Karmasin ortet Diskriminierung behinderter Schulkinder in Wien

Für ein elftes und zwölftes Schuljahr seien behinderte Kinder auf die "Gnade" der Stadt angewiesen, kritisiert die Familienministerin. Bei Sonderschulen ist sie für ein "Sowohl-als-auch".

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(c) Die Presse (Clemens Fabry) – Die Presse

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin (ÖVP) beklagt eine "Diskriminierung" von behinderten Jugendlichen seitens der Stadt Wien: Diese müssten beim Stadtschulrat ansuchen, ob sie ein elftes und zwölftes Schuljahr absolvieren dürfen, was noch dazu immer öfter abgelehnt werde, und seien deshalb auf die "Gnade der Stadt Wien" angewiesen, kritisierte Karmasin.

Karmasin kündigte anlässlich des "Zero Discrimination Days" der Vereinten Nationen am 1. März an, sich verstärkt Familien mit Kindern mit besonderen Herausforderungen widmen zu wollen. Wichtig ist ihr dabei auch in diesem Bereich "Wahlfreiheit", sagt Karmasin: Es müsse möglichst individuell entschieden werden, ob für das Kind Sonderschule oder Inklusion der bessere Weg sei. "Natürlich ist Inklusion immer die schönste Perspektive", aber es gebe auch Herausforderungen, bei denen ein guter Gedanke erst wieder zu nicht ausreichender Förderung führe.

Bei Sonderschulen für ein "Sowohl-als-auch"

Dementsprechend ist Karmasin "nicht begeistert" davon, dass Sonderschulen gemäß Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bis 2020 zur Ausnahme werden sollen. "Ich bin für ein Sowohl-als-auch."

"Stutzig" und "wütend" sei sie über Berichte von Betroffenen, wonach der Besuch des elften und zwölften Schuljahres für behinderte Jugendliche in Wien vom Stadtschulrat genehmigt werden müsse und es "immer mehr Ablehnungen" gebe. Dass man um Bildung ansuchen müsse, "das ist Diskriminierung", befand Karmasin. Die Notwendigkeit des Ansuchens gehöre abgeschafft: "Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung." Aus anderen Bundesländern habe sie noch nicht von derartigen Problemen gehört.

 

(APA)

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