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Studie: Wiener Jugendliche fühlen sich überfordert

03.10.2012 | 16:50 |   (DiePresse.com)

Drei Viertel der Wiener Jugendlichen fühlen sich durch die Schule oder die Arbeit überfordert. Der Studienautor führt das auf permanenten Selektions- und Leistungsdruck zurück.

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Drei von vier Wienern im Alter zwischen 16 und 19 Jahren beklagen in einer aktuellen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, dass sich in ihrem Freundeskreis viele junge Menschen durch Überforderung in Schule oder Arbeit gestresst fühlen. Co-Studienleiter Bernhard Heinzlmaier führt dieses Ergebnis der Studie (400 telefonische Befragungen) u.a. auf permanenten Selektions- und Leistungsdruck zurück.

Gleichzeitig steige der Druck zur Anpassung, die Bildungsinstitutionen produzierten "angepasste 'Ja-Sager'", beklagt Heinzlmaier: So stimmen 48 Prozent der Aussage zu, dass es in Schulen und an der Uni nicht gerne gesehen wird, wenn man kritische Fragen stellt. 51 Prozent finden, "Studenten sollten lieber etwas lernen als ständig zu demonstrieren".

Die Mehrheit der Wiener Jugendlichen (60 Prozent) ist der Meinung, dass Jugendliche aus Akademikerfamilien sich an den Universitäten leichter tun. Ein Lehrabschluss wird in Wien noch immer als "Ausbildung der unteren Sozialschichten" wahrgenommen, meint Heinzlmaier. 60 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass Personen mit Lehre weniger Ansehen haben als Maturanten.

Gleichzeitig werden Personen mit Lehrabschluss allerdings gute Jobchancen eingeräumt. So sind entgegen der Realität am Wiener Arbeitsmarkt 57 Prozent der Befragten der Meinung, dass Lehrabsolventen kein größeres Risiko zu Arbeitslosigkeit haben als Maturanten oder Akademiker. Die Mehrheit der Befragten will auch mehr Investitionen in Bildung, 74 Prozent fordern, dass der Staat in Lehrlingsausbildung genauso viel Geld investieren müsse wie in höhere Schulen und Universitäten.

(APA)

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20 Kommentare
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Überfordert, ja dann!


Gast: bergziege
05.10.2012 23:26
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Schon wieder eine lähmende Studie

Heinzlmaier sollte statt Telefonumfragen Studien vor Ort - in der Schule machen. Am besten bei geschlossenen Türen zuhören, was sich in manchen Klassen während des Unterrichts abspielt. Vermutlich würde er staunen, welches Benehmen die sogenannen "Überforderten" teilweise an den Tag legen. Wer sich während des Unterrichts die Ohren zustöpselt, um Musik zu hören, keine Unterlagen mit hat, dafür stören will, nie Hausübungen (die ohnehin unkontrollierbar sind) bringt, wird eines Tages überfordert sein, weil er den Anschluss verpasst hat. Gott sei Dank sind nicht alle Schüler so. Von dieser Sorte gibt es jedoch viel zu viele. Das erfährt man bei keinem Telefonat. Man erlebt es in der Schule. Wahrscheinlich müsste Herr Heinzlmaier danach seine Studie revidieren. Dass die Schule "Jasager" produziere, meint er wohl nicht ernst.

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Kein Wunder,...

...dass sie sich dann vom echten Leben auch überfordert fühlen!

Gast: Hummel K
04.10.2012 09:53
11 0

Studie: Wiener Jugendliche fühlen sich überfordert

Wer vom Kindergarten an nur gefördert statt gefordert wird(Rote Geisteshaltung), fühlt sich bald bei geringer Belastung des realen Lebens überfordert!

Gast: zebrafell
04.10.2012 00:23
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lächerlich

Ich habe in Österreich meine Matura mit Auszeichnung bestanden und bin anschließend nach Deutschland studieren gegangen. Ich habe mir zwar Mühe gegeben, aber wirklich überfordert habe ich mich nicht gefühlt.

In Österreich werden Noten spürbar lascher als in Deutschland vergeben, weil Leistung hier niemanden interessiert. Selbst mit 4,0 darf man an die Uni.
Bei solchen Studien fragt man sich echt, wie Österreich langfristig China die Stirn bieten kann. Die Schüler lernen dort rund um die Uhr und nur 20% dürfen an die Uni.

Re: lächerlich

Unsere verzogenen Herzipinkerl werden China eben nicht die Stirn bieten, sondern ihre Arbeitskraft als Künettengraber. Da werden sie aber dann wirklich überfordert sein.

Gast: asterix der gallier
03.10.2012 21:44
2 0

400 ist eine schöne Zahl

Vor ca. 400 Jahren sah Galileo Galilei als erster Astronom der Neuzeit den Planeten Neptun in seinem Teleskop, hielt ihn aber für einen Fixstern.
400 für eine repräsentative Meinungsbefragung sind allerdings ein Humbug. Ich kenne diese Telefonbefragungen. Der Interviewte hat durchschnittlich 5 Sekunden Zeit, sich die Antwort auf die ihm gestellte Frage zu überlegen. Er überlegt also nicht wirklich, sondern erinnert sich meistens daran, was er in letzter Zeit in den Medien so über das Thema gehört hat.
Den ersten Satz "Drei von vier Wienern im Alter zwischen 16 und 19 Jahren beklagen in einer aktuellen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, dass sich in ihrem Freundeskreis(!!!) ..." muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen. Sie wurden nicht gefragt, wie sie sich fühlen, sondern wie sie glauben, dass sich andere fühlen.

Wer garantiert die Representativität der 400 Angerufenen?

Antworten Gast: Eyjaffjallalljoekul
04.10.2012 09:25
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Re: 400 ist eine schöne Zahl

THIS IS SPARTA!

liegt oft aber auch an den eltern...

montag: judo
dienstag: klavier
mittwoch: ballett
donnerstag: die vierte lebende fremdsprache
freitag: kreatives malen
samstag: fussball
sonntag: pädagogisch wertvoller familienausflug ins museum...

und das vom kindergarten an...d.h. mit 16/17 haben jugendliche im schnitt 13 jahre volles programm hinter sich. welcher erwachsene hält das auf dauer durch?

haha

Leistungsdruck in der Schule? Im Gym vielleicht, aber sonst? Wohl eher nicht.

Re: haha

und die im gym unter leistungsdruck stehen, sind oft schlicht und einfach in der falschen schule...

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Auch das gibts in Wien

Die Eltern eines Erstklasserkindes bekamen nach drei Wochen von der Lehrerin einen Brief, dass sie das Kind in die Nachhilfe schickt, weil es nicht lesen kann. Ein anderes Kind, weil es Linkshänderin ist. Ein drittes Kind, weil es verkühlt ist und zu Mittag schon müde wird. Alle drei Kinder werden in der 25-Kinder-Klasse selektiert und müssen am Nachmittag "nachsitzen".
Die Schnule und die Lehrerin halten sich als besonders hervorragend.

Antworten Gast: Lucky
03.10.2012 23:04
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Re: Auch das gibts in Wien

Geh bitte. Das mit dem Linkshänder glaub ich Ihnen nicht. Ich bin Linkshänderin, war in den 50er-Jahren in der Volksschule und hatte NULL PROBLEME damit. Der Lehrerin war es vollkommen wurscht, mit welcher Hand ich schrieb, Hauptsache ich schrieb. Und heute soll das ein Problem sein? Ich glaube, Sie haben da etwas erfunden.

Antworten Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
04.10.2012 08:46
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Sie glückliche

Ich wurde 1974 eingeschult und vorher im Kindergarten von links auf rechts umgepolt. Meine unleserliche Klaue verfolgt mich bis heute.

Gast: iona
03.10.2012 18:51
7 0

überfordert, ja, aber von was.

egal wo ich hinschau tippen jugendliche wie besessen mit heraushängender zunge und trenzendem sabber in ein mobilphone oder sonstwas mobiles. 1000e sms, tweets oder faceposts pro tag strengen halt an, auch wenn meistens nur grunzlaute geschickt werden. und noch viel mehr müssen auch gelesen werden weil sie aus so gut wie nicht nachvollziehbaren gründen 100e oder 1000e freunde, profile und gruppen verfolgen damit ihnen ja kein grunzer dieser überwiegend unbekannten und unwichtigen menschen entgeht.

abgesehen davon -
wenn in den medien immer wieder in riesenlettern vom katastrophalen facharbeitermangel berichtet wird braucht man sich nicht wundern daß die jugendlichen, die das wegen fehlender eigener berufserfahrung noch nicht selber beurteilen können, auch glauben.

Antworten Gast: bergziege
05.10.2012 23:33
1 0

Re: überfordert, ja, aber von was.

Bravo. Stimmt. Schule ist für diese Jugendlichen eine lästige Begleiterscheinung. Meistens aber noch besser als eine Lehre. Nebenbei bemerkt ist JEDE Ausbildung, sofern sie ernst genommen wird, WERTVOLL. Lehre, Schule oder Studium. Alles wird in einer Gesellschaft gebraucht. Dass sich Jugendliche viel zu oft unerträglich benehmen, ist die Folge verloren gegangener Werte.

kein leistungsdruck mehr

kein durchfallen. tun dürfen sie alles, aber überfordert. da wächst eine generation heran.

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
03.10.2012 18:03
8 0

Früher ging das auch!

Wir hatten vor 30 Jahren halt weniger Freizeitstress: Kein rund um die Uhr Fernsehen, dabei nur das beschränkte ORF-Programm zur Auswahl, kein Mobiltelephon, kaum Computer, kein Internet. Da hat man einfach mehr Zeit zum lernen und war dann auch nicht in der Schule überfordert.

Re: Früher ging das auch!

ja, früher war alles besser! so let's go back? or not?

jede zeit hat andere herausforderungen und auch chancen.

noch eine randbemerkung: internet, fernsehen, ... sind nichts ausschließlich negatives. der zugang zu information und wissen war noch nie so einfach wie jetzt.

Antworten Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
04.10.2012 08:42
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Re: Re: Früher ging das auch!

Erstens habe ich nicht behauptet, daß früher alles besser war.
Zweitens stimmt es natürlich, daß der theoretische Zugang zur Information heute viel besser ist. Leider wird dieser nur in verschwindendem Maße genutzt. Stattdessen ist das "Verdummungsfernsehn" der Quotenhit!

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