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Lesen: Jeder fünfte "Risikoschüler" erhält gute Note

27.09.2012 | 15:37 |   (DiePresse.com)

Beim Wiener Lesetest zeigt sich, dass viele Kinder kaum lesen können und trotzdem gute Noten in Deutsch erhalten. Jede achte Klasse wird zum Gutteil "auffällig" bewertet.

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Jeder fünfte Wiener Volksschüler hat im Abschlusszeugnis der vierten Klasse 2012 ein "Sehr Gut" (drei Prozent) oder "Gut" (17 Prozent) im Fach Deutsch, Lesen, Schreiben erhalten, obwohl er massive Probleme beim Lesen hat. Das zeigt eine Detailauswertung der Ergebnisse des Wiener Lesetests. Die Note umfasse zwar mehr als nur die Lesefähigkeiten, Lehrer mögen aber die Unterschiede zwischen dem Ergebnis des Tests und der Beurteilung hinterfragen, so Rupert Corazza, Leseexperte des Wiener Stadtschulrats. "Da werden wir in nächster Zeit genau hinschauen, weil mit der Note auch Berechtigungen (für den AHS-Besuch, Anm.) verbunden sind."

Insgesamt wurden 21 Prozent der Kinder in der vierten Klasse Volksschule in die Gruppe jener eingeordnet, die ein sehr geringes Leseverständnis haben. Ein "Nicht Genügend" im Zeugnis im Fach Deutsch bekam in dieser Gruppe jedoch nur etwas mehr als ein Prozent, 37 Prozent erhielten ein "Genügend" und der größte Teil der Schüler (41 Prozent) ein "Befriedigend".

Jede achte Klasse wird "auffällig" bewertet

Angesichts dieser Ergebnisse wurde im Stadtschulrat der Zusammenhang zwischen Lesetestergebnissen und Deutsch-Noten näher angesehen, wobei Bandbreiten definiert wurden, innerhalb derer eine Note als "unauffällig" angesehen werden kann. Dabei zeigte sich, dass in jeder achten Klasse mehr als 40 Prozent der Beurteilungen als "auffällig" einzustufen sind. So haben zehn Prozent der Schüler deutlich weniger Punkte erreicht als der Durchschnitt aller Schüler, aber ein "Sehr Gut" im Zeugnis. Gleichzeitig haben fünf Prozent der Schüler mit einem Vierer im Zeugnis ein besseres Ergebnis geliefert als der Wiener Durchschnitt. Und von den 37 Schülern, die ein "Nicht Genügend" erhalten haben, sind laut Lesetest 33 Prozent keine Risikoschüler.

Kinder von Akademikern bevorzugt

Außerdem präsentierte Haider Detail-Ergebnisse der internationalen Bildungsvergleichsstudie PIRLS 2006 zu den Lesefähigkeiten von Volksschülern: Demnach haben bei gleicher Lesekompetenz Kinder von Akademikern eine doppelt so hohe Chance, ein "Sehr Gut" im Abschlusszeugnis zu erhalten wie Kinder von Lehrlingen oder Pflichtschulabsolventen. Und selbst wenn sie die gleichen Noten erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in eine AHS übertreten, sehr unterschiedlich: Während sie bei Akademikerkindern mit "Sehr Gut" in Deutsch und Mathematik bei 80 Prozent liegt, sind es bei Arbeiterkindern mit gleichen Noten nur 50 Prozent.

Der Wiener Lesetest wurde im Schuljahr 2012 zum zweiten Mal unter allen Schülern der vierten bzw. achten Schulstufe durchgeführt. Beim zweiten Durchgang lag die Zahl der Risikoschüler an den Volksschulen bei rund 20,5 Prozent (2011: 23,7 Prozent).

(APA/Red.)

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46 Kommentare
 
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Gast: Reisinger B
28.09.2012 06:52
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Beim Wiener Lesetest zeigt sich, dass viele Kinder kaum lesen können

Wien ist anders!

Die Lernmethode wie das Bild oben zeigt, ist veraltet!

Welches Kind braucht noch zu wissen was ein Hase ist?

Andere Symbol Bilder müssen her:

Häupl
AMS
SPÖ
Wiener Wohnen
Magistrat
Wiener Linien
..........

Es würde mich interessieren...

...wieso die Kinder heute nicht mehr lesen lernen.

Als ich in die Schule ging, hatten wir vielleicht 2 Kinder in der Klasse, die sich anfangs beim Lesen schwer taten, aber die haben das auch bis zur 4. Klasse aufgeholt. Die meisten Kinder konnten schon vor Schuleintritt lesen und schreiben (ich selbst konnte es mit 4 schon).

Was hat sich verändert? Das Fernsehen kann es nicht sein, das gab es damals auch schon und es gab auch jeden Nachmittag und jeden Abend Programm. Ich habe selbst gerne Kindersendungen oder Familiensendungen angeschaut, das hat mich aber trotzdem nicht davon abgehalten, zu lesen.

Auch die Schulbücher können es nicht sein - meine Kinder haben auch die Lesebücher mit Mimi, Omi und Ami gehabt, genau wie ich ("Mimi und Omi gehen ins Haus.").

Die Lehrer (zumindest in der Schule meiner Kinder) sind sehr bemüht und die Anzahl der Kinder lag in der Volksschule bei etwa 25 Kindern/Klasse. Da ich nicht in Wien wohne, gibt es auch das Problem mit den vielen Migrantenkindern, die kein Deutsch können, nicht. Trotzdem fällt mir auf, dass viele Kinder nicht lesen können - sie erkennen die Buchstaben nicht einmal, geschweige denn, dass sie sie zusammenhängen und Wörter bilden können.

Mich erschreckt sowas...

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Re: Es würde mich interessieren...

Eine mögliche Erklärung wäre, daß wir heute über Mittel für schnelle Information verfügen, hauptsächlich elektronische Medien. Die Erwachsenen haben es stets eilig, im Berufs- wie im Privatleben. Infolge dessen benutzen sie immer schnellere Mittel zur Beschaffung von Information. Die Kinder nehmen dies auch wahr und lassen die Bücher als veraltete Mittel links liegen. Das Lesen von Büchern setzt auch Nachdenken voraus. Klassiker nahm man früher immer wieder in die Hände. Dazu hat man heutzutage keine Zeit außer in wirtschaftlichen Angelegenheiten.

Re: Re: Es würde mich interessieren...

Nun ja, aber das Medium, auf dem Text gelesen wird, sollte doch eigentlich irrelevant sein. Auch, wenn man im Internet Texte lesen will, muss man des Lesens mächtig sein.

Im Grunde ist es egal, ob jemand einen Text nun auf dem Computer, dem e-book oder im guten, alten Papierbuch liest, Hauptsache, man liest überhaupt.

Ich frage mich sehr oft, wie ein Kind, das nicht lesen kann, überhaupt ein Computerspiel spielen, im Internet surfen, Facebook bedienen, chatten, SMS schreiben, Schulaufgaben verstehen, Testfragen verstehen etc. kann. Überall hat man ja nicht bunte Bilderchen oder Icons, die selbsterklärend sind.

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Re: Re: Re: Es würde mich interessieren...

Sie haben im letzten Satz Ihres Kommentars die Antwort: doch, fast überall gibt es bereits bunte Bilderchen, die keineswegs das Lesen fördern. Deswegen läßt man die Bücher liegen, außer vielleicht Comics, die diese vereinfachte Wahrnehmung eingeleitet haben und jetzt selbst ein veraltetes Medium darstellen.

Masochismus


Man benötigt eine gehörige Portion Masochismus, ein dickes Fell, außerdem eine dienstrechtlich gut abgesicherte Situation, falls man es wagen möchte, auch nur einem dieser verkannten Genies eine schlechtere Note als 2 zu geben. Dem Mobbing aggressiver Eltern, die sich zu Anti-Lehrer-Kampagnen organisieren und zu dieser noch Rückenwind von Schulleitung und Stadtschulrat erhalten, hält man nicht lange stand.
Aber genau das ist ja gewollt: Wir brauchen ja "mehr Akademiker", haben "eh schon de facto eine Gesamtschule" usw., sodass weiteren Schlägen gegen Qualität an den Schulen Tür und Tor geöffnet sind.
Dahinter stecken nicht nur profilierungssüchtige Bildungspolitiker, sondern auch Kräfte aus der Wirtschaft, die ein Riesengeschäft wittern, das sich auf folgendem Weg umsetzen lässt:
- Erhöhung der Jugendarbeitslosigkeit
- Erhöhung der allgemeinen Arbeitslosigkeit
- Senkung der Löhne und Gehälter
- Erhöhung der Arbeitszeit
- Jederzeitige unentgeltliche Verfügbarkeit der Arbeitnehmer
- Streichung von Überstundenbezahlung
- Streichung von Arbeitsnehmerrechten
- Senkung von Sozialleistungen
- Senkung von Krankenständen
- Erhöhung von Abhängigkeiten
- Verdienen mit Privatschulen
- Kontrolle der Zukunftschancen zugunsten der eigenen Klientel

Diese Ziele lassen sich leicht erreichen durch:
- Vernichtung des Ansehens des Lehrerstandes und ihrer Glaubwürdigkeit
- Schlechte Bezahlung des Lehrerstandes
- Zerstörung funktionierender Schulformen.

Gast: Onkel Hans
27.09.2012 19:11
3 0

LOL


Wir ernten jetzt jahrzehntelange SPÖVP-Politik.

Zeitverzögert wird SPÖVP auch den Volkszorn ernten. Freu mich schon diebisch darauf (als Zuseher natürlich).

Gast: Verräter BS_Lehrer
27.09.2012 19:09
2 0

Auftrag von "GANZ OBEN"

Ich als Lehrer bin immer diesem Druck von "GANZ OBEN" ausgesetzt und alle Schüler werden "DURCHGEWUNKEN"!

Befehl von den Vorgesetzen und höher!

So schauts in Österreich aus!

Wenn man sich dagegenstellt wird man stark benachteiligt.

3 0

Schulerfolge

Wie die Schulzeugnisse (super!), so auch das Bildungsniveau der jungen Arbeitskräfte. Oder liege ich vielleicht etwas daneben? Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer jungen Angestellten (ohne Migrationshintergrund). Irgend wie war die Rede von Goethe. Sie fragte, wie man diesen Namen schreibt. Meine Antwort: wie der deutsche Dichter. Darauf kam etwas gereizt: "I kenn kan deutschen Dichter".

Re: Schulerfolge

Mir fällt auch extrem auf, dass sich vor allem Jugendliche im Teemageralter und junge Erwachsene für nichts zu interessieren scheinen. Sie wollen auch nichts machen im Sinne von Hobbys oder Aktivitäten nach der Schule.

Wenn man sie nicht dazu zwingt (klingt jetzt hart, muss aber manchmal sein), dann sitzen sie nur brütend im Zimmer vorm Computer oder vorm Fernseher oder spielen mit dem Handy herum.

Deshalb gibts bei meinen Kindern auch keinen Fernseher im Zimmer und Internet gibts nur für Recherchetätigkeiten für die Schule. Spielekonsole haben wir auch keine, gespielt darf am Computer werden, aber nicht stundenlang.

Das pisst zwar meine Söhne ziemlich an, aber ich habe keine Lust auf vor sich hinbrütende, desinteressierte, sich von allen abkapselnde Teenager im Haus.

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sozialistische Bildungspolitik


In Volksschulen werden Lehrer

von vielen Direktorinnen angehalten keine schlechteren Noten als eine 2 zuvergeben!

Antworten Gast: Sprachpolizist
28.09.2012 18:27
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Merke:

..."als einen Zweier" heißt das bei uns!

Re: In Volksschulen werden Lehrer

"Angehalten" ist sehr höflich formuliert. Meine Frau ist selbst Lehrerin an einer KMS in Wien. Selbst in Privatschulen sind LehrerInnen vor Eltern nicht (mehr) sicher wenn sie eine der tatsächlichen Leistung entsprechende Benotung an ihren Kindern vornehmen wollen, die schlechter als befriedigend ist.

Gerade beim Übertritt von der 4. Klasse Mittelschule in eine berufsbildende höhere Schule oder die Oberstufe eines Gymnasiums kommt es oft zu verbalen Entgleisungen, ja Nötigungen, wenn nicht mindestens ein Zweier (2) im (Semester)-Zeugnis steht.

Bevor sich LehrerInnen anpöbeln lassen - sogar an katholischen (sic!) Privatschulen - loben sie die SchülerInnen eben nach oben. Spätestens bei der Zentralmatura kommt dann das ernüchternde Ergebnis ...

Die Jugend ist das Spiegelbild unserer Erwachsenengesellschaft. Was man hier teilweise zu sehen bekommt ist dramatisch. Warum soll es dann bei unseren Kindern anders sein. Wir leben ihnen vor wie es geht: Ignoranz, Selbstüberschätzung, Überheblichkeit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen, Materialismus, Fun Factor im Vordergrund usw.

Was das alles mit dem Lesen und seiner Bewertung zu tun hat? Wer es bis hierhin geschafft hat sinnzusammenhängend zu lesen wird wohl den Sinn dahinter verstehen.

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Re: Re: In Volksschulen werden Lehrer

Die Zentralmatura wird vom Niveau her so sein, dass 40% nicht gefordert sind, damit ja alle durchkommen. Damit wir die Akademikerquote erhöhen, warum auch immer.

Ein Schuss in den Ofen! Zentralmatura mit frei wählbaren Schwierigkeitsstufen wäre die einzige Möglichkeit um differenzieren zu können...

9 0

Nachdem man ja politisch korrekt Pfosten nicht mehr als solche bezeichnen darf,

und noch weniger, wenn sie sozialsystemmigrantischen Hintergrund haben, darf man sie natürlich schon gar nicht dementsprechend benoten.

Das stört die Jubelstatistiken.

Gast: Pips
27.09.2012 17:51
13 0

Die

Lehrer sind angehalten möglichst keine schlechte Benotung durchzuführen. Ein Teil hält sich an die Vorgaben der Direktion. Der andere Großteil tut es auch um sich die endlosen Diskussionen und Beschimpfungen durch die Eltern zu ersparen. Diejenigen, die tatsächlich den Leistungen entsprechend benoten werden geächtet und beschimpft und als unfähig die Kinder "auszubilden" abgestempelt.

Re: Die

In der Regel ausgeben von Dorffunktionären der SPÖ!

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Frage:

Wie werden in Österreich Lehrer evaluiert? Nach dem Notendurchschnitt der unterrichteten Schüler?

Gast: Read my lips
27.09.2012 17:29
6 0

Was wird nicht alles

für Wählerstimmen verschenkt. Die SPÖ um jeden Preis um Machterhalt bemüht.

nix

verstehen genau wie die Eltern halt

Gast: Insider813
27.09.2012 16:57
11 0

Ist eh bekannt

Das wissen Haupt- und Mittelschullehrer in Wien schon seit langem. Die Volkschullehrer machen sich das Leben nicht schwer, korrekte Benotungen könnten ja auf den Lehrer zurückfallen ( schlechter Lehrer, fauler Lehrer, inkompetenter Lehrer), so frisiert man die Bilanz halt auf. In den letzten 10 Jahren ist das im Stadtschulrat mit seinen vielen Ober-, Unter-, Vize- und Bezirksschulinspektoren ja niemanden aufgefallen. Dass die Lesekompetenz der Volkschüler in Wien zu wünschen übrig lässt, ist seit langem bekannt. Verpflichtende Lesetests nach der 2. Volkschulklasse hätte man schon vor 20 Jahren einführen müssen, da ist jedoch die Personalvertretung dagegen, denn da hätte man ja hinterfragen müssen, wie es das gibt, mangelnde Lesekompetenz aber gute Deutschnoten. Übrigens, Inspektionen müssen immer vorangekündigt werden, damit der Lehrer eine optimale Stunde vorbereiten kann.

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tja

wenhn die eltern vor der tür stehen mit der gesamten extended family und lautstark verkünden: "ich weiß wo dein haus wohnt" wird sich die lehrkraft 100 x überlegen etwas anderes als ein sehr gut zu vergeben.

Antworten Gast: VVS
27.09.2012 18:18
3 0

Ursachenverdrängung macht es auch nicht besser.

Sie negieren das wahre Problem: mangelnde Lesekompetenz in weiten Teil der österreichischen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund, vor allem in der Unterschicht und am Land ...

Antworten Gast: bärig
27.09.2012 18:12
1 0

Re: tja

Leider schauderhaft aber wahr!

Gast: Defender
27.09.2012 16:53
11 0

Die sogenannten Experten

sollen einmal erklären, wie es möglich war,
daß Kinder aus Familien von Arbeitern und kleinen Gewerbetreibenden, die in der Zeit nach 1945 Volks-und Hauptschulen besuchten, da sie aus finanziellen Gründen gar keine anderen Möglichkeiten hatten, einwandfrei
Lesen , Schreiben und Rechnen beherschten und in vielen Fällen berufliche Karrieren bis hin zu leitenden Positionen hinlegten!

a) Waren die Lehrer besser?
b) War das alte Schulsystem besser?
c) War der IQ und Fleiß der Schüler höher?
d) War die Erziehung im Elternhaus wirksamer?

Vor der Beantwortung dieser Fragen werden sich die zuständigen Politiker und ihre Experten,
wie zu erwarten ist, wieder einmal drücken.....


 
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