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Mehr Unterricht: Lehrergewerkschaft gesprächsbereit

11.09.2012 | 18:10 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Laut der OECD-Bildungsstudie unterrichten Österreichs Lehrer weniger als Kollegen im Ausland, verdienen aber mehr. Schmied pocht schon lange auf eine Aufstockung der Unterrichtsverpflichtung.

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Wien. Zündstoff bietet die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ für die Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) pocht schon lange auf eine Aufstockung der Unterrichtsverpflichtung. Die Gewerkschaft legte sich aber stets quer. Die OECD-Berechnungen zeigen nun: Die österreichischen Lehrer unterrichten tatsächlich weniger Stunden als Kollegen in anderen Staaten.

Während AHS-Lehrer bzw. Pädagogen an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) im EU-Durchschnitt 629 Stunden pro Jahr unterrichten, so sind es in Österreich nur 589 Stunden (siehe Grafik). Eine ähnliche Diskrepanz gibt es auch im Bereich der Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und der AHS-Unterstufen. Dort widmen sich die Lehrer 606 Stunden pro Jahr dem Unterricht. Ihre Kollegen aus dem EU-Raum unterrichten 53Stunden mehr. Im OECD-Raum liegt der Durchschnitt sogar um 97 Stunden höher. Einzig die Volksschullehrer brauchen den Vergleich nicht zu scheuen.

Die Forderung Schmieds – Lehrer sollten mehr Stunden unterrichten – erhält durch die Zahlen Rückenwind. Doch nicht nur der Ministerin bietet die Studie eine Argumentationshilfe. Auch die Lehrergewerkschaft sieht sich bestätigt. Denn trotz geringer Unterrichtsverpflichtung ist die Gesamtarbeitszeit der Lehrer hoch. So arbeiten Volksschullehrer jährlich 1776 Stunden – und damit um 177 Stunden mehr als ihre europäischen Kollegen.

(c) DiePresse

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In einem Punkt sind sich Gewerkschaft und Ministerium angesichts der Zahlen einig: Die administrativen Aufgaben der Lehrer nehmen zu viel Zeit in Anspruch. Die Ministerin kündigte bereits mehrmals an, dass die Lehrer entlastet werden sollen, um sich besser auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren zu können. Angedacht wird dabei unter anderem der Einsatz von nicht mehr benötigten Postbediensteten im Verwaltungsbetrieb der Schulen.

„Ansagen allein nützen nichts. Was fehlt, sind konkrete Konzepte“, kritisiert Paul Kimberger, der Chefverhandler der Lehrergewerkschaft, im „Presse“-Gespräch. Wolle man die Lehrer tatsächlich entlasten, sei das ein riesiges Vorhaben. Es brauche etwa Sozialarbeiter, Beratungslehrer, administratives Personal und Schulpsychologen. Insgesamt sei dabei mit mindestens 14.000 Spezialisten zu rechnen, so Kimberger. Sollte die Unterrichtsministerin tatsächlich ein Konzept vorlegen und ein Nachweis erbracht werden, dass die Lehrer merkbar entlastet werden, dann könne man über eine neue Verteilung der Arbeitszeit sprechen. „Eine höhere Unterrichtsverpflichtung ist dann eine Möglichkeit“, sagt Kimberger. Und nähert sich damit erstmals dem Vorhaben der Ministerin an.

 

Hohe Endgehälter

Veränderungen soll es für Lehrer auch bei der Bezahlung geben. An der im internationalen Vergleich hohen Bezahlung soll sich laut Schmied nichts ändern („Das ist gut so“), sehr wohl soll aber die Gehaltskurve adaptiert werden. Dadurch sollen Lehrer am Beginn ihrer Laufbahn mehr und am Schluss weniger verdienen. Derzeit liegt das Endgehalt eines österreichischen AHS-Lehrers bei rund 66.500 US-Dollar (rund 52.000 Euro – kaufkraftbereinigt). Im OECD-Schnitt sind es 38.900 Euro.

Überdurchschnittlich hoch sind auch die Ausgaben pro Schüler. Im Sekundarbereich liegen diese mit rund 9900 Euro um rund 2600 Euro höher als im internationalen Vergleich. Begründet sei das in der guten Ausstattung der Schulen, dem günstigen Betreuungsverhältnis von Schülern pro Lehrer, dem mittlerweile hohen Durchschnittsalter der Lehrer und der hohen Schuldichte. Für die Ministerin kein Grund zur Beunruhigung. Viele dieser Ausgaben nehme man bewusst in Kauf, so Schmied.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

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102 Kommentare
 
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Auf die im internationalen Vergleich hohe Bezahlung

warte ich in meinem 9. Dienstjahr als Lehrer immer noch vergeblich und werde noch lange darauf warten. Die extrem steile Gehaltskurve im Lehrerdienstrecht mit absurd kleinen Anfangsgehältern (für Akademiker) und absurd hohen Endgehältern (allerdings immer noch deutlich weniger, als andere Akademiker verdienen) ist völliger Schwachsinn ...

Gast: Hänschenklein
16.09.2012 09:59
0 1

Am Anfang steht die Forderung nach mehr Unterrichtszeit der Lehrer.

Am Ende werden sie um einige Verwaltungsarbeit erleichtert sein, sie werden eine Gehaltserhöhung bekommen und zum Ausgleich eine Stunde weniger Unterrichtszeit.
Kenn wir doch schon.

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transparenz

also wirklich: die lehrer, die zustimmen, mehr zu unterrichten, obwohl noch nicht im geringsten ein konzept in planung ist, müssen erst gefunden werden. so naiv kann kein mensch sein! wenn man nämlich zugäbe, mehr unterrichten zu können, würde einem von der werten politikerdame das wort im mund umgedreht werden. die entlastungen würden nicht eingehalten werden, weil das geld zu knapp wäre. die lehrer würden sich aufregen. die ministerin würde die lehrer lügner nennen. lehrerbashing wieder eröffnet!

16 0

Es geht der Kommunaldame ums Geld!


Antworten Gast: Was soll das
14.09.2012 07:51
10 0

Re: Es geht der Kommunaldame ums Geld!

Warum ist die Kommunaldame überhaupt Unterrichtsministerin ? Qualifikation Null.

Antworten Antworten Gast: Hänschenklein
16.09.2012 10:04
0 0

Re: Re: Es geht der Kommunaldame ums Geld!

Wer von den Ministern hat das Fach von der Pike auf gelernt? Vielleicht der Verteidigungsminister?

15 0

Die Lehrerinnen werden schneller ausbrennen als

die Kommunalkreditmilliarden.
Schlecht bezahlte und öffentlich gemobbte Lehrerinnen sind voll super für die Kinder - das verstehen sogar die Elternvereine.

Gast: mehristdanichtzusagen
13.09.2012 14:57
1 0

mehr ist da nicht zu sagen.....als das...

als das
http://quinecke.wordpress.com/2012/09/13/ein-statistischer-hasenbraten/

eins kann er wirklich der Quin - klug vom Thema ablenken!


ad OECD-Studie

vllt könnten diese "Heilsbringer" endlich anfangen richtig zu rechnen!

Denn als Lehrer zählen nicht nur Lehrer im eigentlichen Sinne, sondern all jene, die mit Lehrerdienstverträgen ausgestattet sind und oft ganz etwas anderes tun als in der Klasse stehen!

Gast: quidquiditest...timeo....
13.09.2012 14:21
11 0

Sollen wir IHR das glauben?

Als schon älterer Lehrer erlebte ich doch schon regelmäßig, dass da in the long run, das was so theoretisch von OBEN zugesagt wird,dann langsam wieder verschwindet... das waren Besprechungsstunden zum Teamteaching und Theamplanung im Neue Mittelschuleversuch - der dann auch aufgrund der Zeitbelastung "postmodern" = willkürlich, imUnterricht wurde... das war bei anderen, so etwa wollen sie jetzt einen Schulversuch zur Matura um die Sistierung dieseraus Angst vor ihremBMUK-Pfusch auszugleichen: jeder der jetzt schon sich zur VWA meldet, macht das lt.derzeitigen Stand gratis- wie so viele andere Dinge die wir alltäglich ZUSÄTZLICH und GRATIS in unseren Schulen schon aus Gewohnheit machen (auch in Verwaltung des Mangels).
DAS alles wird herunterfahren,wenn jungeKolleInnen - bei einem kompetenzausgerichteten und damit anspruchsvollerem Unterricht, nach Möglichkeit mit Individualisierung etc. wenigerPlanung machen können, aber mit 24 Stunden in d.Kl. mehr unterrichten sollen - bislang: eine Unterrichtsstunde = ergänzt durch eine Stunde Vor-Nachbereitung Planung etc. -(dazu noch Suppl, Sprechstunden u.a.m.) Auch dieLeute am Theater arbeiten länger als in den 2-3 Stunden Vorstellung.
Wer uns das u.a. neidet - der hätte selber Lehrer werden können (oder war er dazu nicht imStande?), bzw. der soll mal sich mit immer stärker verhaltenskrativen Schülern und zT Eltern,die alles an die Schule abschieben rumschlagen -und dann sagen "die haben zuviel Freizeit".
Mir macht es trotzdem Spaß

5 0

Re: Sollen wir IHR das glauben?

Ja nicht!!! Sie könnte nicht einmal so viel Verwaltungspersonal und die dazugehörenden Räume stellen, selbst wenn sie wollte, was noch unglaubwürdiger ist.

Antworten Antworten Gast: Rufernochmals
13.09.2012 15:03
6 0

Re: Re: Sollen wir IHR das glauben?

...denn die "Experten" im Personalmanagement = Ministerinnen haben seit Jahren mit ihrer wichtigsten Ressource, demKnow How und der freudigen Mitwirkung ihrer Belegschaft SCHINDLUDER getrieben und ihr bei jedersich bietenden Gelegenheit in den Rücken gefallen, bzw.alles versprochen und nichts gehalten....warum diesmal ? Noch dazu wo jeder durchblickt,dass jede Reformprimär zum Geldeinsparen dient... siehe die Äußerung,dass fürallelehrerder BEd genügen würde...als Schmalspurausbildung in 6semestern.... u.v.a.m.

"Vorausgesetzt, die Gesamtarbeitszeit steige nicht." ???

Die OECD merkt im aktuellen Bericht an, dass unsere Lehrer dtl mehr verdienen und weniger arbeiten, dafür aber weniger leisten - siehe PISA.

Herr Quinn, wollen sie das Lehrer jetzt noch weniger arbeiten und das Ansehen eines honorigen Berufs noch mehr zerstört wird?

Wann endlich kapieren sie, dass sie um goldenen Käfig sitzen und daher keine Reformen "zulassen können und wollen"?

Wann endlich kapieren sie, dass es die Akzeptanz und das Ansehen des Lehrberufs erst dann wieder geben kann, wenn Lehrer endlich annähernd so viel arbeiten wie Menschen in der freien Wirtschaft, die das Geld, dass sie durch Ineffizienzen in der Schule vernichten, verdienen müssen?


Re: "Vorausgesetzt, die Gesamtarbeitszeit steige nicht." ???

wenn ich mich recht entsinne misst die oecd-studie unterrichtsstunden und nicht arbeitsstunden. ein lehrer arbeitet nicht nur im unterricht. ein lehrer (zumindest ein "korrekturfachlehrer") muss auch am wochenende arbeiten.

tipp: wenn sie nicht genau wissen, was zur lehrerarbeit alles gehört, dann folgend sie bitte dem ratschlag dieter nuhrs ;)

8 0

Re: "Vorausgesetzt, die Gesamtarbeitszeit steige nicht." ???

Ich bin KEIN Lehrer und erkenne klar, dass aus Ihnen wohl der Neid spricht, gepaart mit der Unwissenheit über die tatsächlichen Verhältnisse und im Vertrauen auf eine Studie, die Äpfel mit Birnen vergleicht. Gratulation.

Lieber Lehrer!

Welcher Neid?
Es ist nur sehr herausfordernd 9 Wo Sommerferien mit Schulkindern zu organisieren, heuer sogar 10 Tage Herbsferien, Ferien, Ferien, ... ich sehe es leider an den Kindern, dass der Unterricht schlicht und einfach zu kurz kommt.

Und wenn sie wirklich kein Lehrer sind, dann verbindet sie zumindest das chronische Negieren offizieller Zahlen wie der OECD, PISA, Statistik Austria mit dieser Berufsgruppe ;-))

Re: Lieber Lehrer!

das "chronische negieren" liegt evtl. daran, dass ausgebildete lehrer akademiker sind und dass diese, da sie gelernt haben, kritisch zu arbeiten, nicht alles für bare münze halten, was in einer studie oder zeitung steht. sie hinterfragen lediglich. bei diesem hinterfragen, was sie bei jedem text tun, haben sie speziell bei dieser studie den vorteil des insiderwissens. die "chronischen negierer" wissen also selbst, wie viele stunden sie unterrichten, denn sie können zählen. dann nennt die oecd-studie eine ganz andere zahl...und das sollen sie einfach glauben?
was wäre, wenn eine lehrerarbeitszeitstudie ein ergebnis liefert, dass lehrer im durchschnitt über 50 arbeitsstunden haben?! würden sie das einfach so glauben?! ich hoffe doch nicht, dass sie einfach alles glauben! ich hoffe, sie werden etwas selbst nachdenken und nachforschen (sie können sogar im forum fragen) und dann zu ihrer eigenen meinung darüber gelangen.

Antworten Gast: Lehrerausbildner
13.09.2012 14:06
7 0

Re: "Vorausgesetzt, die Gesamtarbeitszeit steige nicht." ???

Sie sollten nicht nur von Journalisten verkürzt dargestellte Versionen polemisch anführen,sondern einmal den ganzen Bericht imOriginal lesen !
etwa in F , aber auch LUX sind Arbeitszeiten von 16 Stunden durchaus die regel,bei weit höherer bezahlung.
Nebenbei: Arbeitszeitstudien haben andererseits anderes belegt.

Gast: Prammer G
13.09.2012 07:03
18 2

Allzu lang wird sie es nicht mehr derpacken

die Frau Schmied.
Ihre faulen Tricks sind schon zu bekannt und wer immer an die Wand rennt, wird einmal vor ihr liegenbleiben.

Gast: 2Cent
13.09.2012 06:04
15 1

Ja, ja,

so stellt sie sich das vor, unsere Frau Ministerin.

Zuerst stimmen die Lehrer mehr Unterrichtsstunden zu, und dann vergisst sie auf das Unterstützungspersonal.

Das wird's aber so nicht spielen.

18 0

Re: Ja, ja,

"Vergessen" ist gut.

Die AHS bekommt dieses Jahr bspw. deutlich weniger Stunden für freie Wahlfächer, Klassenteilungen usw. aufgrund den ach so tollen, teuren neuen Mittelschulen. Tolles System, so wird Österreich im wichtigsten aller Rankings (Pisa-Studie) garantiert besser abschneiden.

Wie unsere Frau Ministerin diesen Posten bekommen hat, wird wohl niemand verstehen. Das ist wohl so, wie ob jemand nur weil er ja ein Konto auf einer Bank hat sich qualifiziert sieht eine Bank leiten zu können. Aber anscheinend: Je höher die Position, desto nieriger die Anforderungen.

Gast: selberlehrer
12.09.2012 21:54
17 0

Ich bin ja neugiereig

wo die Postbeamten, die den Lehrern die administrativen Aufgaben abnehmen sollen, arbeiten werden. Da bereits die Lehrer so gut wie keinen Platz in den Schulen haben, um dort zu arbeiten, wo werden die Postler sitzen?

Antworten Gast: 2Cent
13.09.2012 07:00
7 1

Re: Ich bin ja neugiereig

Auf den bisherigen Sitzplätzen der Lehrer natürlich. Die Lehrer sind ja dann eh alle in den Klassen, und dort "steht" man ja bekanntlich. Also brauchen wir dann eh keine Sessel mehr.

;)

7 0

Re: Re: Ich bin ja neugiereig

in Freistunden korregieren die Lehrer dann am Gang sitzend, da anders als in der restlichen Arbeitswelt bei Bundesbediensteten kein Mindestarbeitsplatz vorgeschrieben ist.

Gast: aut1
12.09.2012 20:52
14 0

nur pfusch

meiner meinung nach ist das dienstrecht nur irgendwas schnell hingepfuscht - hauptsache noch vor der wahl!

ich hoffe wirklich das man sich für eine solch wichtige geschichte mehr zeit lässt und dafür etwas ordentliches macht...

eigentlich sollte das neue dienstrecht eingeführt werden um mehr menschen den lehrberuf schmackhaft zu machen - das gegenteil ist jedoch leider derzeit der fall!

 
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