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Jugendliche Migranten sind Verlierer im Schulsystem

09.02.2012 | 13:13 |   (DiePresse.com)

Grünen-Intergationssprecherin Korun sieht dringenden Handlungsbedarf, was die Reduktion von Bildungsarmut unter jugendlichen Migranten betrifft. Sie fordert mitunter zwei verpflichtende Kindergartenjahre für alle.

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Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in Österreich überproportional oft von Bildungsarmut betroffen: Sie verlassen das Schulsystem häufiger ohne weiterführenden Schulabschluss als Schüler mit österreichischen Eltern und fallen bei der Bildungsstudie PISA öfter in die Gruppe derer, die mit einfachsten Lese- und Rechenaufgaben Probleme haben. "Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem", betonte Grünen Integrationssprecherin Alev Korun am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Sie fordert von der Bundesregierung eine politische Strategie zur Verringerung der Zahl früher Schulabgänger.

Die Gründe, die zum vorzeitigen Verlassen des Schulsystems führen, sind laut Mario Steiner vom Institut für Höhere Studien (IHS) vielfältig und reichen von Orientierungslosigkeit wegen mangelnder Berufsinformation bis zu schlechtem Selbstbewusstsein wegen Selektionserfahrungen (Sitzenbleiben, negative Noten). Steiner ortet in Österreich auch Probleme beim Schulsystem, das zu selektiv sei. So seien Jugendliche mit Migrationshintergrund an AHS, berufsbildenden Schulen und höheren Schulen unterrepräsentiert. An den Sonderschulen seien sie hingegen deutlich überrepräsentiert, und "wir wissen, dass es faktisch kein Zurück gibt aus der Sonderschule", so Korun.

"Zahlen schmeicheln Österreich"

Im europäischen Vergleich steht Österreich zwar beim Anteil der frühen Schulabbrecher (ESL) gut da: Nur 8,3 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben maximal Pflichtschulabschluss und befinden sich nicht mehr in Ausbildung, das EU-Ziel liegt bei zehn Prozent bis 2020. Doch der geringe Anteil "schmeichelt Österreich mehr, als es der Problemlage im Land geschuldet wäre", betonte Steiner. Die aus Steiners Sicht problematische Folge: Das Problem bekomme nicht die nötige Aufmerksamkeit. Ziehe man etwa die Risikoschüler bei PISA als Indikator heran, zeige sich mit 27,5 Prozent Risikoschülern ein ganz anderer Handlungsbedarf. "Bildungsarmut ist unter Jugendlichen auch in Österreich ein quantitatives Problem und dementsprechend groß ist der Handlungsdruck."

Dabei sei das Risiko zum frühzeitigen Bildungsabbrecher zu werden in Österreich stark sozial ungleich verteilt, wie Steiners Untersuchung Betroffener zwischen 15 und 24 Jahren zeigt. Sind die Eltern arbeitslos, ist das Risiko für Bildungsarmut dreimal so hoch wie wenn die Eltern beschäftigt sind. Haben die Eltern niedrige Bildung, sind die Kinder fünfmal so gefährdet die Schule frühzeitig zu verlassen wie bei Eltern mit hohem Bildungsabschluss. Für Migranten der ersten Generation (im Ausland geboren) ist die Gefahr der Bildungsarmut 6,5 Mal so hoch, für Jugendliche der zweiten Generation (in Österreich geboren) immer noch 4,5 Mal so hoch wie für Jugendliche mit österreichischen Eltern.

Bildungs- und Berufsberatung für alle

Die Folgen von Bildungsarmut: Die Gefahr, arbeitslos zu werden, ist doppelt so hoch wie bei Jugendlichen mit Abschluss der Sekundarstufe zwei (berufsbildende mittlere Schule, Lehre, Matura). Das Risiko, mehr als zwei Jahre mit Jobsuche zu verbringen bzw. nur Hilfstätigkeit auszuüben, ist vier Mal so hoch und jenes, gar nicht im Erwerbsleben zu landen (Frühpension, Karenz, ausschließliche Tätigkeit im Haushalt) fünf Mal so hoch wie für Maturanten und Co.

Um die Zahl der frühen Schulabgänger zu verringern, müsse dieses Ziel "bei allen auf der politischen Agenda vorne stehen", betonte Steiner. "Aber ich sehe auf politischer Ebene nicht, dass das zu einer Priorität erklärt worden wäre", kritisiert Korun, auch wenn sie Maßnahmen wie das jüngst von der Regierung gestartete Projekt der Jugendcoaches lobt, bei dem Jugendliche im neunten Schuljahr bei ihrer Bildungs- und Berufsentscheidung unterstützt werden. Sie fordert Bildungs- und Berufsberatung für alle Jugendlichen und vor allem mehr Einzelfördermaßnahmen für jene, die bereits aus dem Schulsystem gefallen sind. Außerdem plädiert Korun für die Einführung einer gemeinsamen Schule der Sechs- bis 15-Jährigen, Abschaffung der Sonderschulen und die Einführung einer zweijährigen Kindergartenpflicht - und zwar für alle Kinder 

(APA)

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26 Kommentare
 
1 2
Dagobert
10.02.2012 14:02
5 0

Negative Diskriminierung

Schon wieder die Korun, die an unser Steuergeld ran will!
Schon wieder die Korun, die Migranten auf Kosten der Einheimischen bevorzugen will!

Wer nicht die deutsche Sprache beherrscht, der hat in einer Pflichtschule nichts verloren und gehört in die Sonderschule.

Wie kommen die normalen Schüler dazu, durch anpassungsresistente Migranten, in ihrem schulischen Fortschreiten behindert zu werden.

Immerhin geht es hier um die Zukunft unserer Gesellschaft.

Antworten Stephanos
10.02.2012 16:37
1 0

Re: Negative Diskriminierung

Was rauchen Sie?
Normal intelligente Kinder steckt man nicht in Sonderschulen!!!

Wenn es endlich soweit ist, dass die Kinder von Migranten Deutsch VOR der Einschulung erlernen, schaut die Sache schon ganz anders aus.

Antworten Antworten Dagobert
10.02.2012 18:36
3 1

Re: Re: Negative Diskriminierung

Sinn erfassendes Lesen ist nicht so ihr Ding, hmm?


Antworten Antworten Antworten Stephanos
10.02.2012 21:16
0 0

Re: Re: Re: Negative Diskriminierung

Doch.
Sie wissen offensichtlich nicht, dass mangelnde Kenntnisse der Unterrichtssprache nicht zu den Aufnahmekriterien der Sonderschule zählen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Dagobert
11.02.2012 00:26
1 0

Re: Re: Re: Re: Negative Diskriminierung

Ich schrieb ja auch nicht von den aktuellen Kriterien für Sonderschulen, sondern davon das unsere Kinder dadurch benachteiligt werden, das es Mitschüler gibt, die der deutschen Sprache für den Normunterricht nicht ausreichend mächtig sind.

Um hier eine Benachteiligung zu vermeiden, gehören diese, der deutschen Sprache nicht mächtigen Schüler gesondert behandelt.

Wie sie diese Schule nennen, bleibt ihnen überlassen.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Stephanos
12.02.2012 20:14
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Negative Diskriminierung

Meine Antwort fiel leider der Zensur zum Opfer.

Gast: Na und?
10.02.2012 08:22
8 1

Vielleicht mögen die armen Migranten Deutsch lernen?!

In der Öffentlichkeit und zuhause wird zwischen Eltern und Kindern kein Wort Deutsch gesprochen.

TV und Radio sind auch kein Mittel, die Landessprache Österreichs zu erlernen.

Wenn dann die Kinder in die Schule oder Kindergarten kommen, folgt das Erwachen: Ohne Sprachkenntnis kein Weiterkommen.

Natürlich sind daran die Österreicher schuld und nicht die Zuwanderer. Selbstverständlich ist jede Menge Steuergeld dafür da, hier zu intervenieren.

Die Grünen wundern sich dann über die Fremdenfeindlichkeit der einheimsichen Österreicher. Auch Zuwanderer, die sich hier fix integriert haben, schlagen bei solchen Zuständen die Hände über den Kopf zusammen...

Krash
10.02.2012 08:20
2 1

Dafür hat Strache die richtigen Lösungen!


2 0

Singapore als Beispiel

Wie man aus Statistiken erkennen kann liegt Singapore an der Weltspitze der Schulqualität und Ausbildung an den Unis.
Singapore verschwendet keine Steuern wie von unseren Politikern vorgeschlagen, Nein Singapore investiert mit Steuern die Schüler und Studenten.
Somit kommen Studenten aus aller Welt, auch Kinder von Expatriat's um in Singapore zu studieren, der Clou, S'pore finanziert alles, dafür muss sich der Student nach Abschluss des Studium 10 Jahre für eine in Singapore ansässige Firma zur Verfügung stellen.
Nachdem bei uns ein sehr ausgeprägtes Sozialnetz herrscht, fehlt der Ansporn unserer Immigranten sich weiter zu bilden, da er bei uns in Österreich trotz Arbeitslose besser leben wird als in seinem Heimatland.

Stephanos
09.02.2012 21:10
6 0

Sie, Frau Korun, fordern mitunter zwei verpflichtende Kindergartenjahre für alle.

Das ist nicht nötig.
2- 3 Jahre Deutschunterricht für all jene, denen zu Hause die Landessprache nicht beigebracht wird, genügt.
Diese Basis VOR der Einschulung ermöglicht den Kindern die Bildungschancen, die ihnen hier geboten werden, auch zu nützen.

Antworten Gast: bärig
10.02.2012 11:38
0 4

Re: Sie, Frau Korun, fordern mitunter zwei verpflichtende Kindergartenjahre für alle.

Für ALLE ist schon richtig! Es gibt genügend einheimische Gschrappen, die Deutsch schlecht sprechen- zu viel Computer spielen und TV-Konsum!

Antworten Antworten Stephanos
10.02.2012 13:40
3 0

Re: Re: Sie, Frau Korun, fordern mitunter zwei verpflichtende Kindergartenjahre für alle.

Stimmt nicht. Keiner von ihnen spricht so schlecht Deutsch, dass er den Lehrer nicht verstünde.

El Barato
09.02.2012 20:08
13 0

Frau Korun verweigert die Realität

Wenn:

a) ein Gutteil der Migranten (aus gewissen Ländern) aus bildungsfernen Schichten stammt, und
b) Angehörige bildungsferner Schichten eine überdurchschnittliche Fertilität aufweisen, und
c) die Kultur besagter Schichten diese nicht unbedingt zum Spracherwerb begeistert -

dann darf man sich nicht wundern, wenn sich das Problem von Generation zu Generation potenziert.

Dass Frau Korun selbst aus besagter Kultur stammt, erhöht allenfalls ihre kognitive Dissonanz, keinesfalls aber den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen.

Sie übt sich lieber in totaler Realitätsverweigerung.

greebo
09.02.2012 16:32
22 0

Falsche Annahmen

Natürlich ist es ein migrationsbedingtes Problem.

Ich spreche kein Russisch. In einer russischen Schule wäre ich daher nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen, Texte zu lesen oder Angaben für Rechenaufgaben zu verstehen, die über reine Zahlen hinausgehen.

Wenn man also kein Deutsch versteht...

berndmoron
09.02.2012 16:01
2 0

wo keine verlierer

keine gewinner. wie im casino.

Gast: ned scho wieda
09.02.2012 15:50
19 0

warum "für alle"?

"Sie fordert mitunter zwei verpflichtende Kindergartenjahre für alle."

wenn von "Bildungsarmut" vor allem jugendliche Migranten betroffen sind?

"Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem", betonte Grünen Integrationssprecherin Alev Korun"

mag ja sein, dass Bildungsarmut vor allem ein soziales Problem ist - aber es hängt wohl auch mit einer teils verfehlten ZuwanderungsPOLITIK zusammen - im jahrelangen nicht Vorhandensein von speziellen Zuwanderungskriterien nach kanadischem und australischem Vorbild.

Und im bisherigen Verhindern von Maßnahmen, dass mehr migrantische Kinder Deutsch schon VOR der Einschulung beherrschen - das wurde ja gerne als "rassistisch" zurückgewiesen.
Man hat lieber Jahrelang den Kopf in den Sand gesteckt - die vermehrten sprachlichen Probleme an einigen Wiener Schulen gibts schon seit den 1990ern.
Kein Wunder, dass das Bildungsniveau teilweise gesunken ist. Wenn man Probleme nie an- und aussprechen durfte/wollte.

Gast: Niederwiese Franz
09.02.2012 15:18
28 0

Jetzt wird`s langsam fad

jeden Tag wird versucht uns einzuhämmern wie arm, benachteiligt und geknechtet die Migranten und ihre Kinder sind.

Wenn man sich die Fördertöpfe ansieht traut man seinen Augen nicht, wieviele Millionen in die Förderungen von Migranten fliessen.

Einheimische können nur träumen davon.

Antworten Gast: Bildungsexpertin
09.02.2012 15:50
1 21

Welche Fördertöpfe und welche Millionen?


Antworten Antworten Atenza
09.02.2012 19:22
6 0

Re: Welche Fördertöpfe und welche Millionen?

Wie naiv darf man sein?

Antworten Antworten Antworten Gast: Karl Heinzi Gusti
09.02.2012 20:02
3 0

Re: Re: Welche Fördertöpfe und welche Millionen?

So naiv, dass meine Freunde den Begriff "Gutmenschdeppert" geprägt haben.

(Nur so für die Zensur)

Antworten Antworten Gast: Niederwiese Franz
09.02.2012 15:55
17 0

Re: Welche Fördertöpfe und welche Millionen?

Alleine Wien:

http://www.wien.gv.at/mdb/gr/2011/gr-004-s-2011-01-26-007.htm

Antworten Antworten Gast: lou c.
09.02.2012 15:52
12 0

Re: Welche Fördertöpfe und welche Millionen?

großzügige Förderung von Migrantenvereinen in Wien zb

wiewohl einige Subventionen sicher gut aufgehoben sind (Orient Express zb)

Gast: 2Cent
09.02.2012 14:41
26 0

"Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem"

I beg to differ.

Es handelt sich vor allem um ein migrantisches Problem, denn die Wurzel all der geschilderten Schwierigkeiten sind ungenügende Kenntnisse der Unterrichtssprache.

Solange die Bildungspolitiker aller Parteien zu feige sind, das offen auszusprechen und das Problem entschlossen anzugehen, wird sich für die betroffenen Kinder und Jugendlichen nichts ändern. Im Gegenteil, Kinder mit ausreichenden Sprachkenntnissen werden in den Schulen von denen mit Sprachproblemen hinuntergezogen, weil der Lehrer sich nun einmal nicht zweiteilen kann. Entweder er unterrichtet die Unterrichtssprache oder aber Inhalte in eben dieser Sprache. Beides gleichzeitig geht nicht ohne Abstriche für beide Gruppen von Schülern.

Es wird sich nichts bessern, solange wir uns nicht dazu bekennen, dass Kinder, die die Unterrichtssprache nicht beherrschen im Regelunterricht nichts zu suchen haben, und für diese Kinder Sprachlernklassen einrichten.

Darüber hinaus sollten die Kosten für diese Sprachlernkurse auf die Eltern abgewälzt werden, soferne sie die österreichische Staatsbürgerschaft bereits haben. Es ist nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit für die Unterlassung einzelner aufkommen soll.

Antworten Gast: bärig
10.02.2012 11:29
0 6

Re: "Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem"

Kaufen Sie bei "Billa", "Lidl" usw. ein? Dort arbeiten hauptsächlich Migranten in schlecht bezahlten Jobs! Solange wir dort einkaufen gehen wollen, damit wir uns was ersparen, wird die Wirtschaft billige Arbeitskräfte aus dem Ausland holen!

Antworten Antworten Gast: keterum kenseo
10.02.2012 15:43
4 0

Re: Re: "Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem"

Also bei den "Billa"s und "Lidl"s, die ich kenne, gibt es nur ganz, ganz wenige Migranten.

Antworten Antworten Antworten Gast: bärig
11.02.2012 13:46
0 0

Re: Re: Re: "Das ist ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem"

Sie scheinen nicht in wiener Supermärkten einkaufen zu gehen!

 
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