NMS-Schüler erhalten erneut bessere Noten

19.02.2013 | 18:22 |   (Die Presse)

Mehr als die Hälfte der Schüler an Neuen Mittelschulen dürfen an eine AHS oder BHS wechseln. In diesem Schuljahr schließen rund 10.000 Schüler der zweiten NMS-Generation ihre vierjährige Ausbildung ab.

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Wien/Apa. An den Neuen Mittelschulen bekommen die Schüler bessere Noten als an den ehemaligen Hauptschulen, aus denen sie entstanden sind. Das zeigt eine Auswertung des Unterrichtsministeriums. Dabei wurden die aktuellen Semesterzeugnisse des aktuellen Abschlussjahrgangs der Neuen Mittelschule mit den Zeugnissen des letzten Hauptschuljahrgangs derselben Schule aus dem Schuljahr 2011/12 verglichen.

Demnach könnten nach den nun vergebenen Schulnachrichten 57 Prozent der Schüler in den NMS-Abschlussklassen eine AHS bzw. eine berufsbildende höhere Schule besuchen. Beim letzten Hauptschuljahrgang – also vor der Umstellung auf NMS – waren es hingegen nur 45 Prozent.

In diesem Schuljahr schließen rund 10.000 Schüler an 176 Standorten der zweiten NMS-Generation ihre vierjährige Ausbildung ab. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass fast 5700 ein Semesterzeugnis erhielten, das sie zum Besuch eines Gymnasiums berechtigt. Beim letzten Jahrgang als Hauptschulen waren es nur rund 4200 Schüler von insgesamt rund 9300.

Der gleiche Trend hatte sich im Vorjahr bei den Abschlussjahrgängen der ersten NMS-Generation gezeigt: Damals erreichten 53 Prozent im Semesterzeugnis eine AHS-Berechtigung.

 

Gesamtschule für Vorarlberg

In Vorarlberg hat die Landesregierung unterdessen einen Schritt in Richtung Gesamtschule gemacht. Am Dienstag wurde beschlossen, ein wissenschaftliches Projekt zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen zu starten. Allein: Einen praktischen Versuch – wie angedacht – wird es vorerst nicht geben. Das lancierte Projekt mit Kosten von 100.000 Euro erschöpft sich in der Arbeit von Expertengruppen, die sich etwa mit rechtlichen und organisatorischen Fragen sowie pädagogischen Konzepten auseinandersetzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2013)

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43 Kommentare
 
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traum personen

wer kann nur so einen unsinn glauben und dann auch noch verbreiten.
gau ner, oder vielleicht tr ott eln, die das tun, was ihnen von der roten politik vorgegeben wird.
unterrichte derzeit in einem ORG, egal was das heisst, und versuche den NMS absolventen auch etwas beizubringen.
tatsache ist, dass die doppelte zeit nicht ausreicht, das bildungsmäßig weiterzubringen, was früher gute HS abgänger oder eben AHS schülerInnen erlernen konnten.
aber, wahrscheinlich täusche ich mich, und es ist so, wie der artrikel eben berichtet.

der große Schwindel

Schade, dass die zeitung nur eine APA- PR - meldung abdruckt. Mit ein wenig Recherche und entsprechender Bildung hätte man dieses bildungswunder aufklären können! So profane Wunder gibt es nicht - das ist Scharlatanerie

naiv und dumm sollen die menschen sein...

...kritische leute sind ja unerwünscht.

bessere Noten

Ergebnisse sind schöngeredet. Für noch und zukünftig regierende Parteien sind einfältige Wähler gefordert, Deckname "Gerechtigkeit"

ja genau so soll es sein..

niveau nach unten - noten nach oben.

ob die vorarlberger

mit fleiß ihren falschen bildungsweg kompensieren können, wird sich zeigen, in jahren.

Sobald Klein-Murat sein Smartphone halten kann und stubenrein ist

bekommt er eine gute Note.


wer immer

diesen Artikel schrieb, der glaubt auch an die Zahnfee, oder er ist ein bezahlter Lakai der frau u-mini.

Schwindel

In der NMS sind Leistungsgruppen verboten. Früher gab es 3 und viele Schüler wurden von Jahr zu Jahr mit einem 4er in der 3. LG einfach "weitergetragen".
In der NMS funktioniert das so: in der 1. und 2. Klasse keine LG, und dann ab 3. Klasse sog. allgemeine oder vertiefende Bildung (= 2 Leistungsgruppen).
Die SchülerInnen sind keineswegs PLÖTZLICH klüger geworden, nein, jetzt ist halt ein NMS 1er das, was früher die Noten 1-4 in der 1. LG waren. 2er und 3er in der NMS sind 1er-4er in der 2. LG und 4er in der NMS sind Noten 1-4 in der 3. LG.
5er wurden schon lange abgeschafft, aus unterschiedlichen Gründen. Da haben entweder der Direktor oder die BSI etwas dagegen. ("Lass ihn/sie ja nicht durchfallen, ich habe keine freien Plätze in den unteren Klassen").
Gratuliere Österreich zur sukzessiven Volksverdummung!

Re: Schwindel

Danke für die ehrlichen Worte.
Ich kann dies alles nur zu 100% bestätigen!

Re: Schwindel

Werden keine 5er mehr vergeben?

Re: Re: Schwindel

de facto leider nicht, ist nicht so "in". Weder bei Eltern noch bei Direktoren noch bei BSIs noch beim Stadtschulrat (Stichwort "schlechte Statistik").
Achja - in manchen Bezirken wird auch keinem Antrag auf "sonderpädagogischen Förderbedarf" statt gegeben. So sitzen uns unseren Klassen mehrere verkappte Sonderschüler...

Re: Re: Re: Schwindel

Dann hat vermutlich so mancher 4er den Wert eines 5ers.
Die NMS-Lehrer sind ohnehin nicht zu beneiden.

NMS - Nivellierung Muss Sein

In der NMS gibt es bessere Noten als in der früheren Hauptschule? Ich frage mich, ob die Leistungen auch besser sind. Denn es sind die gleichen Schüler und die gleichen Lehrer dort. Und zwei Lehrer können die Anarchie in der Klasse auch nicht beheben.

Ich glaube die NMS ist von vorne bis hinten ein einziger Etikettenschwindel. Die Abkürzung NMS könnte auch mit Nivellierung Muss Sein umschrieben werden. Dabei geht es unseren Bildungspolitikern in erster Linie um das unter den Tisch Kehren von Leistungsschwächen und Leistungsverweigerung, um ja nicht irgendjemand zu diskriminieren. Bei dieser Haltung werden freilich die talentierten und leistungswilligen Schüler, aber das ist anscheinend nicht wichtig, denn in der Bildungspolitik von heute sind nur die schwachen Schüler (aus "bildungsfernen Schichten") massgebend. Untermauert wird diese Haltung immer wieder mit krausen Statistiken, in denen behauptet wird, dass es in Österreichs Schule besonders wenig Chancengleichheit gäbe. Fängt Chancengleichheit nicht schon zu Hause an? Darf die Schule hier ausgleichend agieren? Werden in den Gesamtschulen nicht Talente verheizt und Kinder aus bildungsnahen Schichten übervorteilt?

Die schaffen in einer halbwegs gescheiten AHS die fünfte Klasse nicht.

NMS ist nichts anderes wie ein schöneres Wort für eine im Niveau leider tief gesunkene Hauptschule.

Re: Die schaffen in einer halbwegs gescheiten AHS die fünfte Klasse nicht.

Halbwegsgescheite Gymnasiasten gibt es immer weniger ...in der 5. Klasse am wenigsten, denn bei uns bleiben viele, oft schlechte Schüler, die an anderen Schulen nicht angenommen wurden, weil sie zu schlechte Noten hatten.

Re: Re: Die schaffen in einer halbwegs gescheiten AHS die fünfte Klasse nicht.

das ist aber ein Wiener Problem, in den Bundesländern funktioniert das noch um ein Vielfaches besser. wird vermutlich auch die Zentralmatura zeigen.

Es müsste externe Aufnahmetests für die AHS geben

.... um die tatsächliche AHS-Reife herausfinden zu können. Derzeit ist das sicher nicht gegeben!

Re: Es müsste externe Aufnahmetests für die AHS geben

Das würde in der Praxis dann etwa so aussehen wie bei den Aufnahmetest der Unternehmen.

Seit die Unternehmen geschnallt haben, dass viele Absolventen von 9 Jahre kaum mehr Schreiben, Lesen und Rechnen können, hatten eine große Masse an jungen Menschen Probleme einen Lehrplatz zu finden. Um das zu kompensieren wurden, sehr teuer, staatliche Lehrwerkstätten geschaffen, welche dann Ausgebildete schaffen, welchen dann noch immer nicht Schreiben, Lesen und Rechnen können.

Wenn es einen Aufnahmetest bei den AHS gibt (ich meine eine Notwendigkeit um die Schulreife korrekt feststellen zu können), was soll dann mit den sehr vielen angelehnten Schülern passieren? Was soll mit den vielen leeren Klassenzimmer werden? Was soll mit den vielen überzähligen Lehrpersonen werden?

Die Notwendigkeit von Aufnahmetests, wenn durchgeführt, die würden doch sofort erhebliche andere Probleme mit sich bringen!

nms-schüler erhalten nicht bessere, sondern beste noten

können tun sie zwar nichts, aber das ist für die statistik vernachlässigbar.
bin gespannt, wie lange es dauert, bis man den rohrkrepierer nms auf dem misthaufen der geschichte entsorgt.
wahrscheinlich zu lange. man braucht sich nur anschauen, wie lange es dauerte, bis sie den unsinn lat abschafften.

Werbekampagne!!

In allen Zeitungen ist diese "Ente" erschienen. Sie dient allein dazu, dieses faule System NMS am Leben zu erhalten. Die Noten sind fast nichts wert (wie Volksschulnoten) und die Kinder haben im Vergleich mit AHS Schülern ganz schlechte Karten. Es ist außerdem der Weg, dass alle in eine weiterführende Schule gehen sollen, ein fataler Irrweg, da auf kurz oder lang (wenn nicht jetzt schon) ein eklatanter Mangel an Facharbeitern sein wird, der nur mehr mit ausländischen Jugendlichen auszugleichen sein wird. Diese "Experten" werden noch flehendlich nach Installateuren, Maurern oder dergleichen rufen.

Stimmen die Noten in den NMS?

Zu einer positiven Benotung braucht es doch von den Schülern Kenntnisse, welche etwas über 50% des Lehrstoffes umfassen.

Nach der Pisastudie wissen wir aber, dass 28% der Absolventen die Grundkenntnisse in Lesen nicht hatten und 23% die Kernfähigkeiten der Grundrechenarten nicht hatten. Es hatten also viel mehr Absolventen die Fähigkeiten nicht als es negative Schulnoten gab. Die Zeugnisse können also schon über Jahre nicht gestimmt haben, weil eben weit von der Realität entfernt. Es gibt mehrere Meldungen aus der Praxis, dass die Noten gerne zwischen den Eltern und den Lehrpersonen "verhandelt" werden!?

Die Zeugnisse sind aber amtliche Dokumente. Es sind amtliche Dokumente, welche den Schülern offensichtlich Fähigkeiten bestätigen, welche gar nicht vorhanden sind. Dass die Aussteller, die VBN und Beamten, dafür zur Verantwortung gezogen werden, das ist eher nicht zu erwarten.

Auf Basis dieser Beobachtungen ist höchste Skepsis betreffend der Korrektheit der Benotungen in den NMS angebracht. Sollten die Benotungen aber stimmen, was unbedingt zu hoffen ist, dann wären die Resultate unglaublich gut. Wahrscheinlich kommt die Wahrheit aber erst bei der nächsten großen Leistungsüberprüfung der Absolventen ans Tageslicht.

Man könnte diesen Umstand auch so interpretieren,

dass durch den Wegfall der Leistungsgruppen, d.h. durch die Schaffung völlig inhomogener Gruppen, das Leistungsniveau so weit gesunken ist, das die SchülerInnen (die sich in ihren Fähigkeiten in den letzten 4 Jahren wohl kaum wesentlich verändert haben) im Schnitt bessere Noten erhalten.
Ich habe ein Kind in einem Gymnasium und ein zweites in einer NMS, der Unterschied im Anforderungsniveau ist enorm ... eigenartig finde ich, dass nach der 4. Klasse dann beide Zeugnisse GLEICH VIEL gelten, wenn es um Reihungen in einer BHS geht. Das ist absurd.

Re: Man könnte diesen Umstand auch so interpretieren,

... bezüglich Gleichwertigkeit ist anzumerken, dass sicher ALLE AHS-Schüler, wenn sie dies möchten eine Platz an einer BHS erhalten, denn alle BHS "kämpfen" darum AHS-Schüler zu bekommen. Jedoch werden sicher nicht alle NMS-Schüler aufgenommen, vielmehr finden sich diese dann auf den Wartelisten wieder. Vielleicht sind lt. Gesetz die Zeugnisse gleichwertig, aber in der Realität sicher nicht. Das gilt natürlich auch, wenn man sich für eine Lehrstelle bewirbt....

Re: Re: Man könnte diesen Umstand auch so interpretieren,

Das hatte ich auch gedacht - die Realität sieht leider anders aus. Mein Sohn will nach einer (recht fordernden) 4. Klasse AHS in eine BHS, und wir erhielten die Auskunft, sie DÜRFEN die AHSler in der Aufnahmeliste nicht anders reihen als die NMS/HSler, es zählt NUR (!) der Notendurchschnitt!

Re: Man könnte diesen Umstand auch so interpretieren,

Das darf, nach den Gesetzestexten, eigentlich nicht sein!

Der Lehrstoff in den AHS Unterstufen, den HS und den NMS ist fast identisch.

Zur Benotung, der Leistungsbeurteilung der Schüler, gibt es auch klare Rechtsvorschriften, welche vom Lehrpersonal berücksichtigt werden sollten. Auch diese Leistungsbeurteilungen basieren auf rechtlich Grundlagen, sollten sich daher nur unwesentlich unterscheiden.

Die Rechtsvorschriften sind unter diesem Link zu sehen.

http://www.jusline.at/index.php?cpid=ba688068a8c8a95352ed951ddb88783e&lawid=93&paid=18&mvpa=22

Eine mögliche Erklärung für Ihre Beobachtung könnte aber der Punkt 10 sein.

(10) Der zuständige Bundesminister hat durch Verordnung nach den Aufgaben der einzelnen Schularten und nach der Art der einzelnen Unterrichtsgegenstände nähere Bestimmungen für den Aufbau und die Durchführung von Leistungsfeststellungen und die Beurteilung der Leistungen der Schüler zu erlassen.

Wenn die Leistungsanforderungen in den NMS noch weiter reduziert wurden, dann wird den Kindern Österreichs vorsätzlich und bewusst die Zukunft gestohlen. Die Absolventen haben doch keine Chance mehr auf ein selbstbestimmtes Leben durch eigene Leistung.

Im Bildungsbereich sind unglaubliche Vorgänge, die Fähigkeiten der Absolventen werden immer mehr vernichtet. Es scheint so, dass alle verantwortlichen Beteiligten vollkommen versagen.

Wer immer es sicht leisten kann, der ist gut beraten die Kinder vor den staatlichen Schulen zu schützen.

 
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