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Viele Befürworter, wenige Gegner

03.11.2011 | 15:59 |   (DiePresse.com)

Die Sozialpartner, die Universitäten und die ÖH unterstützen das Bildungsvolksbegehren. Die Gegner kommen aus den Reihen der "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt" und der Schülerunion.

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Zum Startschuss des von Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch initiierten Bildungsvolksbegehrens haben zahlreiche Befürworter erneut ihre Unterstützung bekundet. Gegner haben sich nur wenige zu Wort gemeldet. Sozialpartner wie Industriellenvereinigung (IV) und Arbeiterkammer (AK) stellten sich hinter die Forderungen. Als den "richtigen Weg" weisend bezeichnete etwa Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) das Volksbegehren, das er am ersten Tag der Eintragungswoche unterschrieben hat. Auch einige Prominente haben bereits ihre Unterschrift abgegeben, wie etwa Schauspieler und Regisseur Karl Markovics.

Alle 21 Universitäten werden ihre Mitarbeiter und die mehr als 200.000 in Österreich wahlberechtigten Studenten u.a. per E-Mail für das Volksbegehren mobilisieren: Die Universitätenkonferenz (uniko) habe einen Beschluss gefasst, "dass die Unis darüber informieren werden", so uniko-Generalsekretär Heribert Wulz. Während in der Mail von Heinz Engl, dem Rektor der Uni Wien, lediglich darauf hingewiesen wird, dass die Eintragungsfrist begonnen hat, will die Rektorin der Technischen Uni (TU) Wien, Sabine Seidler, die Uni-Angehörigen auch "einladen, dieses mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen" und damit "dem Thema in der Politik den nötigen Stellenwert zu geben".

ÖH und AKS mit kritischem Unterton dafür

Auch die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ruft nun doch dazu auf, Androschs Initiative zu unterzeichnen. Die ÖH hat zwar aus Protest - etwa gegen die "schwammige" Formulierung - das Volksbegehren bisher nicht aktiv unterstützt und sieht es nach wie vor kritisch. Allerdings sei es "zumindest eine klare Aufforderung endlich Veränderungen im Bildungssystem voranzutreiben und nicht beim Status Quo von vorgestern zu bleiben", so die Vorsitzende Janine Wulz (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS). Auch die SPÖ-nahe Aktion kritischer Schüler (AKS) unterstützt das Volksbegehren mit einem "kritischen Ja": Jede Unterschrift sei eine wichtige Stimme "für schon lange anstehende Reformen im überholten und äußerst selektiven Bildungssystem".

Dagegen: Schülerunion und Leistungsplattform

Seit jeher klar gegen die Ideen des Volksbegehrens stellt sich die eigens im Juni gegründete "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt", die für ein differenziertes Schulsystem eintritt. Plattform-Vorstand Günter Schmid erklärte, er sehe das kommende Ergebnis des Begehrens "gelassen", auch wenn es stark ausfalle. "In Wahrheit läuft jetzt eine Woche Aktionismus und dann wird der Spuk vorbei sein - dann können wir vernünftig über pädagogische Qualität diskutieren", so Schmied.

Ein klares "Nein zum Bildungsvolksbegehren" kam auch von der von der ÖVP-nahen Schülerunion, die mit Conny Kolmann auch die Bundesschulsprecherin stellt. Ein Volksbegehren müsse "von den Betroffenen selbst getragen werden und nicht von Ex-Politikern, die sich selbst inszenieren".

 

(APA/red)

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3 Kommentare
Gast: Gast Vater
12.11.2011 13:34
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Viele Befürworter, wenige Gegner

Das Verhalten vieler Befürworter des Bildungsvolksbegehrens ist typisch für diese Schicht: Sich in der Öffentlich als Unterstützer der Gesamtschule aufspielen, die eigenen Kinder aber in "geschützten Reservaten", sprich in Privatschulen, stecken.
Und natürlich sind alle für Toleranz, für das "gelebte Miteinander" usw. Ich möchte diese Leute aber sehen, wie sie reagieren, wenn neben ihrem Kind dann eines der Kinder sitzt, die derzeit in den Sonderschulen unterrichtet werden. Dazu gehören ja wohl auch die (sicher bedauernswerten) Kinder mit Zerebralschäden, Kinder, die während des Unterrichts einkoten oder einnässen, zu Selbstbeschädigung neigen, häufig aggressiv reagieren ...

Quastch

Der größte "Industrielle" aller Zeiten, der "Grasser der 1970er Jahre", der verantwortlich ist für die Initialzündung der Schuldenpolitik in dieser Republik, spielt sich nun als Bildungspolitiker auf_ es ist zum Kotzen. Der Finanzminister mit Steuerberatungskanzlei, mit Wahlonkel etc...der in ZIB 2 Interviews gibt, wo man sich die Frage stellt, wie er den Tag verbracht hat, glaubt nun mit Hilfe einer korrupten, wohlfeien, bereits hinlänglich bekannten Medienmafia letztmalig eine Kampagme starten zu müssen,...
Gott sei dank wird die gesamte Inszenierung von politisch wirklich bedeutenden Ereignissen überlagert.

Antworten Gast: Weg mit Apartheid
06.11.2011 20:12
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Re: Quastch

Es hilft nichts, auf den Überbringer der Botschaft herzufallen. Wenn selbst die Industriellenvereinigung schon zum Schluss kommt, dass es immer weniger ausbildungsfähige BewerberInnen gibt, so ist es wohl an der Zeit, einiges zu überdenken. Es ist keine große Leistung, Menschen aufgrund ihrer Fehler aus dem Bildungssystem hinauszudrängen und ständig neue Sonderanstalten zu erfinden. Niemand wird als Universalgenie geboren. Wir müssen die Begabungen, so unterschiedlich sie sein mögen, bei allen zum Vorschein bringen und weiterentwickeln. Wir können uns die Latte ruhig höher legen - bishin zur Matura für alle, auch für Lehrberufe. Die Aufgaben der Zukunft werden es erfordern.

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