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Chancengerechtigkeit in der Schule und ihre Feinde

28.10.2012 | 18:24 |  ANDREAS SALCHER (Die Presse)

Die ÖVP stellt das Wohl des Einzelnen über jenes aller Kinder - und die SPÖ hat eine innere Distanz zum Leistungsprinzip: Warum alle Ideologen echte Chancengerechtigkeit fürchten.

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Der Dreißigjährige Krieg um die Begriffe Leistung und Gerechtigkeit überlagert die Schuldiskussion in Österreich und erstickt jeden ernsthaften Reformversuch im Keim. Wie in allen Religionskriegen sind objektive Fakten irrelevant und die Standpunkte der Lager unverrückbar. Das Schulwesen der Zweiten Republik ist unabhängig von der jeweiligen Regierungskonstellation fest in roten und schwarzen Händen, daher spielen die Positionen der anderen Parteien nur eine untergeordnete Rolle.

Fangen wir mit der Partei an, deren Abgeordneter ich viele Jahre war, und deren einfaches Mitglied ich nach wie vor bin – der ÖVP. Die ÖVP ist aus tief verwurzelten ideologischen Gründen gegen die Gesamtschule.

Der ÖVP sind im Zweifelsfall die Interessen der begabten Kinder wichtiger als das Gesamtniveau aller Kinder eines Jahrgangs. Die ÖVP verteidigt die Zukunftschancen der Kinder aus dem Bildungsbürgertum, verkennt aber, dass wir uns die systembedingte Diskriminierung von begabten Kindern aus Arbeiter- und Migrantenfamilien nicht länger werden leisten können, weil diese einen immer größeren Anteil der Schulpflichtigen ausmachen. Die große Sorge um die Wahlfreiheit der Eltern ist die getarnte Furcht um die Standesinteressen der bestens in der ÖVP verankerten AHS-Lehrergewerkschaft.

Die ÖVP verteidigt nach wie vor die heile Welt, dass unsere Hauptschulen dem handwerklich talentierten Kind eine wunderbare Karriere als Facharbeiter oder gar Unternehmer eröffnen. Ihre führenden Funktionäre denken nicht im Traum daran, ihre eigenen Kinder auf diesen Karriereweg zu schicken.

Nun zur SPÖ: Die SPÖ ist aus tief verwurzelten ideologischen Gründen für die Gesamtschule. Der SPÖ ist im Zweifelsfall die Chancengleichheit der Kinder aus Arbeiterfamilien wichtiger als das Recht jedes begabten Kindes auf maximale individuelle Begabungsförderung. Die SPÖ erkennt nicht, dass soziale Benachteiligungen am besten vor dem Schuleintritt oder spätestens in der Volksschule ausgeglichen werden müssen und nicht erst zwischen zehn und 14 Jahren.

Die SPÖ hat noch immer eine innere Distanz zur Selbstverantwortung und zum Leistungsprinzip. Sie vertraut eher dem Einfluss des Staates, um eine bessere Gesellschaft zu schaffen. Die SPÖ stellt die Gesamtschule als ein Paradies dar, in dem die individuellen Begabungen maximal gefördert werden. Ihre führenden Funktionäre denken nicht im Traum daran, ihre eigenen Kinder an eine Gesamtschule zu geben – nicht einmal öffentliche Gymnasien sind gut genug für ihre Kinder.

Abweichende Meinungen innerhalb der SPÖ und der ÖVP vom jeweiligen Dogma werden als Ketzerei geahndet. Die Tatsache, dass es Schulsysteme wie in Skandinavien oder Kanada gibt, in denen Leistungsorientierung und Gerechtigkeit keine Widersprüche darstellen, wird hartnäckig ignoriert. Die verheerenden Folgen dieser ideologischen Selbstfesselung sind, dass unser Schulsystem heute leistungsfeindlich und sozial diskriminierend ist.

 

Vererbter Bildungsreichtum – die Fakten:

•Land der sozialen Diskriminierung: OECD-Studien kritisieren immer wieder völlig berechtigt die im Vergleich zu anderen Staaten bestehende soziale Diskriminierung von Kindern aus Migrantenfamilien und bildungsfernen Schichten. Die Chance auf höhere Bildung wird in Österreich vererbt: Schüler A ist außergewöhnlich begabt, seine Eltern sind Arbeiter und er wohnt in einem abgelegenen Dorf. Die statistische Wahrscheinlichkeit dafür, dass er in Österreich eine Matura machen wird, liegt bei 10 Prozent. Schüler B ist das Kind von Akademikern und lebt in einem bürgerlichen Bezirk in Wien. Sein Talent ist – wohlwollend formuliert – überschaubar. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass er in Österreich eine Matura machen wird, liegt bei 80 Prozent.

•Land der Analphabeten: Bei PISA 2003 betrug der Anteil der Risikogruppe – jene Kinder, die nicht sinnerfassend lesen konnten – 20 Prozent. Bei PISA 2006 verschlechterte er sich trotz aller angekündigten Maßnahmen leicht auf 21 Prozent. Bei PISA 2009 stürzten Österreichs Schüler beim Lesen innerhalb der EU auf den zweitschlechtesten Rang ab. Nur Rumänien lag hinter uns. Die berechtigten methodischen Zweifel an der PISA-Studie ändern nichts daran, dass auch andere internationale und österreichische Studien immer zum gleichen Ergebnis führen: Jeder fünfte 15-Jährige in Österreich kann nicht sinnerfassend lesen, jeder zehnte ist de facto ein Analphabet. Zusammen mit den Niederlanden hat Österreich den größten Anteil männlicher Leseverweigerer, nämlich 61 Prozent, die in der Freizeit niemals zum Vergnügen lesen.
•Land der Hilfsarbeiter: Acht von zehn Bewerbern um eine Lehrstelle scheitern ungeachtet eines positiven Hauptschulabschlusses bei den Aufnahmetests, die mittlerweile alle großen Unternehmen durchführen. Dabei werden die Grundrechnungsarten, Prozentrechnungen und einfachste Deutschkenntnisse überprüft. Selbst von jenen, die eine Lehrstelle bekommen, schafft dann jeder Fünfte die Lehrabschlussprüfung nicht. Dazu kommen noch jene, die erst gar nicht zur Prüfung antreten.


•Land der No-Future-Generation: Nur fünf Prozent der Schüler aus Migrantenfamilien oder aus bildungsfernen Schichten schaffen es trotz der schlechten Voraussetzungen, gute Leistungen in der Schule zu erbringen.

 

Fazit: Wer über mehr Bildung verfügt, wird seltener gekündigt, verdient mehr und zahlt daher höhere Steuern, ist in geringer Gefahr, kriminell zu werden, wird seltener krank und lebt deutlich länger. Diesen Bildungsreichtum vererbt er mit hoher Wahrscheinlichkeit an seine Kinder. So einfach ist das. Trotzdem leugnet die Politik in Österreich diese eindeutigen Zusammenhänge und versucht, den Absturz unseres Bildungssystems schönzureden. Die Sozial- und Gesundheitskosten werden explodieren, weil man jeden fünften jungen Menschen in den neun Jahren Schule völlig vernachlässigt, um ihn danach 60 Jahre erhalten zu müssen. Das ist ziemlich dumm.

 

Talent in die Verfassung

Chancengleichheit in einer Gesellschaft halte ich für eine Illusion, weil Kinder aus funktionierenden, gebildeten Familien immer einen Startvorteil haben werden. Das erreichbare Ziel, das sich ein Schulsystem setzen kann, lautet Chancengerechtigkeit. Dafür würde es reichen, ein Prinzip in unserer Verfassung zu verankern und es damit von jedem Bürger einklagbar zu machen: Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass seine Talente in der Schule maximal gefördert werden.

Dem werden wahrscheinlich die meisten Menschen zustimmen. Konsequent durchgedacht würde sich aber schnell zeigen, dass dieser Anspruch mit beiden zuvor geschilderten ideologischen Positionen unvereinbar ist.

1. Je gezielter die individuellen Talente von Kindern gefördert werden, desto größer werden die Unterschiede. Echte Chancengerechtigkeit würde Kinder nicht wie bisher an ein schulisches Mittelmaß anpassen, sondern zu weniger Nivellierung der Leistungen führen. Das wird all jene, die sich von Schule aus ideologischen Gründen mehr Gleichheit wünschen, wenig freuen.
2. Chancengerechtigkeit hieße aber auch, alle Schüler systematisch in ihren Talenten unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer Herkunft zu erfassen. Das wäre gerecht, aber ein völliger Bruch mit der bisherigen Tradition. Derzeit werden Kinder mit zehn Jahren in solche getrennt, die es „im Kopferl“ haben, und solche, die es „im Ärmel“ haben. Interessanterweise haben es 80 Prozent der Schüler in Wien Hietzing „im Kopferl“ und 90 Prozent der Schüler in den ländlichen Gebieten von Tirol „im Ärmel“. Ohne sich dessen bewusst zu sein, schicken Eltern im bürgerlichen Hietzing ihre Kinder in eine nicht leistungsdifferenzierte Gesamtschule.

Ein Drittel der Schüler langweilt sich, weil sie unterfordert sind, und ein Drittel kämpft ständig mit dem Überleben, weil sie überfordert sind. Umgekehrt hat ein Kind in Tirol, wenn es in einem Gegenstand in der dritten Klasse (!) Volksschule ein „Befriedigend“ hat, keine Chance, später an eine AHS zu kommen. Das führt dazu, dass Eltern der betroffenen Kinder dem Systemwahnsinn gehorchend fordern, ihre Kinder mögen die dritte Klasse wiederholen dürfen, obwohl sie eindeutig positiv abgeschlossen haben.

 

In Singapur müssen alle Kinder nach sechs Jahren Grundschule einen national einheitlichen Test absolvieren, dessen Ergebnis nicht nur über die zukünftige Schulkarriere, sondern meist auch über die berufliche Zukunft entscheidet. Dieser PSLE (Primary School Learning Examination) geht über drei Tage und testet hauptsächlich die mathematisch-logischen Fähigkeiten. Würden die Talente von Kindern in Österreich so erfasst werden, wäre es in vielen konservativen Elternhäusern mit der Begeisterung für ein selektives leistungsorientiertes Schulsystem schnell vorbei. Österreichs Wohlstand hängt von unserem öffentlichen Schulsystem ab – mit oder ohne Euro.

 

Prinzipien für gute Schulen

Derzeit laufen zwei wichtige Diskussionen parallel nebeneinander, als ob sie nichts miteinander zu tun hätten: die Finanzkrise und die Bildungskrise. Diese sind aber durch das einfache Gesetz von Ursache und Wirkung untrennbar miteinander verbunden. Unser Bildungsniveau ist maßgebend für die Wettbewerbsfähigkeit, und diese bestimmt langfristig unseren Wohlstand, unabhängig davon, ob es den Euro nächstes Jahr noch gibt. Wenn wir heute eine Schule oder eine Universität im Stich lassen, ist das für unsere Zukunft weit schlimmer, als eine Bank aufzugeben. Die eigentliche Katastrophe besteht darin, dass über das wichtigste Kapital Österreichs kein Schutzschirm gespannt wird.

Es ist daher die heilige Pflicht von uns allen, den Druck auf die politischen Parteien zu erhöhen, damit unsere Schulen nicht weiter ein Exerzierfeld für ideologische Verkrampfungen der Parteien, engstirnige Lehrergewerkschaftsinteressen, übersteigerten Föderalismus und existenzbedrohende Einsparungsfantasien bleiben. Alle aufgezeigten Gruppen verfügen über starke Lobbys. Dabei sollte unser Schulsystem ausschließlich dem Gemeinwohl dienen, um sicherzustellen, dass Eltern ihre Kinder guten Gewissens in jede öffentliche Schule schicken können. Das Gemeinwohl hat in Österreich aber keine Lobby. Daher schaut unser Schulsystem so aus, wie es ist. Wir alle sind dafür verantwortlich.

Das Wissen, wie eine Schule aussehen müsste, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Schüler orientiert, ist bekannt. Die guten Schulen basieren auf bestimmten Prinzipien:

•Die Schüler werden systematisch in ihren Stärken und Schwächen erfasst und entwickeln sich ständig weiter. Die Definition von Talent umfasst gleichberechtigt kognitive, sportliche, künstlerische, emotionale und soziale Begabungen.

•Es besteht ein klarer Verhaltenskodex für Schüler und Lehrer, der auch konsequent umgesetzt wird. Für schwierige Fälle gibt es dafür ausgebildete Spezialisten.
•Die Zeitstruktur und die Räume der Schule orientieren sich an den Bedürfnissen der Schüler. Pausenglocken und starre Stundenpläne wurden abgeschafft.

•Lehrer bereiten nicht allein „ihre“ Stunden vor, sondern erarbeiten in Teams die Lernerfahrungen für ihre Schüler. Die Lehrer verbringen den ganzen Tag in der Schule und teilen sich ihre Zeit autonom ein. Sie haben moderne Arbeitsplätze und Räume für ihre Teambesprechungen.

•Ein exzellenter Direktor, der Menschen führen und begeistern kann. Dieser Direktor hat einen wesentlichen Einfluss auf die Auswahl seiner Lehrer und kann sich von den völlig ungeeigneten auch trennen.


•Der Unterricht geht über die klassischen Fächer wie Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften hinaus und umfasst Lernen in Projekten, Kunst, Sport und soziale Erfahrungen.
•Die Eltern werden von Anfang an in das Netzwerk der Schule eingebunden, sei das bei manchen auch noch so schwierig.


•Und das Wichtigste: Alle, der Direktor, die Schüler, die Lehrer und die Eltern, verstehen sich als Lernende. Lernende, die Fehler machen dürfen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen; Lernende, die Widerstände in sich selbst und bei anderen zu überwinden lernen, Lernende, die nicht die Fehlschläge und gescheiterten Versuche, sondern die Erfolge und Fortschritte zählen.

 

Wenn wir so genau wissen, wie gute Schulen funktionieren, warum schaffen wir diese dann nicht für alle Kinder?

 

Angst vor Widerstand

Die Antwort, auf die ich nach unzähligen Diskussionen mit den Verantwortlichen gekommen bin, ist banal und tragisch: Sie wollen das Offensichtliche nicht sehen, weil sie Angst vor dem Widerstand gegen das Neue haben. Sie klammern sich wider besseres Wissen am Alten fest. Sie orientieren sich nicht an den Reformern, sondern an den Bremsern. In der Wirtschaft gibt es den Spruch „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen“. In der Schule herrschen die Langsamen über die Schnellen. Und da sich die Langsamen in der Schule überhaupt nicht bewegen, wird der Stillstand zur dominierenden Bewegungsart.

Wenn nicht eine grundlegende Reform gelingt, dann wird sich der Abstieg unseres öffentlichen Schulsystems fortsetzen. Jeder, der es sich irgendwie leisten kann, wird sein Kind in eine Privatschule geben. Im öffentlichen Schulsystem werden die Kinder der bildungsfernen Schichten übrig bleiben. Ich bin sehr für Privatschulen, weil sie den Eltern mehr Wahlmöglichkeiten bieten und den Veränderungsdruck erhöhen. Aber die Zukunft für ein kleines Land wie Österreich mit seinen 1,2 Millionen Schülern kann nur in einem öffentlichen Schulsystem liegen, das die Talente seiner Kinder fördert und nicht systematisch zerstört, nur weil jedes Vierte davon in die „falsche“ Familie am „falschen“ Ort geboren wurde. Wohin ein Raub der Bildungschancen und eine Erziehung zur Mutlosigkeit führen, zeigen die Beispiele von Griechenland und Spanien. Unvorstellbare 50 Prozent der jungen Menschen sind dort arbeitslos.

Das erste Land der Welt, das es schafft, die sozialen und kreativen Kompetenzen seiner Schüler genauso gut zu erfassen und zu fördern wie die kognitiven Fähigkeiten, wird das beste Schulsystem der Zukunft kreieren. Österreich hätte theoretisch die besten Voraussetzungen für einen derartigen Entwicklungssprung. Das öffentliche Bewusstsein ist mehr als bereit für eine große Bildungsreform, und Österreich ist nach wie vor eines der reichsten Länder der Welt. Wenn wir keinen nationalen Konsens schaffen, werden wir uns alle in zehn Jahren fragen lassen müssen, warum wir nichts gegen den dramatischen Einbruch unseres Bildungssystems getan haben, obwohl die Fakten völlig eindeutig waren.

Und wir werden dann sicher nicht mehr zu den reichsten Ländern der Welt gehören.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2012)

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76 Kommentare
 
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Chancengleichheit heißt nicht Erfolgsgarantie für Nichtstuer

Es ist großzügig "angerichtet" - "essen" muss jeder selber. Erfolgreiche staatliche "Fütterung" wird's nie geben.

Gast: KeinLehrer42
01.11.2012 14:04
8 0

NVI

Machen wir doch Nägel mit Köpfen! Schicken wir alle talentierten Kinder aus bildungsnahen Schichten in die NVI (statt NMS): In das "Neues Verblödungsinstitut".
Dort erhalten die talentierten Schüler den richtigen Unterricht, damit NACH dem Abschluss der 4. Klasse CHANCENGLEICHHEIT zu den unfähigen und unwilligen Schülern besteht.
Damit die Chancengleichheit am Ende wirklich erreicht wird, sollten folgende Unterrichtsmethoden und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden:

Demotivation durch

- "Arbeitsblatt Max" - jeden Tag mindestens 10
Arbeitsblätter
- Freiarbeit + - jeden Tag 3 Stunden Freiarbeit
(gute Schüler sind meist schon in einer Stunde
mit der Aufgabe fertig)
- Gruppenarbeit "non plus ultra"?: Ein Schüler
arbeitet meist, die anderen stören, schlagen oder
machen etwas anderes.

- Unterforderung
- Langeweile
- ungerechte Beurteilung (gleiche Noten für
unterschiedliche Leistung : "Basisbildung"-
"vertiefende Bildung")
- ständige Wiederholungen der gleichen
Lehrinhalte
- Multiple choice als Prüfungsstandard
- Desinteresse der Mitschüler

Lernhemmende Rahmenbedingungen

- Disziplinäre Schwierigkeiten
- Körperverletzungen in den Pausen
- Mobbing
- große soziale Unterschiede
- Kriminalität
- mehr als 10 Unterrichtssprachen
-usw.

AM ENDE WERDEN ALLE DIE GLEICHEN CHANCEN AM ARBEITSMARKT ODER BEIM "CASTING" FÜR EINE WEITERFÜHRENDE SCHULE HABEN.
Natürlich werden auch alle die gleichen Kompetenzen haben: NÄMLICH KEINE!

Re: NVI

Aber bitte ! Die neue Mittelschule ist doch so super. Meine Nachbarin, die zwei Volksschulkinder in der 4. Klasse hat erzählte, daß Ihre Kinder folgendes erzählt haben: "Bitte Mami, heute war unsere Schuldirektorin in der Klasse und hat gesagt, wir sollen nächstes Jahr nicht in das Gymnasium gehen, sondern in die Neue Mittelschule, die es jetzt gibt. Das ist keine Hauptschule mehr, sondern ist jetzt viel besser als das Gymnasium. Da lernen wir viel mehr und es macht viel mehr Spaß ! Bitte ich möchte nächstes Jahr auch in die neue Mittelschule gehen !"
So werden jetzt schon die Viertklässler vor dem Gymasium gewarnt und gegen die Eltern aufgehetzt, die ihre Kinder eigentlich ins Gymnasium schicken wollen.
Sollen wir uns eine solche dikatorische Schulpolitik wirklich noch gefallen lassen ?

Die Kinder meiner Nachbarin sind unter den Klassenbesten !

Antworten Gast: dirge
01.11.2012 14:58
6 0

Re: NVI

die nms ist hier punktgenau beschrieben.
man sollte die namen der verantwortlichen dieses schultyps bekanntmachen.

Der Salcher Andi

.. Jetzt weiß ich, was mir so gar nicht abgegangen ist die letzten Monate, die ewig gleichen Beiträge von a.s.

man hört schon lange nichts mehr von der vielgepriesenen nms

das lässt 2 schlüsse zu.
es ist alles bestens oder es brodelt ganz schön unter der oberfläche.
ich höre, dass es nicht nur brodelt, sondern bereits kocht.

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Wo Salcher draufsteht

ist Ideologie drinnen. Warum kommt dieser Typ eigentlich immer zu Wort und darf seine krausen Theorien verbreiten?

Hätte es im österreichischen Bildungssystem keine Chancengleichheit gegeben, dann hätten Leute wie ich niemals einen Studienabschluss geschafft. Meine Eltern waren weder Akademiker noch hatten sie, wie nach dem Krieg nicht unüblich, eine besondere Bildung genossen.

Eines allerdings halte ich für unumschränkt gültig: entweder ist man besonders begabt oder besonders fleißig. Wenn weder das eine noch das andere vorhanden ist, nützt auch das ausführlichste Geschwätz über die Chancengleichheit nichts. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es so jemand trotzdem schaffen kann, wenn man sich 24 Stunden am Tag mit ihm beschäftigt. Vielleicht will das ja Herr Salcher übernehmen.

Re: Wo Salcher draufsteht

Sie sind meines Erachtens in ignoranter Mensch, der Tatsachen nicht wahrhaben will, es gibt viele Ursachen, warum Kinder nicht gerne lernen, weil ihnen Wissen nicht
mit Freude mitgeteilt wird, weil man ihre Neugierde nicht weckt, ihre kleinen Fortschritte nicht lobt und noch vieles mehr und ja ich bin dafür das man sich Zeit nimmt, Kindern etwas beizubringen.

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Re: Re: Wo Salcher draufsteht

Und Sie sind meines Erachtens eine überforderte Tante, die mit ihren vier Kindern Schwierigkeiten in der Schule hat. Wenn's mit dem Lernen nicht klappt, nicht gleich dem Lehrer die Schuld geben!

Re: Re: Re: Wo Salcher draufsteht

Nun meine Kinder haben alle einen erfolgreichen Schulabschluß gemacht, aber ich mußte oftmals den Schulstoff nochmals erklären, wenn mir das gelungen ist, hätte es einem ausgebildeten Pädagogen erst recht ge-
lingen müssen. Nicht immer den Kindern die Schuld geben!

Gast: fesima
30.10.2012 12:35
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Chancengleichheit

Habe 1977 in einer Kleinstadt maturiert - ein Drittel Bauernkinder (meist vom VS-Lehrer wegen bes. Begabung für die AHS-Aufnahmepfrüfung empfohlen), ein Drittel Arbeiterkinder, ein Drittel Kinder von Angestellten bzw. Selbstständigen. Chancen waren aufgrund der für alle gleichen Aufnahmsprüfung für alle gegeben. Warum wird dauernd behauptet, Chancengleichheit sei nicht vorhanden? Das Schulsystem war so differenziert, dass für jeden das Richtige dabei war - Bruder eines von uns Bauernkindern: - HS A-Zug, dann HTL, dann TU - Dipl.ing.)
Kinder aus einfachen, auch bildungsfernen Schichten hatten bei entsprechender Begabung in Ö immer alle Chancen!

Re: Chancengleichheit

Auch ich habe im alten, angeblich sozial ungerechten Schulsystem maturiert und bin damals Lehrerin geworden.
Stamme aus einer nicht begüterten Arbeiterfamilie mit 3 Kindern. Habe Volksschule, Hauptschule, Oberstufenrealgymnasium und Pädak absolviert. Bekam Stipendium samt Begabtestipendium. Fühlte mich NIE von Reichen übervorteilt ! Alles politische Propaganda, was da heute betrieben wird !

Re: Chancengleichheit

warum zeigen die Statistiken dann ein anderes Bild?

Re: Re: Chancengleichheit

WELCHES Bild zeigt WELCHE Statistik ??

Antworten Antworten Gast: so und manchmal anders
02.11.2012 01:26
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Re: Re: Chancengleichheit

weil die "Unterschicht" aus versch. Gründen wieder gewachsen ist und Bildung in diesen Kreisen oft keinen außerordentlichen Wert darstellt.
"Früher" (ich rede von der Zeit bis in die 1980/1990er) versuchten viel mehr "einfache" Eltern, ihren Kindern den sozialen Aufstieg zu ermöglich - und das ging nur über Bildung.

Außerden stieg in den letzten 10 bis 15 Jahren die Zuwanderung sog. "bildungsferner Schichten" (nein, betr. nicht alle Migr., sondern jene Gruppen die auch im Integrationsbericht beim Punkt Bildung ziemlich schlecht abschneiden).

Man müsste die Eltern mehr in die Pflicht nehmen, statt das Schulsystem durch Einheitsbrei nach unten zu nivellieren. Im Allgemeinen ist Diversity super, aber wenns um Schultypen geht nicht?

Re: Chancengleichheit

chancenungleichheit wird nur behauptet, um massive einsparungen im bildungswesen durchzusetzen.

Chapeau! Herr Salcher bringt es auf den Punkt.

Und die mieselsüchtigen Postings unserer Lehrer bestätigen die Treffsicherheit dieses Artikels.

Traurig nur, dass die Lehrergewerkschaft die Macht hat, den gewerkschaftlichen Gedanken zur Privilegienrettung zu missbrauchen.

Sie ist damit für den gewaltigen Schaden an der Zukunftssicherheit dieses Landes verantwortlich. Vom persönlichen Leid vieler Kinder, die in diesem "Schulsystem für Lehrer" durch den Rost fallen, gar nicht zu reden.

Es ist höchst an der Zeit diese Macht zu brechen und Beamte wie Lehrer die überproportional im Nationalrat vertreten sind, via ÖVP/SPÖ endlich ABZUWÄHLEN!


Re: Chapeau! Herr Salcher bringt es auf den Punkt.

nicht alle Lehrer und Lehrerinnen sind mieselsüchtige Poster. Die meisten bereiten nach 8 Stunden Präsenz in der Schule noch ihren Unterricht vor, korrigieren oder bereiten Projekte vor, alles meist unbezahlt und bis spät in die Nacht.

der Artikel von Herrn Salcher beschreibt mit absoluter Präzision, woran das Bildungssystm in Österreich krankt. Am Willen und Können der meisten Unterrichtenden liegt es jedenfalls nicht. Allerdings können LehrerInnen nicht pausenlos ihre Gesundheit durch Schlafmangel gefährden, um das marode System halbwegs aufrecht zu erhalten.

Re: Re: Chapeau! Herr Salcher bringt es auf den Punkt.

Ich habe vier Kinder und kann Ihnen daher sagen, seit es den Drucker gibt fällt viel Vorbereitungsarbeit, oder aber jeder Lehrer hat in jedem Schuljahr die gleichen Diktate gegeben, es war auffallend wie wenig sich im Laufe der Jahre am Text und an den Prüfungsfragen geändert hatte

Ich sammle mal:

Unternehmer, laut eigenen Angaben gutes Einkommen, arbeitnehmerfeindlich (Hasstiraden gegen Gewerkschaften), offenbar schlechte Erfahrungen der Kinder in der Schule (Ursache unbekannt, könnte sowohl an den LehrerInnen wie auch an den Kindern liegen), in der Folge Lehrer- und allgemein Staatsangesteltenfeindlich. Hat selbst an einer FH unterrichtet. Die Sprache verrät ein gewisses Bildungsniveau, die ständig wiederholten Gemeinplätze und die grobschlächtige Art verweisen wohl in primitiv-rechtspopulistische Gefilde. nachdenken hat das jetzt mit der Wahlempfehlung gegen SPÖ/ÖVP untermauert.

Gast: bärig
30.10.2012 09:24
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Bedingungen ändern!

Wollt ihr Ergebnisse wie in Finnland, dann schafft Bedingungen wie in Finnland: unter 20 Schüler pro Gruppe, meist 2 Lehrer im Teamteaching, Psychologen und Beratungslehrer an jeder Schule ganztägig anwesend, Assistenten, die Beaufsichtigungen übernehmen, gut ausgestattete Schulen, Mittagessen für Schüler UND Lehrer...!

warum gibt es im schulisch exzellenten Bayern keine Gesamtschule?

trotzdem sind sie und Österreichern und der norddeitscrn gesamtschule haushoch überlegen?

Re: warum gibt es im schulisch exzellenten Bayern keine Gesamtschule?

Bayern wäre, wenn es als einzelner Staat gewertet würde, an der Spitze von Pisa !
Die deutsche Tagesschau berichtete in der Hauptabendsendung, daß die bayerischen Schüler in der Leistung weit vor den norddeutschen Gesamtschulen sind. Im ORF wurde darüber nicht berichtet, sondern nur, wie toll die neuen Mittelschulen in Österreich sind.
In Bayern gibts keine Gesamtschulen, da werden die 10 jährigen sogar in 3 Schulen aufgeteilt: Hauptschulen, Realschulen und diverse Gymnasien !
Die Erfolgsmeldungen der Bayerischen Schulen passen nicht in die rote Propaganda !

Re: warum gibt es im schulisch exzellenten Bayern keine Gesamtschule?

Dort werden auch die klassischen Sprachen auf hohem Niveau unterrichtet.

Blödsinn!

mein Kollege aus einer Bauernfamilie bei weiz studierte ab der Montanuni in mindestzeit und Auszeichnung!

mein Vater, Doktor der Chemie, hat 3 Kinder. ich studierte, Schwester Matura mit tourismusfachhochschule und Bruder Lehre HTL Abendschule.

passt das in ihr Bildung wird vererbt Schema?

Re: Blödsinn!

Mein Vater, Jahrgang 1951 aus einer armen Arbeiterfamilie besuchte die Hauptschule, dann das Oberstufenrealgymnasium und studierte dann bis zum Dipl. Ing.
...und das im alten unsozialen, selektiven Schulsystem, das nur die Reichen bevorzugte ??

 
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