Dienstrecht: Psychologische Hilfe auch vom Lehrer

06.05.2012 | 18:24 |  KARL ETTINGER UND JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Die Regierung will über mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen verhandeln. Experten sind für eine Entlastung der Lehrer, sehen sie aber bei „täglichen Problemen“ gefordert.

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Wien. Die künftigen Gehälter für Junglehrer und, wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht, die längere Anwesenheitspflicht für Pädagogen in der Schule lösen zwar die meisten Diskussionen bei der geplanten Reform des Dienstrechts und der Besoldung aus. Ein Teil der Änderung betrifft aber auch das Vorhaben, Pädagogen durch mehr Personal in den Schulsekretariaten und durch Sozialarbeiter und Schulpsychologen zu entlasten. Dadurch sollen sie sich vermehrt auf den Unterricht konzentrieren können.

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Noch sind den Lehrergewerkschaftern die entsprechenden Zusagen von Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) zu vage, Experten befürworten dieses Vorhaben aber grundsätzlich. Und dennoch: Dass sich Lehrer ganz von ihrer Aufgabe als Psychologen für die Schulkinder verabschieden könnten, sei eine Illusion.

Darauf macht etwa der Universitätsprofessor und Psychiater Karl Dantendorfer im Gespräch mit der „Presse“ aufmerksam: Bei „alltäglichen Problemen“ von Schülern seien weiter primär die Lehrer Ansprechpartner. „Nicht jedes Kind, das sich schwertut, hat gleich ein Aufmerksamkeitsdefizit“, erläutert Dantendorfer, der auch Konsulent des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger ist und sich besonders mit Maßnahmen befasst, um der steigenden Zahl an Frühpensionierungen aus psychischen Gründen entgegenzuwirken. Erst, wenn ein Lehrer selbst nicht mehr helfen könne, brauche das Kind Unterstützung durch einen Schulpsychologen.

Gerade in den Ballungszentren gehe es auch um Probleme, die gar nichts mit der Schule selbst zu tun hätten, betont Dantendorfer, sondern bei denen die Schwierigkeiten bei den Eltern liegen würden. In diesen Fällen sei der verstärkte Einsatz von Sozialarbeitern sinnvoll.

Auch wenn Lehrer lange Ferien hätten, „ändert das nichts daran, dass sie einen Stressberuf haben“, analysiert Dantendorfer. Das sei ähnlich wie bei Schauspielern. Hilfe durch Psychologen oder Sozialarbeiter hält der Universitätsprofessor, der betont, dass er kein Experte für Schulpsychologie sei, für sinnvoll: „Ein entspannterer Lehrer ist ein besserer Lehrer.“

(c) DiePresse

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Gewerkschaft will 10.000 Posten

Unterstützung sollen die Lehrer auch durch eine Entlastung in der Verwaltung erhalten. Vor allem in den in Länderhand befindlichen Pflichtschulen besteht Handlungsbedarf. Dort ist die Grenze zwischen pädagogischer und allgemeiner Verwaltung eine fließende. So nehmen Direktoren und Lehrer in kleineren Pflichtschulen vielfach auch Aufgaben im Bereich der Infrastruktur wahr. Sie kümmern sich um Ankäufe von Druckern, Wartung von Computern oder Reparaturen an der Heizung. Aufgaben, die an höheren Schulen von Schulsekretären bzw. Schulwarten übernommen werden können. Unumstritten ist, dass die Mehrbelastung auf Kosten der pädagogischen Arbeit geht. Insofern würde eine Aufstockung des Verwaltungspersonals sicherlich hilfreich sein.

Die Lehrergewerkschaft zeigt sich dabei dennoch durchaus skeptisch. Zwar entspricht die Ankündigung Schmieds dem langen Wunsch der Lehrervertreter, diese bezweifeln aber die Willenskraft der Regierung in dieser Sache. Denn: Die Regierung müsste „ganz massiv“ von ihrem bisherigen Kurs des Aufnahmestopps im öffentlichen Dienst abgehen, sagt AHS-Gewerkschafter Eckehart Quin. Allein um beim Anteil des Unterstützungspersonals von den hintersten Rängen auf den Durchschnitt aufzuschließen, brauche es zusätzliches Personal im fünfstelligen Bereich. Doch dafür gebe es weder das Geld, noch entsprechend qualifiziertes Personal, so Quin.

Regierungsintern scheint man diesbezüglich aber bereits an anderen Plänen zu schmieden. Den Aufnahmestopp in der Verwaltung möchte man zwar nicht aufgeben, es sollten aber zumindest kreative Lösungen für das Aufstocken des Verwaltungspersonals im Schulbereich gefunden werden. Heinisch-Hosek ließ bereits mit dem Vorschlag aufhorchen, dass ehemalige Postangestellte künftig in der Schulverwaltung eingesetzt werden könnten. Die Überlegungen sollen dabei noch weiter gehen: Vorstellbar wäre etwa auch der Einsatz von Telekompersonal als IT-Experten im Schulbereich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2012)

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32 Kommentare
 
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Er arbeitet überall

Der Psychiater Dantendorfer arbeitet überall, er arbeitet an der Uni, er arbeitet als Konsulent des SV-Hauptverbandes, er arbeitet für den psychischen Dienst und hat noch ein paar Geschäfte laufen. Ich habe ihn als Universitätsprofessor genossen. Naja, er war recht schlecht, hat wissenschaftliche Belege nicht genannt und vor allem viele Quellen ignoriert, was für Uniprofessor eine Schande ist. Im Artikel sagt er, dass gerade in Ballungszentren die Eltern verantwortlich wäre, aber in der Vorlesung sagte er, dass gerade in Ballungszentren die vielen Psychiater verantwortlich sind, die viele Nebengeschäfte pflegen, dabei das Wohl des Patienten aus den Augen verlieren und nur zum Wohl ihres eigenen Geldbörsels arbeiten. Auch wenn Dantendorfer einen Stressberuf hat, dann ist das nicht entschuldbar.

Neue Helfer, neue Probleme

Als ich-kann-Schule-Lehrer finde ich ein Modell interessant, in dem nicht vorkommt, dass auch Lehrer Probleme verursachen und indem man dann fremde Fachkräfte installieren will, die sich in die Probleme, die Lehrer & Schüler (& Eltern) miteinander haben. Das bietet die Möglichkeit, ganz neue Probleme zu verursachen und auch noch mit einzubringen. Das Modell "Jeder kehrt erst einmal vor seiner eigenen Tür und räumt das eigene Zimmer auf" scheint in der Pädagogik überhaupt nicht geliebt zu werden.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Zusätzliches Personal ist sicher gut

einer der wirklichen Vorteile des finnischen Systems sind seine Unterstützungsstrukturen für Schüler/innen, die Hilfe brauchen. Ich bin gespannt, wie die Schulerhalter (Gemeinden, Private,...) darauf reagieren werden, das ihnen der Bund zusätzliche Kosten aufbrumbt.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
08.05.2012 09:14
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Österreichs Staatlichkeit ist einfach unfinanzierbar!

Die gesamten Staatsausgaben belaufen sich schon auf über 155 Mrd. Euro pro Jahr, die Schuldenerhöhungen in den ausgegliederten Bereichen noch unberücksichtigt.

Die monetären Transferleistungen der Staatlichkeit an die Menschen der Realwirtschaft belaufen sich auf ca. 30 Mrd. Euro pro Jahr (Pensionen, Arbeitslose, Notstand, Mindestsicherung).

Das bedeutet nichts anderes, als dass sich diese Staatlichkeit irre Kosten über gut 120 Mrd. Euro pro Jahr umgehängt hat. Das entspricht irren 33.000.- Euro pro Haushalt und Jahr.

Mich erinnern die geschützten Bereiche Österreichs sehr an die Vorgänge der Tschechoslowakischen Planwirtschaft in den letzten 10 Jahren vor der Revolution.

Die Unternehmen konnten schon lange nicht mehr die Produktionspläne erfüllen, weder quantitativ noch qualitativ. Die verantwortlichen Direktoren haben immer den Arbeitskräftemangel dafür verantwortlich gemacht. Zur Beseitigung dieser Defizite wurden dann Massen an Arbeitskräften, vor allem Vietnamesen, ins Land geholt. Geholfen hat es kaum was, der Gesellschaft hat trotzdem die Leistung gefehlt, dazu noch die Freiheit. So ist dann das System zusammengebrochen.

Nach der Revolution wurden die Fabriken dann langsam in de Freiheit und Eigenverantwortung entlassen. Ein Produktivitätsforschritt von mehreren 100% wurde innerhalb von nur 2 Dekaden geschafft, die vielen Vietnamesen standen auf der Strasse (heute viele in den Grenzgebieten auf den Standeln).

Re: Zusätzliches Personal ist sicher gut

Entschuldigung: ... gebrummt heißt es natürlich!

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
08.05.2012 09:20
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Re: Re: Zusätzliches Personal ist sicher gut

Diese Kosten werden doch nur vordergründig den Gemeinden und Privaten Schulbetreibern aufgebrummt. Am Ende muss es wieder über irgendwelche Zwangsabgaben von der Bevölkerung bezahlt werden.

Aktuell schaut der laufender Budgetvollzug 1. Quartal 2012 so aus:

https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201203hauptueberblicke.htm

Ausgaben:.....18.902,7 Mio. Euro
Einnahmen:...13.261,0 Mio. Euro
Lücke:.....5.641,7 Mio. Euro (3 Monate!)

Beeindruckende Änderungen zu 2011:
Beitrag EU:........................+13,5%
Transfer an Länder:...........+ 12,2%
Bundespensionen:..............+3,7%
Aktives Bundespersonal:......+1,8%
Landeslehrerkostenersätze:..+0,9%
Transfer an Gemeinden:.......+2,5%

Familienpol. Maßnahmen:........-1,2%

Die Österreicher brannten doch schon 2011 irre 40.000.- Euro an verschiedensten Zwangsabgaben an die Staatlichkeit um die geschützten Bereiche und das Sozialsystem irgendwie zu finanzieren. Das hat aber auch nicht gereicht, weil diese Staatlichkeit die unerreichten Weltmeister am Verwirtschaften und der Selbstbedienung sind.

Es gibt aber keine Korrekturen beim Verwirtschaften eher nur eine Optimierung. Es wird noch einige Jahre dauern, aber irgendwann wird die Finanzierung fehlen, der Staat also zahlungsunfähig werden. Genau dann werden die Korrekturen von der Realität erzwungen, wenn nicht vorher das Volk rebelliert.

Gast: lehrer11
07.05.2012 17:40
5 0

gute aussichten

die soziologen bereiten meine gruppenarbeit vor. die psychologen gestalten mein tafelbild. die telekommmitarbeiter telefonieren mit den eltern und stempeln die zeugnisse
ich freu mich schon

Gast: Dampf
07.05.2012 16:23
4 0

Telekompersonal als IT-Experten im Schulbereich.

Bruhaha - der war gut.

Können die WLANs konfigurieren, Software installieren, Zertifikate managen, Sharepoint programmieren ... ?????

welche weltfremden "Experten" schlagen so was vor.

bei uns in der HTL werden die schon am ersten Tag von den Schülern hinausgetragen!

Gast: 1. Parteiloser
07.05.2012 09:28
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Die Unterdrückung des Menschseins wird nicht funktionieren!

Es scheint so zu sein, dass die Regierung immer stärker von Normmenschen und Normkindern ausgeht. Es scheint auch so zu sein, dass die Normkinder und Normmenschen geschaffen werden sollen.

Dazu wurde ja auch schon das verpfl. Vorschuljahr geschaffen um die Kinder sehr früh in die Obhut der Staatlichkeit zu bringen und ungewünschten Einflüssen des Lebens, vor allem der Eltern zu entziehen.

Nun werden anscheinend die abstrusen Pläne zur weiteren Manipulation und "Formung" durch die NMS, mit einer erweiterten staatlichen Kinderkontrolle, umgesetzt.

Offensichtlich sind aber die Verantwortlichen auch mit dieser Maßnahme noch nicht zufrieden, jetzt sollen auch noch Psychologen eingesetzt werden um die Kinder und Jugendlichen nach dem Wunsch der Verantwortlichen zu formen.

Die Vielfalt des Menschlichkeit, das breite Band an Talenten, Fähigkeiten und die verschiedenen Ausprägungen des Lebens, werden vollkommen ausgeblendet, ja bewusst unterdrückt. Es geht denen darum den Normmenschen nach eigenen Wünschen zu formen und dem Leben, den Menschen, das Leben in seiner Vielfalt zu nehmen. Um das zu erreichen sollen nun Massen an Psychologen eingesetzt werden, damit diese Unterdrückung des menschlichen Lebens in seinen vielfältigen Ausprägungen noch erfolgreicher durchgeführt werden kann.

Es sind, bei einer Gesamtbetrachtung, Vorhaben zu einem Verbr.echen an den Menschengrundrechten. Die Versuche dazu sind in der UdSSR gescheitert, die werden auch in Ö scheitern.

Re: Die Unterdrückung des Menschseins wird nicht funktionieren!

Das Ganze läuft doch bereits, Fähigkeiten, die man haben muss sind genormt, in Presse und Fernsehen wird der Normmensch schon seit langem propagiert.

Mitunter liebenswerte Eigenheiten werden als "abnormales" Verhalten betitelt. Talente sind hinderlich, wer sich für nichts interessiert und stumpf auswendig lernt hat in der Schule die besten Karten.

Ausdruck der Persönlichkeit wie Tattoos und Piercings sind im Berufsleben Ausschlusskriterien, vor allem im Finanzsektor.

Man muss halt "normal" sein, auch wenn normale Menschen dieses Land so tief in die - und man verzeihe mir den Ausdruck - Schei*e geritten haben, dass einem übel werden konnte.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
07.05.2012 20:26
1 0

Re: Re: Die Unterdrückung des Menschseins wird nicht funktionieren!

Es bleibt uns also nichts anderes übrig als es im direkten sozialen, auch beruflichen, Umfeld, selber viel besser zu machen. Wenn wir das gut geschafft haben, die Menschen und deren grundsätzlichen Menschenrechte in der Praxis zu akzeptieren, respektieren und zu berücksichtigen, dann werden wir auch eine tolle Leistung erbracht haben.

Ich selber habe heute eine Riesenfreude mit einem Mitarbeiter, welchen ich mit einem grünen Irokesenhaarschnitt und schwacher Ausbildung eingestellt habe. Auch der allgemein abgeschriebene 57jährige, für welchen ich eine passende Aufgabe gefunden habe, der macht mir heute, nach 6 Jahren Betriebszugehörigkeit, noch immer Freude. Er selber hat auch Freude am Leben und bei seinen Aufgaben. Nächstes Jahr wird er uns aber, auf eigene Wunsch verlassen. Ein als kauzig geltender Fachmann, welcher auch nicht wirklich der Norm entspricht, der konnte hervorragen integriert werden. Am meisten Freude habe ich aber, dass ich mit dieser Einstellung nicht mehr alleine bin, es wird heute von allen Mitarbeitern gelebt und von einem Teil der Familie auch. Es geht also doch, wenn auch der Anfang erhebliche Mühen bedeutet hat und die Wirkung in einem überschaubaren Rahmen geblieben ist.

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Grundsätzlich gut, ABER

Psychologische Hilfe von Lehrern klingt ja sinnvoll und gut.
Ich absolviere derzeit ein Lehramtsstudium. Als Psychologe fühle ich mich aber nicht. Leider muss ich sagen, dass ich mich auch nicht als Pädagoge fühle.
Warum?
Die "pädagogische Ausbildung" an der Uni Wien ist ein Scherz. Was an der PH zu viel an Pädagogik (und zu wenig an fachlichen) ist, ist an der Uni zu wenig. Vor allem zu wenig an sinnvollen Inhalten.
Hier ein paar Fragen aus der StEOP für Pädagogik (mit den jeweiligen richtigen Antworten):

Homer steht für ein...
A: Autorenkollektiv

Die Begegnung von Odysseus und Polyphem ist ein Beispiel für ein...
B: märchenhafte Begegnung

Bildungsstandards hatten ihre Beginne in...
A: England

Nicht-phonetische Schriftsysteme haben häufig eine Tendenz zur
A: Exklusion

Auf den Bildern der Schulgeschichte hat welches Tier eine symbolische Bedeutung?
A: Esel

Welche der folgenden Künste war keine der 7 freien Künste der Ritter?
B: Damespielen

Welches Wort passt zum "verstehen" dazu ..
A: nomothethisch

Im 18. Jhdt. war der Hund:
B: Ein Zeichen von bürgerlichem Wohlstand

Können Sie sich jetzt vorstellen was in den Pädagogik-Lehrveranstaltungen gelehrt wird und wie praxisnah das ist?

Ich hoffe, dass mit der Aufgabendefinition auch die Ausbildung daran angepasst wird.

Re: Grundsätzlich gut, ABER

Ich hoffe, sie studieren nicht Geschichte und PP, für diese Studienrichtungen erscheint mir ein Mindestmaß an Reflexionsfähigkeit und historischem Bewusstsein Voraussetzung.

Re: Grundsätzlich gut, ABER

Ich hoffe, sie studieren nicht Geschichte und PP, für diese Studienrichtungen erscheint mir ein Mindestmaß an Reflexionsfähigkeit und historischem Bewusstsein Voraussetzung.

Re: Grundsätzlich gut, ABER

Geh bitte, das ist die STEOP! Das bedeutet, diese Prüfung legen Erstsemester ab, bevor sie weiterstudieren dürfen.

Diese Fragen sagen nichts darüber aus, wie später die Lehrinhalte und Prüfungen aussehen, wenn die Studenten in höheren Semestern sind.

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Re: Re: Grundsätzlich gut, ABER

Sinn der StEOP:
"§ 66. (1) Die Studieneingangs- und Orientierungsphase ist als Teil der Diplom- und Bachelorstudien, zu deren Zulassung keine besonderen gesetzlichen Regelungen bestehen, so zu gestalten, dass sie der oder dem Studierenden einen Überblick über die wesentlichen Inhalte des jeweiligen Studiums und dessen weiteren Verlauf vermittelt und eine sachliche Entscheidungsgrundlage für die persönliche Beurteilung ihrer oder seiner Studienwahl schafft."

Diese Anforderungen werden natürlich voll getroffen...

@ cato uticensis:
Ich persönlich habe historisches Interesse. Eine Pflichtlehrveranstaltung sollte aber trotzdem Inhalte haben, die direkt für den Lehrberuf etwas bringen. Als Wahlfach wäre es OK.
Ist Ihnen lieber wenn ein Lehrer weiß wie er in bestimmten Situationen umgehen soll oder wenn er weiß welche Bedeutung der Hund auf einem Bild des 18. Jhdts. hat?

Leider werden die weiteren Lehrveranstaltungen nicht viel besser.
Im zweiten Abschnitt gibt es zwar Seminare zu verschiedenen Themen - mit dem Ziel, dass man sich diese nach persönlichen Interessen aussuchen kann. Durch die vielen StudentInnen sind die meisten aber froh irgendwo einen Platz zu ergattern.

Wirklich viel brauchbares habe ich in den Lehrveranstaltungen leider nicht gelernt.

Da gibt es noch viel Verbesserungspotential.

Re: Re: Re: Grundsätzlich gut, ABER

wie man in bestimmten Situationen umgehen soll wird an der Uni nicht gelehrt - der Leitspruch der Vortragenden ist, dass es kein Patentrezept gibt, was ja auch nicht falsch ist. traurig ist allerdings dass sich viele Vortragende bei Diskussionen über beispielhafte Situationen zurücklehnen und dies in den Seminaren den unerfahrenen Studenten, die oftmals noch nicht einmal unterrichtet haben und auch nicht ausreichend über die Gesetzeslage informiert sind, selbst überlassen

Gast: Carla Soziale
07.05.2012 08:48
11 0

Die Anwesenheit von Soziologen und Psychologen

würde nur Mehrarbeit für die Lehrer bedeuten. Sie müssten diese traurigen Gestalten auch noch betreuen.

Psychologen in den Schulen?

Es gibt bei den Lehrern, wie auch in fast allen Berufen, gute und schlechte Vertreter ihres Berufsstandes. Daran wird sich voraussichtlich auch in der nächsten Zukunft nichts ändern. Aber den Lehrern allein die Verantwprtung für ungutes Verhalten von Schülern zuzumessen wäre ungerecht. Ein überwiegender Großteil der Verantwortung hiefür liegt beim Elternhaus, d.h. an der fehlenden Erziehung. Diesbezüglich würde auch der Einsatz von Psychologen an den Schulen nicht helfen. Es würde nur eine Verdienstmöglichkeit für Psychologen schaffen, deren Anzahl in Österreich derzeit über dem echten Bedarf liegt und noch jährlich steigt.

Alles Wischiwaschi

Wie hat das früher alles ohne Wissensvermittler, Psychologen, Sozialarbeiter, interkulturelle Mediatoren funktioniert?

Antworten Gast: pas assez
07.05.2012 08:44
7 1

in den 1980ern

durften Lehrer freche, den Unterricht sabotierende oder lernunwillige Schüler noch mit Sanktionen belegen (Nachsitzen, Aufsatz schreiben lassen etc) - heute müssen sich Lehrer viel mehr gefallen lassen.

Re: in den 1980ern

Ja, und in den 1970ern durften Lehrer auch noch Ohrfeigen austeilen. Finden Sie das etwa gut?

Nichts gegen Sanktionen - Kinder brauchen Grenzen. Aber die Sanktionen sollten vernünftig sein und im Zusammenhang mit dem Vergehen stehen. Ein lernunwilliges Kind wird durch Nachsitzen oder Strafarbeiten sicher nicht lernwilliger.

Antworten Antworten Antworten Gast: bärig
07.05.2012 20:25
2 0

Re: Re: in den 1980ern

Es gibt keine Sanktionen für die Kinder, die andere beim Lernen und Zuhören stören! Habe nachgelesen. Kinder können auch die Lehrerin ständig unterbrechen, während des Unterrichts essen und trinken- und es passiert nichts.
Lehrer dürfen loben und ermahnen. Sonst nichts. Außer es handelt sich um extrem schlimme Sachen.

Antworten Antworten Antworten Gast: pas assez
07.05.2012 10:55
4 0

Wo habe ich geschrieben, dass ich Ohrfeigen gut finde? Fantasierens ein bisserl herum, um sich als supermoralische Obermamsell

in Szene setzen zu können?
Sanktionen und Grenzen sind wichtig - für den Lern- und Reifungsprozess von Kinder und Jugendlichen.
Wer Grenzen respektieren lernt, wird sich auch als Erwachsener sozialer und rücksichtsvoller gegenüber den Mitmenschen verhalten.

Seit den späten 1980ern sinkt das Bildungsniveau wieder- der schrittweise Abbau von Sanktionsmöglichkeiten für das Lehrpersonal wird wohl kräftig dazu beigetragen haben.

Ein lernunwilliges Kind, das vielleicht noch den Unterricht laufend stört, wird wenigstens erkennen, dass sein Verhalten eine negative Konsequenz nach sich gezogen hat (nachsitzen und einen Aufsatz schreiben) und wenigstens DAS dazulernen. Nächstesmal wird er den Nachmittag lieber im Schwimmbad verbringen und sich daher am Vormittag in der Schule etwas mehr bemühen.
In unserem Gymnasium in den 1980ern hat das bestens funktioniert.

Antworten Gast: gast echt
07.05.2012 08:27
2 0

Re: Alles Wischiwaschi

wann genau? Im Mittelater? Jo eh die wussten wie man ein Feld bestellt....recht doch heute

darf ich raten?

die sozialarbeiterInnen dürfen dann unterbezahlt und 40/7 hackeln um die lehrer a bissl zu entlasten, damit die ferien und das bombengehalt besser ertragen werden können, oder?

 
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