Seit 1999 steht das Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" in den Lehrplänen von österreichischen Volksschulen. So sollen Lehrer etwa über die unterschiedlichen Repräsentanz von Frauen und Männern in bestimmten Bereichen reden.
Sie könnten durchaus über sich selbst sprechen. Denn der Lehrberuf ist weiblich dominiert: An Österreichs Volksschulen sind gar 89 Prozent der Pädagogen Frauen, an den Sonderschulen 84 Prozent. An den sozial- und wirtschaftsberuflichen Schulen oder Kindergartenschulen sind 80 Prozent der Lehrer Frauen. Dennoch sind an diesen Schulen nur zwei Drittel der Direktoren weiblich, "in allen anderen Schultypen sind Frauen als Schulleiterinnen kaum anzutreffen", heißt es im ersten Nationalen Bildungsbericht. Über alle Schultypen beträgt die Frauenquote 65 Prozent, bei den Direktoren sind es nur 50 Prozent.
Am auffälligsten ist das Missverhältnis an den Hauptschulen (66 Prozent Frauenanteil bei der Lehrern, 26 bei den Direktoren), AHS (57 bzw. 24 Prozent), Berufsschulen (30 bzw. neun Prozent) sowie den kaufmännischen Schulen (58 bzw. 19 Prozent), den touristischen (46 bzw. 19 Prozent) und den land- und forstwirtschaftlichen Schulen (50 bzw. zehn Prozent).
Im Nationalen Bildungsbericht wird außerdem kritisiert, dass der Frauenanteil zwar sowohl bei den Schülern als auch Lehrern und Direktoren gestiegen sei, sich aber vor allem im berufsbildenden Schulwesen "die Verhältnisse der geschlechterspezifischen Verteilung auf Fachrichtungen zementiert" hätten.
(APA/Red.)

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