Die Lehrer-Gewerkschafter formieren sich. Sie haben vorerst einmal Dienststellen- Versammlungen am 12. März beschlossen. Das ist eine Reaktion auf die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) geplante Verlängerung der Unterrichtspflicht um zwei Stunden. Am Dienstag gab es Gespräche, aber keine Einigung zwischen Schmied und der Lehrer-Gewerkschaft.
Eltern empört über Gewerkschaft
Kein Verständnis für die Proteste der Lehrergewerkschaft zeigen die Elternvereinigungen. Es sei eine Tatsache, dass die Anwesenheitszeit an der Schule nicht dem internationalen Standard entspreche, so der Bundes-Vorsitzende Ulf Scheriau. Die Lehrervertreter sollten sich anstelle von "Nichtleistung" in Form von Versammlungen und Streiks "endlich selbst konstruktive Gedanken über ein dringend benötigtes verbessertes Schulangebot" machen.
Schmied betonte, sie "hoffe sehr, dass es gelungen ist, auf die Dramatik und den großen Finanzierungsbedarf hinzuweisen". Sie werde die Information weitergeben, dass die Lehrer nicht bereit sind, "hier Beiträge zu leisten". Sie hoffe weiterhin, dass Pröll das Budget aufmachen werde. Schmied betonte erneut, dass sie sich, falls die Ausweitung der Unterrichtszeit tatsächlich notwendig werde, Unterstützung von Pröll erwartet. Die offensichtlich notwendigen Einsparungspläne im Bildungsbereich werden nun wie eine heiße Kartoffel zwischen SPÖ und ÖVP hin- und hergereicht.
"Läuft in Richtung Streik"
Indes legt Eva Scholik, Vorsitzende der AHS-Lehrer, nach. Im "Ö1 Morgenjournal" sagt sie, "es könnte durchaus in Richtung Streik laufen". "Wenn der Gesellschaft die Bildung und die Schule etwas wert ist, dann wird man sich dazu durchringen müssen, dass man für das Bildungsbudget ein höheres Volumen festsetzt", sagt sie.
"Wenn wir jetzt den Bann brechen lassen und sagen, okay, wir arbeiten jetzt 44 Stunden pro Woche, dann ist bald die nächste Gruppe dran, die Polizisten oder die Kindergärtnerinnen." Sie kritisiert Ministerin Schmied direkt: "Es kann nicht sein, dass man die Problematik des fehlenden Geldes nur so darstellt, als seien die Lehrer zu faul, um hier für die Bildung etwas einzubringen."
Kompromiss mit Nachhilfe
Einen "Kompromiss" in Sachen Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung hat die Salzburger SP-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Furche" vorgeschlagen: Die Lehrer sollten die zusätzlichen zwei Unterrichtsstunden mit Nachmittagsbetreuung und Nachhilfe verbringen. "Dazu bräuchte man kaum Vorbereitung. Das wäre vertretbarer als alles, was bisher auf dem Tisch liegt", so Burgstaller.
(APA/Red.)

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