Dienstrecht: Lehrer kritisieren Gesetzesvorlage

17.05.2013 | 15:31 |   (DiePresse.com)

Gewerkschafter Rainer attackiert Ministerin Schmied. Die Vorlage der Regierung bezeichnet er als extrem mangelhaft.

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Nach dem jüngsten Frontalangriff, den Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wegen der schon seit über einem Jahr andauernden Verhandlungen zur Lehrerdienstrechtsreform auf GÖD-Chef Fritz Neugebauer geritten hat, holt die Gewerkschaft zum Gegenschlag aus. Der Vertreter der Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), Jürgen Rainer (FCG), kritisierte in einer Aussendung die Verhandlungsführung der Regierungsseite und erklärte die im Mai 2012 vorgelegte Gesetzesvorlage für "dermaßen mangelhaft, dass es besser wäre, diese zurückzuziehen, bis die grundlegenden Fragen Arbeitsbelastung und Unterstützungspersonal außer Streit gestellt werden können".

Den Lehrervertretern sei bereits vor einem Jahr versprochen worden, das von ihnen geforderte Supportpersonal in den Gesetzesentwurf einzuarbeiten, beschwerte sich Rainer. Vorgelegt sei dies aber noch immer nicht worden. In der kommenden Verhandlungsrunde will man sich diesem Thema erstmals intensiver widmen.

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Man stehe erst am Beginn, kritisierte Rainer die Verhandlungsführung von Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) - die ebenfalls auf Regierungsseite verhandelnde Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sparte er aus. Die BMHS-Gewerkschafter seien vor einer Woche zum ersten Mal zu einer Verhandlungsrunde eingeladen worden, nachdem es zuvor nur Gespräche mit Beamten gegeben habe, die allerdings kein Verhandlungsmandat hatten. An den vergangenen Verhandlungsrunden mit den Ministerinnen haben tatsächlich neben Neugebauer nur ein kleiner Kreis u.a. aus Chefverhandler Paul Kimberger und AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin teilgenommen.

Der derzeit geplanten Anhebung der Unterrichtszeit der Lehrer erteilte Rainer eine definitive Absage. Das sei weder heute noch morgen für eine Gewerkschaft akzeptabel.

(APA)

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50 Kommentare
 
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Die SPÖ hasst die weibliche Lehrerschaft.


27 0

ich habe mir angewöhnt,

auch den eigenen Berufsstand zu hinterfragen. Habe es nach über 30 Dienstjahren aber nicht nötig, mich als Trottel der Nation zu fühlen. Nicht gerade wenige meiner Altersgenossen aus eigener Schulzeit haben sich schon in die verdiente Pension gemacht, geben in Schulbelangen aber gerne den Senf dazu. Viele Kolleginnen und Kollegen denken genauso. Leider begreift die breite Masse nicht, welchen Bärendienst sie der Zukunft, den Kindern, erweist, wenn man nur die Besten als Pädagogen dafür will, diese aber medienwirksam in den Bereich der Sozialschmarotzer ansiedelt. Auch von politischer Seite darf man sich hier keine Objektivität erwarten, weil deren Vertreter ohnedies nur nach dem Applaus der breiten Masse, somit Wähler, schielen.

15 0

Re: ich habe mir angewöhnt,

Mein Eindruck von der Entwicklung als "Beinahe-Lehrer": Ich habe vor 30 J. ein Lehramtsstudium + Diplomstudium absolviert und war nahe dabei in den Schuldienst einzusteigen. Heute danke ich dem Schicksal, dass sich damals der Einstieg in einen meine Fähigkeiten würdigenden Beruf ergeben hat. 20 und mehr h/Woche über Jahrzehnte desinteressierte Jugendliche zu unterrichten und der schlechte Ruf würden mich wohl zermürben. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass unter den heutigen Umständen fachlich gute Leute diesen Beruf wählen. Ah ja, auf fachliche Fähigkeiten kommts ja heute bei Lehrern eh nicht mehr an wie die Experten sagen. Panem et circenses ist angesagt.

8 0

Re: Re: So schlimm

ist es auch wieder nicht, da die Jugendlichen zum Glück nicht durch die Bank desinteressiert sind und da auch menschlich oft viel zurückkommt. Sonst wäre es wirklich zum Verzweifeln, denn das, was sich im Moment in der medialen Öffentlichkeit abspielt, ist wirklich zum Heulen!

... tja ...

Lehrer haben halt vieeele Neider! Jeder war einmal als Schüler in der Schule ... und jetzt glauben diese sich auszukennen. Solln sich die "Gscheiten" doch in die Klasse stellen ... wenn sie sich trauen !

23 0

Re: ... tja ...

wenn ich einen Flieger besteige, gehe ich zuerst ins Cockpit und erkläre denen da vorne schon immer, wie ich geflogen werden will!

9 0

Was passiert eigentlich,

wenn das Hilfspersonal krank ist oder gekündigt hat und nicht nachbesetzt wird, muss der Leherer dann dessen Job trotzdem machen UND eine längere Arbeitszeit leisten?

16 0

Re: Was passiert eigentlich,

Aus der Praxis geplaudert: Was passiert, wenn der zweite Lehrer (NMS; AHS Lehrer) fehlt oder krank ist? Es wird nicht suppliert und der Verbliebene unterrichtet eben allein- aus pasta!

Re: Re: Was passiert eigentlich,

wenn der 2. fehlt, bin ich nicht bös. ich kann nämlich den teamteachingkollegen schon nicht mehr sehen.

13 0

Re: Re: Re: Was passiert eigentlich,

Das ist durchaus richtig, aber der Staat hat den Eltern das Blaue vom Himmel versprochen und hält es nicht ein- deswegen darf man denen nichts mehr glauben.

Schmied hat fertig - aber angeblich schuldlos.


und zu denen, die von den langen Ferien reden

Ist es denen schon bekannt, dass Lehrer ein eignenes Gehaltsschema haben, dass ohnehin die Feriendauer berücksichtigt?

Re: und zu denen, die von den langen Ferien reden

Ich bitte um Informationen dazu. Meines Wissens wird die Feriendauer NICHT berücksichtigt, und zumindest in den Pflichtschulverträgen steht auch eine normale Jahresarbeitszeit von 1732 bzw. 1776 Stunden, das wären bei 5 Wochen Urlaub 38,5 Wochenstunden bzw. 39,5 Wochenstunden.

Re: Re: und zu denen, die von den langen Ferien reden

was sollen die Negativbewertungen? Ich zitiere hier nur Gesetzestext: LDG §43.

Re: und zu denen, die von den langen Ferien reden

Bitte um Verzeihung!
Aber im Ärger wird aus "eigenes" "eignenes" und aus "das" (sit venia verbo sequenti) "dass".

Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Wenn es aufgrund mangelnder Ressourcen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen geben muss, dann soll die Unterrichtsministerin das den Lehrern EHRLICH sagen und nicht mit trügerischen Gehaltsmodellen, bei denen sie sogar von einer GEHALTSERHÖHUNG (sic!) spricht, die Öffentlichkeit täuschen.
Unserer Ministerin ist nur wichtig, dass die ÖFFENTLICHE MEINUNG ÜBER DIE LEHRER schlecht ist, denn dann kann sie besonders harte Einschnitte vollziehen. Die Lehrer sollen als faule Taugenichts und die Gewerkschafter als reformfeindliche Bremser dargestellt werden. Schmidt verschweigt, dass mit dem neuen Gehaltsmodell die Lehrer im Vergleich zu heute auf insgesamt € 400 000 (!) an Lebensverdienst verzichten. Denn man muss auch die zusätzlichen 4 Stunden einrechnen, die heute als Überstunden bezahlt werden und die beim neuen Gehaltsschema im Grundgehalt inkludiert sind. Außerdem können Lehrer im neuen Gehaltsschema bis zu 4 Stunden ohne zusätzliche Bezahlung für Betreuung und dergleichen eingesetzt werden. Aus 20 Stunden werden so 28 Stunden Dienstverpflichtung. So kommt man in 40 Dienstjahren locker auf einen Verlust von ein paar Hunderttausend Euro.

Noch schlimmer wird aber der Verlust an Motivation und der Mangel an Lehrkräften sein Wer wird sich das mit den Ansprüchen und der Bezahlung noch antun? Werden das wirklich die Besten sein? Wie wird das Engagement der zukünftigen Lehrer sein?
Ich glaube, es dauert nicht mehr lang, und unser Schulsystem ist ruiniert

Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Pflichtschullehrer arbeiten bereits 22 Stunden wöchentlich plus 20 Stunden jährlich unbezahlte Supplierverpflichtung.

22 0

Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Stimme dem voll zu !
Mein Mann und ich, beide mit den gefragten Lehramtsfächern Physik/Chemie haben als Lehrer bereits das Handtuch geworfen und arbeiten jetzt in der Privatwirtschaft !

9 0

Re: Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

es ist leider nicht für alle möglich, das Handtuch zu werfen, das Arbeiten mit den Jugendlichen kann ja auch Spass machen und es gibt auch Zeiten, da ist einem das blöde Gerede der vielen Experten auch egal. Aber viele stellen sich die Frage, ob sie ab 50 oder gar 60 überhaupt noch die Kraft aufbringen vor den Klassen glaubhaft zu bestehen. Da ist man froh, wenn man das Handtuch überhaupt noch halten kann, geschweige werfen.

Re: Re: Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

bravo ...
...genial formuliert ;)

Re: Re: Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Stimmt ! Darum haben wir das Handtuch ja rechtzeitig geworfen, bevor uns dieses System kaputt macht !
Und wir arbeiten jetzt immer noch begeistert mit Jugendlichen und Erwachsenen, jetzt aber in pädagogischer Freiheit !

Re: Re: Re: Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Liebe Badenixe,
da bin ich jetzt als Physiklehrer neugierig geworden - was machen Sie jetzt genau? Wenn Sie das hier nicht posten wollen, dann bitte gerne per Mail, mr12rock@gmail.com.

Re: Re: Re: Re: Re: Verschlechterung ja - aber dann bei allen Beamten

Ich arbeite als Trainerin beim WIFI !

Versschlechterung ja - abner


Vornehm

Jürgen Rainer weiß ganz genau wovon er spricht. Er müsste jedoch resoluter werden.

23 0

"Metaller"

Ich kann den bereits getätigten Aussagen (Beisp. Metaller) nur Recht geben- es würde sich keine andere Gewerkschaft eine derartige Verschlechterung des Dienstrechtes ohne weiteres gefallen lassen. Die Lehrer, die zuerst in der öffentlichen Meinung mürbe "geschossen" wurden, sollen aber froh sein, so eine "Verbesserung" zu bekommen. Der Irrsinn in der momentanen Schuldebatte reißt nicht ab.

 
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