Sprachförderung: Qualifizierte Lehrer fehlen

21.01.2013 | 13:09 |   (DiePresse.com)

Experten warnen: Für eine Ausweitung der Deutschförderung fehlen die Voraussetzungen. Es gibt nicht ausreichend qualifiziertes Personal.

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Für eine Ausweitung der Deutschförderung in Österreich gibt es nicht ausreichend qualifiziertes Personal, warnen Experten aus dem Bereich Sprachförderung in einem Schreiben an Unterrichts- und Wissenschaftsministerium, Integrationsstaatssekretariat und Hochschulen. Schon jetzt gebe es nur eine "verschwindend kleine Anzahl" fachlich qualifizierter Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache (DaZ), bei einer Ausweitung müsse auf noch geringer qualifiziertes Personal zurückgegriffen werden; und auch in der Forschung gebe es derzeit nur wenig Ressourcen für dieses Thema. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf!", appellieren sie an die Politik.

Die Unterzeichner - darunter Bildungswissenschafter Erich Ribolits, Linguistin Ruth Wodak und Germanistin Inci Dirim - befürchten, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Österreichs durch den Mangel an Infrastruktur "nachhaltig beeinträchtigt" werden könnte. Für eine Aufwertung bzw. Ausweitung der Deutschförderung würden in Österreich derzeit die Voraussetzungen fehlen.

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Nicht genug Kurse für Lehrer

Die bestehenden Fortbildungsangebote für Lehrer in DaZ seien zwar in der Regel hochwertig und würden gut angenommen, es gebe jedoch schon jetzt nicht genug Kurse. An den Unis komme DaZ nur im Lehramt Deutsch und an den Pädagogischen Hochschulen (PH) beim Lehramt für Volksschulen bzw. Deutsch an Hauptschulen vor, allerdings auch hier nicht immer verpflichtend. Landesweit gebe es nur drei Uni-Professuren für DaZ bzw. Deutsch als Fremdsprache (DaF) - so viel wie in Nordrhein-Westfalen an einzelnen Unis, beklagen die Forscher. In den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik komme DaZ als Fach überhaupt nicht vor.

Die Unterzeichner fordern u.a. zusätzliche Professuren sowie Dissertations- und Habilitationsstellen für DaF und DaZ an Unis und PH, qualifiziertes Fachpersonal für DaZ an allen Lehrerbildungseinrichtungen, DaZ und Mehrsprachigkeit als verpflichtenden Teil der Ausbildung für alle Lehrer und für Kindergartenpädagogen sowie mehr Forschung in diesem Bereich. Eine Absage erteilen sie unterdessen erneut der Sprachförderung im Rahmen eines Vorschuljahrs oder in Crashkursen, "da internationale (und auch österreichische) Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen eindeutig die Ineffizienz solcher 'Gettoklassen' nachgewiesen haben".

Der Aufruf wurde bisher von insgesamt 50 Forschern und Praktikern aus Bildungswissenschaft oder dem Bereich Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache unterzeichnet, auf einer Petitionsplattform im Internet werden weiterhin Unterschriften gesammelt.

(APA)

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7 Kommentare

Wir brauchen Lehrer mit türkisch oder bks als Muttersprache!

... denn diese könnten dann die Fragen der Kinder in ihrer eigenen Sprache beantworten. Das wäre der einzige Weg, den Kindern etwas beibringen zu können - in ihrer eigenen Sprache! Natürlich sollte es dann nach und nach auch auf deutsch möglich sein, aber ehrlich: welches Kind,k dass zu Hause nie deutsch spricht - gerade mal die weinigen Minuten pro Tag, die es in der Schule eine Frage des Lehrers beantworten muss überlegt wie man etwas auf deutsch sagen kann , wird den Lehrstoff auf deutsch lernen. Natürlich wird alles sofort in die eigene Sprache übersetzt - es wäre sicher sehr sinnvoll die Schulbücher mehrsprachig zu machen, damit die Kinder sich nichts falsch in die eigene Sprache übersetzten.

Wieder eine tolle Ausrede um ja nicht direkt mit den Kindern arbeiten zu müssen!

Die Lehrpersonen Österreichs verstecken sich auch viele lieber hinter 1.000 Stunden Hefteverbessern pro Jahr. Unterrichtet wird ja nur um die 600 Stunden pro Jahr, wenn die Lehrpersonen auch immer zu den 50 Minuteneinheiten pünktlich kommen (eher unwahrscheinlich).

Die Österreicher müssen schon für über 124.000 aktive Lehrpersonen die Zwangsabgaben leisten. Es sind schon irre 2,2 Lehrpersonen pro Schulklasse (immer kleinere Schulklasse) und die Absolventen können trotzdem immer weniger. Nur noch 10 Schüler pro bezahlen Lehrer!

Nun scheint es so, dass die Lehrpersonen nach 15 Jahren Schule und Ausbildung keine Fähigkeiten haben sollen mit 3-7jährigen an deren Deutschkenntnisse zu arbeiten.

Diese Versager jammern aber immer, besonders auch diesem Forum, dass die Eltern zuwenig mit den Kinder arbeiten. Wie sollen die Eltern eine Lehrkompentenz haben, wenn die Lehrpersonen Österreichs keine Kompetenz mehr haben?

Wenn ein Kollektiv so tief sinken kann, dann muss das Kollektiv schwerste krank sein!

Der Erfolg von Neugebauer / Gehrer wird von der Schmied perfektioniert!

Wider besseres Wissen

muss ich Ihnen doch wieder antworten: Auch wenn Sie immer wieder den gleichen Käse mit Lehrpersonen pro Schüler verzapfen,so geht es hier nicht um Spielereien, dreijährigen Kindern einzelne Vokabel beizubringen, sondern darum, Schülern mit nicht deutscher Muttersprache diese so näherzubringen, dass sie dem Unterricht auch folgen können, aber Hauptsache, in Ihrem Lebenskonzept ist alles so einfach gestrickt - und ach ja, das habe ich ganz vergessen, die Lehrer sind selbstverständlich an allem schuld.

Re: Wieder eine tolle Ausrede um ja nicht direkt mit den Kindern arbeiten zu müssen!

Legen Sie bitte eine neue Platte auf.
Der Rest steht unten.

Die neue Platte...

..müsste doch endlich von den 124.000 Lehrpersonen kommen.

Die Resultate deren Arbeit sind umfangreich dokumentiert und als extrem schwach zu bezeichnen. Das die Resultate deren Arbeit so extrem schwach sind, das liegt doch nicht bei den Anderen. Es ja auch nicht die Anderen, welche für den Unterricht verantwortlich sind. Es sind auch nicht die Anderen, dass die Absolventen nach 9 Jahren Schulpflicht zu wesentlichen Teilen nicht einmal die Grundrechenarten beherrschen, auch nicht sinnerfassend lesen können.

Es sind nicht die Anderen, welche eine neue Platte auflegen müssen. Es sind die Lehrpersonen, welche sich endlich der eigenen Verantwortung stellen müssen und mit den kindischen Ausreden aufhören müssen.

Ich bin schon neugierig wann die Bürgen den Lehrpersonen den Marsch blasen werden.

Re: Wieder eine tolle Ausrede um ja nicht direkt mit den Kindern arbeiten zu müssen!

Es ist NICHT Aufgabe der Lehrer einem Kind, das der deutschen Sprache nicht mächtig ist, diese zu lehren. Es ist Pflicht der Eltern dafür zu sorgen, dass die Kinder bei Schuleintritt die deutsche Sprache soweit beherrschen, dass sie problemlos dem Unterricht folgen können, was oftmals nicht der Fall ist. Lesen sie einmal nach.

Re: Re: Wieder eine tolle Ausrede um ja nicht direkt mit den Kindern arbeiten zu müssen!

Ja, der Unterrichtsgegenstand Deutsch wurde schon lange an die Eltern delegiert!

Entgegen der gültigen Rechtslage sind in Eltern verpflichtet den Kinder sämtliche Fähigkeiten zu spätere Leben beizubringen.

Die Pflichtschule, 9 Jahre und 1.000 Stunden Normunterricht, dient nur zur Verteilung der Schulbücher und einige Prüfungen.

Jeder Bürger, welcher andere Meinungen hat, dem muss die Lehrpersonenmeinung in einem Strafläger beigebracht werden.

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