Ergebnisse: Fast alle schafften die Zentralmatura

Die schriftliche Matura ist heuer meist besser ausgefallen als im Vorjahr – vor allem in Mathematik. Diesmal lag die Fünferquote nur bei zwölf Prozent. Im Jahr 2016 waren es 22 Prozent.

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(c) APA/HANS KLAUS TECHT

Wien. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) ist zufrieden – und die Mehrheit der Maturanten vermutlich auch. Immerhin haben fast alle die heurige (schriftliche) Zentralmatura bestanden. In Deutsch waren es an den Gymnasien mehr als 99 Prozent, in Englisch 98 Prozent und selbst in Mathematik 95,2 Prozent.

Damit ist die Matura meist besser ausgefallen als im Vorjahr. Entsprechende bundesweite Zahlen wurden am Montag vom Bildungsministerium veröffentlicht. Ein Überblick über die spannendsten Ergebnisse.

 

1 Mathematik dürfte den Schülern heuer leichter gefallen sein.

Leichter sei die Mathematikmatura heuer – in Reaktion auf die vielen Fünfer im Vorjahr – nicht gewesen, heißt es aus dem Bildungsministerium. So schnell könne man nämlich gar nicht reagieren. Die Zentralmaturabeispiele würden stets mit einem Vorlauf von zwei Jahren ausgewählt. Fakt ist aber: Sie dürften den Maturanten diesmal leichter gefallen sein. Heuer wurden nur knapp zwölf Prozent der Schüler mit einem „Nicht genügend“ benotet (siehe Grafik). 2016 waren es 22 Prozent. Auch an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sank die Fünferquote in Mathematik von 13 auf knapp neun Prozent. Wie schon im Vorjahr haben die meisten Maturanten, die schriftlich negativ beurteilt wurden, ihre Note durch die mündliche Kompensationsprüfung noch verbessert. So blieben in den AHS knapp fünf Prozent der Schüler mit einem „Nicht genügend“ über. An den BHS waren es nur 3,3 Prozent.

 

2 In Deutsch gibt es die wenigsten Fünfer – noch weniger als zuletzt.

Deutsch ist für die wenigsten Maturanten eine großen Hürde – weder in den Gymnasien noch in den BHS. In beiden Schultypen lag die Erfolgsquote bei der schriftlichen Matura (nach der Kompensationsprüfung) bei mehr als 99 Prozent. Durchgefallen sind aber bereits vor der Kompensationsprüfung nur die wenigsten. Nach sechs Prozent im Vorjahr gab es heuer für weniger als fünf Prozent „Nicht genügend“ bei den schriftlichen Klausuren an den Gymnasien. An den BHS waren es nur 4,4 Prozent.

 

3 In Englisch verbesserten sich viele durch die Kompensationsprüfung.

Geringfügig schwerer fiel den Maturanten die heurige Englischmatura – zumindest an den AHS. Mehr als sieben Prozent wurden negativ beurteilt (sechs Prozent im Vorjahr). An den BHS lag die Fünferquote mit 11,6 Prozent ähnlich wie 2016. In beiden Schulformen konnten sich heuer aber durch die Kompensationsprüfung offenbar mehr Maturanten in Englisch verbessern. Denn schlussendlich fiel die Englischmatura besser als 2016 aus: 98 Prozent der AHS-Maturanten kamen durch und 96,7 Prozent der BHS-Maturanten.

 

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4 Der Geschlechterunterschied ist in Mathematik besonders groß.

Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern war erneut in allen drei Maturafächern zu erkennen. Die Mädchen schnitten in Deutsch besser ab (22 Prozent Einser versus 17 Prozent und vier Prozent Fünfer versus fünf Prozent). In Englisch waren die Burschen leicht besser. In Mathematik gab es den größten Unterschied zugunsten der Burschen. An der AHS waren nach der schriftlichen Klausur nur 8,3 Prozent der Burschen, aber 14,2 Prozent der Mädchen negativ. An der BHS war die Kluft noch größer. Dort waren nur 4,9 Prozent der Burschen, aber 12,2 Prozent der Mädchen vorerst negativ. Das hat aber wohl auch mit der Schulwahl zu tun.

 

5 Die Oberstufenrealgymnasien werden besser, hinken aber noch nach.

Eine gute Nachricht bringt die diesjährige Zentralmatura für die sogenannten Oberstufenrealgymnasien (ORG). Sie haben aufgeholt und ihren Abstand zur Langform des Gymnasiums halbiert. Dennoch hinken die ORG weiter hinterher. In Englisch wurden beispielsweise 5,3 Prozent der Schüler an einer gymnasialen Langform negativ beurteilt, aber 13,4 Prozent der ORG-Maturanten.

 

6 Teilnehmer der Berufsreifeprüfung scheitern häufig an Zentralmatura.

Erstmals wurde die Zentralmatura heuer auch auf die Berufsreifeprüfung ausgeweitet. Mit ernüchternden Ergebnissen. Fast 30 Prozent scheiterten an der Mathematikzentralmatura. Selbst nach der Kompensationsprüfung lag die Fünferquote noch bei 20,5 Prozent. Dazu kommen noch extreme Bundesländer-Unterschiede mit einer Fünferquote bei den Klausuren zwischen 18 Prozent in Tirol und 63 Prozent in Kärnten. Diese große Streuung will sich das Ministerium noch genauer anschauen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2017)

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