Multikulti in der Schule: Jeder Dritte beobachtet ethnische Konflikte

16.01.2013 | 14:32 |   (DiePresse.com)

Herkunft ist an heimischen Schulen selten ein Auslöser für körperliche Gewalt. Wenn, dann sind die Angriffe eher verbaler Art. Das zeigt eine neue Studie der Uni Wien.

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Ethnische und kulturelle Unterschiede sind an Österreichs Schulen nur selten ein Auslöser von Gewalt. Dieses Ergebnis brachte eine von Birgit Sauer geleitete Studie des Instituts für Politikwissenschaften der Uni Wien, das Teil eines von der EU-Kommission geförderten Forschungsprojekts in fünf Ländern ist. Für Sauer ist das Ergebnis "ebenso erstaunlich wie erfreulich: Die von uns untersuchten, oft sehr 'multikulturellen' Schulen sind generell Räume, wo ethnische Differenz anerkannt ist und es deswegen kaum zu Gewalt kommt", wird sie im Newsletter der Uni Wien zitiert.

Die Studienergebnisse würden zeigen, dass Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen kaum zu den spezifischen Anlässen für Streit gehören. Allerdings würden die Schüler in verbalen Auseinandersetzungen auf Stereotype zurückgreifen und ihre Mitschüler durch abschätzige Bemerkungen über ihre Herkunft oder körperliche Merkmale verletzen. Dabei sind laut Studie zwei Gruppen, nämlich Kurden sowie Roma/Sinti, eher betroffen als andere.

Wenn, dann verbale Gewalt

Wenn an österreichischen Schulen Gewalt zwischen verschiedenen Ethnien vorkommt, dann hauptsächlich in verbaler Form. Jeder dritte Jugendliche hat schon beobachtet, dass ein Mitschüler wegen seiner Herkunft aufgezogen oder beschimpft wurde, 6,5 Prozent der Befragten sogar "sehr oft". 53 Prozent der Schüler geben an, das sei nie passiert. Jeder zehnte Schüler war Opfer solcher verbaler Angriffe. Körperliche Gewalt, die eher unter den jüngeren Schülern vorkommt, haben 13,3 Prozent der Befragten - also etwa jeder achte Schüler - beobachtet. 3,2 Prozent der Schüler sind selbst aufgrund ihrer Herkunft Opfer körperlicher Angriffe geworden.

Im internationalen Vergleich sind diese Werte relativ niedrig: 3,7 Prozent der Schüler haben bei der Fragebogenerhebung angegeben, sie hätten bereits Mitschüler wegen ihrer ethnischen Herkunft schikaniert. In den anderen vier untersuchten Ländern waren die Werte teils deutlich höher: In England waren es 4,9 Prozent, in Slowenien sieben, in Italien 8,3 und in Zypern neun Prozent.

Sensibilisierung für "böse Worte"

Die Forscher der Uni Wien beschreiben die Sensibilisierung der Schüler, dass auch "böse Worte" Gewalt sein können, als besonders wichtige Aufgabe. Präventiv wirken laut den Forschern gemeinsame Aktivitäten, in denen die Gruppenbildung reflektiert werden, "Peer-Mediationen", bei denen speziell ausgebildete Schüler bei Streitigkeiten eingreifen oder Veranstaltungen, bei denen den Schülern die Besonderheiten anderer Kulturen (z.B. typische Speisen) nähergebracht werden.

Ziel der Länderstudie war die Sammlung von Daten zu Formen interethnischer Gewalt und dem Ausmaß solcher Gewalterfahrungen sowie der Vorschlag präventiver Maßnahmen. In Österreich wurden für das Projekt 700 Schüler per Fragebogen befragt, zusätzlich gab es an jeweils vier Schulen unterschiedlicher Schultypen in Wien, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten Gruppendiskussionen mit Schülern im Alter von elf und zwölf bzw. 17 und 18 Jahren.

(APA)

 
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36 Kommentare
 
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Antworten RAL
17.01.2013 14:34
5

Re: Handeln!

Träumen Sie nur ruhig weiter. Allerdings: Das Aufwachen in einer zum Großteil humanen Gesellschaft nimmt wenig Rücksicht auf die Kompensation von privatem oder betuflichem Versagen durch Ablemken auf Menschen die etwas anders als wir ausschauen.

Antworten Antworten Divide_et_Impera
17.01.2013 20:26
38

Re: Re: Handeln!

Faktum ist, dass Österreich und seine Bürger bereits über Gebühr mit Zuwanderern belastet sind, das werden hoffentlich bald auch die letzten Phantasten wie Sie verstehen! Machen Sie sich um mich bloß keine Sorgen, beruflich und privat läufts ausgezeichnet ;-)
Und am Wahltag im Herbst werden wir sehen, wofür sich die Österreicher entscheiden: Massenzuwanderung und linke Gleichmacherei auf der einen Seite, strenge Regeln für Zuwanderer und vernünftige Politik für Österreich auf der anderen Seite!

Antworten wirneue
17.01.2013 12:48
12

Re: Handeln!

Geht`s um Wien, dem Land der vielen Füttertröge? Geht`s generell um die Subventionen, Förderungen, Zuschüsse - all die Alimentierungen? Da werden die Dankbaren wohl aus Farbenblindheit wieder so wie immer wählen, und sich halt am Stammtisch auskotzen - und dann bleibt alles beim Alten. Die Veränderung will niemand hier, die Lügen sind wir eh schon immer gewohnt.

Dorian Gray IV
16.01.2013 19:11
68

Multikulti ist Out

Out

Qualtinger
16.01.2013 19:00
40

Na sowas! Das h'tte ich nie gedacht!

Dass jemand einmal die Realität ausspricht!

Als Eltern haben wir das schon vor 20 Jahren gewusst! Nur sagen durften wir das nicht!

breitenleer
16.01.2013 18:24
29

Jeder Dritte beobachtet...

...es, der Rest schaut halt einfach weg!

Robert Blanko
16.01.2013 17:38
24

Alles klar:

Institut für Politikwissenschaften.....

Die Realität sieht ein bisserl anders aus:

http://www.youtube.com/watch?v=5vjJSC970V0

übrigens eine öffentöich-rechtliche doku

free speech
16.01.2013 16:49
50

Interessante Studie

Und wie ist das bitte in Klassen wo es nur mehr ein paar "Restösterreichische Schüler" gibt?

Da hören aus Angst zwei weg, wenn der Dritte als "Sch....... Ös....... bezeichnet wird?

Antworten wirneue
16.01.2013 22:53
19

Re: Interessante Studie

Bericht eines dt. Schuldirektors: als die 2 Deutschen weg waren, ging es besser.

Antworten Antworten Hädsch Fong
17.01.2013 13:21
16

Re: Re: Interessante Studie

interessanter Ansatz

Soll man das so verstehen : wenn keine Ösis mehr in Ösistan leben, dann ist auch alles besser ?

Wusi
16.01.2013 15:56
43

Statistischer Kaffesud.

jeder zehnte war Opfer ...
jeder achte hat es gesehen ...

Das wirkliche Problem sind die, die wegschauen und die Beifallsgrinser !! !!

oder anders:
Zwei streiten - einer schaut zu: Das Ganze in der Sprache der Statistik: "Jeder dritte beobachtet etnische Konflikte."


 
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