„Gnade der Stadt Wien“

Familienministerin Karmasin beklagt eine „Diskriminierung“ behinderter Schüler in Wien.

MINISTERRAT: KARMASIN (�VP)
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MINISTERRAT: KARMASIN (�VP)
(c) APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Die von der ÖVP gestellte Familienministerin, Sophie Karmasin, beklagt eine „Diskriminierung“ von behinderten Jugendlichen seitens der Stadt Wien: Die müssten, wie „Die„Presse“ bereits Ende Jänner berichtete, beim Stadtschulrat erstens extra um ein elftes und zwölftes Schuljahr ansuchen, und diese würden zweitens immer öfter abgelehnt. Die Schüler mit Behinderung seien auf „die Gnade der Stadt Wien“ angewiesen, kritisiert Karmasin. Dass man um Bildung ansuchen müsse, „das ist Diskriminierung“.

Grundsätzlich ist Karmasin in diesem Bereich die „Wahlfreiheit“ wichtig: Es müsse möglichst individuell entschieden werden, ob für das Kind Sonderschule oder Inklusion der bessere Weg sei. Dementsprechend ist Karmasin „nicht begeistert“ davon, dass Sonderschulen gemäß Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bis 2020 zur Ausnahme werden sollen (siehe Interview oben). „Ich bin für ein Sowohl-als-auch“, sagt Karmasin.

Die Stadt Wien wies die Vorwürfe der Ministerin zurück. Der Antrag auf ein elftes oder zwölftes Schuljahr für behinderte Jugendliche werde nur abgelehnt, wenn ihnen eine sinnvolle Alternative angeboten werden könne. Im laufenden Schuljahr sei das Ansuchen um ein elftes Jahr bei 167 von 169 Schülern genehmigt worden. Von den 95 Ansuchen auf ein zwölftes Jahr seien 50 positiv beschieden worden. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2017)

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