Regierungsklausur: Keine Einigung bei Ausbau der Ganztagsschule

09.11.2012 | 13:31 |   (DiePresse.com)

In einer zweiten Regierungsklausur Anfang März, will man sich noch einmal mit dem Bildungsthema befassen. Dort wird der Ausbau der Ganztagsschule noch einmal Thema sein.

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Die eine ist noch nicht einmal vorbei, da kündigt die Regierung schon eine weitere Klausur an: Diese soll Anfang März stattfinden und sich mit den Schwerpunkten Bildung und direkte Demokratie befassen, teilten Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) am Freitag in Laxenburg mit. Die SPÖ ist mit ihrem Wunsch nach mehr Geld für den Ausbau der Ganztagsschule gescheitert. Für Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ist mit der Vereinbarung einer neuen Regierungsklausur zum Thema der Ausbau der ganztägigen Schulangebote fix. "Da führt kein Weg daran vorbei", so Schmied.

Die SPÖ hatte einige Tage vor der Klausur eine Verdoppelung der Mittel für den Ausbau der Ganztagsschule auf 160 Mio. Euro pro Jahr gefordert, und zwar für die Jahre 2014 bis 2018. Die ÖVP war deshalb ziemlich sauer. Die weitere Klausur im März finde auch deshalb statt, weil man sich auf einen weiteren Ausbau nicht einigen konnte, erklärte Faymann, der ankündigte, sich weiter dafür einsetzen zu wollen. Auch das neue Lehrerdienstrecht und Ethikunterricht sollen bei der Tagung im Frühjahr auf der Agenda stehen. 

Für Spindelegger sind noch viele Details offen - man müsse sich anschauen, wie man regional steuere und natürlich sei die Ganztagsschule auch eine finanzielle Frage. Von einem Scheitern würde er aber nicht sprechen - die Vorbereitungszeit sei bei diesem Punkt recht kurz gewesen, konnte sich Spindelegger einen Seitenhieb nicht verkneifen. Faymann betonte, in vielen anderen Punkten im Bildungsbereich sei man sich einig, etwa beim Abbau von Bürokratie. Näheres ist am Nachmittag bei einer zweiten Pressekonferenz zu erwarten.

 

(APA)

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10 Kommentare
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Gott bewahre uns vor der verpflichtenden Ganztagsschule,

die unsere Altkommunisten gerne einführen möchten.
Die Linken sind ja ganz versessen darauf, die Bürger am besten gleich vom Wochenbett weg in staatlichen Einrichtungen - natürlich ganztags - zu kasernieren:

- Krabbelstube
- Kindergarten
- Schule
- Fabriken und Büros
- Altersheime
- Krematorium

Leider gibt es viele Bürger, die dumm genug sind, diese Feinde der individuellen Freiheit auch noch zu wählen.

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Ganztagesschule ist Überforderung

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Ganztagesschule eine Überforderung der Kinder ist.

Sie sind auf wenige m2 zusammengepfercht.

Wir legen viel Wert auf freilaufende, glückliche Hühner, aber unsere Kinder sollen in Bildungsbatterien groß werden.

Das Aggressionspotential ist so hoch wie noch nie. Schwächere Kinder werden von stärkeren Gruppen gemobbt und verprügelt. Als Strafverschärfung den ganzen Tag lang.

Als Lehrer kann man nur dezent wegschauen, denn eingreifen darf man nicht. Es könnte ja ein Kind verletzt werden....

Frau Bildungsminister sollte sich selbst einmal unter solchen Bedingungen erleben.

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ich habe in Telakademie einen Vortrag gehört

da hat der Vortragende nachvollziehbar dargelegt, dass in der DDR bei stark differenziertem Schulsystem die Durchlässigkeit im Schulsystem sehr hoch entwickelt war, dagegen in der DDR mit Einheitsschulen es keine Durchlässigkeit gegeben hat.
Es ist daher wohl angebracht, einmal zu überlegen, ob nicht die veränrte Wirtschaftsstruktur diese Durchlässigkeit in der Bildung verhindert.
Das Bildung kein Garant für gesellschaftliche Anerkennung aund Aufstieg bedeutet, dass das eher ein romantische Vorstellung von Bildungswissenschaftlern und MinisternInnen in deren Dunstkreis ist.

Re: ich habe in Telakademie einen Vortrag gehört

Also was jetzt wirklich in der DDR los?

unfähigkeit

unfähigkeit wohin man schaut ...

dieses geld, oh dieses geld

bevor dieses geld zur finanzierung flächendeckender ganztagsschulen verwendet wird, muss man (man beachte die maslowsche bedürfnispyramide) für grundlegendes sorgen. dieses grundlegende ist in vielen, sehr vielen schulen nicht vorhanden. z.b.:

ausreichend wcs
klopapier
vorhänge
regulierbare heizkörper
funktionierende heizkörper
stabile wände
"normale" sanitäre anlagen für das personal
genügend lehrer-pcs (4 pcs für 80 lehrer ist ein schlechter witz)
genügend schüler-pcs (denn wir wollen mit neuen medien arbeiten)

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Soviel Tag hat ein Ganztag nicht ...

... daß Schmied noch ausreichend das nachholen könnte, was ihr alles fehlt.

Schickt die Schmied und die Vassiirgendwas

zurück nach Griechenland, die Schmied kann dort die mit der Kommunalkredit verzockten Mrd. suchen und die Vassiirgendwas könnte in der griechischen Ausgabe von "Bauer sucht Frau" eine geeignete "Melkerin" abgeben (hat ja in Wien diesbezüglich viele Erfahrungen gesammelt

ÖVP bleibt hoffentlich bei Vernunft

Zusätzliche 80 Millionen für die Wahnidee der roten Ministerin?


Ach, wie billig!

Hat es die SPÖ notwendig, ein solches Theater zu inszenieren, um der ÖVP den alten Sandsack umzuhängen, an allem Nichterreichten Schuld zu sein? Und das soll ein Tagungsergebnis sein???
Merke: kein deutsches Land gleicher Größe wie Österreich würde sich eine solche politische performance leisten wollen/können; nicht einmal ein Schweizer Kanton.

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