Kindergarten: Plattform fordert Bundeskompetenz

Eine neue Bildungsplattform aus IV und NGOs hat sich am Montag der Öffentlichkeit präsentiert. Man will Einzelinitiativen bündeln und neue Vorschläge in die Bildungsdebatte einbringen.

Neue Bildungsplattform NGOs
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Neue Bildungsplattform NGOs
(c) Teresa Z�

Eine neue, überparteiliche Bildungsplattform hat sich am Montag, der Öffentlichkeit präsentiert. (Die "Presse" berichtete bereits). Caritas, Diakonie, Greenpeace, die Industriellenvereinigung, Elternvertreter, Schüler und Pädogogen haben sich zur Initiative "ZUKUNFT.BILDUNG" zusammengeschlossen. So will man bisherige Einzelinitiativen bündeln und deren "Schlagkraft erhöhen", so die Initiatoren in einer Aussendung.

Im ersten Jahr will die Plattform ihren Schwerpunkt auf die elementare Bildung, also Bildung ab dem Kleinkindalter, legen. Hier fordert die Plattform eine Zusammenfassung der Kompetenzen beim Bund, denn derzeit seien Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Bildung mit neun verschiedenen Landesgesetzen und zwanzig verschiedenen Gehaltskonzepten konfrontiert. Außerdem brauche es eine bessere Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen. Die Kindergärten sollten „Early Excellence Centres“ werden, forderte der Wiener Caritas-Chef Michael Landau.

Im Herbst will die Plattform, die sich als Ergänzung, aber nicht als Nachfolgeorganisation des Volksbegehrens rund um Hannes Androsch versteht, bei einer „Bildungskonferenz“ Druck erzeugen. "Wir wollen vor allem Nachhaltigkeit in die Bildungsdebatte bringen", betont Caritas-Direktor Michael Landau gegenüber der "Presse" das gemeinsame Ziel. "Wir setzen dabei ganz bewusst zuerst den Fokus auf die Bildungsarbeit im Kindergarten, dort wird das Fundament für die weitere Bildungslaufbahn gelegt", so Landau weiter.

Warum sich die Caritas im Bündnis engagiert, erklärt Landau damit, dass im österreichischen Bidlungssystem ein "hohes Maß an Reformbedürftigkeit" gegeben sei, insbesondere deshalb, weil "Bildungsarmut oft einher mit materieller und seelischer Not" ginge. Dem müsste man stärker entgegen arbeiten. Dazu sei es notwendig, die Bildungsdebatte aus "ideologischen Engführungen" herauszuholen. Dazu könne die Plattform einen wesentlichen Beitrag leisten ist Landau überzeugt: "Wir haben unser Bündnis bewusst breit aufgestellt und suchen nun das Gespräch mit allen Bildungssprechern", so Landau.

Fokus auf elementare Bildung

Die vier inhaltlichen Grundpfeiler der Initiative: "Jedes Kind und jeder Mensch hat das Recht auf die beste Bildung" - damit bezieht sich die Plattform auf Chancengerechtigkeit für alle Kinder. "Auf dem gesamten Bildungsweg ist eine unabhängige Qualitätssicherung notwendig" - damit spricht sich die Plattform für eine Verschlankung der Verwaltungsstrukturen aus. "Bildung steht und fällt mit den PädgogInnen" - ein Bekenntnis der Plattform für die gleiche Ausbildung aller Pädagogen und eine finanzielle Aufwertung dieser. Und: "Der Fokus der Verbesserungen muss auf der Elementarbildung liegen" - ein Verkleinerung der Gruppengrößen in den Kindergärten, sowie die frühestmögliche individuelle Förderung aller Kinder werden gefordert.

(thea)

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