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Frauen bleiben Lehrerin, Männer werden Direktor

06.08.2009 | 11:57 |   (DiePresse.com)

An den Hauptschulen sind 66 Prozent der Lehrer Frauen. Allerdings stellt das weibliche Geschlecht nur 26 Prozent der Direktoren. An der AHS sieht die Rollenverteilung ganz ähnlich aus.

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Seit 1999 steht das Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" in den Lehrplänen von österreichischen Volksschulen. So sollen Lehrer etwa über die unterschiedlichen Repräsentanz von Frauen und Männern in bestimmten Bereichen reden.

Sie könnten durchaus über sich selbst sprechen. Denn der Lehrberuf ist weiblich dominiert: An Österreichs Volksschulen sind gar 89 Prozent der Pädagogen Frauen, an den Sonderschulen 84 Prozent. An den sozial- und wirtschaftsberuflichen Schulen oder Kindergartenschulen sind 80 Prozent der Lehrer Frauen. Dennoch sind an diesen Schulen nur zwei Drittel der Direktoren weiblich, "in allen anderen Schultypen sind Frauen als Schulleiterinnen kaum anzutreffen", heißt es im ersten Nationalen Bildungsbericht. Über alle Schultypen beträgt die Frauenquote 65 Prozent, bei den Direktoren sind es nur 50 Prozent.

Am auffälligsten ist das Missverhältnis an den Hauptschulen (66 Prozent Frauenanteil bei der Lehrern, 26 bei den Direktoren), AHS (57 bzw. 24 Prozent), Berufsschulen (30 bzw. neun Prozent) sowie den kaufmännischen Schulen (58 bzw. 19 Prozent), den touristischen (46 bzw. 19 Prozent) und den land- und forstwirtschaftlichen Schulen (50 bzw. zehn Prozent).

Im Nationalen Bildungsbericht wird außerdem kritisiert, dass der Frauenanteil zwar sowohl bei den Schülern als auch Lehrern und Direktoren gestiegen sei, sich aber vor allem im berufsbildenden Schulwesen "die Verhältnisse der geschlechterspezifischen Verteilung auf Fachrichtungen zementiert" hätten.

(APA/Red.)

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6 Kommentare
komajo
15.08.2009 07:26
0 0

Objektivierung

heißt das Zauberwort bei der Direktorsbestellung. Scheinbar sind die Frauen im Lehrberuf objektiv nicht so qualifiziert für die Direktorenstellen wie ihre männlichen Kollegen.

Gast: Markus
07.08.2009 14:25
0 0

Umgekehrt wird ein Schuh daraus

Wie die Vorposter schon schrieben, MÜSSEN Frauen häufig den Posten bekommen, sie wollen Ihn nur nicht.

Außerdem fühle ich mich als Mann diskriminiert! Wieso haben wir bei den Lehrkräften keine 50% Regelung?

Weiters finde ich es toll, dass Frauen es geschafft haben sich mit körperlich benachteiligten Personen auf eine Ebene zu stellen. Ein Unternehmen muss die Behindertenquote und die Frauenquote erfüllen.....

Gast: Herman Vilar
07.08.2009 12:17
1 0

ein Erfolg der Männer, der zur Diskriminierung umgelogen wird

Der Umstand, daß es Männer durch die Quotenregelungen wesentlich schwerer haben, Direktor zu werden, und der Umstand, daß es trotzdem verhältnismäßig mehr Männer in diese Position schaffen, ist eigentlich eine Blamage für die Feministen. Auch wenn es keiner sagen darf: Männer sind, wenn man solche Fakten endlich richtig interpretiert, erfolgreicher im Beruf! Jetzt kann man daraus zweierlei interpretieren: Frauen können es nicht besser, oder sie wollen es nicht. Ich neige zur zweiteren Interpretation, aber wenn weiterhin so bösartige Hetze gegen den Erfolg von Männern betrieben wird, so glaubt die nächste Generation wohl mehr daran, daß Frauen die Fähigkeiten fehlen, einfach nur so als Gegen- und Trotzreaktion.

roger
07.08.2009 09:51
1 0

Hat mit Gleichbehandlung nur wenig zu tun

Die meisten Frauen sind mit ihrem Lehrerdasein zufrieden und wollen gar nicht Direktorin werden. Wer sich diesen Job antut, muss ohnehin sehr "idealistisch" veranlagt sein (dauerndes Spannungsfeld Landesschulrat - Kollegen - Eltern - Schüler, freie Zeiteinteilung futsch, Ferien drastisch gekürzt).

Gast: Insider
06.08.2009 22:47
1 0

Nicht überraschend, wenn genauer betrachtet

1) in der Altersstufe, in der sich die Mehrzahl der DirektorInnen befindet (meist 50+), sieht die prozentuelle Verteilung noch etwas anders aus - vor 30 Jahren war es für Männer noch etwas erstrebenswerter, den Beruf eines Pädagogen zu wählen.
2) wer unter den heutigen Bedingungen DirektorIn wird, muss (materiell betrachtet) eine massiv masochistische Ader in sich tragen - der Mehraufwand an Zeit und Verantwortung wird mit lächerlichen Beträgen abgegolten. So betrachtet könnte man sagen - Frauen sind anscheinend klüger!
3) die Tätigkeit eines Direktors/einer Direktorin unterscheidet sich in fast allen Bereichen völlig vom LehrerInnen-Beruf. Bei einem Verhältnis (z.B. im Bereich der AHS) von 50+ : 1 (LehrerInnen : DirektorInnen) kommen auch andere Kriterien bei der Berufswahl zum Tragen.
Tatsache ist, dass durch die geltenden Bestimmungen zur "Gleichbehandlung" von Frauen wahrlich keine Hürden des Arbeitgebers vorhanden sind - ganz im Gegenteil. Sobald sich eine Frau für einen Posten bewirbt, hat es für Männer (beinahe unabhängig, wie gut sie qualifiziert sind) kaum Sinn, die eigene Bewerbung weiter aufrecht zu halten.

Gast: Lehrer Lampl
06.08.2009 18:44
0 0

Na, da kennen sie aber nicht das Gleichbehandlungsgesetz,

das in seiner konkreten Ausformung ein Bevorzugungsgesetz - bei gleichen Voraussetzungen - für weibl. Bewerberinnen darstellt. Dass manche Lehrerin sich die - heutzutage mehr als mühsame - Verwaltungstätigkeit bzw. permanenten Druck seitens der Schulaufsicht und div. Eltern über die eigene Klasse hinaus, nicht antut und sich eben nicht bewirbt ist ebenfalls Factum.

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