Burgenland: Neue Regeln für Direktoren-Bestellung

17.01.2013 | 09:40 |   (DiePresse.com)

Künftig müssen Bewerber in jedem Teil des Auswahlverfahrens mehr als 50 Prozent der Höchstpunktezahl erreichen. Findet sich kein geeigneter Kandidat, muss neu ausgeschrieben werden.

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Im Burgenland wird das Verfahren zur Bestellung von Schuldirektoren und anderen Leitungsfunktionen im Schuldienst adaptiert. Neuerungen betreffen etwa die Verkleinerung der Kommission beim Hearing. Außerdem muss künftig auch bei nur einem Bewerber das komplette Anhörungsverfahren durchgeführt werden, erklärte Landesschulratspräsident Gerhard Resch.

Die neue Regelung, die vom Landesschulrats-Kollegium am Mittwoch bei einer Enthaltung beschlossen wurde, soll am 15. Februar verlautbart werden und damit in Kraft treten. Zu den wichtigsten Änderungen gehöre eine Neubewertung bei der Berücksichtigung der bisherigen beruflichen Leistungen der Bewerber. Diese werden je nach Größe der Schule mit verschiedenen Faktoren bewertet, erläuterte Resch.

Die Zahl der Mitglieder der mündlichen Kommission beim Anhörungsverfahren wird von zehn auf fünf halbiert. Der Vorsitzende kann jedoch beratende Mitglieder ohne Stimmrecht beiziehen. Bei Schulinspektoren soll das Auswahlverfahren einem Assessment-Büro übertragen werden, wie dies auch das Land bei der Stellenbesetzung mache, so Resch.

Künftig müssen Bewerber in jedem Teil des Auswahlverfahrens - beim beruflichen Portfolio, dem Persönlichkeitstest und im Hearing - mehr als 50 Prozent der Höchstpunktezahl erreichen. Findet sich kein geeigneter Kandidat, muss neu ausgeschrieben werden.

Die Stellungnahme der Schule, an der die Bestellung vorgenommen werden soll, wird nicht mehr gesondert berücksichtigt, sondern im Hearing integriert, so Resch. "Wir glauben, dass die Qualität des Auswahlverfahrens in Hinkunft besser wird", erklärte Landesschulrats-Vizepräsident Franz Fischer.

Kritik an der Änderung kam von den Schulpartnern: Es dürfe nicht sein, dass diese als direkt Betroffene im Entscheidungsverfahren völlig ausgeklammert würden, so Elisabeth Tschögl, Landesobfrau der Burgenländischen Schülerunion. Im Burgenland werden laut Resch jährlich zwischen 20 und 50 Bestellungsverfahren durchgeführt.

(APA)

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9 Kommentare

Schnell

verschwunden dieser Artikel.
Auf Geheiß?

Geschwafel

Das ist alles nur ablenkendes Geschwafel. Wenn man dieses System einmal durchschaut hat, weiß man ganz genau, dass sich nichts ändern wird- Direktoren werden nach Vorliebe der politischen Parteien bestellt. Im Pflichtschulbereich müssen die Verantwortlichen außerdem froh sein, wenn noch jemand diesen Job machen will.

Auf diese Weise

wird sich nichts ändern.

Wie wäre es mit einer Schulleiterausbildung und -prüfung. Die Leute können in einem Bezirk ansuchen. Der erste in der Liste kommt an die Reihe. Passt ihm oder ihr die Schule nicht, na dann muss man sich wieder hinten anstellen.

Aber da wären ja die politischen Machthaberer das, was sie sowieso sind - nämlich unnötig.

Gilt das auch für Bildungspolitikerinnen?


Neue Direktoren

Aus welchen Gründen wird eine Leitungsfunktion angestrebt?

Finanzielle Gründe, Sendungsbewusstsein, Eitelkeit, Pflichterfüllung, Karrieresprungbrett oder .... ?

Funktionsperioden bzw. Leiter auf Zeit ist kaum noch Thema.
Ebenso die Wahl des Leiters durch die Mitarbeiter (primus inter pares).
Eine eigenständige umfassende Ausbildung für Leitungsfunktionen wird nicht angestrebt.

hm ...


Gerade im erzroten Burgenland, wo bislang beinhart nach politischem Kalkül in die Schulen hineinregiert wird, soll das kommen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste (und in anderen Bundesländern außer Wien auch ist)???
Ich bin gespannt.

Aber wie es ausschaut, tut sich das ohnehin kaum noch wer an.

Re: hm ...

In NÖ werden trotz "Auswahlverfahren" DirektorInnen strikt nach Parteibuch ernannt. Die sogenannte "Auswahl" samt Hearing ist eine reine Farce! Naja, Pröllistan eben!

Re: Re: hm ...


Ich muss dich leider enttäuschen. Es sagt sich zwar leicht, passt auch ins Klischee vieler, trotzdem ist Parteibuch in NÖ kein Kriterium (Ausnahme, nona: die beiden Schulen, die die Roten seit jeher für sich reklamieren ...)

Und wenn gar keiner will?

Nach welchen Kriterien wird dann einer zwangsbeglückt?

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