Frühe Einschulung ist kein Nachteil

Kinder, die jung eingeschult werden, holen ihren Rückstand bis zum Ende der Volksschule wieder auf, sagen Erziehungswissenschaftler. Sie kritisieren die Vorschule: "War immer eine kleine Sonderschule".

Fruehe Einschulung kein Nachteil
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Fruehe Einschulung kein Nachteil
(c) Clemens Fabry

Der Geburtsmonat von Taferlklasslern hat keinen Einfluss auf die späteren Leistungen der Kinder. Das zeigt eine Analyse der Erziehungswissenschaftler Ferdinand Eder und Konrad Dämon (Uni Salzburg). Sie haben dafür Daten der TIMSS-Studie untersucht, die in der vierten Klasse die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften erhebt.

Kinder, die in einem früheren Alter eingeschult werden, holen ihren Rückstand gegenüber älteren bis zum Ende der Volksschule wieder auf. Das ist umso wichtiger, als in diesem Zeitpunkt die Entscheidung über die AHS-Reife fällt.

Vorschulen stigmatisieren

Die Wissenschaftler warnen indessen vor Zurückstellungen und Vorschulen. Das sollte laut Eder "möglichst sparsam" angewendet werden. "Das Unterrichtet-Werden in einer guten Volksschule ist eine bessere Methode als das 'Nachreifen-Lassen'", so Eder.

Bei früheren Pisa-Studien habe sich gezeigt, dass zunächst zurückgestellte Kinder noch mit 16 Jahren Leistungsunterschiede gegenüber regulär eingeschulten Kindern aufwiesen. Die Vorschulklassen an den Volksschulen seien laut Eder "immer eine kleine Sonderschule gewesen". Sie würden stigmatisieren, statt zu fördern.

Frühe Einschulung

Die allgemeine Schulpflicht beginnt in Österreich mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden 1. September. Kinder, die im September oder Oktober geboren sind, sind bei der Einschulung daher fast um ein Jahr älter als Kinder, die knapp vor dem Stichtag, also im Juli oder August, sechs Jahre alt geworden sind. Deutsche Untersuchungen besagen, dass die älteren Kinder in der vierten Klasse bessere Leistungen erbringen und damit auch eher in eine AHS kommen.

(APA)

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