Islamophobie häufigster Diskriminierungsgrund an Schulen

Die Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen hat 47 Fälle dokumentiert. Es geht oft um das Kopftuch.

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(c) Clemens Fabry

Islamophobie war 2016 der häufigste Grund für die Diskriminierung von Schülern, erklärte die Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen (IDB) am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien. Anlass war die Präsentation des ersten Berichts über Diskriminierung im österreichischen Bildungswesen. Der Report umfasst 47 im Vorjahr dokumentierte Fälle.

Der Bericht des IDB sei der erste seiner Art, der den Schulbereich umfasst, erklärte Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, der die Initiative unterstützt. Die Studie zeige "einen bedrückenden Zustand". Die gesammelten 47 Fälle von Diskriminierung an Schulen sind für IDB-Obfrau Sonia Zaafrani "die Spitze des Eisbergs".

Die antiislamische Haltung, die sich erkennen ließe, sei aus der Problematik des radikalen Islams entstanden. "Was wir nicht machen dürfen ist, dass wir die überwiegende Zahl der Muslime, die integriert und Teil unserer Gesellschaft sind, wegen dieser Probleme in Geiselhaft nehmen", erklärte Walser.

Es geht oft um das Kopftuch

Zu 61 Prozent ist demnach Islamophobie der Grund für die Diskriminierungserfahrung von Schülern und Studierenden. Zu 32 Prozent ist es die ethnische Herkunft. Bei den muslimischen Mädchen ging es demnach oft um das Kopftuch, speziell etwa im Turnunterricht, wie die beschriebenen Fallbeispiele zeigen.

Nur 27 Prozent des Betroffenen suchten schulintern Unterstützung. Von diesem knappen Viertel habe aber kein Einziger tatsächlich Unterstützung erfahren. Psychische und physische Folgen für die Gesundheit, soziale Abkapselung und Aggressivität zählte Zaafrani als einige der möglichen Auswirkungen von Diskriminierung auf.

(APA/red.)

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