Lehrerdienstrecht: Es spießt es sich beim Gehalt

08.01.2013 | 09:43 |   (DiePresse.com)

Verhärtete Fronten vor den politischen Verhandlungen. Die Gewerkschaft sagt, von einem großen Reformpaket könne keine Rede sein.

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Am Montag haben zum vorerst letzten Mal Verhandlungen der Gewerkschaft zur Reform des Lehrerdienstrechts auf Beamtenebene stattgefunden. Die Streitpunkte der vergangenen Monate konnten allerdings vor der angekündigten politischen Runde mit den Ministerinnen Schmied, Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Fekter (ÖVP) nicht ausgeräumt werden. Nach wie vor spießt es sich beim Gehalt, der Ausbildung und beim Unterstützungspersonal, so Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger (FCG). Termin für die politische Reform gebe es noch keinen.

"Schmied hatte immerhin jahrelang Zeit"

Ob die Reform in dieser Legislaturperiode noch gelinge, liege in der Verantwortung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Er werde sich jedenfalls nicht unter Druck setzen lassen, betonte Kimberger. "Claudia Schmied hatte immerhin jahrelang Zeit, ein attraktives neues Dienstrecht vorzulegen." Die Ankündigung von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), die Regierung werde mit lediglich minimalen Änderungen des Regierungsvorschlags in die Verhandlungen mit der Gewerkschaft gehen, kritisiert der Chef der ARGE Lehrer - der Regierungsentwurf habe nämlich deutliche Mängel. "Vom versprochenen großen Reformpaket kann keine Rede sein." Das derzeitige Angebot sei letztlich ein Sparpaket, so Kimberger. Aber: "Ich gehe davon aus, dass die Ministerinnen ihr Versprechen eines attraktiven Angebots erfüllen werden."

Bei der politischen Runde mit den Ministerinnen soll die mit den Beamten erstellte Liste mit offenen Punkten abgearbeitet werden. Sowohl Gewerkschaft als auch Regierung würden die Lehrer von Bürokratie und Verwaltung entlasten, die Qualifikation der Pädagogen sowie deren Fort- und Weiterbildung verbessern und mehr Qualität ins Schulsystem bringen wollen - offen sei allerdings das Wie.

Keine Zustimmung werde es für eine Arbeitszeiterhöhung geben, betonte Kimberger. Nur, wenn die Regierung nachweisen könne, dass die Lehrer massiv von Verwaltung und Bürokratie entlastet werden, sei er bereit über eine "neue Schwerpunktsetzung" in Form von mehr Unterricht zu reden.

(APA)

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50 Kommentare
 
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In der Internetausgabe des heutigen Schweizer "Blick" ...

... steht ein interessanter Kommentar: Da wird in Bern von einem Politiker gefordert, eine verpflichtende Männerquote von 60% (Heinisch-Hosek schau oba!) im Schulbereich einzuführen.
(Frauenanteil im Kanton Bern derzeit 77% - Tendenz - wegen weiblichem Studentenanteil von 88% an der Uni - stark steigend).

Gleichzeitig fehlen im aktuellen Schuljahr allein im Kanton Bern 70 VollzeitlehrerInnen!

Lösen will man diese beiden Probleme durch die Anstellung von ausländischen Lehrkräften.

Jeder zukünftige österreichische Junglehrer, der einen simplen Taschenrechner bedienen kann, weiß, wo er in Zukunft einen (deutlich besser bezahlten) Job bekommen kann - und dies gilt nicht nur für die Schweiz sondern auch für Bayern, auch die suchen verzweifelt LehrerInnen.

Also, liebe österreichische Regierung: Macht mit dem neuen Dienstrecht inklusive lächerlich inferiorer Gehälter nur so weiter, das Ausland wartet ohnehin schon auf unsere Leute (die in Österreich für unser Steuergeld ausgebildet wurden)!

Wieso sind sie dann noch da?


Mehr Kohle in der Schweiz ist notwendig, da die Lebenshaltungskosten dtl höher sind und die Pension nur eine Grundabsicherung vorsieht, das heißt, sie müssten im Vergleich zu Österreich sehr viel mehr ansparen als dort mehr verdienen.

Kommt also das Bsp mit dem simplen Taschenrechner doch auch von einem simplen Gedankengang eines sehr simplen Lehrers in Österreich ?

Re: Wieso sind sie dann noch da?

a) Ich bin noch da, weil ich mit dem angedachten Besoldungssystem (gottseidank) absolut nichts zu tun habe.

b) Die deutlich höheren Gehälter sind natürlich kaufkraftbereinigt. Sowohl für die Schweiz als auch für Bayern, wo die Situation mit dem Lehrermangel ähnlich ist:
Nur ein kleines Beispiel:
So ist der Eintrittsgehalt in Bayern rund 3.100 Euro/Monat (x 12 = 37.200 Bruttojahresgehalt), in Österreich für zukünftige Lehrer 1.980 Euro (x 14 = 27.720 bzw. nach Absolvierung des Mastergrades 2.400 x 14 = 33.600 Euro) und das bei Lebenshaltungskosten, die in Bayern zwischen 5%-10% niedriger sind als in Österreich (laut Warenkorb), ebenso bei deutlich niedrigeren Steuern und Sozialabgaben.
Das sind immerhin rund 4.000 Euro Brutto-Unterschied pro Jahr.

Noch dazu muss der Junglehrer dann in Österreich 13 Jahre (!!) auf die nächste Gehalterhöhung warten, da ist er in Bayern schon längst "verbeamtet" und auch gehaltsmäßig weit vorgerückt.

Also, welche Argumentation ist jetzt simpel?

Wenn dem für Bayern so ist und sie keine Zulagen (!) vergessen haben ...


... aber wo geht das Geld dann hin?

Wenn Österreich schon jetzt 6 MRD EUR für die Schulen investiert, dann kann der Steuerzahler doch endlich einmal auch ein modernes Schulsystem erwarten - oder?

Zulagen

Von welchen Zulagen sprechen Sie?
Und die Frage, wo das Geld verschwindet, ist auch leicht beantwortet:
- eine aufgeblähte Verwaltung
- Hochglanzbroschüren zur Selbstbeweihräucherung des Ministeriums
- immer mehr Gelder, die im BIFIE versickern
Also alles Geldmittel, die nie dort ankommen, wo die eigentlich sollten, nämlich in den Schulen.

Re: Zulagen

z.B. für eine Bildungsministerin Claudia Schmidt, die 16400.- Euror 14x verdient und in einem geförderten Wohnbau der Gemeinde Wien wohnt !!

Re: Wieso sind sie dann noch da?

3x simpel zu benötigen, bedeutet schlichtweg: Das Lehrerwerden nicht geschafft!

Das Lehrerwerden ? ;-))

Es tut mir leid, aber es gibt auch noch andere Ziele im Leben, nur sehe ich nicht ein dass der Lenz der Lehrer sich negativ für unsere Kinder und die Gesellschaft auswirkt!

@Lenz von Solidarität

Können Sie uns bitte mitteilen, mit welchem Lebensziel Sie es schaffen, offensichtlich den ganzen Vormittag in Internetforen zu verbringen? Wäre interessant!

Bevor Sie in der Zeit, in der andere arbeiten, im Internet pöbeln, informieren Sie sich erst mal z.B. über meine Arbeitszeit als Lehrer (lehrerarbeit.blogspot.com)!

In der heutigen Zeit wird immer gearbeitet - 24h - oder glauben sie das KH oder die Polizei sperrt zu?

Genauso für mich, d.h. mein Arbeitstag ist heute nicht einmal um 23.00h zu Ende!

Sehr eigentümlich den blog ihrer Selbstreferenz zu lesen, der mir zum einen unglaubwürdig erscheint, oder die Frage aufwirft, wie es um die Effizienz bestellt ist?

Wenn sie eine 75% Anstellung haben, wie viel müssten sie Arme dann für eine 100% Stelle arbeiten - 70h oder gar 80h pro Woche?

Re: In der heutigen Zeit wird immer gearbeitet - 24h - oder glauben sie das KH oder die Polizei sperrt zu?

Wenn Sie nicht so eindimensional denkend während Ihrer Arbeitszeit posten würden, müssten Sie nicht bis 23 Uhr arbeiten (Wer`s glaubt ...).

Zudem an Ihrem eigenen Beispiel orientiert: Wer Arbeit bis 23.00 - weil selbst offensichtlich keine anderen Werte im Leben - als Vorlage für alle sieht, ist - gelinde gesagt - etwas seltsam in der Birne!


Re: In der Internetausgabe des heutigen Schweizer "Blick" ...

Korrektur:
Pardon - da war ein kleiner Schreibfehler drinnen: Die verpflichtende Männerquote soll mindestens 40%, die Frauenquote maximal 60% betragen.

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Die Gehaltskurve flacher zu gestalten

bedeutet, dass anfangs mehr und später weniger gezahlt wird, insgesamt die Einkünfte aber gleich bleiben.

Das hat nun überhaupt nichts mit einer Erhöhung der Lehrverpflichtung zu tun!

Das Argument, wir gestalten die Gehaltskurve flacher, DAFÜR müsst ihr aber mehr arbeiten, ist eine bodenlose Frechheit.

Wer eine Erhöhung der Arbeitszeit möchte, muss auch tiefer in die Tasche greifen. Solange das nicht klar ist, ist das neue Lehrerdienstrecht, so wie es sich Claudia vorstellt, ein reines Sparpaket und daher mit Vehemenz abzulehnen!

Es geht aber wohl auch darum, dass der Lenz des Lehrpersonals dem österreichischen Steuerzahler nicht mehr zuzumuten ist !!!


Re: Es geht aber wohl auch darum, dass der Lenz des Lehrpersonals dem österreichischen Steuerzahler nicht mehr zuzumuten ist !!!

Ja und den Lehrern es auch bald nicht mehr zuzumuten, in Österreich zu arbeiten.
Ich habe jetzt nachgezählt und komme auf 18 ehemalige LehrerInnen in meiner Bekanntschaft, die alle das Handtuch geschmissen haben in Österreich. Lehrer zu sein bei diesem "Lenz "
Auch mein Mann ist ehemaliger Lehrer und jetzt Journalist und er weint dem "Lenz" keine Träne nach !
Warum sind SIE dann nicht Lehrer, wenn Sie so überzeugt sind, daß das sooo ein toller Job ist mit sooo einem Lenz !


War ja nicht zu erwarten,

dass die Gewerkschafter auf die Überschrift "attraktives neues Dienstrecht" reinfallen.

Wen - außer Analphabeten - will man denn mit diesem Etikettenschwindel für den Lehrberuf ködern, wenn ein paar Euro Plus in den ersten 5 Dienstjahren hunderte Euros Minus in allen folgenden Monaten bis zur Pension gegenüberstehen?

Aktuelle FAKTEN zur realen Lehrerarbeitszeit übrigens auf lehrerarbeit.blogspot.com

langsam werden berichte über schule

langweilig und unlesbar. ich werde meine nerven schonen und das podium den glattauers und salchers überlassen.

wenn man die besten lehrer in den schulen haben will

wird man andere löhne zahlen müssen.

die geplante ausbeutung von junglehrern ist aber typisch für jene sozialisten, die zuerst eine bank an die wand mitgefahren haben und dann zur belohnung ein ministersesserl ergattern konnten - aber sonst fern jeglicher realität leben!

Wieso "beim Gehalt"

Wieso "spießt es sich beim Gehalt" ?
Noch gilt das Gehaltsgesetz (1956) mit den entsprechenden Novellen.

Wird das Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz ohne Mitwirkung der Länder verhandelt?
Stehen noch andere Gesetze zur Diskussion?

Leider fehlen dem Leser der PRESSE alle Detailinfos!

Die üblichen Verdächtigen....

Wenn es um Lehrer, um Ärzte, um Polizisten und Beamte geht, findet sich augenblicklich der Mobb ein, welcher IMMER eine "fundierte" und vor allem objektive Meinung kundtun möchte. Klassischer Fall von Lehrerbashing! Gestern noch waren es die Ärzte, morgen sind es vielleicht schon die Bundesheerler. Wer lange genug mit Dreck beworfen wird, erscheint am Ende gerechterweise um seinen hart verdienten Lohn betrogen zu werden. Wer über diese Menschen lästert, hat KEINEN tiefen Einblick, kennt aus dieser Gruppe meistens niemanden persönlich, aber beurteilen und verurteilen, das kann und mag der Österreicher gerne.

Wer unsere Lehrer nicht schätzt, der kann seine Kinder bald selber zu Hause unterrichten. Wer unsere Ärzte nicht schätzt, der wird bald Krankenhäuser ohne Behandlung vorfinden.... usw. Die Schweiz ruft nach qualifizierten Kräften! Und die gutausgebildete und gebildete Jugend sieht die offenen Grenzen Europas. Darum gibt acht, liebes Österreich! Mit diesem Kurs wirst du bald nur noch die Alten, die Kranken, die Faulen und die Dummen beherbergen. Wer etwas kann, der geht dorthin, wo er willkommen ist. :)

Re: Die üblichen Verdächtigen....

Kennt aus dieser Gruppe niemand persönlich?
Doch ich kenne jemanden. In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Pärchen die beide einen Master-Titel haben, sie verdienen etwa gleich viel. Er ist beim Land beschäftigt, sie ist Lehrerin. Er arbeitet wöchentlich 45 bis 50 Stunden (bis 20 Überstunden pro Monat sind im Sold inbegriffen und werden auch erwartet). Sie ist täglich um 13 Uhr zuhause, kann das Kind von der Schule abholen und die Hausarbeit erledigen. Vorbereitung? Nacharbeit? Da hat sie nur ein Lächeln übrig. Sie kannte nach 3 Jahren den Stoff in- und auswendig und in ihrem Fach wird ausschließlich mündlich geprüft.

Wer ist das liebe Österreich, wen meinen sie mit "du"?

Die Faulen und die Dummen finden wir schon im öffentlichen Dienst, oder glauben sie ein leistungsbereiter junger Mensch hat als Lebensziel "Beamter"?

Und wenn sie zu diesen Tollen der besseren Berufsgruppe gehören, die "gebasht" werden, warum sind sie dann noch da?

Weil es sich trotz allem super lebt und Privilegien zu genießen sind, die es in der Schweiz z.B. nicht gibt?

Gut gemeint ist (eben) das Gegenteil von gut. ;-)) B.B.


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Im Umkehrschluss

lese ich aus Ihrem Kommentar heraus, dass für Sie Lehrer (wie auch alle anderen Leute im öffentlichen Dienst) faul und dumm sind und kein leistungsbereiter junger Mensch diesen Beruf ergreifen kann. Dass es aber genug Menschen gibt, die den Lehrberuf aus Freude an der Arbeit mit Jugendlichen ergreifen und ihn auch nach vielen Jahren ebenso gerne ausüben wie am Anfang ihrer Berufstätigkeit, ist Menschen mit so gefestigten Vorurteilen, wie Sie sie besitzen, wohl niemals klar zu machen!

Re: Im Umkehrschluss

Natürlich ist die Ausnahme die Regel, aber sonst würden sie mir, so sie kein Lehrer wären, mit großer Wahrscheinlichkeit Recht geben.

Vorurteile sind auch nur aus dem Erfahrungsschatz zu gebildet und die sind als Österreicher in Bezug auf den ÖD, in der Tat sehr gefestigt!

Re: Re: Im Umkehrschluss

Nein, würde ich nicht, denn in jedem Beruf gibt es gute und schlechte Leute. Und im Übrigen zu Vorurteilen aus dem Erfahrungsschatz: Ich wurde ein einziges Mal in meinem Leben bestohlen: von einer Roma, würde aber deshalb niemals behaupten, alle Roma seien Diebe!

Wer ist das liebe Österreich, wen meinen sie mit "du"?

Die Faulen und die Dummen finden wir schon im öffentlichen Dienst, oder glauben sie ein leistungsbereiter junger Mensch hat als Lebensziel "Beamter"?

Und wenn sie zu diesen Tollen der besseren Berufsgruppe gehören, die "gebasht" werden, warum sind sie dann noch da?

Weil es sich trotz allem super lebt und Privilegien zu genießen sind, die es in der Schweiz z.B. nicht gibt?

Gut gemeint ist (eben) das Gegenteil von gut. ;-)) B.B.


 
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