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Schmied: Jein zu Gesamtschule als Koalitionsbedingung

02.10.2012 | 13:33 |   (DiePresse.com)

SPÖ will Gesamtschule als „unabdingbar“ in ein neues Regierungsprogramm aufnehmen. Was das aber konkret bedeute, sei Frage der "semantischen Auslegung", so die Ministerin.

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Die Unterrichtsministerin wand sich bei der Präsentation des Bildungsantrags, über den der SPÖ-Bundesparteitag in knapp zwei Wochen entscheiden wird. Und zwar deshalb: Die SPÖ will die Gesamtschule als „unabdingbar“ in ein neues Regierungsprogramm aufnehmen. Was das genau bedeutet, darauf wollte sich Claudia Schmied allerdings nicht festlegen: Es sei, so Schmied bei der Pressekonferenz am Dienstag, eine „Frage der semantischen Auslegung“.

Für Schmied ist es zunächst wichtig, „dass sich die Partei eindeutig positioniert“  – die Gesamtschule solle bis 2018 Hauptschule und AHS-Unterstufe ablösen. Doch inwiefern diese Position aber in Koalitionsverhandlungen umgesetzt werden könne, hänge von Wahlergebnis und Verhandlungssituation ab – und schließlich liege es am SPÖ-Parteivorsitzenden Werner Faymann, welche Punkte in welcher Form und in welcher Detaillierung umsetzbar seien.

Mayer: „Kann keine Zweifel geben“

Weniger vorsichtig zeigte sich Bildungssprecher Elmar Mayer: Wenn der Antrag vom Parteitag mit großer Mehrheit verabschiedet werde, „kann es wohl keine Zweifel geben, was in einem neuen Koalitionspapier drinnen sein muss“. Dass in dieser Frage innerhalb der SPÖ Uneinigkeit herrscht, ist nicht neu: SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter hatte zuletzt betont, dass es um eine Bedingung handle, Kanzler Faymann und Klubchef Josef Cap sahen das anders.

Generell zeigte sich Schmied „dankbar“ für den Antrag, den sie als „klare Positionierung der SPÖ als bildungspolitische Kraft“ und „fundamentale Unterstützung ihrer Reformtätigkeit“ interpretiert. „Großes Ziel“ der SPÖ sei eine „gemeinsame ganztägige Schule der Zehn- bis 14-Jährigen“, die derzeitige Neue Mittelschule sei nur ein „Etappenziel“. Dazu Mayer: „Es ist für mich ganz klar, dass das aufzunehmen ist in ein neues Koalitionsprogramm.“ Man habe das Wort „unabdingbar“ gewählt, „weil wir es ernst meinen“.

Kindergarten, Pädagogische Unis und Co.

Insgesamt listet das Papier neben der Umsetzung der Gesamtschule bis 2018 weitere zehn Punkte auf:

  • Klare Regelung der Kompetenzen bei Kindergärten und flächendeckendes Angebot an Ganztagseinrichtungen (ohne Festlegung darauf, wo diese Kompetenzen schließlich liegen sollen)
  • Längerfristig zumindest die Möglichkeit, Kindergartenpädagoginnen auf tertiärem Niveau auszubilden (wenn auch nicht die Pflicht für alle).
  • Ausbau der Pädagogischen Hochschulen zu Hochschulen für Pädagogische Berufe auf universitärem Niveau, also den vielzitierten pädagogischen Unis.
  • Neues, leistungsorientiertes Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrer sowie Unterstützungspersonal in den Schulen.
  • Vorrang für Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen in der Volksschule.
  • Neue Lehr- und Lernkultur mit individueller Förderung.
  • Ausbau von Ganztagsbetreuung vom Kleinkind bis zur Oberstufe, sodass allen Eltern in zumutbarer Entfernung ein derartiges Angebot zur Verfügung steht.
  • Doppelgleisigkeiten in der Schulbürokratie entflechten, sowie mehr Schulautonomie (auch hier explizit unerwähnt bleibt die Frage nach Landes- oder Bundeskompetenz)
  • Direktwahl der Landes- und Bundesschülervertretung
  • Stärkung der Schulpartnerschaft (Schüler, Lehrer, Eltern)

(beba/APA)

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51 Kommentare
 
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hm ...


Wenn es um macht und hochtdotierte tolle Versorgungsposten geht, um die Möglichkeit, auf Kosten der Steuerzahler die Medien für parteifreundliche Berichterstattung zu kaufen, opfern sie sogar ihr Lieblingskind Gesamtschule.

Gast: steirischer brauch
04.10.2012 06:49
6 0

Egal wohin, Hauptsache, wir sind schneller dort!

Genau so scheint momentan die SPÖ-Gesamtschulhysterie zu funktionieren.

Dabei ist dieses System gerade dabei, ganz glamourös abzustürzen, die beiden versprochenen LehrerInnen (männliche Lehrer gibt es ohnehin bald keine mehr) in der Klasse gibt es in vielen Fällen nicht mehr, weil das Ganze im Vollausbau nicht finanzierbar ist, aber das erkennt ja die ehemalige Frau Bankdirektorin anscheinend nicht.
Und wie soll ich auch überall 2 Lehrerinnen in der Klasse stehen haben, wenn es keine mehr gibt?
Das geplante neue Lehrerdienstrecht ist für junge Leute dermaßen uninteressant, dass sich dafür eigentlich nur mehr Masochisten entscheiden können (z.B. wird kolportiert, dass man 13 Jahre in der ersten Gehaltsstufe bleiben soll - da wird der Andrang für diesen Job "gewaltig" sein).

Ja, und ich finde, wenn schon Kindergärtnerinnen (langfristig) die Uni machen müssen, dann möchte ich, dass meine Gemüsestandlerin zumindest den "Bachelor" in Biologie gemacht hat, was sein muss, muss sein!
Und dass mein Fleischhauer die Veterinäruni abgeschlossen hat, ist sowieso Voraussetzung für den (pädagogisch) erfolgreichen Verkauf von Schnitzeln und Faschiertem.

Irgendwie ist es schon traurig, wie ein an sich nicht so schlecht funktionierendes (aber von "Experten" schlechtgeredetes) Schulsystem systematisch filetiert und verschlechtert wird - alles unter dem Deckmäntelchen von "Reformen".

Gast: spark
03.10.2012 16:30
1 0

der ministerin

wird das lachen auch noch vergehen.

Antworten Gast: verdrossen
05.10.2012 21:11
0 0

Re: der ministerin

hoffentlich

10 0

Übel NMS

Nur wenige Tage sind seit dem Schulbeginn vergangen und es mehren sich in in großem Umfang die Probleme in dieser Schulart. Lehrer verzweifeln, werden krank, einen Zweitlehrer gibt es oft gar nicht mehr, die so Alleinstehenden bekommen aber keine Abschläge für die Mehrarbeit in den Mischmasch-Klassen (schwierige Bedingungen) und es gibt weit und breit keinen Ersatz für die Ausfälle. Die Lehrer wollen jetzt schon nicht mehr, sie werden aber in Zukunft verpflichtender Weise 25% mehr Stunden machen müssen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die "Hochglanzansagen" der Fr. Frau Schmied verblassen in der Praxis vollkommen- in meinen Augen ist das Betrug an den Kindern, den Eltern und Folter für die Lehrer. Wo sind die vielen neuen und besseren Lehrer?

Re: Übel NMS

der absolute wahnsinn, was die mit der nms angefangen haben.

4 0

Re: Übel NMS

Der Geamtschulhaufen ist ein Schaden für alle Beteiligten. Aber das ist den Ideologen völlig wurscht.

Gast: dirge
03.10.2012 10:39
6 0

alle lehrer, die ich kenne

wollen nur mehr zum frühest möglichen termin das handtuch schmeißen. ich auch.

Gast: bärig
03.10.2012 10:20
5 0

Forderungen

Wir Eltern fordern:
1) Ganztagsschulen für jene, die es wollen und brauchen- aber nicht verpflichtend!
2) Halbtagsschulen mit anschließender Nachmittagsbetreuung (Offene Schulen)- freiwillig, nicht verpflichtend!
3) Gesamtschulen UND Gymnasien! Aber die Gesamtschulklassen mit max. 15 Kindern und mindestens zwei Lehrern in der Klasse, da dort eher lernschwache und verhaltensauffällige Kinder zu finden sein werden! Und woher soll das gut ausgebildete Personal dafür kommen?

In einer pluralistischen Gesellschaft muss es Angebote für ALLE Kinder geben! Dafür muss die Regierung eben Geld locker machen! Wir Bürger und unsere Kinder haben ein Recht darauf!

Schon interessant ...

... da werfen die einen Ideologen (links oder rechts) den anderen ideologische Vergewaltigung vor, ohne zu erkennen dass sie selbst einer Ideologie (=Parteireligion) auf den Leim gegangen sind und somit nicht mehr fähig sind, ein gesellschaftliche Herausforderung pragmatisch und sinnvoll zu lösen!

Ein gutes tun allerdings unsere Lehrer dazu, die ordentliche Privilegien zu verteidigen haben und somit die Ideologie der Bauernpartei "Die Frau hinterm Herd" massiv verteidigen müssen!

langsam werden mir leute unsympatisch

die ihre schwachsinnigen ideologien allen anderen aufdrängen wollen.

Gast: Erstaunter
02.10.2012 20:20
6 1

endlich Gewissheit

na dann weiß ich endlich, was ich sicher nicht wählen werde

Gast: Klupsch A
02.10.2012 19:47
10 2

SPÖ will Gesamtschule als „unabdingbar“ in ein neues Regierungsprogramm aufnehmen

Unabdingbar, das Lieblingswort dieser starr und eigensinnigen Ministerin.

Hoffentlich ist sie 2013 Vergangenheit.

Gast: trdlkhasd
02.10.2012 19:00
1 1

Reformen der richtige Weg - Pädagogik und Inhalte, aber auch Stärkung der Schüler liegen unverändert bei den Lehrern und deren fachlichen und persönlichen Kompetenzen...

Wenn Schmied grundsätzlich davon überzeugt ist, sich semantisch den Forderungen anzunähern, so ist der Raum für Diskussionen noch offen, wodurch im Idealfall nicht nur das beste Koalitionsübereinkommen bzw die beste Koalitionsforderung inhaltlicher Natur zustande kommt, sondern auch das beste und flexibelste Schulmodell mit dem größtmöglichen individuellen Nutzen in Wissens-, Sozial- und Selbstkompetenz, das Österreich je hatte.

Ich finde es immer noch faszinierend, dass sachlich vorgetragene Argumente, die aus einer Vielzahl an international gezogenen Vergleichen und Erfahrungen sowie auf europäischer Ebene festgelegter Zielsetzungen mit Umsetzungsvereinbarung entstammen und unabhängig von politischer Ideologie zu einer langfristigen Verbesserung der Kompetenzen möglichst vieler Kinder führen, an einer einzelnen Person und deren bisherigem beruflichen und privaten Werdegang als schlecht per se abqualifiziert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die BM persönlich die didaktischen Modelle im Detail für alle Fächer und Schulstufen ausarbeitet und die kindliche Psyche theoretisch und praktisch analysiert, manipuliert und ideologisch formt ist gleich Null. Dafür hat sie Experten, vor allem aber alle ihr unterstehenden Lehrer, die mit den von Schmied eingeleiteten Reformen, deren oberste Managerin (nicht Ausführende!) sie ist, ihre jahrelangen Forderungen nach individuellerem und qualifizierenderem Unterricht besser eigenverantwortlich umsetzen können...!Einfach unterstützenswert

Antworten Gast: bärig
03.10.2012 10:28
1 0

Re: Reformen der richtige Weg - Pädagogik und Inhalte, aber auch Stärkung der Schüler liegen unverändert bei den Lehrern und deren fachlichen und persönlichen Kompetenzen...

Individueller und qualifizierter Unterricht kann nur dann stattfinden, wenn für ALLE Schüler etwas getan wird.
Derzeit gibt es für Kinder, die aus sozial problematischen Familien stammen, KEINE Unterstützung seitens der Schule, die wirklich sinnvoll ist! Es fehlt an Personal- zu wenig Beratungslehrer, viel zu wenig Schulpsychologen und an den Schulen selbst zu wenig Lehrer, die sich diesen Kindern ausreichend widmen können! Die sitzen in Klassen und hindern ihre Mitschüler am Lernen, weil sie diese beschimpfen, schlagen, fertig machen- und Lehrer können nur zuschauen!
Leidtragende sind Kinder aus der Mittelschicht, deren Eltern sich keine teure Privatschule leisten können!

14 1

Der Jugend reichts!

Ich verstehe vollkommen, dass die Jugendlichen über diese Taktiererei einfach nichts mehr hören wollen. Es ist entwürdigend, wie eine Partei (SPÖ), die bald eh nichts mehr zu fordern haben wird, großartig Bedingungen stellt und eine verdummte ÖVP nicht in der Lage ist, ein klares NEIN zu dieser miesen Gesamtschule zu sagen. Es kennt sich niemand mehr aus, es gibt keine Kriterien mehr und die korrupte Beliebigkeit feiert fröhlich Urstände.

Antworten Gast: bärig
03.10.2012 10:36
0 0

Re: Der Jugend reichts!

In vielen wiener Bezirken haben wir die Gesamtschule bereits- nämlich einige AHS, die Kinder besuchen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Es gibt vorliegende Vergleiche von Schularbeiten von Hauptschülern und AHS-Besuchern!
Der Niveauverlust vieler HS (nun NMS) in Wien ist das Resultat versäumter Reformen im Schulbereich. Es fehlt an Unterstützung für Kinder mit Verhaltensproblemen und ebenso für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Alle werden zusammengepfercht und bekommen KEINE wirklich gute, sinnvolle Förderung!

jein, genau.

die SPÖ will mit allen Mitteln an der macht bleiben. koste es was er wolle.

Gast: Hellmesberger (kein Lehrer)
02.10.2012 16:13
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Es reicht.

Die ÖVP soll sich jetzt ohne Wenn und aber (ebenfalls unabdingbar und als Koalitionsansage) dagegen erklären, statt mit ihren Alpendodeln und Hinterbänklern herumzutaktieren. Wenn das nicht geht: organisierter Wählerboykott.

Unabdingbar

ist für die SPÖ die Gesamtschule. Von den unzähligen Schulversuchen hat die Unterrichtsministerin noch kein Ergebnis bekanntgegeben. Es fehlt sowohl der erzielte Lehrerfolg als auch die Kosten im Vergleich zur Haupt- bzw Unterstufe Mittelschule. Unabdingbar ist die ehebaldigste Veröffentlichung dieser Ergebnisse.

Antworten Gast: bärig
03.10.2012 10:41
0 0

Re: Unabdingbar

Es gab seinerzeit die sogenannte IGS= Integrierte Gesamtschule in Wien, die einige Jahre wunderbar gelaufen ist, mit 3 Leistungsgruppen.

Gast: Hans im Glück
02.10.2012 15:40
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Ganztagesschule ... mag für manche praktisch sein

Ich will meine Kinder nicht den ganzen Tag von Oberlehrern bequatscht wissen.

Wenn schon dann soll ich sie abholen können wann immer ich will.

Antworten Gast: Arbeiter1
02.10.2012 18:20
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Re: Ganztagesschule ... mag für manche praktisch sein

Sie arbeiten nicht ganztags? Sie glauben nicht, das mehr Zeit mehr Wissen bringt?

Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
02.10.2012 19:29
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Re: Re: Ganztagesschule ... mag für manche praktisch sein

Es geht nicht um mehr Wissen es geht um mehr Weisheit.

Kinder sollen Kinder bleiben und nicht den ganzen Tag das richtige Wissen eingetrichtert bekommen.

Antworten Antworten Antworten Gast: bärig
03.10.2012 12:56
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Re: Re: Re: Ganztagesschule ... mag für manche praktisch sein

Und wer weiß schon, was das richtige Wissen ist!?

Antworten Antworten Antworten Gast: Arbeiter1
02.10.2012 22:35
0 0

Re: Re: Re: Ganztagesschule ... mag für manche praktisch sein

Mehr Weisheit? Sie wollen den Kindern Weisheit beibringen? Interessant...

Jedenfalls bin ich schwer davon überzeugt, das die Schule nichts anderes tut, als den Wissen beizubringen.

 
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