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Wifo-Studie empfiehlt "Mix an Qualifikationen"

11.09.2012 | 12:35 |   (DiePresse.com)

Wifo-Chef Karl Aiginger glaubt, dass es in Österreich durchaus ein "Upgrading der Skills" gegeben hat. Das müsse auch künftig so sein.

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Die österreichische Wirtschaft braucht weiter einen "Mix an Qualifikationen". Zwar entwickle sich die Wirtschaft derzeit in eine Richtung, die primär höhere und berufsübergreifende Qualifikationen benötige - gleichzeitig dürfe man aber die Ausbildung für den berufsspezifischen bzw. mittleren Sektor nicht zurückfahren, empfiehlt die am Dienstag präsentierte Studie "Bildung 2025" des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo).

In den vergangenen Jahren hat es laut Wifo-Chef Karl Aiginger in Österreich durchaus ein "Upgrading der Skills" gegeben: "Es gibt keinen Stillstand." Das Bildungssystem müsse aber gewährleisten, dass es auch so weitergehen könne. Bedenklich sei etwa, dass ein Fünftel der Pflichtschulabgänger nicht sinnerfassend lesen könne. "Bildung ist eine Baustelle, die sich bewegt, keine, die stillsteht."

In diese Baustelle soll nach Ansicht Aigingers weiter investiert werden: "Es muss auch einen Sektor geben, der von Kürzungen ausgenommen ist." Die Bildung sei für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend, auch das Innovationssystem sei darauf angewissen, "von hochqualifizierten Arbeitskräften gefüttert zu werden".

Studienautorin Julia Bock-Schappelwein betonte, dass Personen, die höchstens einen Pflichtschulabschluss aufweisen, viel geringer am Arbeitsmarkt integriert seien als Höherqualifizierte. 2011 habe die Arbeitslosigkeit österreichweit 6,7 Prozent betragen - mit einer Spannweite von zwei Prozent bei Hochqualifizierten bis zu 18 Prozent bei Geringqualifizierten. Gleichzeitig zeige sich, dass die formale Ausbildung zwar eine wichtige Grundvoraussetzung für die Qualifikation sei. Es sei aber weiter nötig, bestimmte Grundkenntnisse wie Sprachen oder Computerkenntnisse, die nicht direkt auf einen bestimmten Beruf bezogen seien, zu vermitteln. Immer wichtiger würden auch soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Fähigkeiten auf den aktuellsten Stand zu bringen. Deshalb gelte es gerade auch aufgrund der demografischen Entwicklung, die Weiterbildung der Älteren zu stärken.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will dementsprechend weiter den hohen Wert des berufsbildenden Schulsystems festigen. Gleichzeitig gelte es, Basiskompetenzen abzusichern und das Basisrüstzeug in der allgemeinen Bildung sowie Sozialkompetenzen zu vermitteln. "Das ist kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-Als auch."

(APA)

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1 Kommentare

Man braucht nicht einfach einen "Mix an Qualifikationen"!

Es ist falsch, wenn man die Summe aller Hochschulabsolventen als "Akademikerquote" zählt und sich dann mehr oder weniger zufrieden zurücklehnt!

Es bringt niemandem einen Nutzen, wenn man z.B. beim Publizistikstudium überfüllte Hörsäle hat und die Printmedien immer mehr ums Überleben kämpfen müssen! Sollen diese Absolventen dann mit Tätigkeiten ihr Brot verdienen, wo sie ihre Kenntnisse nicht verwerten können und sich mit einem Einkommen abfinden müssen, das weit unter ihren Erwartungen liegt??

Umgekehrt haben wir fast leere Hörsäle an den technischen Universitäten. Ohne genügend Nachwuchs an Technikern wird aber die Sachgüterproduktion - die trotz allem Gefasel von der "postindustriellen Gesellschaft" immer noch das Rückgrat allen Wirtschaftens ist - Österreich verlassen und aus dem derzeit noch reichen Land ein riesiges Armenhaus machen!

Die Politik müsste sich viel mehr darum kümmern, dass in Österreich bei keinem Fachgebiet ein Mangel an Nachwuchs, der unser aller Wohlstand gefährdet, entstehen kann. Umgekehrt müssen manche Studierende wissen, dass sie bei der von ihnen gewählten Studienrichtung mit großer Wahrscheinlickeit ein Leben in Frustration und Armut zu erwarten haben.

Die Betrachtung der Akademikerquote allein ist hier viel zu wenig und kann auf die Dauer gefährlich sein, da müsste endlich etwas geschehen!

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