Lehrerdienstrecht: Annäherung bei der Arbeitszeit

Bisher bestand die Regierung darauf, dass alle Lehrer verpflichtend 24 Stunden pro Woche unterrichten sollen. Davon dürfte man abweichen. Kommende Woche soll weiter verhandelt werden.

Lehrerdienstrecht Annaeherung Arbeitszeit
Schließen
Lehrerdienstrecht Annaeherung Arbeitszeit
c Dapd Ronald Zak

In die Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht kommt Bewegung. Das Thema Arbeitszeit wurde offenbar in den Mittelpunkt der Verhandlungen gerückt. In der kommenden Woche sollen laut der Tageszeitung "Österreich" Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und den zuständigen Ministerinnen stattfinden. Dem Vernehmen nach soll es in der Vorwoche erstmals eine Aufweichung der bisherigen Regierungslinie bei der 24-stündigen Lehrverpflichtung für alle Pädagogen gegeben haben.

So könnten etwa die Tätigkeit als Klassenvorstand oder als Mentor für künftige Lehrer nicht wie im Regierungsvorschlag ursprünglich vorgesehen mit Extrageld bezahlt, sondern mit Abschlägen bei der Lehrverpflichtung abgegolten werden: Wer also als Klassenvorstand oder Mentor eingesetzt wird, müsste im Gegenzug weniger unterrichten.

Der derzeitige Regierungsvorschlag sieht vor, dass künftig alle Lehrer verpflichtend 24 Stunden pro Woche unterrichten sollen, wobei darunter auch Lernzeiten bei der Tagesbetreuung fallen. Derzeit gilt für Pflichtschullehrer eine Unterrichtsverpflichtung von 20 bis 22 Wochenstunden, für Lehrer an Bundesschulen sind es grundsätzlich 20 (wobei aber etwa Schularbeitsfächer höher bewertet werden und de facto zu einer niedrigeren Stundenbelastung führen, Fächer wie Turnen zu einer höheren).

"Aus wichtigen Gründen" soll die Unterrichtszeit künftig auf bis zu 28 Stunden angehoben werden können. Anders als bisher sollen die Lehrer je nach unterrichtetem Fach Zulagen erhalten. In der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe, Hauptschule, Neue Mittelschule) wären das etwa für Deutsch und Fremdsprachen, Mathematik, darstellende Geometrie, Informatik und EDV 24 Euro pro Wochenstunde zusätzlich. In der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BMHS) liegt die Zulage für diese Fächer bei 36 Euro. Zwölf Euro zusätzlich sollen Lehrer bekommen, die in der Oberstufe Geografie, Geschichte, Psychologie oder ähnliche Fächer unterrichten. Extra Geld gibt es auch für "Spezialfunktionen" wie die Betreuung von Junglehrern, für Bildungs- und Schülerberatung oder Berufsorientierung.

(APA)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.