Lehrerdienstrecht: Gespräch dauerte nur eine Stunde

24.04.2013 | 22:21 |   (DiePresse.com)

Beamtenministerin Heinisch-Hosek soll bei einer kurzfristig angesetzten Verhandlungsrunde über die Größe der Gruppe der Lehrervertreter verärgert gewesen sein.

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Eine kurzfristig angesetzte Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht zwischen Gewerkschaft und den Ministerinnen Claudia Schmied, Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Maria Fekter (ÖVP) am Mittwochabend ist schon nach rund einer Stunde beendet worden. Grund soll der Missmut von Beamtenministerin Heinisch-Hosek über die Größe der Verhandlungsgruppe seitens der Lehrervertreter gewesen sein.

Heinisch-Hosek habe erklärt, dass sie in dieser Konstellation nicht zu Gesprächen bereit sei. Von den beteiligten Ministerien gab es keinen inhaltlichen Kommentar. Es wurde allerdings betont, dass bereits ein neuer Verhandlungstermin inklusive Verhandlungsfahrplan vereinbart sei.

Auf Lehrerseite zeigte man sich verwundert: Man habe die Regierungsseite vor dem Gespräch darüber informiert, dass in dieser entscheidenden Phase der Verhandlungen die Vertreter aller fünf Lehrergruppen - insgesamt 15 - sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer mitverhandeln. Bisher wurden die Verhandlungen mit den Ministerinnen im kleinen Kreis geführt, dadurch waren allerdings nur Pflichtschul-und AHS-Lehrer vertreten. Lehrer der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), der Berufsschulen und der landwirtschaftlichen Schulen waren zuletzt nicht am Tisch.

Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger wollte die Vorkommnisse des Abends inhaltlich nicht kommentieren, verwies allerdings ebenfalls auf einen schon vereinbarten neuen Termin mit Heinisch-Hosek, Unterrichtsministerin Schmied und Finanzministerin Fekter. An diesem sollen dann alle fünf Lehrergruppen teilnehmen können, denn man gehe in eine "entscheidende Phase", so Kimberger.

(APA)

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55 Kommentare
 
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christian.lustig@gmail.com

Borniertheit der SPÖ-Minsterinnen

Es ist immer wieder erstaunlich, wie diese Politikerinnen agieren. Da passt Ministerin Heinisch-Hosek ihr Gegenüber plötzlich nicht mehr und schon steht sie vom Verhandlungstisch auf. Dies ist nur ein Beispiel, warum in unserem Land jegliche Reform eine never ending story ist. Abgesehen davon sollte es jeder Seite selbst überlassen bleiben, wer verhandelt bzw. an Verhandlungsrunden teilnimmt.

Einigen Postern hier sei noch gesagt, dass eine Gewerkschaft selbstverständlich die Interessen derer zu vertreten hat, die sie gewählt haben!

Generell ist zu sagen, dass dieses Lehrerbashing, das Ministerin Schmied von Beginn an betreibt, mittlerweile sehr skurrile Formen annimmt. Dabei sei bemerkt, dass ohnehin jedem klar ist, worum es dabei geht. Das ist doch alles nur ein Wahlkampfgag der SPÖ. Vorher Beamtenbashing, die Beamten gehen den PolitikerInnen aus, dann gehen wir eben auf die Lehrer los; wer kommt als nächstes? Polizisten, Ärzte, Schaffner oder vielleicht doch die Taxifahrer? Eines ist jedoch klar: jedesmal vor Wahlen irgendwelche Neiddebatten anzuzetteln oder Feindbilder zu kreieren, nur um politische Kleingeld zu wechseln, ist mit Sicherheit der falsche Weg für unser Land!


Ungeheuerlich die Präpotenz dieser Roten! (zu viele Lehrervertreter)

Sind die Lehrer nicht zentraler Punkt der Verhandlungen?

Sollen sie etwa den roten Schulwart hinschicken, damit es der Ministerin passt?

Re: Ungeheuerlich die Präpotenz dieser Roten! (zu viele Lehrervertreter)

Die Präpotenten sind die Lehrergewerkschafter!
Die ewigen Bremser, denen geht es nicht um die Schüler, sondern nur um die Lehrer!
Einfach grauslich!

Re: Re: Ungeheuerlich die Präpotenz dieser Roten! (zu viele Lehrervertreter)

komisch, dass es den Spediteuren eher um ihre lkw-flotten als um die Eisenbahn geht, oder?
sie haben ein erschreckendes demokratiepolitisches wissen! bitte holen sie das nach, wenn sie ein mündiger Staatsbürger werden wollen!

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Sehr seltsam aber auch,

dass es der LEHRERgewerkschaft bei den Verhandlungen zum LEHRERdienstrecht um die LEHRER geht. Ist Ihnen eigentlich bewusst, was die Aufgabe einer Gewerkschaft ist?

Eine Regierung regiert !


... eine österreichische Regierung läßt sich am Nasenring der GÖD vorführen!

Der Steuerzahler darf zuschauen und brennen - wie degeneriert ist eigentlich dieses System ?

Solange Lehrer nicht endlich eine Ganztagesschule für die Kinder der wirklich "arbeitenden Bevölkerung" modern und leistungsorientiert umsetzen, solange sollte man diese unseelige geld- und privilegiengierige Lehrerschaft nicht noch mehr Goderlkratzen und mit Glaceehandschuhen angreifen !!!

4 0

Re: Eine Regierung regiert !

Sie dürften in Ihrer vorgefassten Meinung hier aber doch einige Punkte durcheinandergebracht haben: Die Verhandlungsrunde hat nicht die Gewerkschaft zum Scheitern gebracht, sondern die Regierungsseite, die bereits im Vorfeld über die Vergrößerung der Runde seitens der Gewerkschaft informiert war.
"Solange Lehrer nicht endlich eine Ganztagsschule für die Kinder der wirklich "arbeitenden Bevölkerung" modern und leistungsorientiert umsetzen" - abgesehen von der nicht gerade feinen unterschwelligen Bemerkung in diesem Satz, aber sei es drum: Zunächst einmal müsste die von Ihnen zum Regieren aufgeforderte Regierung zunächst einmal die Rahmenbedingungen schaffen - und hie meine ich auch räumlich, denn die fallen nun wirklich nicht in den Zuständigkeitsbereich der Lehrer.

Wieso vorgefasste Meinung ?


... Die Lehrerschaft blockiert seit Jahr und Tag die Ganztagesschule - das war nicht unterschwellig gemeint.

Ausreden findet Ihr Lehrer zum Schaden der Gesellschaft leider immer, selbst wenn ein nagelneues Schulhaus für Euch gebaut werden würde.
Auch keine vorgefasste Meinung sondern die Realität, wie man den Statements von GÖD und Lehrern entnehmen kann !

2 0

Re: Wieso vorgefasste Meinung ?

Mit unterschwellig meinte ich "die wirklich arbeitende Bevölkerung". Abgesehen davon gibt es kein einziges Beispiel für eine Ganztagsschule (die nicht wirklich von der gesamten Bevölkerung gewünscht wird) in Österreich, die durch Lehrer verhindert wurde und das nagelneue Schulhaus gibt es in der Realität nicht und ist auch nicht von heute auf morgen finanzierbar.

Das sind doch alles eher ...

... bekannte Dinge. Unfähige Regierungsvertreter sollen verhandeln und ärgern sich, weil da Verhandler auftauchen, die ihnen nicht passen. Hat jemand etwas anderes erwartet bei _der_ Regierung?

Schaut doch bitte in die Klassen der Schulen. In den nächsten 6 Jahren gehen ein Drittel der Lehrer in Pension, aber es kommen bei weitem nicht genug nach.

Über dieses Riesenproblem redet niemand. Dies wird eine Amerikanisierung zur Folge haben. Wenige teure gute Schulen mit guten und teuren Lehrern und der Rest.

Schuld haben diese und vorangegangene Regierungen, die sich nur lächerliche Strukturfragen gekümmert haben.

Studie AK bezüglich NACHHILFEINDUSTRIE durch LehrerProfessoren

AK-Nachhilfe-Studie

Pressekonferenz

Freitag, 18. Juni 2010 Arbeiterkammer Linz,

Seminarraum 3, 5. Stock

Re: Studie AK bezüglich NACHHILFEINDUSTRIE durch LehrerProfessoren

die Nachhilfestunde , die Studenten leisten ist billiger, sie ist zumindest in Ballungsräumen auch recht leicht verfügbar.
wenn trotzdem Professoren von Eltern gebucht werden (ich spreche da aus eigener Erfahrung), dann ist das wohl die Entscheidung der Eltern.
so etwas nennt man freie Marktwirtschaft.

NACHHILFESCHWARZMARKT (!)


Soweit sind wir in Österreich gekommen, dass ein beamteter Lehrer, seinen NACHHILFESCHWARZMARKT (!) ungestraft als freie Marktwirtschaft bezeichnen darf.

Re: NACHHILFESCHWARZMARKT (!)

ihre posting ist kurz, beinhaltet aber dafür viele fehler: ich bin nicht pragmatisiert
2.) meine nachhilfetätigkeit ist kein Schwarzmarkt, sondern liegt unter der grenze einer steuerlichen Relevanz.

Re: Re: Studie AK bezüglich NACHHILFEINDUSTRIE durch LehrerProfessoren

Sie haben das grundsätzliche Problem nicht verstanden.

Tipp: Lesen der AK-Studie

2 0

Sehr seltsam...

Ist es nicht klar, dass man bei einem Dienstrecht, das alle Lehrer/innen - Gruppen betreffen wird, auch alle Gruppen in die Verhandlungen mit einbezieht?

Vielleicht will man aber vor den Wahlen auch gar nichts mehr zu Wege bringen...?

Wieviele Schüler- und ElternVertreter waren anwesend ?

Zitat AK-Studie (Nachhilfeindustrie)

In den letzten Jahrzehnten hat sich die private „Lernhilfeindustrie“
zu einer profitablen Marktgröße entwickelt.
Schulgeld durch die Hintertür
Mit diesen Kosten wird Schulgeld quasi durch die Hintertür eingeführt. Davon
profitiert nicht zuletzt jene Berufsgruppe, die eigentlich dafür zu sorgen hätte, dass Nachhilfe erst gar nicht nötig wird. Professionelle Pädagogen/-innen treten sowohl im Rahmen von kommerziellen Nachhilfeinstituten als auch am sogenannten „Grauen Markt“ als Nachhilfelehrer/-innen auf und kassieren neben ihrem Lehrereinkommen zusätzlich für Nachhilfe.


Re: Wieviele Schüler- und ElternVertreter waren anwesend ?

Fortsetzung

Nachhilfeindustrie
Würde man den Zeitaufwand der Eltern mit einem durchschnittlichen Stundensatz
von 20 Euro (das entspricht den Durchschnittskosten für private
Nachhilfe auf dem „Grauen Markt“) bewerten, so ergibt das eine Summe von
1,61 Milliarden Euro pro Schuljahr. Geld, das die Eltern natürlich nie sehen.
Ganz im Gegenteil: Wenn auch sie nicht mehr weiterwissen, ihnen die Zeit für
Selbst-Nachhilfe etwa aufgrund ihres Berufes fehlt oder sie ihren Kindern ergänzend
professionelle Hilfe bieten wollen, müssen sie noch extra Geld in die
Hand nehmen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die private „Lernhilfeindustrie“
zu einer profitablen Marktgröße entwickelt.

2 0

Re: Re: Bitte, bitte...

(Ich gehe hier nur auf Ihre Überschrift ein, die mit dem Rest Ihres immer wiederkehrenden Posts nichts zu tun hat) - Ich möchte bei der nächsten Verhandlungsrunde der Handelsangestellten auch dabei sein, schließlich gehe ich ja auch zum Billa, Hofer etc.

Re: Re: Re: Bitte, bitte...

Sie haben es auf den Punkt gebracht.

Richtiger Vergleich:

LehrerProfessoren = KassiererIN

von einer Thematisierung des pädag. "Wissenschaftsobjekts *KINDER*" keine Rede.

Kassieren, heimgehen,..

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Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

Verdrehen Sie doch bitte jemand anderem die Worte im Mund, wenn Sie kein passendes Argument haben. Abgesehen von Ihren völlig sinnfreien "Lehrerprofessoren", die Sie wohl als Beleidigung verstanden haben möchten, erschreckt es mich wirklich zutiefst (und das meine ich jetzt vollkommen ernst), dass jemand Kinder als "Wissenschaftsobjekt" bezeichnet (und sich im gleichen Atemzug noch anmaßt, Lehrer vollkommen pauschal und unkritisch zu verurteilen und als unfähig hinzustellen).

Re: Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

nur keine (künstliche) Aufregung, um mit "Moral" zu Punkten:

z.B. Anthropologie = Wissenschaft (Lehre) vom Menschen,

Wissenschaftsobjekt: der Mensch

Noch Probleme zu verstehen, was Forschungsobjekt und Wissenschaftsobjekt sein kann ?

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

Keine Angst, ich versuche nicht mit Moral zu punkten. Und danke für die Belehrung, was der Begriff Anthropologie bedeutet, wusste ich vorher auch schon. Aber in diesem Zusammenhang geht es doch wohl eher um Menschen als um Forschung- und Wissenschaftsobjekte!!! Aber so viel Ahnung scheinen Sie ja dann von Schule doch nicht zu haben.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

ich verstehe jetzt Ihr Problem nicht.

Wahrscheinlich ist es schlicht das Wort "Objekt", das Sie stört.

Man spricht halt nicht vom Forschungssubjekt (wenn man nicht etwa den Forscher meint).

Ich will eigentlich nur sagen, dass den Lehrern die Erkenntnisse der Pädagogik "wurscht" sind, wenn ihre Interessen berührt sind.


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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

Ja, genau das Wort "Objekt" ist es, das mich in diesem Zusammenhang stört. Ebenso die erneute Pauschalierung im letzten Absatz: "die Lehrer" gibt es ebensowenig wie "die Ärzte", "die Richter" etc. - überall gibt es solche und solche.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Bitte, bitte...

also, jetzt begeben Sie sich in philosophische Gefilde.

Nominalismus vs. Realismus. Welche Art der Existienz kommt Abstrakta zu ? Gibt es nur Einzelnes ?

Alles sehr schwierig. Aber eine Erkenntnis scheint gesichert.

DIE Lehrer haben in der Vergangenheit einfach zu wenig gearbeitet und zuviel verdient - sie sollen sich darüber freuen !

 
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