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OECD-Studie: Nur ein Viertel schafft Aufstieg durch Bildung

11.09.2012 | 18:29 |   (DiePresse.com)

Österreich ist im Hintertreffen gegenüber den 34 abgefragten Industrienationen. 75 Prozent der Bevölkerung kommen über Bildungsabschluss der Eltern nicht hinaus. Bei Uni-Abschlüssen hinkt Österreich hinterher.

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Wien/Beba/APA. Die Chancen auf einen sozialen Aufstieg durch Bildung sind in kaum einem Land so gering wie in Österreich. Das ist das ernüchternde Fazit des OECD-Bildungsberichts, der gestern, Dienstag, veröffentlicht wurde. Junge Österreicher haben demnach nur geringe Chancen auf eine bessere Bildung als ihre Eltern: Nur jeder vierte 25- bis 34-Jährige erreicht einen besseren Bildungsstand als seine Eltern. Damit ist Österreich das siebtschlechteste Land unter den 34 abgefragten Industrienationen.

Dass ein Arbeiterkind auch Arbeiterkind bleibt, ist nicht überall so. Im Gegenteil: Im OECD-Schnitt schaffen 37 Prozent einen höheren Abschluss als ihre Eltern (siehe Faktenkasten). Die größten Aufstiegschancen gibt es in Polen und Irland, die geringste Aufwärtsmobilität in Estland. Hinter Österreich liegen außerdem Deutschland und die USA. Dort schafft nur jeder Fünfte den Aufstieg.
Dass auch in Finnland ähnlich wenig Junge ein besseres Bildungsniveau erreichen als die Eltern, hat andere Gründe. Es hat nicht zuletzt mit dem Vorsprung der Finnen zu tun: In Ländern, in denen die Akademikerquote bereits hoch ist, verlangsamt sich als logische Konsequenz die Tendenz zum Aufstieg.

Vor allem bei den Hochschulabschlüssen hinkt Österreich seit Jahren hinterher. Insgesamt droht das Land im internationalen Vergleich noch weiter zurückzufallen, warnt die OECD: Zwar ist die Akademikerquote gestiegen - im relativen Vergleich mit anderen Ländern hat sich aber (zu) wenig getan. Der Anteil der Hochschulabschlüsse ist auch unter den jungen Österreichern noch extrem niedrig: Während in fast allen OECD-Ländern die Jungen die Älteren bei Weitem überflügelt haben (Schnitt: 38 Prozent), liegt in Österreich die Quote der 25- bis 34-Jährigen lediglich bei 21 Prozent - schlechter ist nur die Türkei mit 17 Prozent. Hier gilt allerdings: Manche Berufe, die in anderen Ländern bereits akademisch sind - etwa Kindergartenpädagogin -, gehören in Österreich (noch) zum sekundären Bildungsbereich.

„Die Schule ist großes Hindernis"

Dennoch ist die Aussage des OECD-Bildungsexperten Andreas Schleicher klar: „Österreich hinkt auch heuer bei der Hochschulbildung hinterher." Noch problematischer sei aber die schwache Bildungsmobilität. Das Problem sieht Schleicher weniger auf dem Hochschulsektor als vielmehr bereits zu Beginn der Bildungslaufbahn. Dass Studiengebühren den Bildungsaufstieg von Kindern aus schlechter verdienenden Haushalten behindern, kann Schleicher ausschließen. „Das große Hindernis ist die Schule", sagt Schleicher. Denn dort stelle der soziale Hintergrund sehr wohl einen Faktor für Aufstiegsschwierigkeiten in weiterführende Schulen dar. Gerade in Österreich kämen Migranten besonders häufig in Schulen in einem sozial benachteiligten Umfeld, sagt Schleicher: In der gesamten OECD gebe es nur acht Länder, in denen dieser Konzentrationseffekt noch stärker ausgeprägt sei.

Die Politik gibt sich indes unbeeindruckt von der Studie. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) lehnte das Studiengebührenmodell der Salzburger Landeschefin Gabi Burgstaller am Dienstag ab: Laut ihren Berechnungen ergebe sich - bei geplantem gleichzeitigen Ausbau der Stipendien - kein positiver Saldo für die Universitäten. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) erklärte zur Frage der Gesamtschule, dass seine Haltung „unverändert" sei: „Ich bin weiterhin für ein differenziertes System unter Erhalt des Gymnasiums. Punktum." ? Leitartikel, Lehrer sollen mehr arbeiten Seite 2

 

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10 Kommentare
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Interpretation?

Es ist erstaunlich, dass solche Studien konsequent zusammen mit den falschen Schlüssen daraus in den Medien präsentiert werden. Österreich hat seit eh und je ein sehr durchgängiges Bildungssystem. Die zur höheren Bildung fähigen haben daher den Aufstieg wohl schon vor Generationen geschafft. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die Berufsausbildungen in Österreich in anderen Ländern z. T. unter "Hochschulbildung" laufen.

Gast: gast23
12.09.2012 13:11
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Von der Presse

hätte ich mir schon erwartet, dass sie diese Studie kritisch hinterfragt:
- Wer zählt in den anderen Ländern zu den Akademikern (Kindergärtnerinnen?)
- Wie hoch ist das Ausgangsniveau in den Ländern, die vor uns liegen?

Widerspruch

Ich widerspreche der Studie - die Bildungsexplosion der 70-iger Jahre hat viele Arbeiterkinder in höhere Schulen und Universitäten gebracht. Die absolute Kurve mag die Aussagen der Studie bestätigen - nur sind heute unvergleich mehr Menschen aus den ursprünglich von Bildung ausgeschlossen Schichten in der "Bildungsschicht" - daher ist das "n" - also die Gesammtsumme derer mit geringer Bildung - geringer als früher aber innerhalb der Gruppe stimmt die Aussage - also das ganze ist eine Relativ-Aussage.

in österreich braucht man sich nicht anstrengen,

denn seit 1970 werden ununterbrochen (selbst bei vollbeschäftigung und 3,5 % wirtschaftswachstum) schulden gemacht!

es lässt sich auch so gut leben in österreich. nur 27,2 prozent schließen ein begonnenes studium auch ab; 2, 7 mill. erwerbstätige sind im niedriglohnsektor beschäftigt und 42 prozent der familieneinkommen kommen aus staatlichen transferleistungen.

bildungs- und familienpolitik begünstigen die unterschicht, sich ja nicht anzustrengen. und man glaubt in österreich noch immer, dass das alles auf kosten einer minderheit, die dieses system noch schultern muss, weitergeht.

die seit über 40 jahren verheerende zuwanderungspolitik von unterschichten wird munter fortgesetzt, während tausende spitzenleute österreich jährlich verlassen!

Wie die meisten OECD Studien...

...für den Müll, reine Arbeitsbeschaffung für ein paar wenige. Das Wort "Chance" wird mit der frequentistischen Wahrscheinlichlichkeit gleichgesetzt. Die Statistik zeigt, dass ungebildete Eltern mit einer größeren Häufigkeit ungebildete Kinder hervorbringen. Was hat das mit der Chance zu tun, die jedes Kind hätte? Die wahre Ursache lässt sich besser an den heimischen Wirtshaustischen erforschen: "De G'studiertn de Trottln! Soin amoi wos oarbatn! Haum eh koan Hausverstaund!"
Ich z.B. enstamme ärmlichen Verhältnissen, solche Sätze gab es zu Hause aber nicht. Studiert habe ich mit dem Stipendium, konnte mir in dieser Zeit viel eben nicht leisten.
Und was sagen Akademikerquoten aus? Da werden auswendiglernende Wirtschaftswissenschafter mit Technikern und Naturwissenschaftern zusammengeworfen. Bei den Technikern werden die HTL-er nicht erfasst.
Noch ein Punkt: Österreich ist eines der reichsten Länder mit einer noch einigermaßen ausgeglichenen Einkommensverteilung. Sollte sich die OECD nicht lieber ansehen, was wir besser machen, als die anderen?

Gast: Xiongerl
11.09.2012 21:56
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was soll's mit solchen Politikern

Es braucht eine Ganztagsschule, damit:
1. schlechte Eltern nicht ihre Kinder runterziehen können und diese Kinder gleiche Chancen erhalten
2. Frauen einen Ganztagsjob annehmen können und diese ihre Ausbildung in ein sinnvolles Lebenseinkommen ummünzen können
Es braucht flexible 11 Monats-Schule, damit:
1. Eltern und Kinder den Urlaub gemeinsam verbringen können
2. Der Lernstress reduziert wird und mehr geübt und verstanden wird
Es braucht eine Bildungsethik in Politik und Bevölkerung, damit mehr Akademiker (Dr., Masters) für eine innovativere Wirtschaft zur Verfügung stehen. Am Land gibt es noch zuviele Familien ohne 1 Akademiker!
Es braucht vereinfachte und vereinheitlichte Bildungsstrukturen, damit jeder Bildungsweg fortgesetzt werden kann, denn derzeit ist das Bildungsangebot (Lehre, Höhere Schule, Gymnasium, FH, Universität, Erwachsenenbildung) ein Chaos und oft eine Sackgasse.

Nur ein paar Schlagworte:

- Beamteter, völlig unmotivierter überalterter LehrerInnenpersonalstand, geschützt durch eine sehr starke Lehrergewerkschaft
- Ein unglaublich verbürokratisertes Bildungssystem
- extrem schlechte LehrerInnenausbildung an den PHs
- seit Jahrzehnten völlig inkompetente UnterrichtsministerInnen.

Aber auch:
- hoher Anteil aus (ausländischen) bildungsfernen Schichten in den Volksschulen (in Wien 52%).

Was ist da bitte zu erwarten?

Antworten Gast: Slim4
12.09.2012 10:56
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Re: Nur ein paar Schlagworte:

Aha, jetzt sind also wieder mal die Lehrer an allem Schuld.

Was interessiert es einen 15jährigen, wie sein Leben in 30 Jahren aussehen wird? Er will Geld verdienen und frei sein.

Es ist wichtig, dass sich die Eltern darum kümmern, dass ihre Kinder eine positive Einstellung zu Bildung haben und möglichst viel lernen. Denn sie sind nun mal ein Vorbild, weil sie den engsten Kontakt mit ihren Kindern haben.


Re: Nur ein paar Schlagworte:

perfekt! danke!

Antworten Gast: mir wird übel
12.09.2012 02:18
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Re: Nur ein paar Schlagworte:

Was ist da bitte zu erwarten?

NIX

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