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Blogs, Twitter & Co. fehlen im Unterricht

14.10.2012 | 18:18 |   (Die Presse)

Vielen Lehrern fehlt der Mut, um digitale Technologien einzusetzen. Auch Junge sind konservativ.

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Wien/J.n. Als Tatsache wird das, was die Lehrer im Unterricht erzählen, von den Schülern schon lange nicht mehr hingenommen. Ein Griff zum Smartphone reicht aus, um auf seine Richtigkeit zu prüfen, was der Lehrer vorträgt. Die Schüler nützen die neuen Medien also – auch im Unterricht. Doch haben sich auch die Pädagogen dem digitalen Zeitalter bereits angepasst?

Nur teilweise, lautet die Antwort von Jutta Pauschenwein, die das Kompetenzzentrum „ZML – Innovative Lernszenarien“ der Fachhochschule Joanneum in Graz leitet. Das Problem: Vielen Lehrern fehle der Mut, den es brauche, um digitale Medien auch im Unterricht einzusetzen. Denn möglich wäre vieles, derzeit wird das meiste aber nur zögerlich eingesetzt. Während etwa Lernplattformen wie „Moodle“ schon von vielen Pädagogen genutzt werden, setzen nur die wenigsten auf Social Media. Twitter und Blogs haben im Unterricht zumeist Seltenheitswert, ebenso wie Computerspiele. Dabei würden vor allem interaktive Online-Lernprogramme und -Spiele großen Lernfortschritt und Motivation ermöglichen.

 

Ausbildung gehört reformiert

Die Hoffnung lag lange auf den jungen Lehrern. Sie gehören selbst zu den „Digital Natives“, also jenen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind. Erwartet wurde, dass sie den Unterricht anders aufbauen und digitale Medien zum fixen Bestandteil machen. „Das hat sich nicht bewahrheitet“, sagt Pauschenwein. Auch die Lehramtsabsolventen seien „sehr konservativ“, was den Einsatz digitaler Medien betrifft. Sie unterrichten so, wie sie selbst unterrichtet wurden – und nicht so, wie sie es in der Ausbildung gelernt haben, sagt auch Elisabeth Winklehner, die sich an der Pädagogischen Hochschule (PH) Oberösterreich mit dem Aufbau digitaler Kompetenz beschäftigt.

Oder gelernt haben sollten, denn: Auch die Lehrerausbildung selbst ist noch weit vom Ideal entfernt, was den kompetenten Einsatz von Computer und Internet im Schulunterricht betrifft. An der PH Oberösterreich widmen sich nur zwei Lehrveranstaltungen in je zwei Wochenstunden explizit diesem Thema. Hier brauche es Reformen, fordert Winklehner.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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7 Kommentare
Gast: Pestakozzi
17.10.2012 21:04
0 0

Was ist guter Unterricht?

Nichts steht gegen twittern und surfen. Aber mit gutem Unterricht hat das rein gar nichts zu tun.

Gast: Nickel
17.10.2012 06:31
0 0

Zeit?

Sitzen unsere Kinder nicht schon genug vor Bildschirmen?

Gast: moderne Pädagogik
16.10.2012 09:40
0 0

Blogs im Unterricht untersucht

eine Beispiel wie Blogs und neue Medien im Unterricht tolle Ergebnisse erziehlen können:
http://it.fh-burgenland.at/fileadmin/Download/bibliothek/diplomarbeiten/AC08776638.pdf

am netz hängen

"Ein Griff zum Smartphone reicht aus, um auf seine Richtigkeit zu prüfen, was der Lehrer vorträgt." im netz steht so mancher blödsinn, erlebe das selbst als junglehrer immer wieder...

ich kenne viele, die "modern" unterrichten würden. aber man muss auch auf die verfügbarern mittel achten. ich würde gerne mit moodle arbeiten! aber dafür muss ich wissen, dass jeder schüler zuhause internetzugang besitzt. dazu muss er kenntnisse in word haben. eben das ist ein problem. die wenigsten ahsen haben kurse, module oder ähnliches, in denen es um textverarbeitung, sprich word geht.
sofern die kinder einen pc zuhause haben, muss man auch darauf achten: ist es nur ein pc für die ganze familie? was ist, wenn mehrere kinder den pc brauchen, um die HÜen zu erledigen.
zu facebook und twitter gibt es oft schulinterne richtlinien, an die man sich halten muss. auch viele eltern begrüßen es nicht, wenn facebook als unterrichtsplattform begrüßt wird. die höhrer stellen tun dies auch nicht alle!
ja, theoretisch ist alles einfach...theoretisch!

sinnerfassend lesen oder richtig schreiben ist out

bloggen und twittern in. alles soll seinen stellenwert haben.

Gast: Luise Palffy
15.10.2012 01:30
5 0

Unfair

Der Vorwurf JunglehrerInnen wären zu konservativ oder zu feig um digitale Medien im Unterricht einzusetzen ist schlichtweg eine Gemeinheit. Einerseits fehlt es in der Ausbildung an didaktischen Konzepten und andererseits fehlt es an den Schulen an der technischen Ausstattung. Wie sollen wir mit unseren SchülerInnen twittern oder bloggen, wenn wir keine//zuwenige//nicht funktionierende weil alte und langsame PCs zu Verfügung haben? Wenn es in manchen Klassenzimmern nicht mal Steckdosen gibt?? Die Schuld den meist hochmotivierten (und schlecht bezahlten) JunglehrerInnen in die Schuhe zu schieben ist unfair.

Gast: ad tze
14.10.2012 23:26
4 0

Auch die neuen Medien verlangen alte Kulturtechniken und sind lediglich eine interessante Weiterentwicklung (in Entwicklung)

Computer und Internet werden einfach überbewertet. Wichtiger als das Medium / die Medien sind die Inhalte, die vermittelt und angewandt werden. PC / Internet sind nur ein mögliches Medium, zudem nicht immer das beste was Aufbereitung der Inhalte sowie kritische Arbeit mit diesen betrifft.

Ich sehe ein ähnliches "Problem" wie mit Videos und Co.: man kann einige Inhalte spezifisch veranschaulichen (durch bewegte Bilder), kann standardisierte Tests absolvieren, kann sich selbst artikulieren (Blog = Textform, die auf erarbeiten Inhalten und ausgeführten (vorläufigen) Denkprozessen und Wissensstand aufbaut, genau wie Aufsatz, Bericht etc., aber auch über you tube, was wiederum den alten Videoaufnahmen bei Präsentationen in der Schule früherer Zeiten nahekommt), letzten Endes muß aber all diesen Aktivitäten ein Wissenserwerb vorangehen, der einer gewissen Intensität an Erfahrungen und Wissen bedarf.
Man wird somit auch weiterhin zuhören, lesen, mitdenken, diskutieren, und irgendwann auch was zielführendes / sinnvolles / (für andere) nützliches zu twittern haben.

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