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Tirol: Platter hält Bildung als Ländersache für denkbar

28.09.2012 | 15:44 |   (DiePresse.com)

Sollte auf Bundesebene weiterhin "über Jahre Stillstand" herrschen, sollten die Länder die Bildungspolitik selbst die Hand nehmen, so der Landeschef.

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Nach seinem Vorstoß für eine Gesamtschule für alle Zehn-bis 14-Jährigen hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) eine mögliche Zuständigkeit der Bundesländer für die Bildung analog zum deutschen Modell ins Spiel gebracht. Sollte die Bundespolitik weiterhin "über Jahre keine Ergebnisse" liefern, sollten die Bundesländer die Bildungspolitik "in die Hand nehmen", sagte Platter am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

"Das ist denkbar, wenn keine Bewegung reinkommt", erklärte der Landeshauptmann. Dennoch trete er aber derzeit weiter dafür ein, dass die bildungspolitischen Ziele vom Bund vorgegeben werden. Man halte in Tirol die "Diskussionsverweigerung" nicht mehr aus, der "bildungspolitische Stillstand" im Bund sei "nicht akzeptabel". Platter wiederholte dabei die Kritik an seiner eigenen Partei, da sie "zu wenig Bewegung" zeige.

Als Hauptverantwortliche für den Stillstand machte der Landeshauptmann jedoch Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) aus. Wenn man wie diese "überhaupt nichts weiterbringe", sollte man auch nicht eine Debatte darüber beginnen, dass die Frage der Gesamtschule künftig eine Koalitionsbedingung für die SPÖ sein werde. "Das sind einfach Sprüche, die da geklopft werden", meinte Platter.

Arbeitsgruppe zu Gesamtschule gestartet

Überdies berichtete der Landeschef, dass am Freitag eine Expertenkommission mit der Arbeit am Tiroler Pilotprojekt für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen begonnen habe. Das Modell mit einer "bestmöglichen Differenzierung" soll bis zum Frühjahr 2013 fertig sein. Im Herbst 2014 soll der Schulversuch schließlich starten, kündigte Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) an. Bis dahin soll auch die Standortfrage geklärt sein und der Schulversuch entweder in der Stadt Innsbruck oder einer anderen Region Tirols durchgeführt werden.

Palfrader schloss nicht aus, dass am Ende des Pilotprojektes die Unterstufe des Gymnasiums obsolet sein werde. Dies sei letztlich aber "keine landesgesetzliche Entscheidung", fügte sie hinzu. Platter räumte ein, man habe nicht die Absicht, die Unterstufe abzuschaffen. Es gehe vielmehr darum, dass im Gymnasium auch eine "Offenheit besteht", ähnliche Unterrichtsmöglichkeiten wie im Tiroler Schulversuch zuzulassen.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: Aha
30.09.2012 14:24
1 0

Wie Bauordnungen

Freilich geht das. Jedem Land seine Besonderheiten.

Bei den Bauordnungen zeigen uns die Länder dies vor. Jedes Land pflegt sein Spezifikum. Die Fertighaushersteller können ein Lied singen.

Es funktioniert ja auch beim Jugendschutzgesetz. Eine Vereinheitlichung wird schon Jahre lang beraten.

Und der Euro kämpft mit Schwierigkeiten, weil er nicht den Ruf der Regionen hört.


Gast: Hellmesberger
30.09.2012 13:01
1 0

Es ist ja schon die Bildungspolitik an sich

in diesem Land ein Debakel. Aber wie kommen die armen Tiroler eigentlich dazu, in puncto Analphabetismus noch die Ausreißer nach unten abgeben zu müssen, nur weil dort ein Alpen-Ceausescu mit dem Bildungshorizont eines Baumschulabbrechers Visionen hat?

2 0

Der platte Platter ist für den Gesamtschulhaufen -

es geht nicht ahnungsloser.

ah ja

das LAND tirol befindet, dass BUNDESgymnasien obsolet seien. hm, es würde wohl genügen, wenn sich die herrschaften um den landeskram kümmern würden...

Gast: BKM
29.09.2012 16:18
4 0

denkbar

Ich halte Tirol (und Österreich) ohne den Politiker Platter für denkbar.

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Oje!!

Da fällt mir aber bei einigen Bundesländern nichts Gutes ein.

Gast: Contradictio
28.09.2012 18:45
4 0

Platter widerspricht sich selbst

Platter will auf Landesebene genau das umsetzen, was Schmied auf Bundesebene vorgibt. Von wegen Stillstand. Mit Adjutanten wie Platter wird es Schmied noch weit bringen....

Gast: Dorfgendarm
28.09.2012 17:17
5 0

Literaturempfehlung

Thomas Rietzschel: Die Stunde der Dilettanten

ach ja

vorige Woche gab er teilweise kluge Dinge von sich - jetzt ist er wieder der "alte" Platter

Markige Sprüche

Sollte die Bundespolitik weiterhin "über Jahre keine Ergebnisse" liefern, sollten die Bundesländer die Bildungspolitik "in die Hand nehmen", sagte Platter. Die Bundesländer mauern ebenso, man denke nur an das Thema alle Landeslehrer in den Bund zu überführen. Nun startet Platter einen eigenen Schulversuch Gesamtschule, der wievielte Schulversuch ist das eigentlich? Platter hätte die Unterrichtsministerien auffordern sollen die Ergebnisse der bisherigen Schulversuche zu veröffentlichen. Die Güte der Gesamtschule wird nur behauptet, den Beweis sind die Verantwortlichen noch schuldig geblieben.

Gast: Magerl K
28.09.2012 16:11
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28.09.2012 | 15:44 | (DiePresse.com) Sollte auf Bundesebene weiterhin "über Jahre Stillstand" herrschen, sollten die Länder die Bildungspolitik selbst die Hand nehmen, so der Landeschef.

Eine ganz schlechte Idee, da ja die Anforderungen, Leistungen und Inhalte innerhalb Österreichs vergleichbar sein müssen.

Viel einfacher wäre es, die sich gänzlich fehl am Platz befindliche und unfähige Rote Ministerin auszutauschen!

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