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Akademiker: "Besonders deutliche nachteilige Situation"

11.09.2012 | 11:24 |   (DiePresse.com)

Während in anderen Ländern immer mehr junge Leute einen Hochschulabschluss haben, stagniert der Wert in Österreich.

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Durch die Publikation von "Bildung auf einen Blick 2012"zeigt sich: In Österreich ist die Akademikerquote nach wie vor extrem niedrig, sie beträgt nur 19 Prozent (OECD-Schnitt: 31 Prozent). Bei den Jungen ist der Wert kaum höher: Nur 21 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Österreich verfügen über einen Hochschulabschluss - schlechter liegt in der OECD (Schnitt: 38 Prozent) nur die Türkei (17 Prozent). Fernab jeder Diskussion um die Wertigkeit von Abschlüssen im internationalen Vergleich ist die Stagnation bedenklich. Im OECD-Schnitt zeigt sich nämlich, dass die Jungen (38 Prozent) die Älteren (23 Prozent) bei den Abschlussquoten bereits deutlich überflügelt haben und höher qualifiziert sind.

"Wenn sich die Entwicklung der aktuellen Abschlussquoten der 25- bis 34-Jährigen weiter fortsetzt, wird in Irland, Japan und Korea (und anderen Ländern) der Anteil der Erwachsenen mit einem Abschluss im Tertiärbereich größer werden als in anderen OECD-Ländern, während dieser Anteil in Brasilien, Deutschland und Österreich (und anderen Ländern) noch weiter hinter andere OECD-Länder zurückfallen wird."

Den hierzulande häufigen Verweis auf ohnehin steigende Absolventenzahlen in Österreich hält OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher für zu kurz gegriffen: "Jeder wird hier besser, Österreich ist da eher langsamer. Man muss sich heute mit den globalen Trends vergleichen."

Gewinn durch männlichem Absolventen

Dabei ist der private und öffentliche Ertrag von Hochschulbildung in Österreich besonders hoch: Hochschulabsolventen erzielen in Österreich hinter Luxemburg und den USA die dritthöchsten Nettoeinkommen in der gesamten OECD. Und der Staat erzielt pro männlichem Hochschulabsolvent einen deutlichen Gewinn: Der sogenannte "staatliche Nutzen" (etwa durch höhere Steuern und Sozialabgaben) übersteigt die staatlichen Kosten (für die Bereitstellung von Bildung) für einen Akademiker über das gesamte Erwerbsleben in Österreich um kaufkraftbereinigte 132.000 Dollar (103.888 Euro).

Im OECD-Schnitt macht der Staat bei Akademikern "nur" einen Gewinn von 101.000 Dollar. Deutlich geringer ist der Gewinn des Staates bei Maturanten bzw. Lehrabsolventen: Er beträgt in Österreich nur knapp 90.000 Euro, im OECD-Schnitt sogar nur 36.000 Euro.

Studiengebühren kein Hindernis

Studiengebühren sind nach Ansicht des OECD-Experten Andreas Schleicher kein Hindernis für den Bildungsaufstieg von Kindern aus schlechter verdienenden Haushalten. "Wenn man sich fragt, was behindert die Bildungsmobilität, dann gelten Studiengebühren zwar im öffentlichen Bewusstsein als Hinderungsgrund. Dazu gibt es aber in der Datenlage keinen Hinweis. Wir können das so gut wie ausschließen", so Schleicher. "Das große Hindernis ist vielmehr die Schule." Dort stelle der soziale Hintergrund sehr wohl einen Faktor für Aufstiegsschwierigkeiten in weiterführende Schulen dar.

"Österreich hinkt auch heuer bei der Hochschulbildung hinterher", betonte der OECD-Sonderbeauftragte für Bildungspolitik. "Aber das ist nichts Neues. Was aber doch auffällig ist, ist die relativ schwach ausgeprägte Bildungsmobilität. Man wünscht sich ja doch, dass es die Kinder einmal besser haben." In Österreich sei der Anteil der Bildungsaufsteiger im OECD-Vergleich sehr gering - nur sechs Länder würden schlechter liegen. "Österreich ist beim Aus- und Umbau der tertiären Bildung sehr zögerlich. Das spiegelt sich auch in den geringen Aufstiegschancen wider."

 

 

(APA/Red.)

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7 Kommentare
Gast: Sepp
12.09.2012 11:56
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zu hoch?

Die Akademikerquote ist auch in Österreich zu hoch. Durch Fachhochschulen und Bakkalauretas-Abschlüsse wurde die Quote schon in die Höhe manipuliert. In den 80er-Jahren (unter BM Heinz Fischer) gab es 5 Prozent, der Wissenschaftsminister sagte damals: "Es genügt" (!). Qualifikation in einer Gesellschaft hängt nicht nur mit dem Akademikertum zusammen. Kritisches Denken ist oft bei Handwerkern viel besser ausgeprägt als bei angepassten Akademikern, die mit dem System mitschwimmen, damit sie einen guten Posten bekommen...

Die Akademikerquote sagt

ebenso wie die meisten Rankings überhaupt nichts aus. Kanada hat eine Akademikerquote von ca. 50%. Viele Stundenten sind hoch verschuldet, weil sie das Geld für Studiengebühren nicht mehr aufbringen. Dafür sind gut ausgebildete Handwerker Mangelware. Aus einem Bericht der "Süddeutschen" vom 4. 7. 2008:
Laut einem OECD-Bericht haben 2005 etwa 50 Prozent der 25- bis 34-jährigen Kanadier eine Hochschule abgeschlossen. "Viele Eltern wollen, dass ihre Kinder Ärzte oder Anwälte werden", sagt Stephen Bould, Vizepräsident der Bauunternehmer-Vereinigung in der Provinz Ontario. "Sie können sich ihren Sohn einfach nicht als künftigen Zimmermann vorstellen." Mit Werbekampagnen versucht man in Ontario, diese Einstellung zu ändern und Berufslehren attraktiver zu machen."


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Österreich ist wie immer ein Parallel-Universum, das nach 90 Jahren Sozialismus erst jetzt versteht WAS das Problem mit der Bildung wirklich ist?!


Gast: Liberty Force
11.09.2012 14:56
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Seltsam: Obwohl wir Österreicher angeblich so ungebildet sind,

haben wir eine Vorzeige-Wirtschaft mit erstklassigen Betrieben, viele davon weltweit führend; einen sehr guten Wohlstand; zahlreiche Erfindungen und Innovationen.

Wie geht das?

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na also:rueckerstattbare studiengebuehren sind

kein signifikanter grund nicht zu studieten. Daher fuer ein moeglichst freies spiel der kraefte zwischen universitaerem angebot und studentischer nachfrage. Den einfluss der regierung draenge man zurueck- der freiheit eine gasse!

AkEdemiker haben's halt wirklich schwer ....


Antworten Gast: geest
11.09.2012 15:49
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Re: AkEdemiker haben's halt wirklich schwer ....

Gege, regen Sie sich nicht gleich so auf!

Das ist die neue Version des Genderns. Damit die Wörter hinten nicht immer das schirche innen/er hängen habe.
;-)

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