Schulnoten entscheiden über Studium

Im Psychologiestudium an der Uni Salzburg und an der Veterinärmedizinischen Universität spielen die Schulnoten bei der Aufnahme schon jetzt eine Rolle.

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(c) APA (Harald Schneider)

Wien. Jeder dritte Studienanfänger muss in Österreich bereits durch ein Aufnahmeverfahren. Die sehen von Fach zu Fach unterschiedlich aus. Nur eines ist ihnen oft gemein: Schulnoten spielen keine Rolle. Dabei seien die, wie Oliver Vitouch, Vorsitzender der Universitätenkonferenz, kürzlich in einem Interview mit der „Presse“ sagte, „ein sehr guter Prädiktor“ für den Erfolg an der Universität. In Österreich sei die Berücksichtigung von Noten aber „traditionell verpönt“. Es gebe eine „Reflexablehnung des deutschen Numerus clausus-Modells“. Offenbar aber nicht überall.

Beim Psychologiestudium an der Universität Salzburg sind die Schulnoten sehr wohl relevant. Sie fallen sogar richtig ins Gewicht. Denn von den 100 Punkten, die beim Aufnahmeverfahren insgesamt erreicht werden können, kann man sich bis zu 25 Punkte durch die Schulnoten sichern. Konkret werden die Noten in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Biologie miteinbezogen. Und zwar die Maturanoten und die Noten des letzten Schuljahres – wobei die bessere der beiden Noten zählt. Bonuspunkte gibt es nur für ein „Sehr gut“ – und zwar 6,25 Punkte.

Sollte man ein Fach weder bei der Matura noch im letzten Schuljahr gehabt haben, gibt es auch keine Chance auf Bonuspunkte. Man kann Punkte für das Psychologiestudium an der Uni Salzburg also schon bei der Wahl der Schultyps (in manchen gibt es im Maturajahr etwa gar kein Biologie) verspielen.

An der Psychologiefakultät der Uni Salzburg ist man dennoch vom System überzeugt: Es sei aufgrund der unterschiedlichen Schultypen in Österreich zwar schwierig, Noten als Kriterium heranzuziehen. Aber: „So zu tun als hätten die zwölf Jahre davor gar keine Aussagekraft erscheint uns nicht als richtig“, sagt Gabriele Seiser-Heiß von der Psychologiefakultät zur „Presse“.

 Geheimnis an Veterinärmedizinischen Uni

Auch an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien spielen Schulnoten bei der Aufnahme eine Rolle. Welche Rolle genau könne man aber erst vier Monate vor dem Testtermin Mitte Juli bekannt gegeben, hieß es auf Anfrage der "Presse".

Klar ist nur so viel: Es wird auf die Maturanoten in Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache (Bestnote) geachtet. Für ein „Sehr gut“ gibt es sechs, für ein „Gut“ vier, für ein „Befriedigend“ zwei, für ein „Genügend“ einen und für ein „Nicht genügend“ null Punkte. Wie viele Punkte es insgesamt gibt – und wie sehr die Noten damit ins Gewicht fallen – bleibt vorerst aber ein Geheimnis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2017)

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