Lehrergewerkschaft: "Forderung völlig absurd"

Die vorab bekannt gewordenen Empfehlungen der ÖVP-Expertengruppe bezeichnet die Lehrergewerkschaft als "Unsinn". Lehrer könnten nicht 40 Stunden an der Schule arbeiten.

Lehrergewerkschaft Forderung voellig absurd
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Lehrergewerkschaft Forderung voellig absurd
(c) Clemens Fabry

"Man muss nicht jeden Unsinn kommentieren", sagt der Chef der AHS-Lehrergewerkschaft Eckehard Quin zum vorzeitig bekannt gewordenen Papier eines ÖVP-Think-Tank. Die von ÖVP-Chef Michael Spindelegger eingesetzte Gruppe macht einige Aufsehen erregende Reformvorschläge im Bildungsbereich: Lehrer sollen 40 Stunden vor Ort an ihren Schulen arbeiten und nur noch sechs Wochen Ferien haben. Auch für Kinder gäbe es große Änderungen: Schüler sollen demnach "Urlaub" nehmen können und es soll eine Art "Mutter-Kind-Pass" für Bildungsfortschritte geben. "Die Presse" berichtete im Detail. Die Expertengruppe kann sich "bei Nichteinigung bzw. auf Grund der Wichtigkeit des Themas" eine Volksbefragung vorstellen.

Lehrervertreter Quin bezeichnet die Forderungen, die Pädagogen betreffen, jedenfalls als "völlig absurd". Das könne nur jemand sagen, der keine Ahnung vom österreichischen Schulalltag hat, eine 40-Stunden-Anwesenheit sei schon aufgrund der Infrastruktur nicht möglich. 40 Wochenstunden Anwesenheit an der Schule bei einer Kernunterrichtszeit von neun bis 15 Uhr lautet der APA zufolge die Forderung: Das könnte man möglicherweise in einer fernen Zukunft, aber nicht in den kommenden Jahren besprechen.

Aber nicht nur die Lehrergewerkschaft ist wenig erfreut über das Bekanntwerden des Papiers. Das "Unternehmen Österreich 2025" (so der Name des Expertenteams) weist darauf hin, dass das endgültige Konzept erst am 8.Oktober präsentiert werde und Details der Empfehlungen noch abgestimmt würden. Lob gab es für die Vorschläge bis jetzt nur von einer Seite:  Die Plattform "Ethik für ALLE" freut sich über das Bekenntnis zum verpflichtenden Ethikunterricht.

(rovi)

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