22.11.2009 19:46 | Meine Presse Merkliste0

Diskussion: Schulen sollen „Kreativität und Kritik“ lehren

14.01.2009 | 12:50 |   (Die Presse)

Experten plädieren für ein innovatives Bildungssystem. Dafür bräuchten Schulen vor allem mehr Autonomie, sagt Direktorin Heidi Schrodt.

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WIEN (chs). Die Zeit des uniformen Arbeiters ist vorbei – in der Informationsgesellschaft sind Kreativität und Innovation gefragt. Der Grundstein für diese neuen Kernkompetenzen müsse künftig bereits in der Schule gelegt werden. Darin waren sich die Teilnehmer einer Diskussion der Industriellenvereinigung und der überparteilichen Initiative „Bildung Grenzenlos“ anlässlich des „Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation“ am Montag einig.

„Unternehmen, in denen kreatives und kritisches Denken nicht erwünscht ist, werden pleite gehen“, sagt Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Der Arbeitsmarkt habe sich verändert, komplexe Kommunikation und analytisches Denken würden immer stärker nachgefragt. Woran es vor allem im technischen Bereich mangle, seien hochqualifizierte Mitarbeiter, sagt Monika Kircher-Kohl, Vorstandsvorsitzende des Infineon-Konzerns. Diese müssten oft im Ausland rekrutiert werden, „weil gutes Personal in Österreich nicht vorhanden ist.“ Das Problem: „Viele sind von kritischem Denken entwöhnt.“

Kreativität und Innovationsgeist müssten daher eine tragende Rolle in der Schule übernehmen, so die Diskutanten. „Wir müssen die verzerrte, überhöhte Wahrnehmung von Kreativen ablegen. Jeder kann kreativ sein“, sagt Tuga Beyerle, Veranstalterin der „Vienna Design Week“. Schulen dürften Kreativität und Disziplin nicht länger als Widerspruch betrachten, sagt Horx. Er verweist, wie Kircher-Kohl, auf die Schwächen des Bildungssystems: teure Verwaltung, Proporz, Zentralismus.

Konkrete Konzepte für innovationsfreundliche Bildung gibt es aber wenige, ambitionierte Ideen umso mehr. Heidi Schrodt von der Initiative Bildung Grenzenlos und Direktorin des GRG Rahlgasse fordert, dass „Kreativität in alle Unterrichtsfächer Eingang findet“. Dafür bräuchten Schulen vor allem eines – mehr Autonomie. Für die Zukunft zeigten sich die Diskutanten zuversichtlich: „Engagierte Pädagogen sind oft noch in der Minderheit, aber der Prozess ist im Laufen“, sagt Horx.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2009)

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15 Kommentare
Gast: Kreativschüler
16.01.2009 20:29
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Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

und hab mich ums Lernen der Fremdsprachen, Mathematik, Physik usw. mit größter Kreativität gedrückt. Das Ergebnis war, dass ich nach dem Bundesheer Matura und Hochschulstudium nebenberuflich zulasten der Freizeit und Urlaube nachholen musste.
Also die Schule soll primär Wissen, Können und auch erziehungsziele vermitteln. "Kreativität" ist wohl nur in diesem Sinn zu verstehen. Was ich aus meinen Erleben sagen kann: Lernen wird wohl immer auch mit Mühe und Zeitaufwand verbunden sein.

Antworten Gast: witzigfrau
17.01.2009 08:14
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Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Nun,so wie Sie sich "kreativ " gedrückt haben vom Lernen und danach doch noch den eigenen Bildungsweg gegangen sind, ist doch DER Hinweis, Ihr Kreativpotential nicht genützt zu haben, nämlich das Kreative Lernen, die Kehrseite vom kreativen Drücken-vom-Lernen.
Wenn Lehrer Anreize des Lernangebotes abwechseln, den Stoff, die Inhalte auch unterschiedlich präsentieren(gesprochenes Wort, BIlder, Selbsterarbeitung aus einem Text mit anschließender Diskussion als Evaluierung des Unterrichtsertrages, etc.etc.)kann ich mir ein DRücken vom Lernen nicht vorstellen. Habe da eine 35jährige gute Erfahrung im Umsetzen meiner Kreativität um das Potential anderer zu öffnen!(allerdings kein Parteibuch für eine Karriere)

Antworten Antworten Gast: Kreativschüler
17.01.2009 12:07
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Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Na ja, liebe Witzigfrau, es war u.a. auch der unsinnige Lehrstoff der AHS (Volumsformel der Kugel, Hexametersprüchlein...) der mich damals abschreckte. In der Abend-HAK war eigentlich nur Brauchbares (Betriebswirtschaft, Buchführung, Fremdsprachen, EDV...),
daher war sogar das nebenberufl. Lernen nie öde. Anschließend habe ich - nebenberuflich - auch Jus absolviert und wäre bei irgendeinem "Konjunktivstudium" sicher trotz Kreativität falsch am Platz gewesen.
Ihr posting hört sich gut an, ob es der Praxis standhält?

Antworten Antworten Antworten Gast: witzigfrau
17.01.2009 16:42
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Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Das was ich sage, mache ich, und was ich mache, be-schreibe ich auch -neuerdings;-)
Ihr Lernprinzip hört sich nach schöpferischer Selbstorganisation an, den blümeranten cremigen Allgemeinbildungskuchen wollten Sie nicht, es durfte ruhig ein bisserl trockener handlicher zu fassen sein für Sie. Und das ist ja das Innovative am Kreativen: es fördert ohnehin Individualisierung im Bildungswesen, wenn flexibel auch von Lehrpersonen auf die Eigenart jedes Schülers bewusstER eingegangen werden würde.
Doch das ließe sich Lerpersonen beibringen- mit den entsprechend erfahrenen Ausbildnern....DAS wäre dann mein Kerzerl am Bildungskuchen, am ohnehin fast fertigen;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kreativschüler
17.01.2009 19:23
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Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Liebe Witzigfrau, Betriebswirtschaft, Buchführung und Rechtsvorshriften sind eben lang nicht so trocken wie der tradierte Kuchen der s.g. Allgemeinbildung. Aber das wäre jetzt eine Diskussion über "was zählt als Bildung ?".
Wenn Lernen mit Mühe und Aufwand verbunden ist, so muß es sich lohnen. Niemand zollte mir bisher Anerkennung geschweige Entgelt, weil ich den Beginn von Ovids "Goldenem Zeitalter" in Hexameter rezitieren konnte. Dies im Gegensatz zu den Kenntnissen aus Betriebswirtschaft und Bürgerl. Recht.
Facit: Kreativität kommt so oder so von selbst, wenn man einen Nutzen sieht bzw. eine Abneigung empfindet. Dann ist zur Zielerreichung nichts zu mühsam.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: witzigfrau
18.01.2009 16:37
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Re: Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Mein lieber Kreativschüler, aus Ihren letzten Zeilen entnehme ich nun doch gänzlich verschiedene Lebensansätze. Ich zähle bildung nicht, aus meiner Sicht lässt sie sich nicht messen. Von daher kann ich Bildung wie Gedichte rezitieren auch genießen ohne dafür Entgelt(Endgeld;-) einstreichen zu müssen.
Sämtliche Kreativ- tools aus der Wirtschaftsbranche, um die Mitarbeiter damit bei brainstorming etc. auszuquetschen wie eine Zitrone um den Firmen- oder sonstigen Ertrag zu erhöhen, hat mit Kreativität nicht viel am Hut.Der Umgang mit Kreativität ist selbsterfüllend und kann mit dieser Einstellung auch andere Füllhörner zur Ausschüttung bringen. Doch mit Zwang und Kosten-Nutzen-Gedanken im Hinterkopf lässt sich nicht viel mit dieser Gabe anfangen.
Lernen kostet Mühe , ja. Doch der Aufwand am Ende des Tunnels wird nicht immer nur materiell belohnt, sondern....Aber das wäre jetzt eine Diskussion über die Werte, die es wert sind zu erlangen auch wenn sie nicht 1:1 mit Goldmünzen aufgewogen

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kreativschüler
19.01.2009 13:29
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Genau so hab ich sie, verehrte Witzigfrau, eingeschätzt. Sie sitzen im Elfenbeinturm und haben eine eingeschränkte Sicht von Bildung. Berufsbildung zählt offensichtlich nicht für Sie. Im Extrem zählt für sie der weltfremde, lebensuntüchtige Philosoph immer noch mehr als der tüchtige Handwerker. Und wenn schon längst die Mehrzahl der Maturanten von berusbildenden Schulen kommt, werden sie wohl immer noch meinen, der tradierte Lehrstoff à la 19. Jahrhundert der AHS ist das alleinig Beglückende. Soll sein. Aber lassen sie bitte anderen Leuten ihr Lebenskonzept ohne diese bestenfalls als Halb- und Schnödegebildet einzuschätzen.

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19.01.2009 17:21
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Aus meinen Zeilen geht nirgends ein Grund für Ihren letzten Beitrag hervor! Ich habe Kreativität fokusiert und den Missbrauch der oft mit creative tools betrieben wird.
Ich vermute,Sie haben ein festes Bild von Personen im Elfenbeiturm vor sich, sodass bei der kleinsten Unstimmigkeit in unserer Diskussionich ebenfalls von Ihnen dorthin gebannt werde- so was von viel Praxis und Realitätsson das Schulsystem in seiner Variationsbreite gesehen wie mich,gibt es leider nur wenig gestreute Lehrpersonen. Wäre besser gestellt um die Bildung und Innovation und Kreativität würde wir nicht auch ständig mit solchen Reaktionen wie den Ihren von Leuten der Schulbehörde konfrontiert werden. DORT ist der Elfenbeinturm, bei den Experten- siefordern Praxis und Umsetzung, doch in der Abhängigkeit von der Wirtschaft .SO wird es aber keine kreativen SchülerInnen geben, die den Lehrstoff genauso handwerklich geschickt bearbeiten können wie Holz o.ä.

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19.01.2009 18:53
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Verehrte Witzigfrau, akzeptiere natürlich ihre höchstpersönliche Meinung, hätte nur noch gerne gewusst, in welchem Bundesland und an welcher Schulart, welche Fächer, sie unterrichten. Sind sie so nett und geben sie mir dies bekannt - glaube dadurch bleibt die Anonymität gewahrt. Durch ihre Antwort könnte ich sie besser verstehen.
Übrigens halte ich den letzten Klarinettisten der Dorfmusik für kreativer als den Abonnenten der Staatsoper und Besucher des Neujahrskonzerts im Musikverein. Stimmen sie da mit mir überein?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: witzigfrau
20.01.2009 17:24
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Also ich war als Schüler ausgesprochen kreativ

Werter (Herr) Kreativschüler, ich glaube nicht, dass Bundesland und Schultyp wissen ein Verstehen meiner Zeilen ausmachen kann.Der Unterschied unserer Ansichten ist, dass ich kreatives schöpferisches SEin jenseits von Einschachtelungen in Berufsart oder etc. sehen kann.Für mich ist ein kreativer Mensch einer, der neue Wege sieht, hört, empfindet und diese zu seinem UND zum Wohle anderer anwenden und umsetzen kann.Daher kann auch ein Abonnent der Staatsoper außerhalb der passiven Zuhörerschaft kreativer sein als der Klarinettist, der brav spielend sein Stück realtiv unkreativ wiedergibt.

komajo
15.01.2009 07:31
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Was lässt sich lernen?

Kreativität ist meiner Meinung nach sicher etwas, das man nicht lernen kann, denn nicht jeder, der eine Kunsthochschule, unbestritten ein Ort mit befähigten Lehreren und wenig Zwängen, besucht, ist nachher kreativ.

Gast: skimpy
15.01.2009 06:05
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ein ambitioniertes konzept

"Konkrete Konzepte für innovationsfreundliche Bildung gibt es aber wenige, ambitionierte Ideen umso mehr. Heidi Schrodt von der Initiative Bildung Grenzenlos und Direktorin des GRG Rahlgasse fordert, dass „Kreativität in alle Unterrichtsfächer Eingang findet“. "

super vorschlag.

Gast: kreative
14.01.2009 18:53
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KReativität...

kommt in der Schule insofern zu kurz, als dass maximal 2 Stunden pro Woche Bildnerische Erziehung stattfinden und diese sehr oft nicht ausreichen, das Minimum an bildnerischem kreativen Arbeiten zu fördern und auch Kunstgeschichte zu vermitteln. Nochdazu werden zusätzliche Fachangebote totgespart, obwohl es genug Nachfrage für KReativität und künstlerische Tätigkeiten gibt! Bei bereits bestehendem Lehrermangel zweifle ich stark daran, dass diese "mehr an Kreativität" - Idee verwirklicht werden kann!

Antworten Gast: witzigfrau
14.01.2009 20:02
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Re: KReativität...

Die Kreativität der SchülerInnen beim Schummeln wird leider als solche nicht anerkannt....auch nicht die, Ausreden parat zu haben, die passen...schade, dass nur solche Seitenarme von Kreativität fließen (können)....innovativ wäre es, gerade solche Quellen zu nützen; wenn ich das als Lehrein als paradoxe Intervention vorgeschlagen habe, wurde ich scheel angeschaut....

komajo
15.01.2009 07:24
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Re: Re: KReativität...

Gut gesagt

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