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Mathematik: Die Mär von den begabten Buben

07.01.2010 | 09:21 |   (DiePresse.com)

Eine Studie mit 500.000 Schülern aus 69 Ländern belegt, dass Burschen bei Mathematik-Tests nicht wirklich überlegen sind. Sie sind aber selbstbewusster und motivierter.

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Beim Lösen mathematischer Probleme schneiden Mädchen weltweit ähnlich gut ab wie Buben. Das zeigt die Analyse zweier internationaler Studien mit insgesamt fast 500.000 Schülern aus 69 Ländern. Dabei stießen die US-Forscher aber durchaus auf nationale Unterschiede: Je ausgeprägter die Chancengleichheit der Geschlechter in einem Land war, desto bessere Resultate erzielten die Mädchen.

Die Psychologen der Villanova-Universität in Philadelphia analysierten die Ergebnisse der PISA- und der TIMSS-Studie, an denen insgesamt fast eine halbe Million Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren teilgenommen hatten. Der TIMSS-Test prüfte mathematisches Grundwissen, während die PISA-Studie die Übertragung dieser Kenntnisse auf alltägliche Probleme untersuchte.

Buben selbstbewusster und motivierter

In beiden Studien schnitten Mädchen und Buben ähnlich gut ab, wie die Forscher im Fachblatt "Psychological Bulletin" schreiben. Allerdings waren Buben bezüglich ihrer mathematischen Fähigkeiten selbstbewusster. Außerdem glaubten sie eher, dass solche Kenntnisse für ein beruflichen Erfolg notwendig seien und waren daher motivierter.

Nationale Unterschiede

Aber diese Unterschiede waren umso schwächer ausgeprägt, je mehr Frauen in dem jeweiligen Land wissenschaftlich tätig waren. "Die Vorurteile über die Unterlegenheit von Frauen in Mathematik stehen in deutlichem Kontrast zu den aktuellen wissenschaftlichen Daten", sagte Studienleiterin Nicole Else-Quest. "Mädchen schneiden wahrscheinlich ebenso gut ab wie Buben, wenn sie nur ermutigt werden."

Die Untersuchung deckt sich mit dem Resultat einer US-Studie, die das Magazin "Science" vor knapp zwei Jahren veröffentlichte. Darin hatten Forscher Mathematikprüfungen von über sieben Millionen US-Schülern der Klassenstufen zwei bis elf unter die Lupe genommen. Sie hatten keine Unterschiede zwischen Mädchen und Buben gefunden.

(Ag.)

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42 Kommentare
 
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"Je ausgeprägter die Chancengleichheit der Geschlechter in einem Land war, desto bessere Resultate erzielten die Mädchen."

Natürlich zeitigt die systematische Verblödung der Buben in feministisch kontrollierten Ländern Erfolge, wer wollte das denn bestreiten?

Gast: Wilhelmine Tell
07.01.2010 15:20
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Testet lieber die Methoden

Weibliche Individuen sind ausgeglichener, männliche extremer. Unter den Besten und den Schwächsten sind mehr männliche. Betrachtet man nur die Besten, wird man immer einen höheren männlichen Anteil finden. Betrachtet man nur die Schwächsten, wird man auch mehr männliche Teilnehmer finden, aber die Schwächsten werden seltener getestet.
Extreme sind sowieso selten. Bei der großen Menge zwischen den Extremen dürfte alles ziemlich ausgeglichen sein.
Früher waren die Mädchen in den Schulen eher benachteiligt, heute sind es die Buben.
Es wäre viel gewinnbringender, wenn ein bisschen weniger getestet wird, wie gut oder schlecht die Kinder sind, dafür sollte man ein bisschen mehr testen, wie gut oder schlecht die Unterrichtsmethoden sind. Das würde viel mehr bringen, denn Methoden lassen sich beliebig anpassen, Kinder nicht.

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Re: Testet lieber die Methoden

Liebe Wilhelmine! An den Methoden kann es nicht liegen, denn ein berühmter Elementarmethodiker sagte einst: Keine Leselernmethode ist so blöd, dass sie ein normales Kind vom Lesenlernen abhalten kann. Das wird wohl auch für die Mathematik gelten, nehme ich an.

Re: Re: Testet lieber die Methoden

Mathematik zu betreiben ist doch ein wenig schwieriger, als zu lesen. Ich gebe manchmal Mathematik-Nachhilfeunterricht, bei denen, die meiner Hilfe bedürfen, kann ich eindeutig sagen, dass die Methode falsch ist. Die lernen z.B. Differenzieren und Integrieren als Kochrezept und haben keine Ahnung, was sie da eigentlich ausrechnen. Sie lernen komplexe Zahlen kennen und sind der fixen Überzeugung, die wären komplett nutzlos und nur dazu da, die Schüler zu ärgern, u.s.w...

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Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Ich denke die Kochrezeptmethode ist nur der letzte Ausweg für Kinder, die die Probleme nicht verstanden haben, nun aber mit dem "Rezept" zu Lösungen kommen können. Kinder mit solchen Defiziten brauchen endlose Wiederholungen und fast alle Veranschaulichungsmöglichkeiten um die Sachen zu "durchschauen". Sie sind aber nicht die Regel sondern die Fußtruppe der jeweiligen Klassen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Sind Sie sicher?
11.01.2010 10:36
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Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Was wird bei der Schularbeit denn abgefragt?
Das Verständnis der Integralrechnung in Form eines Beweises, oder die Beherrschung der Methode?

Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Ein Beweis bringt für das intuitive Verständnis meistens kaum etwas. Als Beispiel möchte ich den Jordan'schen Kurvensatz anführen, dessen Aussage unmittelbar klar ist, dessen Beweis aber sehr kompliziert ist.

Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Leider liegt das all zu oft nicht am Schüler, sondern am Lehrplan, der vollgestopft ist und den Schwerpunkt auf Kochrezepte legt und nicht auf Beweise.

Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Kochrezepte und Beweise sind die zwei extremen Enden des Spektrums, beide sind wichtig, erstere, damit auch Computer symbolisch rechnen können, zweitere, weil das Fundament gut abgesichert sein sollte. Für die Anwendung zählt aber hauptsächlich das intuitive Verständnis, gerade das kommt zu kurz. Das würde aber für manche Schüler eine fast unüberwindbare Hürde darstellen, daher ist das aus ideologischen Gründen nicht gewollt.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Wenn Kochrezepte und Beweise nur die Enden des Spektrums sind, welche Bezeichnung würden Sie dann der goldenen Mitte vergeben?

Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

So habe ich das nicht gemeint. Die Kochrezepte befinden sich in den Schulheften. Die entsprechenden Schüler sind keinesfalls die Fußtruppe, sondern verstehen die jeweiligen Zusammenhänge oft in wenigen Minuten. Allerdings habe ich gegenüber den Lehrern den Vorteil, in meinem Beruf Mathematik tatsächlich anzuwenden, habe also doch ein wenig mehr Durchblick als der Durchschnittslehrer, wie Studien zeigen, macht das die fehlende pädagogische Ausbildung mehr als wett. (Während des Studiums habe ich einige Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Lehramtstudenten besucht, die sind jetzt Mathematiklehrer, ich weiß also, wovon ich schreibe. Ausnahmen gibt es natürlich immer.)

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Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Ohne die Schulhefte zu kennen, die Sie erwähnen, so will ich doch festhalten, dass in den meisten Lehrbüchern oftmals mehrere Lösungswege angeboten werden. Es ist natürlich ein Manko, wenn man sich sich auf einen einzigen Weg beschränkt und dieser dann teilweise nicht verstanden wird, das heißt aber wiederum nur, für einige Kinder steht wenigstens ein Rezept zur Verfügung, das zum Ziel führen kann.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Das bringt leider überhaupt nichts. Wenn ich nach Rezept koche und lese, ich soll Thymian verwenden, habe aber keine Ahnung ob das ein Gewürz, ein Teil des Rindes, eine besondere Wurst oder eine gebratene Nudel ist, wird mir das Rezept nicht viel helfen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Sie haben sich jetzt schon sehr weit vom Problem der Wissensvermittlung entfernt. Sokrates machte das ganz genial mittels Fragen. Es ist nur anzuzweifeln, ob der Gefragte am Ende des Dialogs tatsächlich etwas gelernt hatte, oder nur geantwortet hatte, was er ihm in den Mund legte. Wichtig ist nicht die Methode, sondern ob der Beteiligte das Neue tatsächlich verarbeiten kann und will.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Weiter oben habe ich bereits geschrieben, dass die entsprechenden Schüler die Zusammenhänge oft schon nach wenigen Minuten Erklärung begreifen und auch anwenden können. Letzteres sagt mir, dass sich nicht nur die erwarteten Antworten nachplappern. Das Wollen und Können ist also da, es scheitert nur an der fachlichen Kompetenz oder der Bequemlichkeit des Lehrers. Ich kenne auch viele sehr gute Mathematiklehrer, deren Schüler kommen aber natürlich nicht zu mir. Ich selbst hatte z.B. während der Schulzeit lauter sehr gute Mathematiklehrer und lauter miserable Physiklehrer. Das ist ein reines Glücksspiel, das sollte die Zukunft unserer Kinder aber nicht sein.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Zuerst gratuliere ich zu Ihren Erfolgen. Dann möchte ich empfehlen Lehrer zu werden oder wenigstens Ihre Methoden zu veröffentlichen. Schulbücher sind teuer und bringen viel Geld. Und von den Mathematiklehrern, von denen Sie keine Nestlinge bekommen, kann ich nur vermuten, dass entweder ihre Anforderungen sehr gering sind oder sie glücklicherweise immer wohlsortierte Klassen unterrichten. Wenn die Talente sehr breit gestreut sind, tut sich der beste Lehrer schwer. Er soll die Begabten nicht langweilen und die Langsamen nicht überfordern.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Das ist es ja, ich habe überhaupt keine Methode, ich habe leider keine einzige Minute pädagogische Ausbildung genossen. Ich erkläre den Schülern nur die Mathematik hinter den Aufgaben.
Mathematik zu betreiben mach mir mehr Spaß, als sie zu lehren. Aus dem Lehrerberuf wird daher nicht nur aufgrund der fehlenden pädagogischen Ausbildung nichts.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Soviel ich weiß, suchen einige HTLs Leute aus der Wirtschaft. Also nichts unversucht lassen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

HTLs suchen normalerweise für die technischen Fächer Techniker aus der Wirtschaft mit min. drei Jahren facheinschlägiger Erfahrung. Ich komme aber von der Wissenschaft, ich glaube nicht, dass das als facheinschlägig angerechnet würde.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Testet lieber die Methoden

Machen Sie sich nicht unglücklich. Jetzt haben Sie sicher mehr Gehalt und weniger Stress. Viel Spaß weiterhin mit der Nachhilfe, ist ja im Grunde genommen auch Unterricht.

Gast: ivoryhunters
07.01.2010 14:34
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mär

das mädchen schüchtener und zurückhaltender sind als buben ist die allergrösste mär. die lieben autoren dieser studie sollten sich mal in eine schule setzen und aktiv beobachten anstatt so einen nonsens zu schreiben.

Gast: BOAH
07.01.2010 11:11
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BOAH

jetzt sollte man auch mit der Mär aufräumen, dass häusliche Gewalt nur männlich ist.
aber da wird sich niemand drübertrauen.

Antworten Gast: Wilhelmine Tell
07.01.2010 15:24
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Re: BOAH

Frauen sind den Männern körperlich unterlegen, darum wird häusliche Gewalt männlich bleiben. Frauen wenden eher andere Methoden als Gewalt an um sich durchzusetzen.

Re: Re: BOAH

häusliche Gewalt gegen Kinder geht Studien zufolge häufiger von Müttern als von Vätern aus.

Und auch die Gewalt von Frauen gegen ihre zu Schüchternheit und Katzbuckelei erzogenen Männer nimmt zu ...

Re: Re: BOAH

Nein, Frauen wenden keine anderen Methoden an. Die entsprechenden Studien gibt es, es zeigt sich, dass bei häuslicher Gewalt Männer und Frauen ziemlich gleich auf sind, die Frauen liegen ein bißchen vorn. Natürlich gibt kein Mann zu, Opfer von häuslicher Gewalt zu sein, der gilt dann nämlich nicht als armes Hascherl sondern als Weichei.
Die einzigen Fälle von häuslicher Gewalt in meinem Bekanntenkreis (nicht Freundeskreis), von denen ich weiß, gehen von Frauen aus, die Opfer sind Kinder. Das ist gesellschaftlich so akzeptiert, dass ganz offen darüber geredet wird.

Re: Re: Re: BOAH

Das liegt vielleicht daran, dass Frauen meinen, sich das eher erlauben zu können als die Männer, da sie mit ihrer geringeren Kraft eh keine bleibenden Schäden hinterlassen werden.

Ob das wirklich stimmt, sei dahingestellt.

Wie will man den Kindern beibringen, wer hier das Sagen hat? Erziehung hat immer etwas mit Macht-ausüben zu tun, auch wenn die Macht nicht körperlicher Art ist.
Eine Frau, die es mit körperlicher Gewalt versucht, sitzt, langfristig gesehen, eher am kürzeren Hebel, da ihr meist nicht nur die Buben mit der Zeit über den Kopf wachsen, und sich so ein Machtverhältnis später einmal umdrehen könnte, und das weiß man als Frau normalerweise auch. Wenn auch nur unbewußt.

Und außerdem sind da noch die Hormone, die eine Frau zu anderen Verhaltensweisen bewegen als einen Mann. Frauen sind durch die geringere Menge an Testosteron von Natur aus weniger gewaltbereit als Männer. Ausnahmen bestätigen die Regel.

 
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