Der neue Bundesschulsprecher Felix Wagner will Lehrer, Eltern und Schüler einer Schule entscheiden lassen, ob Politiker diese besuchen dürfen oder nicht. Die Entscheidungskompetenz über diese Frage müsse direkt an die Schulen verlagert werden, so Wagner in einer Aussendung am Montag. Derzeit liegt sie bei den Landesschulräten.
"Politische Bildung hat immer noch einen Lückenbüßerstatus im Lehrplan, daher fordert die Bundesschülervertretung seit vielen Jahren die Einführung des Unterrichtsfachs Politische Bildung als Pflichtgegenstand für alle Schüler", betonte der von der ÖVP-nahen Schülerunion gestellte Bundesschulsprecher. Wichtig sei dabei, den Schülern auch praxisbezogenen Unterricht zu bieten - dafür gebe es wohl keine bessere Möglichkeit als Diskussionen mit aktuellen Politikern. Die Auswahl der besuchenden Politiker dürfe aber keine parteipolitische Schlagseite haben.
Die Schulbesuche von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) führten kürzlich zu einer heftigen Kontroverse mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, der die Studie "Jugend und Politische Bildung" verfasst hat, sieht Politikerbesuche unter bestimmten Bedingungen als sinnvoll - problematisch sei aber die mediale Inszenierung. "Es gibt viele gute Argumente, warum Schüler mit dem Umweltminister über Umwelt diskutieren sollen oder mit der Unterrichtsministerin über Bildung – aber es gibt kein Argument für das schöne Foto", so Filzmaier zur "Presse".
(APA/Red.)
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