Zwei Drittel der Österreicher für mehr Deutschunterricht

Die Sprachkultur sei durch E-Mail und SMS beeinträchtigt, fürchten viele Österreicher. Sie wünschen sich mehr und besseren Unterricht. Auch Migration sei ein Problem.

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Der Großteil (69 Prozent) der Österreicher vertritt die Meinung, dass die Pflege der deutschen Sprache an den Schulen verstärkt werden soll, gerade "wenn man die Auswirkungen der Medien, der Computer und des Handys auf unsere Sprachkultur bedenkt". 30 Prozent der Befragten in einer Studie des Linzer market-Instituts meinten hingegen, dass der normale Deutschunterricht ausreiche.

Für diese Studie wurden am 21. und 22. September 500 Österreicher repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren online befragt. Nur 15 Prozent der Befragten glauben, dass die derzeitige Sprachausbildung an allen Schulen gut genug ist. Jeder zweite, bei den Über-50-Jährigen sogar 61 Prozent, hält diese Ausbildung ganz allgemein für zu wenig umfassend für die zukünftigen Anforderungen.

Migration und Motivation

Befragt, woran es liegen könnte, dass die schulische Sprachausbildung die jungen Menschen nicht optimal auf die Zukunft vorbereitet, sehen vor allem die 16- bis 29-Jährigen zwei Gründe: 74 Prozent wählten "viele Kinder können schon nicht richtig deutsch, deshalb ist Fremdsprachenunterricht schwierig" als Antwort, 77 Prozent "die Kinder und Jugendlichen sind zu wenig motiviert".

Bei den Älteren (30 bis 49 Jahre und über 50) sahen nur 52 Prozent die mangelnde Motivation als Grund und auch bei den Deutschkenntnissen lag der Prozentsatz deutlich niedriger. Dass die Lernmethoden zu veraltet seien fanden altersübergreifend etwa 50 Prozent der Befragten.

Problem E-Mail und SMS

Die Auswirkungen von E-Mail und SMS auf unsere Sprache sehen die Befragten durchaus kritisch: 44 Prozent fanden sehr zutreffend, dass niemand mehr an einer sprachlich eleganten Formulierung feilt und "man schreibt, wie man denkt". "Wird unsere Sprache von kurzfristig modernen Slangausdrücken überwuchert" hielten 36 Prozent für sehr zutreffend und "verlernt man auch das schöne Sprechen, weil man sich nur mehr in Kurzformeln ausdrückt" 25 Prozent.

Immens polarisiert hat die Frage nach der Auswirkung der Mediennutzung. 45 Prozent der Teilnehmer gaben an "die Menschen erhalten durch die Medien viele Informationen, sie sind daher besser informiert und gebildet als die Menschen früherer Generationen". 43 Prozent meinten aber "die Menschen erhalten durch die Medien zu viele Informationen und können die wirklich wichtigen Informationen nicht mehr herausfiltern".

84 Prozent sprechen Fremdsprache

Geht man nach der Umfrage, sprechen 84 Prozent der Österreicher eine Fremdsprache, 22 Prozent davon sogar zwei und vier Prozent drei oder vier. 99 Prozent der einer oder mehrerer Fremdsprachen mächtigen Österreicher können auf Englisch eine Unterhaltung führen. Je 13 Prozent trauen sich dies auf Französisch und Italienisch zu, fünf Prozent auf Spanisch und zwei auf Serbisch/Kroatisch. Je ein Prozent kann auf Ungarisch, Polnisch oder Tschechisch/Slowakisch plaudern.

Englisch erachten 93 Prozent der Befragten als besonders wichtig und es solle diese Sprache auch an den österreichischen Schulen gelehrt werden. Auf Platz zwei reihte sich Russisch mit 46 Prozent ein, gefolgt von Französisch (38 Prozent) und Spanisch (33 Prozent).

(APA)

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