Frühe Einschulung ist kein Nachteil

22.09.2010 | 12:20 |   (DiePresse.com)

Kinder, die jung eingeschult werden, holen ihren Rückstand bis zum Ende der Volksschule wieder auf, sagen Erziehungswissenschaftler. Sie kritisieren die Vorschule: "War immer eine kleine Sonderschule".

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Der Geburtsmonat von Taferlklasslern hat keinen Einfluss auf die späteren Leistungen der Kinder. Das zeigt eine Analyse der Erziehungswissenschaftler Ferdinand Eder und Konrad Dämon (Uni Salzburg). Sie haben dafür Daten der TIMSS-Studie untersucht, die in der vierten Klasse die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften erhebt.

Kinder, die in einem früheren Alter eingeschult werden, holen ihren Rückstand gegenüber älteren bis zum Ende der Volksschule wieder auf. Das ist umso wichtiger, als in diesem Zeitpunkt die Entscheidung über die AHS-Reife fällt.

Vorschulen stigmatisieren

Die Wissenschaftler warnen indessen vor Zurückstellungen und Vorschulen. Das sollte laut Eder "möglichst sparsam" angewendet werden. "Das Unterrichtet-Werden in einer guten Volksschule ist eine bessere Methode als das 'Nachreifen-Lassen'", so Eder.

Bei früheren Pisa-Studien habe sich gezeigt, dass zunächst zurückgestellte Kinder noch mit 16 Jahren Leistungsunterschiede gegenüber regulär eingeschulten Kindern aufwiesen. Die Vorschulklassen an den Volksschulen seien laut Eder "immer eine kleine Sonderschule gewesen". Sie würden stigmatisieren, statt zu fördern.

Frühe Einschulung
Die allgemeine Schulpflicht beginnt in Österreich mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden 1. September. Kinder, die im September oder Oktober geboren sind, sind bei der Einschulung daher fast um ein Jahr älter als Kinder, die knapp vor dem Stichtag, also im Juli oder August, sechs Jahre alt geworden sind. Deutsche Untersuchungen besagen, dass die älteren Kinder in der vierten Klasse bessere Leistungen erbringen und damit auch eher in eine AHS kommen.

(APA)

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14 Kommentare

Einen neuen Umgang mit den Talenten lernen

Schon das Wort Vorschule beweist, dass wir alle gar nicht wissen, was eine SCHULE ist, und dass wir das offensichtlich auch gar nicht wissen wollen. Wir brauchen nur irgendeine Schablone, in die wir uns und unsere Kinder einfügen, dann haben wir unsere Schuldigkeit getan und dann sind immer die anderen schuld.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer meine ich, dass wir nicht für alles eine Schablone brauchen sondern dass wir alle miteinander einen neuen Umgang mit den TALENTEN lernen müssen: erst einmal die Eltern mit ihren eigenen, um es dann mit denen der Kinder besser zu können.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Gast: gast
27.09.2010 20:53
0 0

doch ein nachteil - später

Zu frühe Einschulung wirkt sich viel später negativ aus - nämlich dann, wenn der Großteil der um ein Jahr älteren Kids in die Pubertät kommt. Da zählt das Jahr dann - nicht unbedingt leistungsmäßig, aber sozial.

Und es gibt eigentlich keinen Grund, der FÜR eine frühere Einschulung spricht. Ein Jahr länger Kindergarten/Vorschule lässt viel Raum für die Entwicklung - sozial, musisch, kreativ, sonstwie - je nach Kind.

Und Vorschulen sind wirklich keine "Sonderschulen"!

Experten


Jedes Kind durchläuft zwar Entwicklungsphasen. Aus Sicht der Experten handelt es sich dabei um teure Verzögerungen auf dem Weg zur modernen Leistungs- und Verblödungsgesellschaft.
Kinder dürfen keine Kinder mehr sein.
Auf Experten, die wie Blinde von Farbe reden, wird viel zu viel gehört.

Gast: Kindergärtnerin
22.09.2010 21:55
0 0

Persönlichkeit des Einzelnen wahrnehmen!!!

Bedachteres Formulieren ist gefragt.

Frühes Einschulen ist für einige Kinder sehr wohl ein Nachteil, ebenso wie spätes Einschulen für einige Kinder ein Nachteil ist.


Gast: varosi
22.09.2010 21:13
1 0

Absolut NICHT EMPFEHLENSWERT !!!

Ich rate allen ab, ihre Kinder früher einzuschulen!!

Nicht wegen Leistungen - die waren immer sehr gut, sondern aus "sozialen" Gründen. Über 1 Jahr Altersunterschied macht extrem viel aus, besonders in den Pubertätsjahren!

Und später auf dem Arbeitsmarkt macht 1 Jahr +/- ohnehin absolut keinen Unterschied, soziale Kompetenz zählt hingegen deutlich mehr!

Dies immer zu bedenken...

Re: Absolut NICHT EMPFEHLENSWERT !!!


Kann ich bestätigen!

Antworten Gast: Gast
23.09.2010 20:14
0 0

Re: Absolut NICHT EMPFEHLENSWERT !!!

Das kann ich nur bestätigen. Gerade Buben haben eher Probleme im Sozialverhalten, die auf mangelnde Reife zurückzuführen sind.
Dies bessert sich auch später nicht, da ihnen schlicht das 1 Jahr Kindergarten bzw. Vorschule fehlt.
Leistungsmäßig hat kann ich die Untersuchung allerdings bestätigen, hier gibt es keine signifikanten Unterschiede.

Gast: varosi
22.09.2010 20:58
0 0

Absolut NICHT EMPFEHLENSWERT !!!

Ich rate allen ab, ihre Kinder früher einzuschulen!!

Nicht wegen Leistungen - die waren immer sehr gut, sondern aus "sozialen" Gründen. Über 1 Jahr Altersunterschied macht extrem viel aus, besonders in den Pubertätsjahren!

Und später auf dem Arbeitsmarkt macht 1 Jahr +/- ohnehin absolut keinen Unterschied, soziale Kompetenz zählt hingegen deutlich mehr!

Dies immer zu bedenken...

Gast: carlo soziale
22.09.2010 17:50
0 0

Ich bin vor meinem 6.Geburtstag eingeschult worden

und war bis zur Matura immer der Klassenbeste. Rückblickend wäre es trotzdem besser für mich gewesen, ein Jahr zuzuwarten, denn ich habe stets unter Versagensängsten gelitten.

Gast: Vorschullehrerin
22.09.2010 16:38
1 0

Einladung an Eder

Werter Herr Statistikgläubiger!
KOmmen Sie doch einmal in eine gut geführte Vorschulklasse, in der Kinder sich nicht stigmatisiert fühlen, sondern Freude am Entwicklungsprozess ohne Leistungsdruck haben können, wie es in einer Vorschulgruppe in einer ersten Klasse niemals der Fall sein kann, weil diese Klassen ganz anders eingerichtet sind als eben eine VOR-Schul_KLasse.
Der Clou ist, dass solche rückgestellten und geförderten Kinder einen besseren Start in den ersten beiden Klassen haben- so gut wie eben von zuhause geförderte (junge) Kinder.
Hochachtungsvoll
einen Praktikerin mit über 20 Erfahrungsjahren in diesem bereich

Gast: gast
22.09.2010 16:19
0 0

fragwürdig

Rein das Fachwissen abzufragen, ist zu wenig. Bin im Dezember geboren und wurde früher eingeschult, hatte auch immer gute Leistungen, war aber in anderen Bereichen oft nicht soweit wie die teilweise ein Jahr älteren Mitschüler. Ich würde es Eltern nicht empfehlen.

Gast: Tellmywill
22.09.2010 15:46
0 0

Doch frühe Einschulung ist ein gewaltiger Nachteil!

Man will uns hier nur wieder etwas einreden was wir zu glauben haben.
Das einzig vernünftige, wenn Kinder körperlich, sozial oder geistig die Schulreife noch nicht haben ist, dass sie im Kindergarten bleiben. Dort sind sie viel besser aufgehoben und können in Ruhe nachreifen. Jede Art von Förderung stört das Kind nur in der Entwicklung. Wir sind doch so ein reiches Land, wir können es uns leisten, einem Kind zu gestatten langsam zu reifen. Das ist das beste was einem Kind passieren kann, weil es für jeden Abschnitt, für das jeweilige biologische Fenster mehr Zeit hat und dadurch zu stabileren Fundamenten kommen kann. Wenn man aber ein Kind fördert, hindert man es daran, sein Fundament nach Bedarf zu verstärken. Man setzt die Wände auf ein unfertiges Fundament und jammert dann wie dumm das Kind ist und das es unbedingt Förderung braucht.
Frage:Warum nur haben unsere österreichischen Bildungsexperten so wenig Ahnung von der natürlichen Entwicklung der Kinder?
Antwort: Die Kinder sind unseren Bildungsexperten s.....egal. Ihnen geht es nur darum mehr Lehrerarbeitsplätze zu ergattern. Die Kinder werden als Mittel zum Zweck missbraucht.

Antworten Gast: wonderer
22.09.2010 16:23
0 0

Re: Doch frühe Einschulung ist ein gewaltiger Nachteil!

Die Test sehen nicht den Entwicklungsstand des Kindes, sondern vergleichen rein das abfragbare Schulwissen. Damit disqualifizieren sich diese Experten selbst. Ich war auch so ein vorzeitig eingeschultes Kind mit guten Leistungen und hab immer darunter gelitten.

Gast: ava
22.09.2010 15:35
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schulexperten wie salcher und die h.o.

haben nie unterrichtet, mögen kinder nicht und sind nur querulanten. meist noch ledig, wenn nicht, geschieden oder sonst schon unangenehm aufgefallen.

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