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Tägliche Turnstunde: So könnte es gehen

25.10.2012 | 11:07 |   (DiePresse.com)

In einer Grazer Volksschule wechseln sich Unterricht, Aufgaben und Freizeiteinheiten ab. Die Kinder haben mindestens sechs Stunden Bewegung, Unterstützung gibt es von der Sportunion.

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Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung führen zu motorischen Defiziten und Übergewicht. Zunehmend mehr übergewichtige Schüler - und auch die schlechten Ergebnisse heimischer Sportler bei den Olympischen Spielen - haben der Diskussion um die tägliche Turnstunde neue Impulse gegeben. Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sieht diese Vision nur in der ganztägigen Schulform umsetzbar. Wie es gehen könnte, wurde am Montag in der Bewegungs-Klasse der verschränkten Form in der Volksschule Waltendorf in Graz vorgeführt.

Schulende um 14.15

Mindestens sechs Stunden Bewegung: So sieht der wöchentlichen Schulalltag in der ersten Klasse der VS Waltendorf aus. Dort wurde das Sportangebot als verbindliches Angebot in die ganztägige Schulform integriert. "Wir führen erstmals eine Klasse in verschränkter Form, bei der sich bis 14.15 Uhr Unterricht, Aufgaben und Freizeiteinheiten pädagogisch abgestimmt abwechseln. Die Freizeiteinheiten werden überwiegend für den Bewegungsschwerpunkt genützt - und die Kinder sind mit Begeisterung dabei", schilderte Direktorin Evelyn Lindner.

Zuvor gab es an der Schule lediglich ein unverbindliches Sportangebot am Nachmittag. Mit dem Schulzubau samt neuem Turnsaal und Sportplatz wurde in den vergangenen Jahren nun auch die Voraussetzung für ein Modellprojekt, welches das Bewegungsangebot stärker in den direkten Schulalltag integriert, möglich.

Bewegung für die Entwicklung unverzichtbar

"Bewegung und Spiel sind Teile der kindlichen Welt, die zu den elementaren Bedürfnissen von Kindern gehören und sind für eine körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder unverzichtbar sind", so Gerhard Judmayer, Sportlehrer und Projektkoordinator an der VS Waltendorf. Der Sportpädagoge wurde als Experte dem Klassenlehrer zur Seite gestellt. Bei der Umsetzung des Konzeptes im Rahmen der verschränkten Schulform gehe es "nicht um Leistungssport", so Judmayer. Vielmehr sollen "mit vielfältigen Bewegungsangeboten" der Spaß an der Bewegung aufrechterhalten, motorische und sensorische Bereiche nachhaltig entwickelt, Defizite ausgeglichen und Interessen und Begabungen gefördert werden.

Keine Selektion nach Sportlichkeit

"Ziel ist es, in vielen Bereichen die Basis für spätere sportliche Betätigung zu legen", so der Sportpädagoge. "Die Klasse war bei der Anmeldung offen für alle Kinder. Es wurde keine motorische Selektion betrieben und wie wir sehen, sind die Kinder tatsächlich motorisch sehr unterschiedlich gut entwickelt. Interessant für uns ist jetzt die Frage, wie sich ein jedes von ihnen weiterentwickelt", schilderte der Projektleiter. Das soll in den kommenden vier Jahren eine parallel laufende wissenschaftliche Studie festhalten.

Unterstützung von Sportunion

Finanziell und auch hinsichtlich der infrastrukturelle Ressourcen für ein möglichst breites Bewegungsangebot, wird das Schulprojekt von der Sportunion Steiermark, deren Sportzentrum räumlich gesehen, "gleich ums Eck" liegt, unterstützt: "Es ist nur zu begrüßen, wenn Schulen selbst nach Möglichkeiten suchen, die Erhöhung der Bewegungszeiten von Kindern zu realisieren", so der steirischen Sportunion-Präsident Stefan Herker. Ein Projekt wie dieses spreche ihm "aus der Seele", so der Grazer Sportstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg (ÖVP). In Waltendorf erkenne er "ein Modell, dass künftig "Schule" machen werde.

 

(APA)

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34 Kommentare
 
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Re: Federnde Sitzgelegenheiten federn

Früher hat einem auch mal jeder bestätigt, dass die Erde eine Scheibe ist.
Ich hab nichts dagegen, wie auch immer Du es für Dich siehst. Du musst es auch nicht nachprüfen, wenn Du Angst hast, Du könntest von der Scheibe fallen.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Antworten Gast: Hellmesberger (kein Lehrer)
25.10.2012 18:08
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Re: Falsches Bewegungsbild

Wirklich überzeugend: jemand, der sich seit zehn Jahren damit beschäftigt, aber „Rhythmus" nicht buchstabieren kann. Sie sind nicht zufällig Bachelor der Sportwissenschaften?

no bachelor

Mein Fehler lässt sich herzlich bedanken für die Bestätigung.
Da ich meine Fehler durchaus schätze, sind sie immer nett zu mir und zeigen mir, was fehlt. Wenn andere das auch entdecken und ihnen damit ihre Nützlichkeit bestätigen, sind sie darüber natürlich erfreut.
Wir grüßen freundlich.
Franz Josef Neffe

Re: Falsches Bewegungsbild

ähm wtf!
behalten sie sich ihren - sorry für die ausdrucksweise - esoterikMÜLL für sich!

Warum macht sich eigentlich niemand

für eine tägliche Mathematikstunde stark? Die österreichischen Kids haben bei der internationalen Mathematikolympiade auch schon ewig nichts mehr geholt.

Re: Warum macht sich eigentlich niemand

Rotes Stricherl? Tippe auf Schulversager mit Mathematikphobie. Mit der Frühförderung geistiger Fähigkeit lässt sich eben keine populistische Politik machen...


Re: Re: Warum macht sich eigentlich niemand

Es geht hier um Gesundheit, nicht um schulische Leistungen. Das halt in einer Zeit, in der SchülerInnen nach dem Unterricht vor ihren Hausaufgaben, dem Fernseher, dem PC, der Spielkonsole SITZEN und die Idee entsteht, die fehlende Bewegung statt in der Freizeit im Schulunterricht stattfinden zu lassen.

Re: Re: Re: Warum macht sich eigentlich niemand

Es geht um Populismus: die Debatte wurde vom Zaun gebrochen nach dem erbärmlichen Abschneiden unserer Athleten in London. Unsere Politiker wollen sich nur neben ein paar Sportlern ablichten lassen. Die Gesundheit der Kinder spielt da keine Rolle.

Das war auch gemeint. Tut mir leid,

dass in meinem Kommentar die Ironie nicht deutlich genug war. In Bezug auf Schule sind wir derzeit sowieso in einem Zeitalter kurioser Ideen von Leuten ohne sachliche Kompetenz.

 
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