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9 bis 15 Uhr: Kernarbeitszeit für Lehrer gefordert

25.09.2012 | 12:08 |   (DiePresse.com)

ÖVP-Experten schlagen radikale Änderungen im Schulbereich vor: Verpflichtend 40 Wochenstunden Anwesenheit für Lehrer an der Schule und einen "Mutter-Kind-Pass" für Bildung.

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Teils radikale Reformen schlägt die von Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) eingesetzte Expertengruppe "Unternehmen Österreich 2025" im Bildungsbereich vor. Vor allem für Lehrer sieht das Papier Änderungen vor: 40 Wochenstunden Anwesenheit an der Schule bei einer Kernunterrichtszeit von neun bis 15 Uhr, nur noch sechs Wochen Ferien sowie Verpflichtung zu regelmäßigen Fortbildungen sind im Endbericht vorgesehen. Die Arbeitszeiterhöhung für Lehrer dürfte der SPÖ gefallen, die sich angesichts der Lehrer-Dienstrechtsverhandlungen mehr Unterstützung von der ÖVP wünscht. Die vom Auftraggeber "endredigierte" Version ist für Donnerstag geplant.

Für eine rasche Umsetzung wird in dem Papier ein "Bildungskonklave" empfohlen. Spätestens im Frühjahr 2014 müssten die Weichen für eine Reform von Lehrerdienstrecht, - ausbildung und Schulverwaltung gestellt werden. Die Expertengruppe kann sich "bei Nichteinigung bzw. auf Grund der Wichtigkeit des Themas" eine Volksbefragung vorstellen.

Förderprogramme im Kindergartenalter

Das Modell der Arbeitsgruppe setzt bereits bei den Kleinsten an: Schon Dreijährige sollen auf ihre Deutschkenntnisse hin überprüft und bei Bedarf gefördert werden, die Kindergartenpflicht soll künftig ab vier Jahren gelten. In die Volksschule darf nur, wer ausreichend Deutsch spricht. Für alle anderen soll es "spezielle Förderprogramme" geben. Als Anreiz soll durch eine Art "Mutter-Kind-Pass" die Nutzung von Bildungsangeboten an Geld gekoppelt werden.

In den Klassen sollen nach Vorstellung der Expertengruppe maximal 15 Schüler sitzen, Lehrer durch Stütz- und Fachpersonal sowie mehr Sozialarbeit entlastet werden und "attraktive fixe Arbeitsplätze" bekommen. Für Schüler würde das Modell kürzere Sommerferien (sieben Wochen) und dafür Herbstferien bringen. Sie sollen außerdem bis zu 14 Tage individuell Urlaub beantragen können und ihre Lehrer per Feedbackbogen bewerten.

Sympathien für Gesamtschule

Ganztägige Schule soll zwar nicht verpflichtend, aber zumindest flächendeckend vorhanden sein. Das Modell sieht vor, dass es vor und nach der Kernarbeitszeit von neun bis 15 Uhr Sport- und Spielangebote und Freifächer geben soll. Die Gesamtschule wird zwar nicht explizit empfohlen, die Experten lassen aber Sympathien dafür erkennen.

Schon ab der 1. Klasse Volksschule soll es verpflichtend bilingualen Unterricht geben. Die an die Volksschule anschließende Sekundarstufe I würde auf fünf Jahre verlängert und mit einer "Mittleren Reife" abschließen. Die Schulpflicht soll erst enden, wenn dieses Ziel erreicht ist. Danach sollen die Schüler sich spezialisieren, weniger Pflichtfächer besuchen und Wahlfächer von Computeranimation bis Kochen wählen können.

Fächerübergreifendem Unterricht

Inhaltlich soll der Fokus weg von Fachwissen, stattdessen sollen die Schüler mit fächerübergreifendem Unterricht vernetztes Denken erlernen: Geschichte, Geografie, Religion und Politik sollen künftig unter dem Titel "Faszination Gesellschaft" verschränkt werden, "Faszination Technik/Naturwissenschaften" neben den namensgebenden Fächern auch verwandte Disziplinen wie Werken umfassen. Ein eigenes Fach soll die persönlichen Kompetenzen fördern, Ethik soll für jeden Schüler - unabhängig vom Religionsunterricht - Pflicht sein. Außerdem sieht das Konzept eine tägliche Sportstunde vor.

Autonome Direktoren sollen auf Zeit

Die Schule der Zukunft muss aus Sicht der Arbeitsgruppe autonom sein: Sie brauche ausreichend Budget und Sachmittel, das nötige Geld soll durch effizientere Verwaltungsstrukturen freigespielt werden. Direktoren sollen auf Zeit bestellt werden und sich ihre Lehrer selbst aussuchen. Wie und was unterrichtet wird, soll von den Lehrern gewählt werden, allerdings müssen die Schüler zentral vorgegebene Bildungsziele erreichen.

Bei der Universitätsfinanzierung setzen die Experten auf Studiengebühren und mehr Drittmittel. Im Hochschulbereich soll die Berufsausbildung künftig stärker abgebildet sein, indem mit "Berufsakademien" ein neuer, privat finanzierter Hochschultyp für wissenschaftlich fundierte Berufsaus- und Weiterbildung geschaffen wird.

(APA/Red.)

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474 Kommentare
 
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Gast: bergziege
29.09.2012 10:52
7 1

Kein Ende in Sicht,

dass sich Leute, die mit Unterricht und Schule nichts aber gar nichts zu tun haben, einmischen und wissen wollen, was dort zu geschehen hat.

Re: Kein Ende in Sicht,

Liebe Ziege, bevor du meckerst, bedenke folgendes:
der Steuerzahler hat das Recht zu fordern,
dass das Schulsystem effizient ist.
Tatsache ist, das in Österreich die Ausgaben über den Durchschnitt liegen und die Leistungen leider darunter.
Tatsache ist auch, dass z.B.in Finnland die Nachhilfe fast unbekannt ist.
Statt zu meckern, arbeite aktiv zur Behebung der Defizite mit.

Die im Dunkeln sieht man nicht.

Wer sind diese anonymen "Experten"? Bitte um Namen!

Gast: Gelbes Rübchen
28.09.2012 17:30
2 0

Verirrt?

Was hat der Mutter-Kind-Pass mit der Schule zu tun? Werden da fein säuberlich nach österreichischer Manier Kraut und Rüben vermischt damit ja niemand weiß wer wofür zuständig ist und die Schuld den anderen in die Schuhe schieben kann?

Gast: Traumjob Lehrer
28.09.2012 17:27
2 9

Sind Lehrer lauter Waserl?

Wieso können Lehrer nicht 40 Stunden an der Schule arbeiten? Alle anderen können das doch auch? Sind Lehrer pauschal unfähiger, schwächer, labiler als andere Menschen?

Re: Sind Lehrer lauter Waserl?


Ist das als Frage gemeint oder als Behauptung im Sinne von: "Die hackeln eh nix"?

Antworten Gast: hans2
28.09.2012 21:46
3 1

Re: Sind Lehrer lauter Waserl?

Es gibt in Österreich (gar nicht so wenige) Schulen, in denen nicht alle Lehrer gleichzeitig im Konferenzzimmer Platz finden. Eigene Lehrerbüros gibts gar nicht. Wo also sollen die Lehrer die 40 Stunden arbeiten? Sosehr ich für eine längere Anwesenheit der Lehrer an den Schulen bin, muss ich der Gewerkschaft doch recht geben: Das wird große Um- und Zubauten nötig machen.

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Die ÖVP ist nun auch in Schulfragen offiziell daneben.


Wo gibt es das?


Der Direktor geht in Pension, der Zentralbetriebsrat wird sein Nachfolger!

Nicht in der Privatwirtschaft, wohl aber in Schulen!

Sollte Neugebauer tatsächlich und hoffentlich bald abtreten,

Kimberger wäre ein ganz toller Nachfolger.
Ein Betonklotz weg, eine Straßenwalze kommend.

Gast: Eulenspiele
27.09.2012 13:08
4 0

Dienstgeber gefragt

Auch diese 437 Kommentare sind einerseits hilflose Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche und andererseits bissig hämische Angriffe.

Den Lehrern ins Stammbuch: Man kann alles erklären - aber nicht allen Menschen.

Was aber macht der Dienstgeber? Stellt er sich schützend vor seine Untergebenen? Lässt er die Diskussion treiben? sieht lächelnd anderen Zielen entgegen?

Minister und Präsidenten der Landesschulräte sind gefragt.

9 0

Re: Dienstgeber gefragt

Dem Dienstgeber ist das sogar recht! Lehrer und Gewerkschaft schlecht gemacht und schon geht`s viel leichter mit den Einschnitten; das Geld braucht man ja für die Rettung der Banken.

10 1

Man bräuchte nur die Experten fragen, die seit Jahren

oder Jahrzehnten diese Arbeit machen. Aber dazu reicht es ber ÖVP offensichtlich nicht mehr.

Ich erwarte mir:


Ich erwarte mir von einem Lehrer, dass er meinem Kind etwas beibringt, Freude am Lernen weckt, Interesse weckt und auf das Leben vorbereitet, dass er ausgezeichnete Unterrichts- und Erziehungsarbeit leistet, indem er mein Kind fordert und fördert, und das kompetent und nach dem Stand der Wissenschaft.
Ich erwarte mir nicht, dass er die Hausübungshefte in einem nicht vorhandenen Büro verbessert, sondern dass er sie so verbessert, dass mein Kind aus den Rückmeldungen profitiert, wo, ist mir blunzen.

Ich erwarte mir, dass man für ausgezeichnete Lehrer auch einen ausgezeichneten Gehalt bezahlt, der genau diese Arbeitsleistungen abdeckt, die sich logischerweise ungleich über das Jahr verteilen, sodass neben 5 Wochen Urlaub auch flexibler Zeitausgleich steht.

1 1

Re: Ich erwarte mir:

Es gibt keine freie Urlaubswahl - dem Urlaubswunsch muss der Vorgesetzte zustimmen. Einen Teil des Urlaubs im Sommer muss allerdings gewährt werden!
Zusätzliche Arbeit wird i.d.R. nicht abgegolten. Umdefinition der Arbeit etc. sind normal...

0 1

Re: Re: Ich erwarte mir:

Geh in die WKO, da hast du ab und zu auch das Recht auf 1 Jahr Urlaubssperre oder manchmal auch nur 1 Woche Urlaub im Sommer, die dann diskutiert wird!

0 1

Warum bin ich Selbstständig geworden?

Weil diese Seite die Bessere ist, zwar vom einkommen schlechter, unsicherer, aber 1000x flexibler. Außerdem leistet die Vertretung zu 2/3 was.

0 0

Wieso - ?

die AK leistet zu 1/3 was und verursacht gleichzeitig 1/3 Schaden, die Apothekerkammer leistet fragliches und die WKO ist mit 2/3 da eher im Spitzenfeld von allen Kammern

Gast: selberlehrer
26.09.2012 22:09
12 3

man gebe

den Lehrenden einen eigenen Schreibtisch, einen PC, ein oder mehrere Regale und die sonst notwendigen Arbeitsmaterialien, auf Kosten der Schule natürlich. Dann sind wir dort, wo auch andere (Firmen-) Angestellte sind, die Berufe dieser Art ausüben. Dazu freie Urlaubszeitwahl unterm Jahr sowie vom Betrieb zur Verfügung gestellte Supervision (wie in Sozialberufen üblich) und bezahlte Überstunden über die 40 Std hinaus. Nur Pflichten einzufordern ohne alle dazugehörigen Rechte wird nun einmal nicht umsetzbar sein.

Re: man gebe

Aber das ist auf jeden Fall teurer als das jetzige System. Die Schüler werden kein Deut besser unterrichtet. Aber dir Neidgesellschaft ist zufrieden.

Gast: Titanic100
26.09.2012 22:05
21 5

LEHEREBASHING IST EIN SCHUSS INS KNIE!

Ich finde es so grauslich, dass Leute über unseren Beruf urteilen, DIE ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG HABEN und außerdem den primitiven Neidkomplex in den Vordergrund stellen.

Es ist ihnen offensichtlich egal

wenn die Lehrer aufgrund der Arbeitszeiterhöhung ein Burnout bekommen

wenn die Motivation der Lehrer auf dem Tiefststand sein wird

wenn Lehrer nur mehr das Notwendigste tun werden

wenn es keine Schikurse und Projektwochen mehr geben wird

wenn für die Erstellung von Arbeitsblättern keine Infrastruktur vorhanden sein wird

wenn die Lehrer keinen Cent aus der eigenen Tasche mehr für Unterrichtsmaterial ausgeben werden

wenn die Lehrer keine Minute länger als die 40 Stunden arbeiten werden (und wenn die Schularbeiten 2 Wochen IN DER SCHULE liegen bleiben)

.....

SEHR KURZSICHTIG!!!

Die primitiven Lehrerbasher kapieren nicht, dass Verschlechterungen beim Dienstrecht der Lehrer hauptsächlich die Schüler ausbaden müssen.

denn:

Die Lehrer werden sicher NICHT LÄNGER ARBEITEN ALS JETZT.

Sie werden aber, weil die 40 Stunden ja schon in der Schule gearbeitet worden sind, zu Hause NICHTS TUN. Und sie werden nicht bereit sein, etwas ZUSÄTZLICH zu tun.

AUßERDEM:

Zu Hause wird zuerst das Arbeitszimmer ausgeräumt und in einen Freizeitraum umgewandelt (DVD Studio, Fitnessraum, Partyraum...). Statt der Schularbeitskorrekturen wird gekocht und Wein verkostet.

DAS WIRD DIE QUALITÄT DES UNTERRICHTS SICHER HEBEN. ALLE NEIDIGEN WERDEN VOR FREUDE AN DIE DECKE SPRINGEN.




Re: LEHEREBASHING IST EIN SCHUSS INS KNIE!

Sie haben es erfasst!

Gast: sozisundabsurdistan
26.09.2012 21:47
9 0

die sozialistischen pseudoexperten der banken und finanzmärkte können tagtäglich ihren unsinn in den medien verbreiten. aber die echten experten(lehrer) werden nicht einmal mehr zu Rate gezogen!


Einstellung der Lehrergewerkschaft:


völlig absurd!
Das Problem sind nicht die Mehrheit der Lehrer, sondern die Minderheit dieser Gewerkschaftsvertreter!

Re: Einstellung der Lehrergewerkschaft:


Genau das ist ja das Ziel der Zwischenrufer: Einen Keil zwischen die Dientnehmer und die gewählten Vertreter zu treiben.

Gast: Laimer N
26.09.2012 21:23
16 3

Bald haben sie es geschafft, die Experten und der Pöbel

Die Zukunft unseres Landes, die Schule mit ihren Schülern zu zerstören.

 
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