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"Verlogen": Kurz-Kritik an Migranten in Sonderschulen

21.09.2012 | 15:48 |   (DiePresse.com)

An Sonderschulen ist der Ausländeranteil fast doppelt so hoch wie an Regelschulen. Staatssekretär Kurz kritisiert das Liegenlassen von Talenten.

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Kritik an der "Abschiebung von Migranten in Sonderschulen" übt Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP). So lag der Ausländeranteil an Sonderschulen im Schuljahr 2010/11 laut Statistik Austria österreichweit mit 18 Prozent fast doppelt so hoch wie an Regelschulen mit rund zehn Prozent. Ähnlich ist die Situation in der Bundeshauptstadt: In Wien sind 18 Prozent aller Schüler ausländische Staatsangehörige, während der Ausländeranteil an den Sonderschulen bei 28 Prozent liegt. Für Kurz ist das ein "scheinheiliges, verlogenes System", so der Staatssekretär.

Praktisch das gleiche Muster zeigt sich, wenn man unabhängig von der Staatsangehörigkeit die Umgangssprache der Kinder heranzieht. Laut Statistik haben 18 Prozent aller Schüler in Österreich (Wien: 43 Prozent) eine andere Umgangssprache als Deutsch, an den Sonderschulen sind es dagegen 29 Prozent (Wien: 53 Prozent). In einem Analysepapier des Staatssekretariats heißt es: "Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Zusammenhang zwischen der Herkunft und dem sonderpädagogischen Bedarf besteht. Vielmehr handelt es sich bei der Ursache um mangelnde Deutschkenntnisse. Das Schulsystem erscheint nicht in der Lage, diesen Mangel ausreichend zu beheben."

"Hier bleiben so viele Talente liegen", meinte Kurz. "Was soll aus diesen jungen Leuten werden? Sie haben null Chancengleichheit und es schwerer, einmal einen guten Job zu finden." Angesichts der Situation an den Sonderschulen sieht sich Kurz auch darin bestärkt, dass "eine Reform des derzeitigen Systems nach dem Prinzip Deutsch vor Schuleintritt erfolgen sollte."

Grüne und SOS Mitmensch für Abschaffung

Für eine Abschaffung der Sonderschulen plädieren die Grünen und SOS Mitmensch. Die Kritik von Integrations-Staatssekretär Kurz an der Abschiebung von Migrantenkindern in die Sonderschule sei zwar richtig, so die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun in einer Aussendung. Dessen Forderung nach Deutsch-Förderung in eigenen Klassen vor dem Eintritt ins Regelschulwesen hält sie aber für falsch.

"Die richtige Schlussfolgerung ist vielmehr, dass wir einerseits statt Sonderschulen die Förderung von Kindern durch zusätzliche LehrerInnen in gemeinsamen Klassen verstärken müssen und andererseits integrative Schulen schaffen, die weder Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache noch Kinder mit Förderbedarf in die Sonderschule abschieben", so Korun. SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak wiederum hält es für "absurd, dass Kurz an einem Tag fordert, man möge Kinder, die nicht gut Deutsch können, absondern und ihnen die Schulreife verweigern, und am nächsten Tag die Abschiebung von MigrantInnen in Sonderschulen kritisiert". Österreich brauche ein "integriertes Schulsystem, in dem niemand abgesondert und niemand zurückgelassen wird", so Pollak in einer Aussendung.

(APA)

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60 Kommentare
 
12

Verlogen ist es auch, wenn jemand bei Sachen mitredet, von denen er

wenig Ahnung hat.

Antworten Gast: ihc habä aynä rechts reib sweche!
23.09.2012 20:35
1 0

Re: Verlogen ist es auch, wenn jemand bei Sachen mitredet, von denen er

ahso, weil ja im presseforum auch ausschliesslich die ärgsten experten ihr höchstens & und äußerst (!) qualifizierten, auf empirischen nachgewiesenen fakten basierenden meinungen kundtun.

Gast: Calamaro
23.09.2012 11:20
4 1

Niemand zurückgelassen...

Das österreichische Bildungssystem bemüht sich, Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache Chancen zu bieten. In den Kindergärten bemüht man sich, den Kindern die Sprache beizubringen. In den Volksschulen wird entsprechend weitergearbeitet.

Der Steuerzahler investiert beträchtliche Summen, obwohl wir hier meistens nicht von Neuzuwanderern sprechen, sondern von Leuten, die längst die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.

Es tut mir leid, aber wir sind nicht für alles verantwortlich. Die Eltern haben auch eine gewissen Verantwortung für ihre Kinder. Wenn Vater und Mutter meinen, eine Karriere als Sandschaufler reicht völlig aus, dann bitte, nur zu!

Wenn wir diese Eltern motivieren wollen, ihren Kindern Deutsch beizubringen, dann gibt es wohl nur einen Weg: mach es selbst, oder zahl dafür, wenn der Staat es machen muss.

Ich denke, es wäre durchaus im Sinne der Kinder, die Eltern hier mit Zwang zu belegen. Die Kinder einfach in die Regelklassen zu setzen, wo sie durch ihr Unvermögen andere Kinder am Fortkommen hindern, kann keine akzeptable Lösung sein.

die meinung ist vorgegeben!

statistiken überzeugen nicht! jeder hat sein bild, und das ist wahr! argumente, gegenargumente - alles gleich, alles einerlei!
bitte: der text zeigt auf, dass der anteili an kindern mit migrationshintergrund in sonderschulen höher ist, als jener in anderen schulen. sollte uns das nicht zu denken geben.

was passiert bei einem solchen weiteren handeln? wenn schüler, relativ bald, nachdem man merkt, sie können die deutsche sprache nicht, in die sonderschule abschiebt. erhalten diese lediglich einen sonderschulabschluss. mit diesem können sie nicht jeder arbeit nachgehen. in dieser sonderschule gibt es eigentlich keine daf/daz-förderung, weil sonderschulen keine daf/daz-auffanglager sein sollten. daher lernen diese kinder mit migrationshintergrund nicht besser deutsch. nun sind sie irgendwann im berufsleben. wie viel werden sie verdienen mit einer sonderschulausbildung?! sie gründen irgendwann familien. diese können von beginn an kein "perfektes" deutsch lernen, da es die eltern selbst nicht können. die folge: ein teufelskreis!

43% der Wiener Schüler haben eine andere Umgangssprache???

Sozialleistungen an die sprachliche Qualifikation knüpfen, und das Problem löst sich innerhalb von ein 2-3 Jahren von selbst.

Antworten Gast: Störrisch...
24.09.2012 14:30
0 0

Und wer überbringt jetzt diese gute...

...Nachricht unseren Postlern, die weder schreiben noch lesen können, also mündlich, am besten in Mundart?

Aber noch verlogener wäre es, Unfähige in die Regelschule zu

setzen und andere zu diskriminieren.

Dann sollte sich der Studienabbrecher einmal zu den

Talenten reinstellen. Aber das wäre ja Arbeit.

Gast: b745
22.09.2012 12:58
7 1

Tolle Idee...

Tolle Idee Herr Student Kurz. Wie komme ich dazu mein Kind in eine Privatschule zu geben, damit es nicht durch den Ansturm von liegengelassenen Talenten in der Bildung behindert wird.

Anscheinend ist es das Ziel der Politik, das Bildungsniveau der Bevölkerung auf Fußmattenniveau zu senken, damit man dem Wahlvieh wirklich jeden Blödsinn erzählen kann.

Gast: Ellmeier K
22.09.2012 09:09
6 0

Herr Kurz

Wird alle liegengelassenen Talente aufklauben!
Wünsche viel Erfolg und hoffentlich bekommt er nicht allzu viele Kreuzschmerzen dabei.

Gast: Lecter
21.09.2012 21:16
10 0

Integration

Was erwrten Sie sich von Frauen welche bei 30C im Sommer mit langen Mantel und Kopftuch herumgehen-glauben Sie im Ernst dass dieren Kinder zu Hause Deutsch lernen???

13 0

Talente

Man sollte sich auch um die österreichischen Talente sorgen machen, die auf Grund der Integrationsklassen meine Chance haben eine Förderung zu erhalten, weil ein Großteil der MitschülerInnen dem Unterricht auf Grund der Sprachprobleme nicht folgen können.
Aber solange Politikerkinder ( aller Parteien) in Privatschulen untergebracht sind, ist es von Vorteil, nur diese zu fördern!

Gast: blink
21.09.2012 20:34
12 0

der tiefpunkt ist möglicherweise noch nicht erreicht

bin der festen überzeugung, daß in österreich auch sonderschüler bundeskanzler werden können.

Gast: liner111
21.09.2012 19:00
0 5

...

"Österreich brauche ein "integriertes Schulsystem, in dem niemand abgesondert und niemand zurückgelassen wird" - also Gesamtschule?

Gast: Hardliner
21.09.2012 18:53
1 6

Staatssekretär Kurz kritisiert das Liegenlassen von Talenten.

- das Liegenlassen von Talenten ist über Jahrzehnte von der ÖVP und dessen Bildungspolitik am meisten betrieben worden.

Antworten Gast: Hardliner
21.09.2012 19:01
6 1

...

Zudem: wer sagt, wer ein Talent ist?
- die ÖVP?

komisch...

auch die glühendsten verfechterinnen der integrativen pädagogik unter den lehrerInnen...schicken ihre eigenen kinder immer in die nicht-integrationsklassen.

und die glühendsten verfechter der gesamtschule ihre kinder in privatschulen...

11 1

Tja, die Talente.

Keine Angst, lieber Herr Kurz.
Wenigstens das Talent, dem Steuerzahler lebenslang auf der Tasche zu liegen und die Moeglichkeiten, die der Sozialstaat bietet, nach allen Regeln der Kunst auszunutzen, geht bei dem Segment der Bevoelkerung, um das Sie sich so grosse Sorgen machen, sicherlich nicht verloren.

Antworten Gast: die raunzer
22.09.2012 22:04
0 0

Re: Tja, die Talente.

Vom Raunzen ist noch nie etwas besser geworden - auch wenn es typisch österreichisch ist. Konstruktive Ideen sind gefragt - den politischen Systemerhaltern ist der status quo am liebsten, weil`s ja immer so war.

Gast: Anna24
21.09.2012 17:33
10 1

Integration

Ich verstehe nicht, warum es ein "Absondern" von Kindern bedeutet, wenn sie zuerst Deutsch lernen, um danach eben nicht mehr aus dem Regelunterricht geholt zu werden. Es ist doch vernünftig, zuerst eine Basis zu schaffen (auch für deutschsprachige Kinder, die ihre Muttersprache nur mangelhaft beherrschen), um danach ein zügiges Fortkommen in der Klassengemeinschaft und ohne notwendige Zusatzstunden, Zweitlehrer etc. zu sichern. Ein Jahr Deutschunterricht mit anderen Kindern, die dasselbe Problem haben, ist sicher einfacher, als ständig vor Augen geführt zu bekommen, was man nicht kann.

Antworten Gast: netzwerker5
22.09.2012 22:12
1 0

Re: Integration

Ordentlich Deutsch lernen ist in ministerieller Diktion Ghettoisierung. Sachdiskussion ist immer noch der Parteipolitik unterlegen, weshalb wieder nichts passieren wird. Im Ministerium weiss man nicht, wie im Berufsalltag die Kommunikation mit Menschen mit ungenügenden Deutschkenntnissen abläuft. Es gibt sehr viele Theoretiker und noch mehr Experten - und dann gibt es halt das Alltagsleben.

Gast: G. Netika
21.09.2012 17:22
15 2

Bei Kindern aus Verwandtenehen sind bestimmte Defizite häufiger.

Daran können auch Umbenennungen und Abschaffungen von Schultypen nichts ändern.

Der "Sonderpädagogische Förderbedarf" wird durch eine detaillierte Untersuchung durch Psychologen festgestellt. Man kann niemand in Sonderschulen "abschieben".

Gast: von der letzten bank
21.09.2012 16:31
7 4

dieser kleindarsteller

tut seiner partei nichts gutes.

2 0

Re: dieser kleindarsteller

wer kann ihr noch Gutes tun?
Glaube wenig daran, dass irgenein Lehrer die "Talente" erkennen kann oder will.

15 3

Schule

Was hat ein Kind, das kein Deutsch kann bzw. nur sehr mangelhaft in einer ersten Volksschule verloren?

Absolut nichts. Weshalb sollten andere Kinder darunter leiden.

Die Sprache ist zwar nicht das um und auf, aber es zeigt, wie sehr sich jemand in die Gesellschaft integrieren möchte, die ihn aufgenommen hat.

Welchen Migrantenteil ich damit meine, dürfte klar sein.

Schule

Was hat ein Kind, das kein Deutsch kann bzw. nur sehr mangelhaft in einer ersten Volksschule verloren?

Absolut nichts. Weshalb sollten andere Kinder darunter leiden.

Die Sprache ist zwar nicht das um und auf, aber es zeigt, wie sehr sich jemand in die Gesellschaft integrieren möchte, die ihn aufgenommen hat.

Welchen Migrantenteil ich damit meine, dürfte klar sein.

 
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