Handy an Schulen verbieten?

15.05.2013 | 19:05 |   (DiePresse.com)

An heimischen Schulen wird diskutiert, wie mit dem Handy umgegangen werden soll – auch ein Verbot in den Pausen steht im Raum.

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Wien/beba/J.n./APA. Das Wasagymnasium in Wien Alsergrund könnte bald zur handyfreien Zone werden. Kommende Woche soll entschieden werden, ob Mobiltelefone künftig auch in Pausen verboten sein sollen – dass sie während des Unterrichts tabu sind, sei sowieso klar, sagt Direktor Johannes Bauer. Doch nicht nur am Wasagymnasium ist das Handy – eines der liebsten Spielzeuge heimischer Schüler – Thema. „Die Debatte erlebt gerade ein Hoch“, sagt Barbara Buchegger von der Initiative handywissen.at, die Lehrern, Eltern und Kindern Hilfe im richtigen Umgang geben will. „Die Kollegen berichten, es gebe keine Schule, die nicht diskutiert, wie mit dem Handy umgegangen werden soll.“

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Wie viele Schulen in Wien ein totales Handyverbot eingeführt haben, weiß man nicht so genau: Die Entscheidung liegt beim Standort – und wird in der Regel von Schüler-, Lehrer- und Elternvertretern getroffen und in der Hausordnung oder den schuleigenen Verhaltensregeln festgelegt. Der Stadtschulrat hat daher auch keine Zahlen. Komplette Verbote dürften allerdings in der Minderzahl sein, wie auch Direktor Bauer bestätigt. Zumeist reicht es offenbar, wenn das Telefon im Unterricht abgeschaltet oder lautlos gestellt ist. Der Schulleiter steht dennoch zu seinem Plan: Ziel der Maßnahme am Wasagymnasium – die er übrigens eher als Ge- denn als Verbot versteht – sei vor allem, jüngere Schüler zu schützen. Sie könnten mit dem scheinbaren Druck, ständig in Onlinenetzwerke wie Facebook eingeklinkt sein zu müssen, nicht gut umgehen. Was teils dazu führe, dass sie sich ausschließlich mit dem Handy beschäftigten – statt mit den Mitschülern.

Manche lassen Verbot fallen


„Dieser Druck ist sicherlich ein wichtiges Argument“, sagt Expertin Buchegger. Von totalen Verboten hält sie dennoch wenig – auch, weil sie schwierig zu exekutieren seien. Sie schildert, dass viele Schulen gerade nach einem Verbot bald wieder zu einer lockereren Handhabung wechseln: Die Handys sollten den Unterricht nicht stören – ansonsten, also in den Pausen, haben die Schüler freie Hand. Für Buchegger die sinnvollste Variante. „Wenn sich alle daran halten, fahren die Schulen damit am besten.“
Das Gymnasium Contiweg im 22. Bezirk ist eine jener Schulen, die überlegen, das Handyverbot wieder aufzuheben. Dabei gehe es mitunter darum, dass Schüler einen bewussten Umgang mit dem Handy erlernen, wie Schuldirektorin Monika Auböck im ORF–Radio sagte. Ein Argument, das auch Barbara Buchegger teilt: Kinder und Jugendliche seien ständig mit neuen Medien konfrontiert – und müssten lernen, damit umzugehen. „Das kann man nur, indem man sie wirklich nutzt.“

Und nicht nur das. „Das Handy ist ein guter digitaler Lernbegleiter“, sagt Buchegger. Auch im Unterricht könnten Handys sinnvoll genutzt werden – als Weltkarte, Taschenrechner oder ständig verfügbares Vokabelheft beispielsweise. Etwas, was sich übrigens auch Bundesschulsprecher Felix Wagner wünscht. „Viele Lehrer sehen Handy und Internet immer noch als Spaßmaschinen“, sagt er. „Dabei könnte man beides in den Unterricht integrieren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)

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225 Kommentare
 
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Bitte nachlesen, was es wirklich mit der handyfreien Zone auf sich hat:

http://www.bg9.at/fileadmin/direktion/elternbriefe/1314/Elternbrief_handyfreie_Pause.pdf

Die Zukunft wird ganz anders ...

Ich empfehle zu dieser Frage das ausgezeichnete Buch von Sven Gábor Jánszky: 2025 So arbeiten wir in der Zukunft...

Kommunikation verändert sich und auch der Umgang damit.
In seinem Buch beschreibt der Autor auch die Schule der Zukunft....

soviel Quatsch

das ist die Presse? hier nicht. Müssten wir nicht viel mehr über die Notwedigkeit von gut ausgebildeten Lehrern (Eltern!!!)und Schülern reden, die sehr wohl zwischen Missbrauch und sinnvollen Einsatzszenarien unterscheiden können? Ich erinnere mich noch an die Diskussion "wir werden alle Verbrecher und verblöden durch das Fernsehen", und dann geht diese Diskussion x-beliebig in der Geschichte zurück (Aufkommen der Romane in der Literatur, Bücherverbrennung... Erfindung des Buchdrucks, ja sogar mit der Keilschrift gab es solche Diskussionen bereits)
Liebe Presse-Leser: so eine Diskussion wie sie hier jetzt läuft, dafür schäme ich mich als begeisterter Presse-Leser.

bei dem stadium digitaler demenz

ist das a scho wurscht! fahrn`s mit der strassenbahn, und sie wissen, da hilft nix mehr!


Klare Regeln!

1. bis zur 4. Schulstufe hat das Handy in der Schule überhaupt nichts verloren.

2. von der 5. bis zur 8. Schulstufe sollte es wöchentlich einen "Handytag" geben, an dem dann ganz gezielt versucht wird, das Handy in den Unterricht einzubauen. An den restlichen Tagen soll es generell verboten sein.

3. ab der 9. Schulstufe müssen die Schüler sebst so reif sein, zu wissen dass simsen und facebook posten während des Unterrichts sie blöder aus der Schule entlässt als wenn sie dem Unterricht folgen. Verbote während der Unterrichtszeit sind sinnvoll, aber in den Pausen hat man in diesem Alter keine Chance mehr, was zu untersagen.

Re: Klare Regeln!

Zu Punkt 2:

Das Spiel "Angry Birds" könnte man zB im Physikunterreicht zur Untersuchung der Gravitationskraft sowie von elastischen Stößen verwenden.

Re: Klare Regeln!

Punkt 2 und 3 ersetzen durch " das Handy hat in jeder Art von Schule überhaupt nichts verloren. Während des Aufenthalts im Gebäude ist es abzustellen "

Re: Klare Regeln!

was hat ein handytag mit dem echten leben zu tun?

Re: Klare Regeln!

Dann sollten wir ihnen auch beibringen, dass wir in Österreich smsen und nicht simsen. Letzteres machen die Deutschen. Siehe auch Österreichisches Wörterbuch.
Genauso wie wir keine Grundschule haben, einen Einser und keine Eins bekommen und es schrecklich ist, dass die Jungen immer mehr von den Piefken synchronisierten Sitcoms beeinflusst werden.

Re: Re: Klare Regeln!

Ihre Sorgen möchte ich haben

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Das Handy ist für Viele in der Berufswelt genauso wichtig wie ein Kugelschreiber..

Wollte kürzlich was kopieren ging aber nicht, also: Foto gemacht- in pdf umgewandelt- an meine mail Adresse geschickt- ausgedruckt.

Und wenn uns die Schule tatsächlich auf die Berufswelt vorbereiten soll, wird sie um eine Art Handyunterricht nicht herumkommen.

War nichts anderes, als anno dazumal der PC Unterricht eingeführt wurde. Und nichts anderes sind die neuen Handys- kleine Rechner mit Telefonfunktion.

Also bitte informieren statt verbieten.

Re: Das Handy ist für Viele in der Berufswelt genauso wichtig wie ein Kugelschreiber..

ich fänds geil :D

Re: Das Handy ist für Viele in der Berufswelt genauso wichtig wie ein Kugelschreiber..

Vollkommener Schwachfug - so wie die Schnappsidee "Laptops in Volksschulen" etc...
VOR einem Eintritts ins Berufsleben haben Handy in der Ausbildung NICHTS zusuchen. In jedem mässigen Meeting , Traäining oder Kurs ist ein aktives Handy ein absolutes NoGo.

Re: Das Handy ist für Viele in der Berufswelt genauso wichtig wie ein Kugelschreiber..

handyunterricht? da können dann die lehrer von den kids was lernen oder wie?

Re: Das Handy ist für Viele in der Berufswelt genauso wichtig wie ein Kugelschreiber..

Ergo dessen Ein Handy Gespräch lautlos machen und SMSen. Ist dann so lautlos wie ein Kuli. Und wenn Sie schon einen Handy Unterricht vorschlagen, dann gleich die dazu gehörenden Benimm Regeln eintrichtern und überprüfen.

.

iwann kommt auch noch "kugelschreiber-verbot", immerhin nerven ja diese Geräusche, wenn man sie verwendet...

>> sarkastisch gemeint, natürlich ;)

Handyverbot - niemals!


... denn vorher geht der A1 Boss mit einem fetten Koffer ins BKA und wird denen die Flausen schon wieder austreiben ;-))

Wir werden zu einer Gesellschaft,

wo nicht mehr Wissen, sondern Kombinationsfähigkeit die Grundvoraussetzung für eine Karriere ist. Und diese Beamten, die wohl nicht einmal verstehen, was Android ist, verbieten einfach den Fortschritt, statt ihn sinnvoll einzubinden.

Ich bekomme wöchentlich ca. zwei bis drei Stellenangebote per Post und der Hauptgrund dafür ist, dass mich meine Eltern fast uneingeschränkt mit damals neuer Technik spielen ließen.

Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

Und heute dürfen Sie keine modernen Technologien mehr nutzen? Warum sonst sollten Sie noch Stellenangebote per Snailmail bekommen? Und daß Sie noch bei Ihren Eltern wohnen in dem Alter ist schon etwas merkwürdig. Die haben Ihnen wohl den PC weggenommen wegen der merkwürdigen Geräusche in der Nacht...

Re: Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

Woher wissen Sie, wie alt der Herr oder die Dame ist?

Re: Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

Ich habe gerade fünf Minuten lang versucht, Ihre Aussage zu identifizieren, aber es scheint, als wäre der einzige Zweck Ihres Postings, mich zu beleidigen. Darf ich fragen weshalb?

Re: Re: Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

Weil Sie sich als so einen supertollen Könner darstellen und keine Argumente anführen. Deshalb habe ich mich ein wenig lustig gemacht.

Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

die Schule also ein Sprungbrett für die Karriere. Für Bildung, Allgemeinbildung, ist da kein Platz mehr. Das Wissen bleibt leer und tot und formt keine Persönlichkeiten mehr. Vor dieser neuen Gesellschaft müssen sich die Herren der Welt nicht mehr fürchten, der Zug ins finstere Mittelalter ist trotz so toller moderner Technik längst abgefahren.

Re: Re: Wir werden zu einer Gesellschaft,

Allgemeinwissen gibt es immer noch, wird aber zu Privatvergnügen.

ein gutes Argument, aber in der Schule braucht`s das doch nicht, oder?


 
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