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Katholische Schule darf muslimischen Schüler ablehnen

Katholische Schule darf muslimischen
Katholische Schule darf muslimischen / Bild: (c) Clemens Fabry 

Die Eltern eines muslimischen Buben verklagten eine katholische Schule in Deutschland, weil der Religionsunterricht verpflichtend ist.

 (DiePresse.com)

Eine katholische Grundschule in Nordrhein-Westfalen darf einen muslimischen Schulanfänger ablehnen, wenn die Teilnahme an Religionsunterricht und an Schul-Gottesdiensten verweigert wird. Der Direktor dürfe grundsätzlich die Aufnahme von Schülern anderen Glaubens davon abhängig machen, ob die Eltern eine entsprechende Einverständniserklärung unterschreiben, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster am Mittwoch.

Im vorliegenden Fall weigerten sich die Eltern eines muslimischen Buben, bei dessen Anmeldung an der katholischen Bonifatius-Grundschule in Paderborn für die Teilnahme an Religionsunterricht und Schulgottesdiensten zu unterschreiben. Der Schulleiter lehnte den Schüler daraufhin ab. Im Gegenzug machten die Eltern geltend, die Forderung der Schule sei ein "Verfassungsbruch", durch den Andersgläubigen die Teilnahme am katholischen Religionsunterricht aufgedrängt werden solle. Auch sei die Bonifatius-Schule keine Bekenntnisschule mehr, weil weniger als die Hälfte ihrer Schüler katholisch seien.

Rückgang de Katholiken nicht entscheidend

Das OVG wies diese Auffassung zurück. Die Forderung nach Teilnahme am Religionsunterricht und an Schulgottesdiensten finde ihre Grundlage in den schulrechtlichen Vorschriften über Religionsunterricht und Bekenntnis-Schulen. Eine Bekenntnis-Grundschule verliere diesen Status auch nicht durch einen deutlichen Rückgang der Schüler, die dem jeweiligen Bekenntnis angehören. Vielmehr erfordere dies eine förmliche Änderung der Schulart durch einen Ratsbeschluss des kommunalen Schulträgers. Solange ein solcher Beschluss fehle, dürfe der Schulleiter die Aufnahme bekenntnisfremder Schüler an die Abgabe von entsprechenden Verpflichtungserklärungen durch die Eltern knüpfen.

 

((APA/AFP))

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57 Kommentare
 
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Lernen

Es hätte dem Kind nicht geschadet, etwas von der Religion des Landes, in dem er lebt, zu lernen. Kein Mensch hätte verlangt, dass er gleich konvertiert. In einem muslimischen Land wäre so eine Klage undenkbar!

10 0

In muslimischen Ländern

würde man Katholiken aus dem Land prügeln, wenn selbige ihr "Recht" einklagen würden...

Sollen Sie in ihr Herkunftsland zurück wandern...

4 0

Gute Schulen

suchen sich die Schüler aus.
Privatisiert endlich alle Schulen und solch ein Schwachsinn wird obsolet.

1 24

i-Tüpferlreiterei

Warum als Moslem kein Religionsunterricht? Is doch egal ob katholisch oder Muslimisch, im Grunde eh fast das gleiche!!

Dass das nicht so einfach wird habe ich mir ja gleich gedacht!

Wäre doch gelacht, wir leben ja in einem "Rechtsstaat"!
Da geht immer was.....

Petition für abgelehnten muslimischen Schüler

Im Fall des muslimischen Schulanfängers, den die katholische Bonifatius-Schule in Paderborn abgelehnt hatte, weil seine Eltern die Teilnahme am katholischen Religionsunterricht und an Schulgottesdiensten verweigert hatten (PI berichtete), macht sich nun die Bonner Islam-Lobby stark. Die Tatsache, dass das Oberverwaltungsgericht in Münster die Zulässigkeit der Ablehnung in einem Eilbeschluss entschieden hatte und damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Minden bestätigte, rief prompt wieder einmal die empörten Bonner auf den Plan, die die Ablehnung des Schülers Bülent auf gar keinen Fall tolerieren wollen.

http://www.pi-news.net/2013/09/petition-fur-abgelehnten-muslimischen-schuler/#more-357028

Positiv

Mir ist schon klar, dass viele Eltern ihre Kinder auf eine (katholische) Privatschule schicken, damit sie nicht mit "so vielen Ausländern" konfrontiert sind. Vielleicht gibt es einen kleinen Winkel in meiner geistigen Hinterstube, wo es auch bei mir dieses Motiv gegeben hat.

Aber eigentlich bin ich um jeden Moslem/Türken/Mongolen usw. froh, der mit meiner Tochter in die Klasse geht: Denn das sind Kinder aus Familien, die erkannt haben, wie wichtig Bildung ist, und die sich hier bei uns tatsächlich integrieren wollen. Und das gehört unterstützt.

Re: Positiv

Unterrichtspflicht - hat nicht unbedingt mit Bildungswillen zu tun.
Auch wenn ein solcher in vielen Fällen vorhanden sein wird.

...

Warum schickt eine muslimische Familie bzw. muslimische Eltern sein Kind in eine katholische Schule, um sich dann anschließend aufzuregen, dass es beim Religionsunterricht teilnehmen muss? Kann mir irgendwer diese Unlogik erklären, irgendwer?

Re: ...

Weil ihnen die Bildung ihrer Kinder wichtig ist, sie aber auch nicht ihre Religion aufgeben wollen.
Gerade an diesen Schulen werden Sie die best integrierten Muslime finden

7 1

Re: ...

Die Vassi vielleicht. Die ist auch so drauf ;)

Diese Klage

war eine Frechheit.

Schwachsinn

so lange der Staat, das sind wir alle egal ob katholisch, evangelisch etc. die Kosten der Lehrer an den Privatschulen trägt, so lange sind dort auch andersgläubige Kinder aufzunehmen. Erst wenn die Eltern auch für die Lehrer aufkommen, dann könne sie entscheiden wer aufgenommen wird. Aber dann können sich kaum mehr derartige Schulen leisten. bis auf ein paar Privilegierte.

Das wird auch gut sein!


Endlich

ein Schulleiter, der sich was traut.
in den katholischen Privatschulen, die meine Kinder besuchen, gibt es keine Muslime.Allerdings sind die ao überlaufen, dass sie ohne Angaben von Gründen nach den Vorgesprächen ablehnen. Da kommt das Thema nicht auf.

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Ich kenne zufälligerweise ein katholisches Institut,

das vom Kindergarten angefangen einen lückenlosen Weg bis zur Matura anbietet. Und die Situation ist so, dass Eltern ihre Kinder bereits anmelden, BEVOR sie überhaupt geboren wurden. Jeder, der es sich irgendwie leisten kann, will seine Kinder aus dem öffentlichen Bereich heraus holen. Unter dem Motto: Rette sich, wer kann.

Re: Ich kenne zufälligerweise ein katholisches Institut,

Ein Schmäh.

Also: Zur Schulanmeldung benötigen Sie Angaben wie Name des Kindes, Geschlecht des Kindes !!! ... .

Nennen Sie das "Institut" einfach - ich kenne kein solches.

Re: Ich kenne zufälligerweise ein katholisches Institut,

Sie müssen dazu sagen: Das gilt für Wien und Umgebung.

Situation in Österreich

Wie wird das in Ö gehandhabt? Bei der katholischen Privatschule meiner Tochter so:

Es dürfen auch Andersgläubige (Evangelische, Moslems, ...) die Schule besuchen (der Anteil der moslemischen Kinder beträgt in manchen Klassen bis zu 20 Prozent). Dies müssen aber am Religionsunterricht teilnehmen und zwar am Religionsunterricht ihrer Religion. D.h. evangelische Kinder besuchen den evangelischen Religionsunterricht und moslemische Kinder den moslemischen bzw. müssen sie den Besuch eines solchen nachweisen.

Was den Gottesdienstbesuch betrifft, so wird das den Kindern freigestellt. Allerdings gehen die meisten Moslems mit.

PS: Gibt's irgendeinen Grund dafür, warum mein Posting zuerst nicht erscheinen "durfte"?

Re: Situation in Österreich

denke das ist eine vernünftige Lösung

Re: Situation in Österreich

So kenne ich das auch. Die "OBs" durften sich sich aussuchen, welchen Religionsunterricht sie besuchen.

Die Politik sollte doch endlich ....

.. einsehen, dass Religionen in den Schulen nichts verloren haben, insbesondere deshalb, weil sie keine Bildung vermitteln, sondern eine Ideologie, eine Weltanschauung, die zur Ablehnung Anders- oder Nichtgläubiger und damit zur Diskriminierung führt. Dies gilt nicht nur für Österrich, offensichtlich auch für Deutschland. Eine religiösen Fanatisierung und Indoktrination kann man nur dadurch begegnen, dass schon die Kinder in der Schule Abstand zu religiösen Vorurteilen gewinnen können.

Re: Die Politik sollte doch endlich ....

Die kranke Sozireligion darf den Kindern schon zwangsweise aufs Aug gedrückt werden?

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Was ist alles Ideologie?

Der ungehemmte Naturwissenschaftsglaube ist so wie der Glaube an die freien Märkte auch Ideologie. Letzterer hat aber schon einen Dämpfer bekommen.

Re: Was ist alles Ideologie?

aus ihrem Kommentar entnehme ich, dass sie weder den freien markt noch die Wissenschaft verstanden haben.

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Re: Die Politik sollte doch endlich ....

Setzen, Themenverfehlung. Es handelt sich um eine katholische Privatschule. Keiner ist gezwungen, diese zu besuchen. gibt sicher auch eine öffentliche Schule. In diesen, da bin ich Ihrer Meinung, hat Religion nichts verloren.

Re: Re: Die Politik sollte doch endlich ....

Schulen von Religionsgruppen sind aber genau das Problem (das Sie nicht erkennen(wollen))

 
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