglehrer55
07.08.2012 08:02
2 0

Super Vorschlag!

Ein super Vorschlag von der Frau Brandsteidl und Frau Schmied!
Die 9 Wochen Ferien sind eh zu lang', da würd' ich mich freuen, etwas für die Fortbildung machen zu müssen. Aber bitte nur in einem Hotel mit Wellnessbereich und Haubenküche. Die Hotels haben im Sommer (in der Hauptsaison) sicher Überkapazitäten, da wird es ganz ganz leicht sein, etwas günstiges zu finden. Die Kosten für die Unterkunft wird wohl das Ministerium übernehmen müssen.

Ich hätte auch schon Vorschläge für interessante Themen:

"Währungsumrechnung" - für Mathematiklehrer
"Österreichische Weinkunde inklusive Verkostung" - für Lehrer an Tourismusschulen
"Italienische Weinkunde und Französische Weinkunde mit Verkostung auf ausgewählten Weingütern" - für Geographie Lehrer
"Die Geschichte der österreichischen Brau AG" - für Geschichte Lehrer
"Auto Chiptuning" - für Informatiklehrer
"Sauna Aufgusslehre" - für Sportlehrer
"Schnapsbrennen - richtig gemacht" - für Chemielehrer
"Sommer Openair der Volksmusik" - für Musiklehrer
"Malta - Zwischen Strand und Kultur" für Englisch Lehrer
"Die ewige Stadt: Von Frascatti bis zum Forum Romanum" - für Lateinlehrer
"Italienische Küche - richtig gekocht schmeckt es besser" - für Italienisch Lehrer
"Die Wellenbewegung an der Adria" - für Physik Lehrer

Ich denke, wenn so interessante Themen angeboten werden, und das Ministerium auch noch die Unterkunft und Verpflegung bezahlt, wird die Fortbildung im Sommer zu einem KOMMUNALEN ERFOLG werden.

aussperren

auf die lehrer hintreten und kritische eltern von der kommunikation mit dem ssr aussperren - das kann sie die frau dr brandsteidl

Am besten in der Kommunalkredit- und Gesamtschulakademie.


3 0

und wieder eine Hobbyköchin ...


dazu mein Eintrag über das neue Buch zum Thema Zeit-Geist ...

Gast: pol Beobachterin
06.08.2012 10:33
5 0

Oh, die Frau Stadtschulratspräsidentin...

...habe ihre Meinung schon sehr vermisst.(Hätte aber auch ohne sie leben können.)

Antworten Gast: eselsbank
06.08.2012 19:17
1 0

Re: Oh, die Frau Stadtschulratspräsidentin...

Die Fr. Stadtschulratspräsidentin muss ihren Senf dazugeben, damit sie ihrer Pflicht der Veröffentlichungen nachkommt. Der Wert der Aussage ist nicht wirklich wichtig.

supi

mit dem gehalt dazu und 6 wochen ferien im Jahr (falls das in pflichtschulen kommen sollte) wird sich aber die unmasse an neulehrern maximal dezimieren. die machen das ein jahr, sehen welche hacken und welch ein irrsinn pflichschullehrer in ö bedeutet und machen was anders.

hm ...


1. Wenn ich zu einer Woche Fortbildung während der Ferien verpflichtet werde, dann ist das weniger als ich bis jetzt leiste.
Es geht also wieder einmal darum, auf Lehrer hinzuhauen, um sich selbst zu proflilieren.

2. In meinem nächsten Leben werde ich Lehrer-Ausbilder: Dann habe ich 10 Monate Ferien ...
Scherz beiseite: Das ist Schwachsinn.

Jederzeit

Ich bin gerne bereit, eine Zusatzausbildung zum Informatiklehrer für AHS zu machen, auch in meiner Freizeit. Wird leider nicht angeboten.

Antworten Gast: Insider1
07.08.2012 09:52
1 0

Re: Jederzeit

Ist leider nicht gestattet (auch wenn es an einigen Standorten mehr oder weniger elegant umgangen wird). Seit der Einführung des Universitäts-Lehramtsstudiums darf an den Fortbildungsinstituten niemand mehr zur AHS-INF-Lehrer/in ausgebildet werden.

Wäre zwar notwendig (da von den Univ. viel zu wenig Leute kommen - jetzt bricht auch noch die TU-Wien komplett weg) und wurde von den entsprechenden Leuten an den PHs zig-mal vorgebracht, aber ...

Re: Re: Jederzeit

Ich würde auch ein berufsbegleitendes Uni-Studium machen, bloß bezweifle ich, dass ich dann noch lange Vollzeitlehrer wäre, von Überstunden ganz zu schweigen.

Gast: apparition
05.08.2012 17:24
12 0

enger Horizont

Man muss schon einen sehr, sehr engen Horizont haben um nur die (teils grottenschlechten) Lehrveranstaltungen an der PH als Fortbildung gelten zu lassen. Diese Scheinesammlerei, die Schmidt und Brandsteindl vorschwebt, hat mit "Bildung" (ala Humboldt) rein gar nichts mehr zu tun.

Ganz zu schweigen von den seltsamenm Statistikspielen. Mein Fortbildungsaccount weist immer noch 0 Stunden auf, da ich tunlichst darauf geachtet habe keine Unterrichtszeit in Anbspruch zu nehmen. Zudem studiere ich ein 3. Fach (an der Uni) und auch das wird nicht eingerechnet.

Gast: bärig
05.08.2012 17:12
3 0

Fortbildung in den Ferien

Frau Minister Schmied kann eine Gesetzesänderung nur in Konsens mit der Gewerkschaft UND den Ländern herbeiführen! Dies ist fraglich, da viele LehrerInnen teilweise unentgeltlich an den meisten kulturellen Veranstaltungen (regionale Festspiele) im Sommer mitwirken. Darauf legt man in den Ländern VIEL Wert- somit ist eine Zustimmung zu einem solchen Gesetz unwahrscheinlich.

Warum sechs Wochen Urlaub?

Alle anderen Arbeitnehmer haben nur fünf Wochen Urlaub pro Jahr.

Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

"Die anderen" haben aber auch ein freies Wochenende. Davon kann ich mit zwei Korrekturfächern nur träumen. Ich schicke Ihnen gerne mal ein paar eingescannte Kopien von Schularbeiten und Hausübungen; dann werden Sie sehen, dass das Entziffern der Schriften schon viel Zeit in Anspruch nimmt.

Antworten Antworten Gast: Zahlmeister
05.08.2012 21:01
0 2

Re: Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

Warum korrigieren Sie nicht wochentags? Sie haben doch maximal eine 22 Stunden Lehrverpflichtung. Ach, da sind Sie im Fitness Club.

Antworten Antworten Antworten Gast: capito
09.08.2012 14:38
0 0

Re: Re: Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

Mens sana in corpore sano. Capito?

Re: Re: Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

stellen sie sich vor, sie sind deutschlehrer. schätzen sie nun bitte, wie lange sie brauchen, um einen text zu verbessern und um etwas für den schüler sinnvolles darunterzuschreiben. sie haben 5 deutschklassen zu 25 schülern. diese haben 4 SAen im jahr. sie, als selbstverständlich guter und gewissenhafter lehrer, geben den schülern je SA 2 übungstexte. nun rechnen sie hoch, wie lange sie für die korrekturen dieser texte brauchen. addieren sie ihre unterrichtsstunden, sprechstunden, konferenzen, etc. dazu. vergessen sie aber nicht die vorbereitungszeit für die stunden, in denen sie unterrichten.

falls es ihnen nicht aufgefallen ist. viele lehrer arbeiten nicht am WE weil sie das unbedingt WOLLEN, sondern weil sie es MÜSSEN!

Re: Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

und die Geschichte, Geographie, biologie, religion.... Lehrer?

Antworten Gast: vergilius
05.08.2012 17:57
6 0

Re: Warum sechs Wochen Urlaub?

nochmals ganz langsam zum mitlesen und -denken: lehrer haben im vergleich mit anderen öffentlich bediensteten ein eigenes gehaltsschema. hier wird etwa das gehalt von 10 monaten auf 12 monate aufgeteilt. die ferien sind eigentlich unbezahlter urlaub.

 
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