Italien stellt tausende Lehrer fest an

23.000 Pädagogen werden angestellt. 7000 Lehrer müssen den Dienst außerhalb ihrer Region antreten.

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(c) Clemens Fabry

Die italienische Regierung hat einen wesentlichen Schritt in Richtung Stabilisierung der Arbeitsverhältnisse im Schulwesen unternommen. Bis November werden tausende Lehrer, die um Personalkosten zu sparen in den vergangenen Jahren in großer Zahl mit prekären Arbeitsverträgen beschäftigt wurden, fest angestellt.

29.000 Lehrer seien für das neue Schuljahr im August fest angestellt worden, weitere 9000 Anstellungen wurden von der Regierung diese Woche beschlossen, kündigte Bildungsministerin Stefania Giannini am Donnerstag an. Bis zum 15. November werde die Regierung die weitere Anstellung von 55.000 Lehrern ankündigen.

Die Anstellungen sind ein Schwerpunkt der Schulreform, die die Regierung Renzi vor der Sommerpause im Parlament durchgesetzt hatte. Dank der Neuanstellungen verjünge sich das Durchschnittsalter des Lehrerkörpers, berichtete die Ministerin. Jeder zweite angestellte Lehrer sei jünger als 40 Jahre, 87,3 Prozent seien Frauen.

7000 Lehrer müssen umziehen

Zur Stabilisierung der Arbeitsverhältnisse müssen 7000 Lehrer den Dienst außerhalb ihrer Region antreten. "Ein Großteil der Übersiedlungen betrifft Lehrer aus Sizilien, die nach Norditalien, vor allem in die Lombardei, ziehen", erklärte die Ministerin. Dies löste teilweise Proteste unter den betroffenen Lehrern aus.

"Die gute Schule" heißt der Plan der Regierung, der etappenweise umgesetzt werden soll. Das Programm sieht unter anderem vor, dass Fleiß im Schulwesen mit besseren Gehältern belohnt werden soll. Ab 2016 werden zudem die Italiener dem Schulsystem fünf Promille aus ihrem Steuergeld zuwenden können. Rund 300.000 Lehrer haben in Italien jahrelang mit befristeten Arbeitsverträgen unterrichtet. Damit konnte sich der italienische Staat die Kosten fixer Anstellungen sparen.

(APA)

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