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Ethik für alle kostet 90 Millionen Euro pro Jahr

01.10.2012 | 17:04 |   (DiePresse.com)

Das Unterrichtsministerium hat drei verschiedene Varianten berechnet. Ethik als alternativer Pflichtgegenstand würde pro Jahr 40 Millionen kosten.

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Die Einführung eines Fachs Ethik in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe; berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS) würde je nach Modell zwischen 25 und 90 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich kosten. Das zeigen Modellrechnungen des Unterrichtsministeriums zu drei Varianten eines Schulfachs Ethik, die am Montag an das Parlament übermittelt wurden. Die Kosten für die Ausbildung und Lehrmaterial sind in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.

Der Bericht soll Grundlage für eine Diskussion des Themas auf breiter parlamentarischer und gesellschaftlicher Basis über den Kreis der Regierungsparteien hinaus sein, heißt es in einer Aussendung des Unterrichtsministerium. Die drei Modelle sollen dabei verschiedene Positionen bei der parlamentarischen Enquete im Frühjahr 2011 abbilden.

Würde "Ethik" als alternativer Pflichtgegenstand zum Religionsunterricht eingeführt, würde das pro Jahr rund 40 Mio. Euro kosten. Dieses Modell entspricht dem Schulversuch "Ethikunterricht", der derzeit kostenneutral an rund 200 Standorten durchgeführt wird: Nur Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, erhalten Ethikunterricht. Das Ministerium ist in seiner Berechnung davon ausgegangen, dass etwa 30 Prozent der Schüler der Sekundarstufe II betroffen wären. Diese Variante wird von der ÖVP und Kirchenvertretern bevorzugt.

Würde Ethik als eigenständiger zusätzlicher Pflichtgegenstand für alle Schüler eingeführt, würde das bei einer Wochenstunde pro Schulstufe 45 Mio. Euro zusätzlich pro Jahr kosten, bei zwei Wochenstunden wären es rund 90 Mio. Euro. Diese Variante wird von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) forciert.

Die günstigste Möglichkeit wäre es laut Bericht, Ethik zum Bestand des Lehrplans eines Pflichtgegenstands (z.B. Psychologie/Philosophie) zu erklären. Würde dafür die Stundentafel der Sekundarstufe um zwei Stunden erhöht, würde das 25 Mio. Euro zusätzlich kosten. Ohne Aufstockung der Stundentafel wäre eine Abdeckung von Ethik in verwandten Fächern kostenneutral möglich, heißt es in dem Bericht.

Muslime für Kurz-Modell

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat sich am Montag für das von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) erarbeitete Konzept ausgesprochen, wonach Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, zum Besuch von Ethikunterricht verpflichtet werden. Ethikunterricht dürfe kein Ersatz des konfessionellen Religionsunterrichts sein und nicht zu dessen Schwächung führen, betonte die IGGiÖ am Montag in einer Aussendung.

Religionsunterricht an Österreichs Schulen sei unabhängig von der Konfession ein wichtiges Mittel zur Identitätsfindung, und das Wissen über eigene und andere Religionen und Weltanschauungskonzepte bilde die Grundlage für ein respektvolles Miteinander. "Daher sollen alle Schülerinnen und Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, die Möglichkeit bekommen, diese durch den Ethikunterricht vermittelt zu bekommen", heißt es in der Aussendung.

Katholische Aktion: Religion als Recht

Unterstützt wird das VP-Konzept auch von der neu gewählten Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), Gerda Schaffelhofer. Diese bezeichnete in einer Stellungnahme gegenüber der Kathpress konfessionellen Religionsunterricht als ein Recht des Kindes und ein vorrangiges Bildungsziel. Es sei "begrüßenswert, wenn Kinder und Jugendliche, die ohne religiöses Bekenntnis oder vom Religionsunterricht abgemeldet sind, wenigstens einen Ethikunterricht besuchen sollen".

Denn auch diese Schüler bräuchten Hilfestellungen, um ihre Lebensorientierung zu finden. Gleichzeitig kündigte Schaffelhofer an, Tendenzen, die einen allgemeinen Ethikunterricht als Ersatz für den Religionsunterricht forcieren und diesen zur Privatsache erklären, "mit Entschiedenheit entgegenzutreten".

(APA)

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31 Kommentare
 
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Gast: selberlehrer
02.10.2012 15:12
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Ethik ist

eien eigene Wissenschaft dun kann vom Fach Psycho/ Philo sicher nciht ersetzt oder abgedeckt werden. Die Schüler brauchen ein eigenes fach, in dem sie über die ihnen begegnenden Werte diskutieren und lernen können.
Dafür gibt es eine eigene Ausbildug, die dann jeder so ausgebildete Lehrer unterrichten kann (unabhängig vom bisjerigen Fach).
Ethikunterricht ist in unserer multikulturellen Gesellschaft mit ihren oft widersprüchlichen Werten unerlässlich. Wo sollen sie es denn lernen? Die anderen Fächer haben dafür aufgrund des eigenen Lehrstoffs keine Zeit.

Ich bin dafür

dass die Leute, die nicht am Sonntag vormittag in die Kirche gehen, dafür zwangsweise in ein Vereinsheim gehen müssen um dort von Lehrern darüber belehrt zu werden, was ordentliches Leben bedeutet.

Was für ein Kasperltheater...

Das Geld wäre wohl besser für Entwicklungshilfe oder zumindest für eine Ethikeinschulung für unsere Politiker ausgegeben.

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Fehlende Ethik...

Die fehlende Ethik der Politiker kosten dem Steuerzahler noch viel mehr.

Gast: Little Nemo
01.10.2012 20:22
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Ich stell mir gerade vor!

Hänschen kommt von der Schule nach Hause,und Papi fragt ihn was er heute gelernt hat.

Hänschen sagt Ethik:

Papi sagt.

Was ist denn dass wieder, hab ich noch nie gehört.

Gast: b745
01.10.2012 19:56
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und die kirche kostet 3,5 milliarden


Antworten Gast: devil muttalib
01.10.2012 20:28
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Re: und die kirche kostet 3,5 milliarden

Du solltest bei deinem Herrn bleiben.

jaja

das ganze wäre freiwillig und man weiss jetzt schon, was es kostet - wurscht, wieviele schüler das angebot annehmen würden. ist das planwirtschaft?

Gast: sparferkeleien
01.10.2012 19:15
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wie immer

nehmts es halt wieder von den behindertenstunden wie schon seit jahren... dort gibts keine berechnungen sondern nur mehr kürzungen - im ethikunterricht könnts dann solche Ferkeleien erklären, ....

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Kommunalkreditmoral wäre sicher eine Bereicherung.


Gast: Zweifel tut not
01.10.2012 18:36
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Sparen?

Schon wieder wird Geld zum Fenster rausgeworfen.

Gast: Eltern
01.10.2012 18:26
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Ethik ist doch für die Katz.

Was nützt die ganze Ethik wenn die Lehrer nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Lehrer haben mit jeder Unterrichtsstunde die Gelegenheit ein ethisch vorbildliches Verhalten zu zeigen. Das bringt mehr als jede Unterrichtsstunde und kostet nicht extra.

Turnen statt Religion bringt den Kindern wirklich was.

Antworten Gast: rudiratlos999
01.10.2012 23:28
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Re: Ethik ist doch für die Katz.

Weg mit der Ethik. Nehmen wir uns ein Beispiel an unseren Politikern.

Antworten Gast: miteinaderuns
01.10.2012 19:17
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Re: Ethik ist doch für die Katz.

alles brächte mehr als dieses doofe religions und ethikgelaber. werte werden nur durch beispiellernen weitergegeben, da kann man ethik bis zum umfallen quasseln

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Sie sind herzlich eingeladen, ein Vorbild

für Ihre Kinder zu sein.
Auch die Schule sollte auf Ihr Talent nicht länger verzichten müssen.

Gast: vergilius
01.10.2012 18:23
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liebe atheisten und freidenker

bitte wieder rasch zusammenrotten! gastname ist wurscht; es muss jedenfalls so ausschauen, als ob ihr über 100 seid.

Re: liebe atheisten und freidenker

Traurig, aber wir sind nun mal die am schnellsten wachsende Erkenntnis der Erde! Erzählen sie das mal ihrem imaginären Freund...

Re: liebe atheisten und freidenker

wollen sie etwa sagen, dass sie nicht frei denken?

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Man sollte auch über die Kommunalkreditbank auf

breiter gesellschaftlicher und parlamentarischer Basis diskutieren.
Nach den Wahlen wird es interessant.

Gast: netzwerker5
01.10.2012 17:49
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die beste variante

Wenn die heute in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gelebten Werte in einen "Ethik"-unterricht einfliesse, muss man dagegen sein. Eine inzwischen werte-los gewordene Gesellschaft
voll von Egomanen möge ja nicht den Anspruch auf Solidarität erheben. Es wird in Europa spannend, wohin sich die Gesellschaft entwickelt. Wir haben doch viel zu viele Alte - wer soll das bezahlen? Wir haben so viele Arbeitsunfähige - wer soll das auf Dauer finanzieren? Wer wird sich politisch diesen Alltagsfragen stellen? Hoffentlich kein Egomane!

Gast: HUBERTUS
01.10.2012 17:35
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Merkwürdig...

"respektvolles Miteinander" sind doch wohl Fremdwörter für die meisten Religionsausübenden. Wenn es ein Recht zur freien Religionsausübung gibt, gibt es auch das Recht keine Religion zu haben. Wieso sollte man sich nach dieser Entscheidung also dazu zwingen lassen etwas über Religionen zu lernen. Da sollte man lieber von den einzelnen Religionsgemeinschaften die Annerkennung und Umsetztung der für alle gültigen Menschenrechte wie Gleichheit der Geschlechter, Meinungsfreiheit, Recht auf körperliche Unversehrtheit etc. einfordern.
Religionsangehörige dürfen aber immer noch frei sexistisch sein, missionieren, verstümmeln etc. Von Atheisten wird aber Verständnis und ethische Bildung verlangt. Zu "Kurz" gedacht. ***g***

Gast: NocheinParteiloser
01.10.2012 17:17
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Denen muss es doch die letzten Sicherungen durchgebrannt haben!

90 Millionen an zusätzlichen Zwangsabgaben damit die Bürger in einen Ethikunterricht gezwungen werden können?

Ein Ethikunterricht, welcher den Lehrplan per Gesetz von ethisch am Boden zerschellten Parteibonzen bekommt?

Die Totalversager können doch nicht einmal ein Zipfelchen des eigenen Versagens greifen, das eigene Versagen auch nicht mehr in Promillewerten begreifen.

Es gibt keine weitere Gruppe, welche ethisch so kaputt ist wie die Parteibonzen. Diese Typen wollen nur einen Ethikunterricht für die Anderen machen?

Diese Typen sollten die Österreich endlich entsorgen und einen Massenexport in die Wüste Gobi organisieren!

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Re: Denen muss es doch die letzten Sicherungen durchgebrannt haben!

Achtung! Der Geifertopf kocht wieder über und ergeht sich in wüsten und pauschalen Beschimpfungen von Leuten , die ihm persönlich nicht einmal bekannt sind!!!

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Jetzt wissen die Glaubensgemeinschaften wenigstens,

was sie von SPÖSchmied zu halten haben.

Hört auf mit solchen Blah-Blah-Fächern

Lehrt was handfestes! Mathe, Lesen, Informatik, Technik allgemein, Sprachen, Künstlerisches, Gesundheit, Sport, Projektarbeit, Wirtschaft....

Hat irgend jemand gehört, Ethik als Schulfach spiele in den schulisch erfolgreichen Ländern (Finnland....) oder in aufstrebenden Wirtschaftsnationen irgend eine wichtige Rolle?

Ethik sollte sich in hohem und gutem Arbeitseinsatz der Lehrer, in hochqualitativen Lehrplänen und in guter Ausstattung der Schulen zeigen; nicht als Blah-Blah-Fach welches Zeit und Geld stielt.

Übrigens ist der ÖVP-Gedanke den freiwilligen Religionsunterricht, welcher von Religionsgemeinschaften durchgeführt wird, als vollwertigen Ersatz für ein staatliches Pflichtfach herzunehmen, vollkommen jenseitig. Das passt in Länder wie wie Vatikan, Saudi-Arabien, Iran etc..

Wenn der Ethikunterricht an der Schule schon so teuer ist ...

... mag ich mir nicht ausmalen wie viel Geld wir für den Religionsunterricht beim Fenster rauswerfen.

 
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